Geld und Glauben (Teil 5) – Fragen und Antworten

Fragen und Antworten zu Teil 5

(Aktualisiert Stand 16. Mai 2019, 11:45 Uhr)

Geld und Glauben (Teil 1)
Fragen und Antworten (Teil 1)

Geld und Glauben (Teil 2)
Fragen und Antworten (Teil 2)

Geld und Glauben (Teil 3)
Fragen und Antworten (Teil 3)

Geld und Glauben (Teil 4)
Fragen und Antworten (Teil 4)


Zur einfacheren Handhabung dieser Seite finden sich im Folgenden zunächst alle im fünften Teil neu gestellten Fragen aufgelistet. Diese sind mit einem Sprungverweis versehen, sodass ein Klick auf die Frage direkt zu den gegebenen Antworten führt.


153. Wie war der Überseehandel und dessen Verwaltung organisiert?
154. Welche Folgen hatte der Siebenjährige Krieg für die Ostindien-Kompanie?
155. Welche Rolle spielte der Handel mit Tee in Nordamerika?
156. Wer war auf welcher Seite am Krieg in Übersee beteiligt?
157. Welche Rolle spielte das russische Kaiserreich im Unabhängigkeitskrieg?
158. Was bedeutete der Unabhängigkeitskrieg für das Heilige Römische Reich Deutscher Nation?
159. Auf wessen Seite standen ”die Deutschen” im Unabhängigkeitskrieg?
160. Welche Rolle übernahm Friedrich Wilhelm von Steuben?
161. Weshalb übernahm von Steuben diese Rolle?
162. Wie wurde der ”Frieden von Paris” auch genannt?
163. Welche rechtliche Wirkung hatte der ”Frieden von Paris”?
164. Wie wurden die Söldnertruppen für den Unabhängigkeitskrieg finanziert?
165. Was bedeutete die Unabhängigkeit für den amerikanischen Geldmarkt?

166. Welche Abstammung hatte Ludwig XVI.?
167. Mit wem war Ludwig XVI. verheiratet?
168. Was löste die Abschaffung des französischen Absolutismus’ aus?
169. Wie verhielten sich die anderen europäischen Großmächte?
170. Wie wurden die revolutionistischen Bestrebungen finanziert?
171. Durch wen wurde die Gründung der ”Nationalversammlung” angestoßen?
172. Welcher Zweck wurde mit der Gründung der ”Nationalversammlung” verfolgt?

173. Auf wen geht die Idee ”Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit” zurück?
174. Woher kam das Geld für die Errichtung der Französischen Republik?
175. Welche Ausdehnung hatte Großbritannien Ende des 18. Jahrhunderts?
176. Was war der ”Louisiana Purchase”?
177. Was war der Beweggrund des ”Louisiana Purchase” und welche Folgen hatte dieser?
178. Welcher Teil der französischen Gesellschaft profitierte am Nachhaltigsten von den Veränderungen?
179. Von wem wurde die ”Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte” formuliert?

180. Was war der Auslöser des Ersten Koalitionskriegs?
181. Warum wurde so lange mit einem Eingreifen in Frankreich gewartet?
182. Welche Folgen hatte die Annektion des Kirchenstaates?
183. Welchen Zweck verfolgte die französische Expedition nach Ägypten?
184. Woher stammten die Mittel für eine derartige Unternehmung?

185. Warum wurde diese Entwicklung zugelassen?
186. Wie gestaltete sich das finanzielle Kräfteverhältnis in Europa im ausgehenden 18. Jahrhundert?
187. Woher kamen die Ressourcen, mit denen Frankreich sein Handeln finanzierte?

188. Welche Bedeutung hatte der Titel ”Kaiser der Franzosen”?
189. Wie haben die Vertreter der europäischen Großmächte auf Napoléons Selbsterhebung zum Kaiser reagiert?
190. Welche Folgen hatte die Säkularisierung Frankreichs während der Revolution?

191. Welche politische Position vertrat Großbritannien/das Vereinigte Königreich in der europäischen Machtstruktur Eingangs des 19. Jahrhunderts?
192. Wie stellten sich die verwandtschaftlichen Beziehungen zu dieser Zeit zwischen den europäischen Großmächten dar?

193. Auf wessen Veranlassung wurde der Immerwährende Reichstag mit der Reichsdeputation beauftragt?
194. Wer waren die berufenen Mitglieder der Reichsdeputation und wer war nicht vertreten?
195. Wer lieferte den Entwurf des Hauptschlusses?
196. Warum wurde dem Entwurf praktisch unverändert zugestimmt?
197. Welche rechtliche Nachhaltigkeit hatte der Reichsdeputationshauptschluss?
198. Welche Veränderung ergab sich in Bezug auf die Kur-Titel?
199. Warum knickten so viele Fürsten vor Frankreich ein?
200. Was war der Hauptgrund für Baden, Bayern und Württemberg sich mit Frankreich zu verbünden?
201. Wer blieb von der Säkularisation im Reich ausgenommen?
202. Wer waren die Hauptprofiteure des Hauptschlusses?

203. Warum hat sich Preußen auf die Annektion Hannovers eingelassen?
204. Auf wen geht das Haus Hannover zurück?
205. Welche Rolle spielte Russland in diesem Zusammenhang?
206. Wie ist der Rückzug Russlands ”ohne Friedensschluss” zu verstehen?
207. Welches Herrschergeschlecht übernahm die russische Kaiserwürde im 18. Jahrhundert?
208. Warum vermochte Kaiser Franz II. keine große Koalition gegen Frankreich aufzubauen?

209. Welche rechtliche Grundlage hatte die Vergabe der Königswürde an Bayern und Württemberg durch Napoléon?
210. Welche Folgen hatte die Vergabe der Königswürde an Bayern und Württemberg?
211. Welche Funktion hatte der Rheinbund?
212. Welchen Nutzen hatte der Rheinbund für die beteiligten Länder?
213. Wie stand es während der napoléonischen Zeit um den Kirchenstaat und das Papsttum?
214. Wie gingen die Reichsstände mit der Niederlegung der Kaiserkrone durch Franz II. um?
215. Was bedeutete die Niederlegung der Kaiserkrone für das Heilige Römische Reich Deutscher Nation?
216. Wie sah die Herrschaftshierarchie des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation bis zur Niederlegung der Kaiserkrone aus?
217. Welche Rolle spielte das Königreich Preußen in der Herrschaftshierarchie des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation?


153. Wie war der Überseehandel und dessen Verwaltung organisiert?

kg200: „Die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Großbritannien und den Kolonien waren vom Prinzip des Merkantilismus bestimmt. Gemäß den Vorgaben der verhängten Navigation Acts fokussierte Großbritannien einen von bilateraler Arbeitsteilung geprägten Austausch. Besonders exklusive Rohstoffe wie Indigo, Tabak, Reis, Wolle und Pelze durften ausschließlich ans Mutterland verkauft werden. Weitere Bestimmungen verboten die Herstellung konkurrenzfähiger Fertigprodukte wie Eisen, Kleider oder Hüte.“

Dreizehn Kolonien [de.wikipedia.org]

„Mit den Navigationsakten verbot England bestimmte Waren wie Zucker, Indigo, Baumwolle, Tabak, Teer, Pech und Terpentin an andere Länder zu verkaufen. Der Handel war nur zwischen den englischen Kolonien und England erlaubt. Damit reduzierte England seine Abhängigkeit von anderen europäischen Staaten. Hatte England früher Tabak und Zucker aus Südamerika sowie Teer, Pech und Terpentin aus Skandinavien bzw. den Balten importiert, wurden diese Waren zunehmend nur noch aus den britischen Kolonien bezogen. Mit der zunehmenden Ausdehnung und Erschließung der Kolonien stieg auch die Warenproduktion. So konnte 85–90 % des nach England verkauften Tabaks von englischen Kaufleuten an andere europäische Länder weiterverkauft werden.“

Merkantilismus [de.wikipedia.org]

Sailor: Nach dem Frieden von Paris wie folgt:

1. Anerkennung der dreizehn Kolonien als die unabhängigen Vereinigten Staaten von Amerika

2. Spanien: In dem Vertrag mit Spanien erkannte Großbritannien die Herrschaft Spaniens über verschiedene Territorien an, die von Spanien während des Krieges besetzt worden waren. Die Kolonien von Ostflorida und Westflorida wurden Spanien ohne klar definierte nördliche Grenzen abgetreten, was zu umstrittenen Gebieten führte, deren Besitz 1795 im Vertrag von Madrid geklärt wurde. Spanien erhielt außerdem die Insel Menorca. Die Bahamas, New Providence und Gibraltar wurden Großbritannien zugesprochen. Spanien akzeptiert britische Rechte, in Belize Hartholz zwischen dem Rio Hondo und dem Belize River einzuschlagen.

3. Frankreich: Der Vertrag mit Frankreich bestätigte vor allem vorherige Verträge, welche die Fischereirechte vor Neufundland garantierten. An Frankreich wurden die Inseln Tobago sowie Saint-Pierre und Miquelon abgetreten. Die Inseln Grenada, St. Kitts, Nevis, Dominica und St. Vincent wurden britischer Besitz. Ebenso erkannten Franzosen und Spanier Montserrat als solchen an. Großbritannien gab Niederlassungen im heutigen Senegal ab, im Gegenzug verpflichtete sich Frankreich, den Status am Gambia-Fluss zu akzeptieren. Banjul und der befahrbare Teil des Flusses blieben unter britischer Herrschaft. Albreda wurde in den folgenden Jahren aber weiterhin von den Franzosen als Sklavenfort benutzt. Die Karibik-Insel St. Lucia wurde ebenfalls an Frankreich gegeben. Es erhielt zudem Pondicherry in Britisch-Indien zurück, das die Briten 1778 das zweite Mal erobert hatten.

4. Niederlande: Das an der indischen Koromandelküste gelegene, 1781 von den Briten eroberte Negapatnam fiel an Großbritannien. Die Briten erhielten von den Niederlanden das Recht freier Seefahrt im Bereich der Molukken zugestanden.

Netzverweis: Frieden von Paris (1783) [linkfang.de]

154. Welche Folgen hatte der Siebenjährige Krieg für die Ostindien-Kompanie?

kg200: „Nachdem die Vereinigten Staaten die Unabhängigkeit von Großbritannien erlangt hatten, wechselte der Blickpunkt der Briten auf die andere Seite des Globus nach Indien. Die für Indien bestimmten Armeen als auch diejenigen der Ostindien-Kompanie wuchsen, und mit ihnen auch die Betriebskosten. Die Kompanie wurde durch den Regulating Act for India 1773 gezwungen, sich einer Abfolge von Reformen der Verwaltung und der Wirtschaftlichkeit zu unterziehen.

Trotz hartnäckigen Widerstandes der Ostindien-Lobby im Parlament und durch die Anteilseigner der Kompanie wurde das Gesetz verabschiedet. Es führte bedeutsame Kontrollen durch die Regierung ein und ermöglichte es, Land formal unter die Kontrolle der Krone zu stellen, danach jedoch auf zwei Jahre zur Pacht von 40.000 Pfund an die Ostindien-Kompanie abzugeben.

Unter diesen Bedingungen wurde der Gouverneur von Bengalen Warren Hastings in den Rang eines Generalgouverneurs befördert. Ihm unterstand die Verwaltung von ganz Britisch-Indien. Diese sahen vor, dass seine Nominierung in Zukunft durch einen Viererrat geschehen sollte, der durch die Krone ernannt wurde. Ihm wurde die Macht über Krieg und Frieden gegeben. Außerdem sollten britische Juristen nach Indien gesandt werden, um die Anwendung britischen Rechts sicherzustellen. Der Generalgouverneur und der Rat hatten damit vollständige legislative Kompetenzen.

So wurde Warren Hastings zum ersten Generalgouverneur von Indien. Der Ostindien-Kompanie wurde es erlaubt, ihr Handelsmonopol zu behalten. Im Gegenzug musste sie alle zwei Jahre einen Betrag an die Krone leisten und sich verpflichten, ein Minimum an Waren nach Großbritannien zu exportieren. Auch die Verwaltungskosten mussten durch die Kompanie aufgebracht werden. Diese Bedingungen, die zunächst von der Kompanie begrüßt wurden, hatten jedoch ein negatives Nachspiel: der Kompanie waren jährliche Lasten auferlegt, und ihre finanzielle Situation verschlechterte sich anhaltend.“

Britische Ostindien-Kompanie [de.wikipedia.org]

155. Welche Rolle spielte der Handel mit Tee in Nordamerika?

Sailor: Der Siebenjährige Krieg in Europa und der Franzosen- und Indianerkrieg in Nordamerika (1754–1763) hatte die britische Staatskasse stark belastet. In London kalkulierte man, dass lediglich der Teezoll Einkünfte in nennenswertem Umfang abwerfen würde. Selbst das erwies sich als Milchmädchenrechnung, weil der Absatz britischen Tees in Nordamerika wegen der resultierenden Boykotte und des Schmuggels von Tee von den niederländischen Antillen stark zurückging.

Die britische Ostindiengesellschaft, die ein Monopol für den Handel mit den Kolonien besaß, importierte nun weniger Tee nach Großbritannien, wo die Ware in Londoner Lagerhäusern zur späteren Umschiffung in die Kolonien zwischengelagert wurde. Dadurch entgingen der Krone in erheblichem Umfang Einkünfte aus britischen Importzöllen.

Der weitgehende Wegfall dieses nordamerikanischen Marktes brachte die East India Company bald in Bedrängnis. Die Kolonisten erkannten im Tea Act vom 10. Mai 1773 einen Versuch der britischen Regierung, die Boykottbewegung gegen die als unberechtigt angesehenen Zölle zu unterlaufen und einen Keil zwischen die eher von prinzipiellen und die eher von ökonomischen Überlegungen geleiteten Kolonisten zu treiben.

Der offizielle, also zollrelevante Import von Tee in die amerikanischen Kolonien fiel vom bereits niedrigen Niveau des Jahres 1773 in den folgenden zwölf Monaten um über 90 %.

Die im Tea Act verankerte Möglichkeit des direkten Endverkaufs durch die Ostindiengesellschaft hätte den Zwischenhandel überflüssig gemacht. Es zeichnete sich ab, dass die Gesellschaft auch in den nordamerikanischen Kolonien ein Handelsmonopol errichten werde. Schließlich befürchteten die Kolonisten, erwartete Mehreinnahmen der Krone durch die Importsteuern könnten zur Finanzierung von Institutionen der königlichen Gouverneure herangezogen werden. Der Streit eskalierte schließlich mit dem als Boston Tea Party bekannten Ereignis.

Der Steuer- und Zollstreit [de.wikipedia.org]
Boston Tea Party [de.wikipedia.org]

156. Wer war auf welcher Seite am Krieg in Übersee beteiligt?

kg200: Auf der einen Seite Großbritannien mit deutschen Subsidientruppen (Mietregimenter, die zeitweise oder dauerhaft gegen Subsidien anderen Fürsten, Reichskreisen oder Staaten überlassen wurden) und verschiedene indianische Verbündete. Auf der anderen Seite die Dreizehn Kolonien, Frankreich, Spanien, die Vereinigten Niederlande und weitere indianische Verbündete.

Amerikanischer _Unabhängigkeitskrieg [de.wikipedia.org]

157. Welche Rolle spielte das russische Kaiserreich im Unabhängigkeitskrieg?

Rabe: Katharina die Große, deutschsprachige, ehemalige preußische Prinzessin geborene Sophie von Anhalt-Zerbst, verweigerte England 1775 den Wunsch um 20.000 ihrer stärksten Truppenkontingente unter General Suvorov. Diese vollbrachten es zwischen 1760 und 1775 in Berlin einzumarschieren, die Polen und die Türken zu schlagen. Man kann hier also von sehr schlachtgestählten, kompetent geführten Truppen ausgehen.

In den 8 Jahren Unabhängigkeitskrieg hatten die Vereinigten Staaten ungefähr 40.000 Soldaten, die Briten 48.000. Man kann sich also vorstellen, was passierte wäre, hätte das russische Kaiserreich bereits im Jahre 1775 20.000 Mann im Dienste der Briten nach Nordamerika geschickt. Die Revolution wäre ausgeblieben, da die Amerikaner zu diesem Zeitpunkt auf so einen Krieg und Gegner nicht im Geringsten vorbereitet waren.

Dadurch, dass Katharina die Große George III. diese Truppen verweigerte, konnte England erst im Jahre 1776 auf die Revolution mit eigenen Truppen reagieren, was den Revolutionären essentielle Zeit verschaffte. Statt der Russen haben sie dann die deutschen Truppen, die „Hessen“, rekrutiert, welche den Engländern von der Familie Rothschild für 8 Pfund pro Soldat verkauft wurden und die natürlich auch die Bank of England damals bereits zum größten Teil kontrollierten.

Katharina die Große verabscheute aber das England von George III., vermutlich weil sie wusste, welches Gesindel dort wirklich herrschte. Denn im Gegensatz zu England, Frankreich, Preußen und Österreich, wo früh die Banken in privater, j*discher Hand entstanden, durch ihr Papier- und Schuldgeldsystem in unterschiedlichen Maße versklavten und beherrschten, gab es eine solche private Bank im russischen Kaiser/Zarenreich nicht.

Davon ab war Katharina die Große auch grundsätzlich eine Verbündete der Amerikaner im Geiste und sprach sich bereits 1776 für deren Unabhängigkeit aus. Russland trieb auch während des Krieges dauerhaft Handel mit den Vereinigten Staaten und sorgte so dafür, dass diese über jenen Weg zumindest eine gewisse Menge an Versorgung hatten, denn die britische Marine konnte/wollte die russischen Schiffe nicht blockieren, da es sich England nicht leisten konnte, Russland (und weiter unten erwähnte Andere) zu provozieren.

Gleichzeitig förderte Katharina die Große zu dieser Zeit den Konflikt zwischen England auf der einen Seite und den Franzosen sowie Spaniern auf der Anderen. (wobei man ja bei den Spaniern ohnehin nicht die Verbindung zum Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation vergessen darf. Oder war diese Verbindung damals schon gekappt? Da bin ich mir gerade nicht sicher [Ja war sie » Spanischer Erbfolgekrieg, Spanien war seit 1700 „bourbonisch“. N8w.]).

Obendrein gründete Katharina die Große die Liga der bewaffneten Neutralität. Dieser gehörten Preußen (unter Friedrich dem Großen), das Heilige Römische Reich (unter Kaiserin Maria Theresia), Dänemark, Schweden und das Ottomanen-Reich an. Sinn und Zweck des Ganzen war, indirekt in Opposition zu England zu gehen, da diese unter solchen Bedingungen den Handel der Kolonien nicht komplett sperren konnte, ohne in Kriege mit all diesen Mächten verwickelt zu werden. England hatte damals zwar eine Flotte, größer als alle diese Mächte zusammen, aber gerade zu Lande war Englands Armee vergleichsweise klein und konnte dadurch eben keineswegs überall gleichzeitig sein.

Unter dem Strich hat man wohl auf unabhängige Vereinigte Staaten gehofft und gleichzeitig sollte England in seinem Weltmachtbestreben etwas zurechtgestutzt werden.

Quellen (englisch):

Catherine the Great and the American Revolution [embassy-voices.livejournal.com]

Russia entangled in American politics… since 1776 [linkedin.com]

1780: Russian and Ottoman Empires Helped the Americans in the War of Independence [history.info]

158. Was bedeutete der Unabhängigkeitskrieg für das Heilige Römische Reich Deutscher Nation?

kg200: „Als 1775 in den amerikanischen Kolonien eine Rebellion gegen die britische Krone ausbrach, wurden mit mehreren deutschen Staaten Verträge zur zeitweisen Vermietung von Soldaten abgeschlossen. Die Einnahmen aus diesen Subsidien-Verträgen wurden entgegen der damaligen öffentlichen Meinung nicht nur für die Unterhaltung der Hofstaaten, sondern auch zur Verbesserung der kleinstaatlichen Infrastruktur verwendet.“

Deutsche Beteiligung am Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg [de.wikipedia.org]

Abgesehen von den Geldeinnahmen und den Verlusten von Soldaten bin ich noch nicht auf mehr gestoßen.

159. Auf wessen Seite standen ”die Deutschen” im Unabhängigkeitskrieg?

kg200: „Der größere Anteil von Personen deutscher Herkunft nahm auf Seiten der britischen Armee als vermietete, reguläre Soldaten aktiv an den Kampfhandlungen teil. Diese wurden von den Amerikanern allgemein „Hessen“ genannt, da die Landgrafschaft von Hessen-Kassel die meisten Soldaten entsandte. Der kleinere Teil kämpfte auf Seiten der amerikanischen, kontinentalen Armee für die Unabhängigkeit von der britischen Krone. Die deutschstämmigen Soldaten und Milizionäre in der Armee George Washingtons waren meist Kolonisten und amerikanische Patrioten. Einige wenige kamen direkt aus ihren deutschen Staaten nach Übersee, um die amerikanische Rebellion gegen die britische Krone zu unterstützen.“

Deutsche Beteiligung am Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg [de.wikipedia.org]

Übergreifend 158 & 159:

Claus: Auf Seiten der Briten: Deutsche Subsidientruppen* in britischem Dienst (rund ein Drittel aller beteiligten Soldaten!): Hessen-Kassel, Hessen-Hanau, Braunschweig-Wolfenbüttel, Ansbach, Bayreuth, Anhalt-Zerbst, Waldeck und Pyrmont sowie Indianische Verbündete.

Deutsche Beteiligung am Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg [de.wikipedia.org]

Auf Seiten der Amerikaner (den dreizehn Kolonien): Frankreich, Spanien, Vereinigte Niederlande sowie Indianische Verbündete.

Amerikanischer Unabhängigkeitskrieg [de.wikipedia.org] (Info-Kasten rechts neben dem Inhaltsverzeichnis)

Neben den o.g. Deutschen Subsidientruppen kämpften auf Seiten der dreizehn Kolonien natürlich auch Deutsche. Zumeist deutschstämmige Siedler, aber auch Freiwillige aus der deutschen Heimat (z.B. Friedrich Wilhelm von Steuben, siehe Beitrag #13).

160. Welche Rolle übernahm Friedrich Wilhelm von Steuben?

sherina: „Trotz des Sieges bei Saratoga war die militärische Lage im Winter 1777/78 für die amerikanische Armee sehr schlecht. Die amerikanischen Milizen gingen aus Mangel an Verpflegung, Geld und Kleidung nach Hause. Das Heer bestand so nur noch aus rund 5000 Mann. Einheitliche disziplinarische und dienstliche Strukturen existierten praktisch nicht. Zu diesem Zeitpunkt zog sich Washington nach Valley Forge bei Philadelphia, außerhalb des britischen Einflussbereiches, zurück.

Die hier verstärkte Ausbildung der Truppen, in der Friedrich Wilhelm von Steuben eine tragende Rolle spielte, gilt als einer der entscheidenden Faktoren für den Sieg im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg. Steuben baute die Armee im Lager von Valley Forge als Generalmajor und Generalinspekteur taktisch und operativ auf und um (Regeln für die Ordnung und Disziplin der Truppen der Vereinigten Staaten, 1779). Er sorgte für die Disziplinierung, die Organisation und die Einübung der Truppen und war zeitweilig Generalstabschef George Washingtons. Bis 1784 blieb Steuben zudem Generalinspekteur des Heeres.

Die Verbesserungen Steubens in der amerikanischen Armee zeigten sich am 28. Juni 1778 in der Schlacht von Monmouth. Dadurch wurde den Truppen das Gefühl gegeben, den Briten auch in einer offenen Schlacht gewachsen zu sein.“

Amerikanischer Unabhängigkeitskrieg [de.wikipedia.org]

Claus: Bemerkenswert finde ich in diesem Zusammenhang aber auch folgendes:

„In den einzelnen Gefechten trugen zudem die von ihm befehligten Truppenteile maßgeblich zum Sieg bei. Seine taktischen Anweisungen bildeten die Grundlage für den amerikanischen Sieg in der Schlacht von Monmouth, dem Wendepunkt des Krieges, am 28. Juni 1778.“

Generalinspekteur der Kontinentalarmee [de.wikipedia.org]

Ein Deutscher war also maßgeblich an der Niederlage der britischen Krone beteiligt. Ein Schelm, der da Böses denkt.

kg200: „1777 lernte Steuben auf Veranlassung des französischen Kriegsministers Claude-Louis, comte de Saint-Germain den amerikanischen Botschafter in Paris, Benjamin Franklin, kennen. Auf dessen Empfehlung ging er nach Nordamerika, wo zwei Jahre zuvor der Amerikanische Unabhängigkeitskrieg ausgebrochen war, und trat in die amerikanische Kontinentalarmee ein.[…]

Die Kontinentalarmee war zu diesem Zeitpunkt in einem sehr schlechten Zustand. Das Heer bestand nur noch aus rund 5.000 Mann. Einheitliche disziplinarische und dienstliche Strukturen existierten praktisch nicht. Steuben baute die Armee im Lager von Valley Forge ab 1778 als Generalmajor und Generalinspekteur taktisch und operativ auf und um. Er sorgte für die Disziplinierung, die Organisation und die Einübung der Truppen und war zeitweilig Generalstabschef George Washingtons. Er gilt als Architekt der amerikanischen Unabhängigkeit auf militärischer Ebene, da es ihm gelang, untereinander zerstrittene und militärisch unerfahrene Gruppen von Freischärlern in eine schlagkräftige Armee zu verwandeln. In den einzelnen Gefechten trugen zudem die von ihm befehligten Truppenteile maßgeblich zum Sieg bei. Seine taktischen Anweisungen bildeten die Grundlage für den amerikanischen Sieg in der Schlacht von Monmouth, dem Wendepunkt des Krieges, am 28. Juni 1778.“

Friedrich Wilhelm von Steuben [de.wikipedia.org]

161. Weshalb übernahm von Steuben diese Rolle?

sherina: “1. Bereits mit vierzehn Jahren begleitete er 1744 seinen Vater als Freiwilliger in den Zweiten Schlesischen Krieg und nahm an der Belagerung von Prag teil. Von den großen Erfolgen Friedrichs II. begeistert, trat Steuben 1747 in das Regiment von Lestwitz ein und wurde 1753 Leutnant.

2. Steuben lernte dabei die Kriegsführung dieser leichten Truppen kennen, die unabhängig operierten und durch plötzliche, überraschende Angriffe den Feind störten. 1758 ernannte ihn von Mayr zu seinem Adjutanten. Nach dem Tod Mayrs wurde von Steuben 1759 als Quartiermeister-Leutnant ins Große Hauptquartier Friedrichs des Großen versetzt.

3. Als Auszeichnung für seine Verdienste im Krieg nahm ihn Friedrich der Große als Hauptmann in die von ihm selbst geleitete Sonderklasse zum Erlernen der Kriegskunst auf. Meinungsverschiedenheiten mit dem Generaladjutanten des Königs Heinrich Wilhelm von Anhalt führten aber zu seiner Versetzung in die Festung Wesel. 1762 nahm Steuben als hoch dekorierter Stabskapitän Friedrichs seinen Abschied aus der preußischen Armee. 1764 wurde er Hofmarschall des Fürsten Josef Friedrich Wilhelm von Hohenzollern-Hechingen. Am 28. Mai 1769 wurde er von Markgraf Carl Friedrich von Baden-Durlach als 168. Mitglied in den badischen Hausorden der Treue (eine ritterliche Ordensgemeinschaft, die den zweifelsfreien Nachweis einer adeligen Herkunft voraussetzt und mit der Verleihung des Freiherrentitels verbunden ist) aufgenommen. Aus dem deutschen Adelsprädikat „Freiherr“ wurde später durch Homologisierung in den französischen Adelskontext das französische Adelsprädikat „Baron“, unter dem von Steuben bekannt wurde.

4. 1777 lernte Steuben auf Veranlassung des französischen Kriegsministers Claude-Louis, comte de Saint-Germain den amerikanischen Botschafter in Paris, Benjamin Franklin, kennen. Auf dessen Empfehlung ging er nach Nordamerika, wo zwei Jahre zuvor der Amerikanische Unabhängigkeitskrieg ausgebrochen war, und trat in die amerikanische Kontinentalarmee ein. Die Ansicht, seine Auswanderung nach Amerika hätte etwas mit einer drohenden Anklage wegen homosexueller Handlungen, damals noch als Sodomie bezeichnet, zu tun, ist bis heute anzutreffen.

5. Steuben baute die Armee im Lager von Valley Forge ab 1778 als Generalmajor und Generalinspekteur taktisch und operativ auf und um (Regeln für die Ordnung und Disziplin der Truppen der Vereinigten Staaten, 1779). Er sorgte für die Disziplinierung, die Organisation und die Einübung der Truppen und war zeitweilig Generalstabschef George Washingtons. Er gilt als Architekt der amerikanischen Unabhängigkeit auf militärischer Ebene, da es ihm gelang, untereinander zerstrittene und militärisch unerfahrene Gruppen von Freischärlern in eine schlagkräftige Armee zu verwandeln.

6. Steuben war ein sehr aktiver Freimaurer, er wurde um 1778 in die Trinity Lodge Nr. 12 in New York aufgenommen.”

Friedrich Wilhelm von Steuben [de.wikipedia.org]

162. Wie wurde der ”Frieden von Paris” auch genannt?

sherina: Er wurde Vertrag von Paris genannt und davon gab es reichlich, wie man anhand dieses Netzeintrags erkennt. Von 1229 bis heute. Vertrag von Paris [de.wikipedia.org]

N8w.: Danke, werte sherina. Kleiner Hinweis: 😉

Eingangstext lesen, Fettdruck beachten … » Frieden von Paris (1783) [de.wikipedia.org]

kph: Der Frieden von Paris, der am 3. September 1783 unterzeichnet wurde, beendete formal den Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg zwischen dem Königreich Großbritannien und den Dreizehn Kolonien in Nordamerika, die seit 1775 gegen die britische Herrschaft gekämpft hatten. Großbritannien unterzeichnete gesonderte Verträge mit Frankreich und Spanien, die unter dem Namen Verträge von Versailles von 1783 bekannt sind. Der Vertrag ist allgemein als Zweiter Vertrag von Paris bekannt, der erste ist der Pariser Frieden 1763. Mehrere andere Verträge sind ebenfalls unter diesem Namen bekannt.

Frieden von Paris (1783) [de.wikipedia.org]

163. Welche rechtliche Wirkung hatte der ”Frieden von Paris”?

sherina: Der Frieden von Paris lässt mir keine Ruhe. 🙂 Was wird umgedreht? Die französische Revolution wird ja auch als Auslöser für die Welt, in der wir heute leben, bezeichnet. Die alte Welt in eine neue? Wilhelm fürchtete, dass die Kaiserkrone die preußische überschatten würde. Am Vorabend der Proklamation meinte er: „Morgen ist der unglücklichste Tag meines Lebens! Da tragen wir das preußische Königtum zu Grabe.“

Warum Frieden von Paris, wenn doch hauptsächlich Streitigkeiten zwischen den 13 Kolonien und Großbritannien beigelegt werden?

Einigung mit den dreizehn Kolonien in 10 Artikeln, Frieden von Paris [de.wikipedia.org]. Die wichtigsten:

Artikel 1: Anerkennung der dreizehn Kolonien als die unabhängigen (!) Vereinigten Staaten von Amerika (Souveränität [de.wikipedia.org]), Geburtsstunde der Republik.

Artikel 2: Festlegung der Grenzen zwischen den Vereinigten Staaten und Britisch-Nordamerika (aus diesem Teil des Vertrages und der Anwendung der Mitchell-Karte resultiert der Northwest Angle).

Artikel 4: Anerkennung der Pflicht, rechtsgültig entstandene Schulden auf beiden Seiten zu bezahlen.

Artikel 5: Der Kongress der Vereinigten Staaten wird der staatlichen Legislative „mit Nachdruck vorschlagen“, den britischen Bürgern, die rechtmäßige Besitzer konfiszierten Landes waren, bei der Rückerstattung allen Landbesitzes, aller Rechte und Besitztümer zu helfen (niemals erfüllt).

Artikel 7: Kriegsgefangene beider Seiten werden in die Freiheit entlassen und alle Ausrüstung, die von der britischen Armee in den Vereinigten Staaten zurückgelassen wurde, wird nicht beschädigt (einschließlich der schwarzen Sklaven).

N8waechter: Naja, werte sherina, die Frage ist ob der Frieden von Paris überhaupt rechtliche Wirkung entfaltet hat …?

sherina: Keine rechtliche Wirkung! Das würde ja bedeuten, dass es die USA so wie sie ist, gar nicht gäbe? Und dass habt ihr, du und Magnus, anhand von recherchierbaren Quellen herausgefunden? Oder verstehe ich da etwas falsch? Naja, die Logen haben ja überall ihre Finger im Spiel.

N8waechter: Spannend, nicht wahr?!

Zitat aus Frieden von Paris [de.wikipedia.org] (auch bekannt „unter dem Namen Verträge von Versailles von 1783“ … *dingdong!?*):

„Artikel 10: Der Vertrag ist innerhalb von sechs Monaten nach der Unterzeichnung durch die Vertragsparteien zu ratifizieren.“

„Britanniens Ratifizierung und der Austausch fanden nicht innerhalb der sechs Monate statt, die im Vertrag als Endtermin festgelegt worden waren; dies hatte aber keinen Effekt auf die Anerkennung des Vertrages.“

164. Wie wurden die Söldnertruppen für den Unabhängigkeitskrieg finanziert?

Claus: Durch die Briten selbst über das anheuern, sog. Subsidienregimenter* oder Mietregimenter.

Die höchsten Einnahmen aus Subsidien erzielten die Landgrafen von Hessen-Kassel im 17. und 18. Jahrhundert. Hierbei zahlte in der Regel Großbritannien Subsidien an den Landgrafen von Hessen-Kassel. Dafür warb er Soldaten an oder berief seit dem Ende des 18. Jahrhunderts Untertanen zum Wehrdienst ein, rüstete sie aus, trainierte sie und stellte diese Kontingente dem König von Großbritannien für dessen Kriege zur Verfügung.

*Als Subsidienregimenter oder Mietregimenter werden Regimenter bezeichnet, die von Fürsten gegen Subsidien zeitweise oder auf Dauer anderen Fürsten, Reichskreisen oder Staaten überlassen wurden.

Subsidienregiment
Subsidien – Neuzeit

165. Was bedeutete die Unabhängigkeit für den amerikanischen Geldmarkt?

Sailor: Die Briten versuchten, durch Restriktionen das Entstehen einer vom Mutterland unabhängigen Industrie und Finanzwirtschaft zu verhindern. Im Jahre 1704 wurde das Prägen von Münzen in allen Kolonien verboten. Um weiterhin Handel betreiben zu können, verwendeten die Kolonisten meist spanische oder niederländische Zahlungsmittel (Niederlande: Gulden; Spanien: Real). In diesem Zusammenhang entstand die Bezeichnung Dollar, abgeleitet von dem europäischen Namen „Taler“. Silbermünzen spanischer Herkunft wurden als „Spanish Dollars“ (spanische Dollar) bezeichnet.

US-Dollar – Geschichte [de.wikipedia.org]

Am 4. Juli 1776, sagten sich 13 britische Kolonien in einem aufsehenerregenden Akt vom Mutterland Großbritannien los: Die berühmte Unabhängigkeitserklärung »The unanimous Declaration of the thirteen united States of America« verkündete stolz die Gründung eines neuen Staates – die Vereinigten Staaten von Amerika waren geboren.

Noch am Tage der Unabhängigkeit wurde von den Vertretern der 13 ehemaligen Kolonien im »Continental Congress« beschlossen, dem neugeborenen Staat ein eigenes Wappen zu geben. Ein stolzes Symbol der Einheit und Kraft, das die junge Nation in aller Welt repräsentieren sollte. Am 20. Juni 1782 war es dann soweit: Der prächtige Weißkopfseeadler wurde zum offiziellen Wappentier erklärt – und er fungiert bis heute als Namensgeber amerikanischer Anlagemünzen Silver & Gold Eagle

Unabhängigkeitstag der Vereinigten Staaten von Amerika [primus-muenzen.com]

166. Welche Abstammung hatte Ludwig XVI.?

sherina: Hier die Ahnentafel als PDF. (Haus Bourbon [de.wikipedia.org])

167. Mit wem war Ludwig XVI. verheiratet?

sherina: „Am 16. Mai 1770 heiratete der 15-jährige Kronprinz zur Festigung des französisch-österreichischen Bündnisses die ein Jahr jüngere habsburgische Prinzessin Marie Antoinette, Tochter des Kaiserpaars Franz I. Stephan und Maria Theresia.

Der Ehe entstammten die vier Kinder:

Marie Thérèse Charlotte (1778–1851)
Louis Joseph (1781–1789)
Charles Louis (1785–1795)
Sophie Hélène Beatrice (1786–1787)“

Ludwig XVI. [de.wikipedia.org]

168. Was löste die Abschaffung des französischen Absolutismus’ aus?

Sailor: Die Machtposition des Absolutismus stützte sich auf sechs Machtsäulen:

Stehendes Heer, Justiz, Polizei, Verwaltung mit dem König an der Spitze, Bindung des Adels an den Hof, Staatskirche (Klerus) sowie eine Wirtschaftspolitik, die charakteristisch für den Absolutismus war, den Merkantilismus.

Einer der wichtigsten Punkte ist der Merkantilismus, der überhaupt erst gewährleisten konnte, dass die hohen Staatsausgaben, die die anderen Machtsäulen einforderten, gesichert waren.

Grundsätzlich geht es hierbei darum, dass Rohstoffe günstig importiert, aber nicht exportiert werden, wobei Fertigwaren in hohem Maße ins Ausland verkauft, aber eben nicht eingekauft werden. Somit blieb das Geld im Land und es wird nach großen Überschüssen im Außenhandel zur wirtschaftlichen Entwicklung des Staates gestrebt.

Der König, die privilegierten Stände Adel und Geistlichkeit, waren nicht bereit, ihre Privilegien und ihre politische Macht mit den nicht privilegierten Bürgern und Bauern, dem dritten Stand, zu teilen. In Verbindung mit dem wachsenden Elend der Volksmassen führte dies zur Abschaffung und später zur Revolution.

Absolutismus [wortwuchs.net]

169. Wie verhielten sich die anderen europäischen Großmächte?

Sailor: 1. Koalitionskrieg 1792-1795/97: Kriegserklärung des revolutionären Frankreichs an Österreich und Preußen (1793 an England & Generalstaaten)
Kein einheitliches Handeln des Deutschen Reiches

2. Koalitionskrieg 1798-1801/2: Fortsetzung frz. Expansion (v.a. Italien), jedoch Niederlage während Ägyptenfeldzug (Abukir) ermutigt u.a. GB, Ö, RU zum erneuten Krieg. Kein einheitliches Handeln der Allianz

3. Koalitionskrieg (1805): Russland, Österreich, England, Schweden – Frankreich und süddeutsche Staaten. Kein einheitliches Handeln des Reiches

4. Koalitionskrieg (1806/07): Preußen – Frankreich, Doppelschlacht von Jena und Auerstedt und Schlacht bei Friedland führen zum völligen politischen und militärischen Zusammenbruch Preußens (Frieden von Tilsit); Preußens Auflösung wird durch Alexander I. (R) verhindert.

5. Koalitionskrieg = Befreiungskriege (1813-1815): Völkerschlacht bei Leipzig (Oktober 1813), Waterloo (Juni 1815) => Ende der Herrschaft Napoléons.

Netzverweis zu einer übersichtlichen Darstellung:

Übersicht: Koalitionskriege [zum.de]

170. Wie wurden die revolutionistischen Bestrebungen finanziert?

Rabe: … bezüglich der Frage, woher das Geld für die französische Revolution kam, sollte bestimmt auch nicht außer Acht gelassen werden, dass zum damaligen Zeitpunkt „merkwürdigerweise“ die Bankhäuser während der Revolution und auch danach kaum bis überhaupt nicht den Flammen zum Opfer fielen. Schon irgendwie seltsam, oder eben auch so überhaupt nicht.

Denn recherchiert man, wem diese großen Banken in Europa schon damals gehörten, dann landet man auch bei bereits großteils bekannten Namen, besonders Rothschild und all ihren Verbündeten. Mit der Tötung von Marie Antoinette wurde auch hier die Verbindung zum Heiligen Römischen Reich gekappt. [sehr wichtig! N8w.] Im Grunde wurde hier der Boden für die Konflikte und Kriege zwischen Frankreich und Deutschland im 19ten und 20ten Jahrhundert geschaffen, meinem Verständnis nach.

Mit Napoléon wurde dann nach der Revolution im Grunde ein Feldzug gegen das Heilige Römische Reich gestartet, um die Gegebenheiten in Europa entsprechend zu verändern, bzw. nicht nur gegen das Heilige Römische Reich, sondern auch gegen Russland, welches von der Familie Romanow regiert wurde, in welcher bekanntlich aufgrund vieler Prinzessinnen ebenfalls nicht wenig deutsches/germanisches Blut floß/fließt [Wichtig! » Stammliste des Hauses Romanow [de.wikipedia.org]].

Die j*dischen Banker haben recht eindeutig ihre finanziellen Mittel der französischen Revolution und Napoléon zur Verfügung gestellt, um ihre Interessen und Pläne zu forcieren, während man gleichzeitig die weiße Rasse durch ständige Kriege, in Europa und den Kolonien, ausbluten lassen konnte, sie gegeneinander aufhetzte, ausspielte und ebenso immerzu beide Seiten des Krieges weiter finanzierte, womit man auch gleich noch mehr als genug Ressourcen hatte, um selbige Strukturen, wie es sie in Europa bereits gab, in den Vereinigten Staaten von Amerika auf-, bzw. auszubauen.

Dort wurden deren Pläne im Endeffekt jedoch von Präsident Andrew Jackson in seinem „Bank War“ vereitelt, was unter Anderem die Gründung der FED bis 1913 zurückwarf. Ansonsten wäre den J*den die Versklavung der US-Amerikaner schon weit früher gelungen. Eventuell auch so eine Wendung des Schicksals, denn wer weiß welche Auswirkungen es gehabt haben könnte, hätten sie sich mit ihrer „Second Bank of America“ 1832 schon durchsetzen können.

Der Bank War von Andrew Jackson ist auch Hinblick auf unsere heutige Zeit wirklich sehr interessant. Vor allem in Hinsicht dessen, wie sich die Menschen und auch Eliten damals noch gegen eine solche Institution wehrten und die Gefahren trotz der Verschleierungsversuche klar erkannten.

171. Durch wen wurde die Gründung der ”Nationalversammlung” angestoßen?

kph: „Erste Nationalversammlung 1789: Am 8. August 1788 berief Ludwig XVI. erstmals nach 174 Jahren für das Revolutionsjahr 1789 die Generalstände (Abgeordnete des Ersten, Zweiten und Dritten Standes) ein. Nach Eröffnung der Versammlung am 5. Mai geschah zunächst nichts, weil der Dritte Stand darauf bestand, die Wahlprüfung, also die Kontrolle, ob alle Abgeordneten rechtmäßig gewählt waren, gemeinsam vorzunehmen, was die Vertreter der beiden anderen Stände verweigerten.

Der Dritte Stand war zu keinem Kompromiss bereit, lud aber die Vertreter der anderen Stände ein, an seinen Sitzungen teilzunehmen. Am 13. Juni folgten drei Geistliche dieser Einladung. Weitere reformwillige Privilegierte schlossen sich in den nächsten Tagen an. Am 17. Juni erklärten sich 491 gegen 90 Abgeordnete zur Nationalversammlung; sie verstanden sich also nicht mehr als Vertreter ihres Standes, sondern der gesamten französischen Nation.“

Nationalversammlung (Frankreich) [de.wikipedia.org]

172. Welcher Zweck wurde mit der Gründung der ”Nationalversammlung” verfolgt?

kph: „Die Nationalversammlung [war] eines der ersten modernen, nicht nach Ständen gegliederten Parlamente auf dem europäischen Kontinent. Ihre Hauptaufgabe bestand in der Ausarbeitung einer Verfassung, in der die Machtübernahme durch das Bürgertum festgeschrieben wurde. Am 26. August 1789 verkündete die Nationalversammlung gegen den Willen des Königs die von Marquis de La Fayette eingebrachte Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte und beschloss deren Übernahme in die Verfassung.“

Nationalversammlung (Frankreich) [de.wikipedia.org]

173. Auf wen geht die Idee ”Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit” zurück?

kph: „Die Jakobiner waren im formellen Sinn die Mitglieder eines politischen Klubs während der Französischen Revolution. In einer inhaltlichen Betrachtung wurden in Frankreich ab 1793 die Anhänger Maximilien de Robespierres als Jakobiner, aber auch als Robespierristen bezeichnet. Sie vertraten die politische Linke und setzten sich u.a. für die Abschaffung der Monarchie ein. Die Jakobiner fanden ihre Anhänger zum großen Teil in städtischen Unterschichten, aber auch bei Ärzten, Rechtsanwälten oder Handwerkern.“

Jakobiner [de.wikipedia.org]

Man denke auch an die Zipfelmützenproteste von Soros, alias Jakobinermütze.

Konnikur (Zusendung als ePost | PDF-Version):

Korsika und die Kindheit Napoléons:

Die Frage nach dem Spruch führt wohl in die korsische Kindheit Napoléons. Hier sind einige interessante „Fakten“ zu finden. Er wurde als 2. Sohn von insgesamt 13 Kindern im Jahre 1769 geboren.

  • Eltern:

Sein Vater Carlo entstammte aus dem Kleinadel und wird bei Wikipedia als Widerstandskämpfer gegen die genuesische Besatzung bezeichnet. Er arbeitete nach dem Studium für einen gewissen Pasqual Paoli, den Anführer der korsischen Widerstandsbewegung und wurde seine rechte Hand.

Seine Mutter Letizia Ramolino war genuesischer Abstammung und hatte einen Halbbruder, einen gewissen Joseph Fesch, seines Zeichens Kardinal und laut Wikipedia ein Plünderer. Also ein Onkel von Napoléon und natürlich ebenso eine interessante Figur. ( Quelle: Joseph Fesch [de.wikipedia.org])

  • Französisch-korsischer Krieg:

    Im Jahre 1768 wurde Korsika von Genua an Frankreich mit dem Vertrag von Versailles vom 15.05.1768 (Quersumme übrigens 33 und Versailles – Zufälle gibt’s !) verkauft und es kam zum französisch – korsischen Krieg. Im ersten Jahr wurden die Franzosen zwar von der Insel wieder vertrieben, aber ein Jahr darauf kamen die Franzosen zurück und die Eltern von Napoléon mussten fliehen. Hier ist festzuhalten , dass Letitia mit Napoléon gerade hochschwanger war und Joseph etwa ein Jahr alt war. Die Flucht wird als schrecklich beschrieben, und gleich nach der Ankunft in Ajaccio gebar sie das Kind. Die Franzosen schickten immer wieder Truppen aus um die letzten Widerstandskämpfer zu „verhaften“ ( sie wurden erschossen, aufgehängt, oder am Rad „gebrochen“ , ganze Dörfer wurden niedergebrannt, …).

(Anmerkung: Der kleine Franzose dürfte nicht gerade gut auf die Franzosen zu sprechen gewesen sein , wie insgesamt seine ganze Familie).

Letitia und Charles entschlossen sich mit den Franzosen zusammenzuarbeiten, und Napoléon wurde nach der Ausbildung in einer Jesuitenschule (!) auf Korsika in die Militärakademie nach Paris geschickt. Hier wurde er wie man neudeutsch sagt „gemobbt“ und hatte vermutlich keine sehr schöne Zeit. Die Ausbildung ähnelte wohl eher einem Gefängnis als einer Schule.

Der Spruch: „Ja ich bin Korse, und ich bin stolz darauf, heute sind wir besiegt aber morgen sind wir frei.“, wird dem jungen Napoléon zugeschrieben.

Sein Vater hatte derweilen eine Anstellung beim französischen Oberkommandanten auf Korsika und war Bestandteil der Delegationen der korsischen „Regierung“, die regelmäßig nach Frankreich (Versailles ! ) fuhren.

Pasquale Paoli ( 1725 bis 1807):

Eine sehr spannende Figur hier im Theater in diesen Jahren und das große Vorbild für Napoléon.

Der Mann wird als korsischer Widerstandskämpfer und Revolutionär bezeichnet und war unter dem (Achtung !) deutschen König Theodor I von Korsika eine Art Chefminister.

In dieser Zeit entstand wohl die erste „demokratische“ Verfassung der Neuzeit , an der der Vater Napoléons federführend mitwirkte.

(Quelle: Königreich Korsika [de.wikipedia.org])

Er kämpfte im Widerstand gegen die Genueser und später die Franzosen. Nach der Niederlage ging er ins Exil nach England. Dieser Mann wurde laut Wikipedia auf seinem Weg ins Exil überall in Europa als Freiheitsheld gefeiert(Naja?).

Er kannte Napoléon persönlich und wurde von diesem auch in einem Brief an Matteo Buttafoco gegen Verleumdungen verteidigt.

Zitat aus der englischen Wikipedia:

“Im November 1755 erklärte Pasquale Paoli Korsika zur souveränen Nation, der Korsischen Republik (italienisch: Repubblica Corsa), unabhängig von der Republik Genua. Er schuf die korsische Verfassung, die die erste Verfassung war, die auf Italienisch unter den Prinzipien der Aufklärung verfasst wurde, einschließlich der ersten Umsetzung des Frauenwahlrechts, die später von den Franzosen widerrufen wurde, als sie 1769 die Insel übernahmen. Die Republik schuf eine Verwaltung und ein Justizsystem und gründete eine Armee.

Zur Zeit der französischen Revolution war der Name Paoli so etwas wie ein Idol der Freiheit und Demokratie geworden. 1790 verabschiedete die revolutionäre Nationalversammlung in Paris ein Dekret, das Korsika in Frankreich einbindet und im Wesentlichen das Werk von 1780 kopiert, aber unter einer neuen Autorität. Sie gewährte den Exilanten Amnestie, die Paoli sofort nach Korsika aufnahm. Er kam rechtzeitig zur Wahl der Abteilungsleiter in Orezza an, kandidierte für das Amt des Präsidenten und wurde einstimmig gewählt. Napoleon Bonaparte, Organisator der Wahlen und aktiver Jakobiner, kandidierte zu diesem Zeitpunkt nicht, aber er war genauso ein Bewunderer von Paoli wie jeder andere.

… Napoleon hatte zu diesem Zeitpunkt keine Ahnung von Paolis königlichen Verbindungen in Großbritannien oder gemäßigten, ja sogar sympathischen Gefühlen über das Königtum

Im ersten Exil:

Nach einer Reihe von Interviews mit König George III. erhielt Paoli von der Krone eine Rente mit der Maßgabe, dass er, wenn er jemals in einer Autoritätsposition nach Korsika zurückkehren sollte, die britischen Interessen gegen die Franzosen unterstützen würde. Dies war jedoch keine zynische Regelung. Paoli wurde aufrichtig pro-britisch und hatte eine echte Zuneigung zu seinen neuen Freunden, einschließlich des Königs, eine Prädisposition, die ihn in der Französischen Revolution in das royalistische Lager führte. Die Vereinbarung war auch kein Vertrag, da weder Paoli noch Georg III. damals eine Vorstellung von den zukünftigen Umständen hatten.”

(Quelle: Pasquale Paoli [en.wikipedia.org] und Anglo-Corsican Kingdom [en.wikipedia.org])

Über diesen Pasquale Paoli ist im deutschen Sprachraum relativ wenig zu finden. Interessant ist aber seine Grabstätte und sein Denkmal auf Korsika:

Hier das Denkmal: Paoli-Denkmal [de.wikipedia.org]

Hier die Grabstätte: Pasquale Paoli [de.wikipedia.org]

Begraben ist er in Westminster Abbey, als einer der wenigen Nicht-Briten. (mmmhhh!)

Hier eine Liste der königlichen Gräber in Westminster: Westminster Abbey [de.wikipedia.org]

(Quelle: „Napoleon and Europe“ von Philip G. Dwyer (australischer Historiker))

Zusammenfassung:

In Korsika war die Vendetta, die Blutrache, gang und gebe. Nachzulesen unter anderem hier. (Blutrache [de.wikipedia.org])

Der Zusammenhalt der Familie war sehr ausgeprägt und fest verankert. Der Clan stand über Allem. Beschrieben ist ein korsischer „Code der Ehre“ gegenüber dem Clan und der Familie. Zu finden auf dem Denkmal des Pasquale Paoli in Ajaccio auf Korsika.

Er lautet: “L’égalité ne doit pas être un vain mot” was übersetzt etwa „Gleichheit darf kein leeres Wort sein„ bedeutet.

Die Antwort auf obige Frage dürfte hier zu finden sein, auch weil der Code in abgewandelter Form vom französischen Militär unter Napoléon übernommen wurde.

Die korsischen Familien Pozzo di Borgo , Peraldi , Paoli und Buonaparte waren vor der französischen Revolution eng verbunden und gehörten wohl dem selben Clan an. Beispielsweise waren die di Borgos die Anwälte der anderen Familien. Laut der offiziellen Geschichtsschreibung haben sie sich im Zuge der Revolution zerstritten (aha!).

Als Napoleon 1792 für den Posten des Leutnant-Colonel auf Korsika gewählt werden wollte, waren seine 4 Gegenkandiaten aus den obigen Familien.

In seinen Briefen auf St. Helena schreibt Napoléon:

„Wenn eine Verschwörung läuft hat man das Recht alles zu tun“, und „Der Ausgang rechtfertigt die Mittel“ , sowie „Notwendigkeit kennt kein Gesetz“.

Meiner Ansicht nach waren die Familien keineswegs zerstritten sondern in ihrem Kampf gegen die französische Monarchie vereint und erbarmungslos mit allen ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln. Die Verbindung nach England ist ebenso belegt wie der Hass auf die französischen Besatzer und die Verbindung zur Kirche über den Onkel Kardinal Joseph Fesch.

Die Frage 174. Woher kam das Geld für die Errichtung der Französischen Republik? , dürfte sich somit erübrigen und liegt auf der Hand.

Aber das ist vermutlich alles nur eine Verschwörungstheorie und Reiner zu Fall :

Philippe Pozzo di Borgo [de.wikipedia.org]

Ziemlich beste Freunde [de.wikipedia.org]

Eine Agenda ist eben agendarisch. 😉

K510817:

Einige Kommentatoren haben ja schon hier geschrieben, daß die Französische Revolution gesteuert wurde und dass der Vatikan an der Finanzierung beteiligt war. Ich habe einen kleinen Auszug aus der Geschichte, der zum Verständnis beitragen sollte:

In dem Buch „Tafeln der Geschichte des römischen Rechts“ von 1828 ist folgendes auf S.16 zu finden, im Kapitel zweites und drittes Jahrhundert Roms (also genau im Jahre 244 und 500 Jahre vor Christus, wir befinden uns hier in der Zeit von Babylon):


„Schandthat des Sohnes SEXTUS TARQ. an der LUCRETA. Deren hochsinniger Selbstmord. Hierdurch erregte Verschwörung des Volks und endlich Vertreibung des Königs und seiner Familie aus Rom, durch L. JUNIUS BRUTUS.

Neue Regierungsform: libera respublica.“


Also schon vor gut 2.000 Jahren ist das Ausrufen einer Republik nach einer „Verschwörung“ des Volkes durch einen Wechsel der Regierungform mittels „libera respublica“ begegnet worden. In der Zeit gab es dann zwei Consules, die jährlich gewählt wurden und von nun an den Staat leiteten. Nach der Vertreibung der Könige wurden die Gesetzte nicht abgeschafft, sondern von der neuen Republik übernommen.

Res publica [de.wikipedia.org]

Und hier das Buch: Tafeln der Geschichte des römischen Rechts [books.google.md]

Das Adjektiv liber/libera/liberum bedeutet frei! Das Substantiv Libertatem bedeutet Freiheit!

Hat jetzt zwar nicht wirklich was mit dem Thema zu tun, aber auch damals gab es schon einen Census; wer nicht mitmachen wollte, musste Strafe zahlen. Kann man auch da lesen.

Alles nichts Neues unter der Sonne.

Alle Wege führen nach Rom!

174. Woher kam das Geld für die Errichtung der Französischen Republik?

kph: Die Assignaten (von Anweisung) waren das während der Französischen Revolution verwendete Papiergeld. Im Dezember 1789 beschloss die Nationalversammlung, die Kirchengüter zugunsten des Staates einzuziehen, um damit die enorme Schuldenlast abzubezahlen und den anstehenden Haushalt zu bestreiten.

Da man nicht hoffen konnte, innerhalb kurzer Zeit den Landbesitz zu verkaufen, zahlte man den Kreditgebern die Schuld in Form von Assignaten, die die Rolle von Staatsanleihen hatten und anfangs verzinst waren. Diese konnten gegen die zur Verfügung stehenden Landgüter eingetauscht werden, wurden aber vornehmlich in Umlauf gebracht und entwickelten sich dadurch zum allgemeinen Zahlungsmittel.

Dadurch, dass der Wert des Papiergeldes angeblich vollständig durch den zum Verkauf stehenden Landbesitz gedeckt und verzinst sei, hoffte man, dass das neue Papiergeld das Vertrauen der Bevölkerung rasch gewinnen würde. Zeitweilig war der Besitz und Handel mit Gold- und Silbergeld bei hoher Strafe verboten und die Bevölkerung wurde zur Abgabe an den Staat aufgefordert, um so die Akzeptanz der Assignaten als allgemeines Zahlungsmittel zu erzwingen.

Die ersten französischen Assignaten wurden ab dem 14. Dezember 1789 ausgegeben. Anfänglich hatte das neue Geld eine wohltuende Wirkung. Die französische Wirtschaft wurde belebt und die Bauern solidarisierten sich durch das verteilte Land mit der Revolution. Schon im folgenden Jahr wurde allerdings die Verzinsung aufgegeben.

Mit der Zeit wurden durch die Regierung immer mehr Assignaten in Umlauf gebracht, was eine starke Inflation zur Folge hatte, wozu auch die allgemeine politische Instabilität beitrug. Zahlreiche englische Fälschungen ließen das Vertrauen in die Assignaten-Währung zusätzlich sinken. Schon im Februar 1793 hatten sie nur noch 50 Prozent ihres ursprünglichen Wertes.

Es kam zum Horten von Lebensmitteln, was die Jakobiner jedoch am 26. Juli per Gesetz verboten; am 29. September wurde weiterhin ein Preismaximum für bestimmte Lebensmittel vorgeschrieben. Am 21. Mai 1797 wurden alle Assignaten und Mandate endgültig für ungültig erklärt.

Schon ab dem 15. August 1795 begann man schrittweise die neue dezimalgeteilte Franc-Währungsreform stillschweigend vorzubereiten. Man begann mit der Prägung von ersten kupfernen Centime- und Décime-Scheidemünzen sowie silbernen 5-Franc-Münzen als neue Standard-Kurantmünze ab dem Prägejahr 4 (1795–1796).

Assignat [de.wikipedia.org]

LKr2: Aus der Schweiz.

Der Widerstand Berns wurde in der Schweizer Geschichtsschreibung meist als «Rettung der Ehre der Schweiz» gewürdigt. Der Untergang Berns wurde aber auch als letztlicher Beweis dafür gewertet, dass das Ancien Régime in der Schweiz morsch und nicht mehr überlebensfähig gewesen sei. Während konservative Autoren wie Richard Feller betonen, dass die militärische Intervention in der Schweiz vor allem deshalb erfolgt sei, weil Frankreich unbedingt in den Besitz des reichen Berner Staatsschatzes kommen wollte – es gelangten rund 10,5 Millionen Pfund in bar und 18 Millionen Livres in Schuldverschreibungen in die Hände von General Brune, aus der übrigen Schweiz kamen bis im April noch einmal 16 Millionen Francs an Kontributionen zusammen –, sehen andere Autoren eher die militärisch-strategische Notwendigkeit und das französische Sicherheitsbedürfnis als ausschlaggebend an.

Helvetische Republik [de.wikipedia.org]

LKr2: Von den Pfaffen. Die Kirche wurde enteignet.

Geschichte der Kirchensteuer: Vom Zehnt zur Kirchensteuergesetz

Französische Revolution, 1789 [erzbistum-koeln.de]

N8waechter: Es ist wirklich wert, diese Angelegenheit über die Jahre von Beginn der Revolution bis zu Napoléon anzuschauen. Helvetien, Kirchenstaat, Säkularisierung, Veräußerung von Kolonialgebieten, Ausbeutung der annektierten Gebiete, Bestechungsgelder, usw. Da war ordentlich was los. 😉

kph: Werter N8Waechter,

die erwartete Antwort auf die Frage der Finanzierung wird wohl kaum bei wikipedia.org zu finden sein. Deshalb eine Vermutung, es sind die gleichen Kräfte welche den Sturz der Monarchie in Frankreich geplant haben. Bekannt auch als Illuminatenorden, er wurde am 1. Mai 1776 vom Philosophen und Kirchenrechtler Adam Weishaupt in Ingolstadt gegründet.

„Die Abschaffung der absolutistischen Herrschaft sollte nun nicht auf dem Wege einer Revolution erfolgen, sondern mit den Mitteln der Personalpolitik: Man wollte in einem „Marsch durch die Institutionen“ immer mehr Schlüsselpositionen im absolutistischen Staat übernehmen, um diesen sukzessive in die eigene Gewalt zu bringen.“

Illuminatenorden [de.wikipedia.org]

175. Welche Ausdehnung hatte Großbritannien Ende des 18. Jahrhunderts?

kg200: Durch den „Act of Union 1800“ [de.wikipedia.org] wurden im Jahre 1800 das Königreich Großbritannien und das Königreich Irland zum „Vereinigten Königreich Großbritannien und Irland“ vereinigt.

Für den Zeitraum habe ich nur diese Karte [Bilddatei] finden können. Diese scheint allerdings nicht hundertprozentig genau zu sein, wenn sie mit der unten genannten Liste verglichen wird. Aber als grober Überblick sollte es reichen.

Folgende Gebiete gehörten um das Jahr 1800 zu Großbritannien:

– die Britischen Inseln
Britisch-Nordamerika [de.wikipedia.org], heutiges Kanada
Britisch-Westafrika [de.wikipedia.org]
– die Kapkolonie [de.wikipedia.org], heutiges Südafrika
– diverse Inseln in der Karibik und Mittelamerika
– Asien: Bhutan, Ceylon (heute Sri Lanka), Federated Malay States, Indische Fürstenstaaten, Malediven
– Teile Australiens und Tonga im Pazifik

Entnommen aus dieser [de.wikipedia.org] Liste.

176. Was war der ”Louisiana Purchase”?

sherina: Der Louisiana Purchase (Louisiana-Kauf; im Französischen vente de la Louisiane, d. h. Verkauf von Louisiana) war der Kauf von 2.144.476 km² Land, das die USA 1803 von Frankreich erwarben. Der Kaufpreis betrug damals 15 Millionen US-Dollar oder 80 Millionen französische Francs (7 US-Dollar pro km²). Gemessen an der Kaufkraft, entspricht das einem heutigen Wert von circa 251 Millionen US-Dollar oder knapp 117 Dollar pro km² (Stand 2018).

Verkauft wurde das Gebiet der ehemaligen Kolonie Louisiana, das westlich des Mississippi River lag. Dieses Gebiet ist viel größer als der heutige Staat Louisiana: Es umfasst außer Teilen des heutigen Louisiana auch die heutigen Staaten Arkansas, Missouri, Iowa, Oklahoma, Kansas, Nebraska und South Dakota sowie Teile von Minnesota, North Dakota, Texas, New Mexico, Colorado, Wyoming, Montana, außerdem noch Randgebiete der kanadischen Provinzen Manitoba, Saskatchewan und Alberta.

Der Louisiana Purchase war das größte Grundstücksgeschäft der Geschichte. Das gekaufte Land verdoppelte damals das Territorium der Vereinigten Staaten und macht fast ein Viertel des heutigen Staatsgebiets aus.

Louisiana Purchase [de.wikipedia.org]

177. Was war der Beweggrund des ”Louisiana Purchase” und welche Folgen hatte dieser?

sherina: Landwirtschaftliche Güter aus den Gebieten der USA, die westlich der Appalachen lagen, wurden gegen Ende des 18. Jahrhunderts hauptsächlich über den Mississippi verschifft. Kontrolliert wurde der Mississippi jedoch vom Hafen der Stadt New Orleans, die Spanien gehörte. Nur aufgrund des Pinckney-Vertrags mit Spanien hatten amerikanische Kaufleute das Recht, den Hafen von New Orleans zu nutzen. Nachdem Napoleon Bonaparte im Jahr 1800 Louisiana und damit auch New Orleans wieder unter französische Kontrolle brachte, fürchteten die Amerikaner, dass sie das Recht zur Nutzung des Hafens verlieren könnten. Der amerikanische Präsident Thomas Jefferson kam deshalb zu dem Schluss, dass es das Beste sei, die Stadt New Orleans und deren nähere Umgebung zu kaufen, um langfristig den Zugang zum Mississippi zu sichern. Jefferson sandte 1801 James Monroe und Robert R. Livingston nach Paris, um über den Kauf zu verhandeln. Sie wurden jedoch zurückgewiesen.

Napoleon, der zu jener Zeit über die stärkste Armee in Europa verfügte, betrachtete den Verkauf seiner amerikanischen Territorien als Geste des guten Willens gegenüber den USA und als strategischen Schachzug gegen die Briten. Ein starkes Amerika konnte als Puffer gegen Britannien dienen, wenn der unvermeidliche Entscheidungskampf kommen würde. Möglicherweise erhoffte er sich auch die Unterstützung der USA bei seiner Seeblockade gegen England.

Wichtiger war vielleicht, dass Napoleon einer Niederlage seiner Truppen in der französischen Kolonie Saint-Domingue (heute: Republik Haiti) gegenüberstand. Eine Expeditionsarmee unter seinem Schwager Charles Victoire Emmanuel Leclerc versuchte, die Kontrolle über Frankreichs profitabelste Kolonie zurückzugewinnen. Im Juni 1802 hatten die Franzosen erfolgreich den Revolutionsführer Toussaint Louverture nach Frankreich deportiert, aber das Gelbfieber wütete unter den Soldaten und tötete im November auch Leclerc. Darüber hinaus führte die rassistische Politik der Franzosen in Guadeloupe und in Saint-Domingue zu einem Guerilla-Krieg und zum Überlaufen führender französischer Offiziere, wie zum Beispiel des schwarzen Generals Jean-Jacques Dessalines und des Offiziers Alexandre Sabès Pétion im Oktober 1802. Diese Rückschläge führten dazu, dass Napoleon seine Pläne aufgab, das französische Imperium in der Neuen Welt wieder zu errichten. Die Franzosen zogen sich im November 1803 zurück, aber ihre Niederlage war schon ein Jahr zuvor abzusehen.

Napoleon führte den Verkaufserlös seiner großen Kriegskasse zu und strebte die Kontrolle über ganz Europa an. Zwischen 1805 und 1807 führte er Krieg gegen Österreich, Preußen und Russland und machte sich zum Herrn über den größten Teil des Kontinents. (!)

Der Louisiana Purchase führte zu einem Streit zwischen den USA und Spanien über die Grenzen des gekauften Gebiets. Nach Ansicht der Spanier bestand Louisiana in etwa aus der westlichen Hälfte der heutigen Staaten Louisiana, Arkansas und Missouri. Die Vereinigten Staaten behaupteten dagegen, es erstrecke sich bis zum Rio Grande und den Rocky Mountains. Das konnte Spanien nicht akzeptieren, denn es hätte bedeutet, dass ganz Texas und die Hälfte von New Mexico, beides spanische Kolonien, dazugehörten. Es gab auch Meinungsverschiedenheiten über den Eigentümer von Westflorida, ein Streifen Land zwischen den Flüssen Mississippi und Perdido. Die USA behaupteten auch hier, dass das Gebiet zu dem Kauf gehöre. Spanien widersprach dem und vertrat die Meinung, dass östlich des Mississippi lediglich New Orleans zu dem Kauf gehöre. Im Übrigen sei der ganze Verkauf aus zwei Gründen illegal: Das Abkommen, mit dem Louisiana erstmals von Spanien an Frankreich übergeben wurde (Vertrag von Fountainebleau, am 3. November 1762 zwischen dem französischen König Ludwig XV. und dem spanischen König Karl III. geschlossen), habe festgelegt, dass Frankreich das Gebiet nicht an eine dritte Macht weitergeben dürfe; Napoleon habe zudem seinen Teil dieses Vertrages nicht erfüllt, nämlich ein Königreich in Italien an einen Schwager des spanischen Königs Karl IV. zu übergeben.

Nach einer Revolte in Westflorida annektierten die USA 1810 das Gebiet zwischen dem Pearl River und dem Red River und 1812 den Mobile-District. Mit dem Adams-Onís-Vertrag von 1819 überließ Spanien schließlich ganz Florida den USA. Die Grenze zwischen dem Louisiana-Territorium und den spanischen Kolonien wurde entlang der Flüsse Sabine River, Red River und Arkansas River und dem 42. Breitengrad festgelegt.

Louisiana Purchase [de.wikipedia.org]

178. Welcher Teil der französischen Gesellschaft profitierte am Nachhaltigsten von den Veränderungen?

Rabe: Die j*dischen Banker und sämtliche Personen, welche deren System und Zielen dienen.

Man hat die frühere Elite in Form des Königs und der Königin, sowie den Adel als auch die Kirche mit tödlicher Gewalt aus dem Weg geräumt und sich deren Reichtum einverleibt, während man mit Hilfe von Lügen die menschlichen Massen für den bösen Zweck missbrauchte, ihre eigene Elite zu stürzen. Man zog also sämtliche Reichtümer und Macht in Frankreich an sich.

Somit profitierte dieser Teil der französischen Gesellschaft von den Veränderungen mit weitem Abstand am Meisten.

Quelle: The Men Who Caused the French Revolution 1789 [lovethetruth.com]

N8waechter: Werter Rabe (und natürlich auch alle anderen),

es gab da eine kleine, aber ungemein wichtige Einzelheit, welche einer gewissen Gruppierung aus ihrer Leibeigenschaft befreite. Frankreich war hier Vorreiter (nachdem in Übersee ohnehin jeder per Verfassung die vollen Bürgerrechte erhalten hatte).

Sailor: … ich denke dieser Punkt fehlt noch:

„In Frankreich wurde die Leibeigenschaft der Bauern mit dem Beginn der Französischen Revolution 1789 endgültig abgeschafft. Zuvor war sie in der Domaine royal bereits 1779 aufgehoben worden.“

Leibeigenschaft – Frankreich [de.wikipedia.org]

N8waechter: „1791 räumte sie dann aber fast einstimmig allen J*den Frankreichs den Status eines Bürgers (citoyen) ein, wenn sie im Gegenzug auf ihren Status als Gemeinde verzichteten. Dies brachte den J*den zum ersten Mal in einem europäischen Land die Bürgerrechte [!]. Sie verloren dafür ihre bisherige Teilautonomie und mussten Militärdienst leisten.“

179. Von wem wurde die ”Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte” formuliert?

sherina: Am 26. August 1789 verkündete die französische Nationalversammlung die Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte (Déclaration des Droits de l’Homme et du Citoyen). Dies ist einer der Grundlagentexte, mit denen die Demokratie und Freiheit in Frankreich begründet wurden.

Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte [de.wikipedia.org]

Am 11. Juli 1789 legte der Marquis de La Fayette, kurze Zeit später Befehlshaber der Nationalgarde, den Entwurf einer Menschenrechtserklärung vor, welche er mit der Unterstützung von Thomas Jefferson, einem der Verfasser der Unabhängigkeitserklärung der Vereinigten Staaten und damals Botschafter in Paris, erarbeitet hatte.

Menschenrechte [de.wikipedia.org]

Marie-Joseph-Paul-Yves-Roch-Gilbert du Motier, Marquis de La Fayette oder Lafayette (* 6. September 1757 in Chavaniac (heute Chavaniac-Lafayette), Frankreich; † 20. Mai 1834 in Paris) war ein französischer Général de division und Politiker. Der Aufklärer nahm auf der Seite der Kolonisten am Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg teil und spielte eine wichtige Rolle in der Französischen Revolution.

Als überzeugter Demokrat und aufgeklärter Verfechter des Freiheitsgedankens setzte sich La Fayette für die Demokratie, die Abschaffung der Sklaverei und die Menschenrechte, die Thomas Jefferson 1776 in Virginia verfasst hatte, ein. In dieser Zeit wurde er in Gegenwart von George Washington in eine militärische Freimaurerloge in Morristown aufgenommen. Später wurde La Fayette in Frankreich Mitglied der Freimaurerloge Contrat Social und der Pariser Freimaurerloge Les Neuf Sœurs.

Marie-Joseph Motier, Marquis de La Fayette [de.wikipedia.org]

Thomas Jefferson (* 2. Apriljul./ 13. April 1743 greg. in Shadwell bei Charlottesville, Virginia; † 4. Juli 1826 auf Monticello bei Charlottesville, Virginia) war einer der Gründerväter der Vereinigten Staaten, von 1801 bis 1809 der dritte amerikanische Präsident und der hauptsächliche Verfasser der Unabhängigkeitserklärung sowie einer der einflussreichsten Staatstheoretiker der USA. Von 1797 bis 1801 war er außerdem der zweite amerikanische Vizepräsident.

Thomas Jefferson [de.wikipedia.org]

14 weitere Illuminaten-Logen folgten in Städten der Ostküste, darunter eine 1786 in Portsmouth, Virginia. Deren bekanntestes Mitglied war Thomas Jefferson, einer der Gründungsväter der Unabhängigen Vereinigten Staaten der USA, zugleich Mitglied einer Freimaurer-Loge.

Freimaurer & Illuminaten [parzifal-ev.de]

180. Was war der Auslöser des Ersten Koalitionskriegs?

kph: Eine gewisse Wende ging vom gescheiterten Fluchtversuch Ludwigs XVI. aus dem revolutionären Paris nach Varennes am 20./21. Juni 1791 aus. Leopold II. reagierte mit einem Rundschreiben an die Regierungen, in dem er den Schutz der Legitimität forderte. Dem schloss sich allerdings zunächst nur Preußen am 23. Juli an.

Es kam daraufhin zur gemeinsamen österreichisch-preußischen Pillnitzer Deklaration vom 27. August. In der Erklärung wurde das Interesse der Mächte für eine vollständige Restauration der Monarchie in Frankreich betont. Auch kündigte man eine militärische Intervention an, sofern alle übrigen europäischen Mächte sich daran beteiligen würden. Dies bedeutete bei aller Rhetorik de facto eine Absage an eine Intervention, da keineswegs alle Mächte sich daran beteiligen würden.

Die Pillnitzer Erklärung sollte die Franzosen einschüchtern und zu einem gemäßigten Verhalten bewegen. Das Gegenteil war der Fall. Auch weil der Wortführer der Emigranten, der Graf von Artois, Bruder Ludwig XVI, die Erklärung als Ultimatum interpretierte, verstärkte sich die französische Konfliktbereitschaft.

Zu Beginn des Jahres 1792 stellte Frankreich die ultimative Forderung, dass die Nachbarstaaten bis zum 1. März die Emigrantentruppen vertreiben sollten. Wegen des Todes von Leopold II. wurde das Ultimatum bis April verlängert. Sein Nachfolger Franz II. schloss daraufhin mit Preußen am 18. März 1792 ein Defensivbündnis. Dabei garantierten sich die beiden beteiligten Seiten ihren jeweiligen Besitzstand.

Am 18. März kam es zu einem neuen französischen Ultimatum, in dem die Entwaffnung Österreichs und das Ende des Bündnisses mit Preußen gefordert wurden. Franz II. lehnte dies ab. In Frankreich gab es verschiedene am Krieg interessierte Kräfte. Auf der einen Seite waren dies überzeugte Revolutionäre, die das Erreichte militärisch sichern wollten. Auf der anderen Seite hoffte Ludwig XVI. seine Position stärken zu können.

Die offenen Feindseligkeiten begannen am 20. April 1792, als Ludwig XVI, immer noch das französische Staatsoberhaupt, Franz II. nicht als Kaiser des Reichs – dazu wurde er erst am 5. Juli gewählt –, sondern als König von Ungarn und Böhmen den Krieg erklärte. Die französische Hoffnung, das militärische Geschehen somit auf die Österreichischen Niederlande begrenzen und kontrollieren zu können, trog. Preußen erklärte Frankreich sofort den Krieg.

Preußen und Österreich hofften auf einen schnellen Sieg, wollten die absolute Herrschaft Ludwig XVI. wiederherstellen und planten territoriale Gewinne. Man war sich sicher, dass Frankreich nicht lange standhalten könne. In dem antirevolutionären Koblenzer Manifest des Herzogs von Braunschweig wurde angekündigt, keine Eroberungen machen zu wollen. Gleichzeitig drohte es mit Vergeltung bis hin zur völligen Zerstörung von Paris, sollte der König auch nur die „geringste Beleidigung“ erfahren. Dies trug in Frankreich zur Stärkung des Widerstandswillen bei.

Erster Koalitionskrieg [de.wikipedia.org]

181. Warum wurde so lange mit einem Eingreifen in Frankreich gewartet?

kph: Unterschiedliche Erwartungen an das Ergebnis eines Krieges gegen Frankreich – von der Bestrafung der Königsmörder bis zur Vergrößerung des eigenen Territoriums – zeigten sich besonders in dem, seit den Schlesischen Kriegen, gespannten Verhältnis zwischen Preußen und Österreich.

Wegen Gebietsverlusten von Reichsfürsten im Elsass und in Lothringen und Verletzungen des Reichsgebiets durch General Custine hatte die Reichsversammlung im November 1792 auf Antrag des Kaisers den Reichskrieg gegen Frankreich beschlossen. Die Kriegserklärung erfolgte aber erst im März 1793.

Entsprechend der Reichsverfassung hatten die zehn Reichskreise je 2000–3000 Infanteristen und 500–2000 Kavalleristen zu stellen. Die Einberufung der Reichsarmee, die Rechtmäßigkeit der Kriegserklärung, Finanzierung und Kommando der Kontingente, hatten eine monatelange Entscheidungsfindung der Reichsstände zur Folge, die den unterschiedlich ausgeprägten Willen der deutschen Staaten am Fortbestehen des Reiches widerspiegelte.

Erst im Frühjahr 1794 waren verschiedene Reichstruppen mobil. Oberkommandierender Reichsfeldmarschall wurde Herzog Albert von Sachsen-Teschen, ein Schwiegersohn Maria-Theresias. Dass nicht alle Reichsstände ihre Kontingente stellten und ihm die preußische Generalität den Befehl verweigerte, veranlasste ihn zum Rücktritt. Die meisten Reichstruppen wurden der Oberrheinarmee unter Feldzeugmeister Clerfait zugeführt.

Der Koalitionär Großbritannien beteiligte sich an der Finanzierung, besonders von Preußen, Sardinien und der Royalisten im Aufstand der Vendée. Militärisch engagierte er sich vornehmlich zur See für die Vorherrschaft auf den Meeren. Unter britischem Oberkommando kämpften Truppen vom Kontinent gegen Frankreich.

Das bourbonisch regierte Spanien musste schon aus familiären Gründen den Krieg gegen die französische Republik unterstützen. Es erwartete aber davon, den von Ludwig XIV. für Frankreich annektierten Norden Kataloniens, das Roussillon, zurückzugewinnen. Durch bilaterale Verträge mit England wurden Portugal, der Kirchenstaat, das Königreich beider Sizilien und weitere italienische Staaten zu Koalitionären. Aus Furcht vor Frankreichs aggressivem Expansionsdrang und z.T. wegen Zugehörigkeit zum Haus Österreich.

Die russische Zarin Katharina die Große forderte energisch die Unterstützung der französischen Monarchie gegen die „französische Pest“ und schloss 1795 einen Bündnisvertrag mit England. Ihre militärischen Aktivitäten aber dienten der Aufteilung Polens und der Sicherung der südlichen Grenzen zum Osmanischen Reich. Nach ihrem Tod 1796 ließ Zar Paul I. im Mittelmeer seine Marine gegen Frankreich aktiv werden.

Erster Koalitionskrieg [de.wikipedia.org]

182. Welche Folgen hatte die Annektion des Kirchenstaates?

kph: Im Verlauf der Französischen Revolution und während der napoleonischen Herrschaft über Europa verkleinerte sich das Territorium des Kirchenstaats zusehends. Papst Pius VI. (1774–1799) starb jedoch als Gefangener der Revolution in Südfrankreich, sein Nachfolger Pius VII. (1800–1823) konnte nicht wie üblich in Rom, sondern musste unter österreichischem Schutz in Venedig gewählt werden.

Allerdings erreichte Pius VII. bald einen politischen Ausgleich mit Napoléon, der auch zur Wiederherstellung des Kirchenstaates 1801 führte. Dieser Kirchenstaat sicherte seinen Fortbestand vor allem durch das Konkordat mit Napoléon Bonaparte vom 15. Juli 1801. Höhepunkt dieser Ausgleichsphase war die Kaiserkrönung Napoléons in Anwesenheit des Papstes am 2. Dezember 1804.

Die Weigerung des Papstes, einem Bündnis gegen Großbritannien beizutreten, führte jedoch wenige Jahre später zum Konflikt mit dem französischen Kaiser. Im November 1807 rückten wiederum französische Truppen in den Kirchenstaat ein, die im Februar 1808 Rom besetzten. Am 7. Mai 1809 erklärte Napoléon Bonaparte in Wien, dass Papst Pius VII. als weltlicher Herrscher aufgehört habe zu regieren, was faktisch die Annexion des Gebietes durch Frankreich bedeutete.

Förmlich regelte sein Dekret vom 17. Mai die Eingliederung. Am 10. Juni 1809 fand die Vereinigung des säkularisierten Kirchenstaats mit dem französischen Kaiserreich bzw. mit dem napoleonischen Königreich Italien statt. Nur die geistliche Macht wurde dem Papst belassen. Der Papst wurde gefangen gesetzt und im Jahr 1812 in Fontainebleau in Frankreich interniert. Stattdessen erhielt Napoléons Sohn Napoléon Franz Bonaparte 1811 gleich bei seiner Geburt den Ehrentitel König von Rom.

Erst nach dem Sturz Napoléons 1814 konnte der Papst nach Rom zurückkehren; 1815 wurde Europa auf dem Wiener Kongress im Sinne der Restauration neu geordnet und dabei der Kirchenstaat in seinen Grenzen von 1797 – also unter Verzicht auf die früheren südfranzösischen Exklaven – wiederhergestellt. In dieser Zeit besaß der Kirchenstaat eine verhältnismäßig kleine Armee. In der Folgezeit besaß der Kirchenstaat in der gebildeten europäischen Öffentlichkeit – namentlich nach dem Tode Pius’ VII. 1823 – einen denkbar schlechten Ruf als Hort von Misswirtschaft, Reaktion und Unterdrückung, wie sie für Polizeistaaten typisch ist.

Der Kirchenstaat als politische Einheit sollte vor allem die Unabhängigkeit des mit absolutistischer Macht regierenden Papstes sichern. Da dieser vom Kardinalskollegium gewählt wurde, handelte es sich formal um eine Wahlmonarchie. Die Päpste stützten sich in ihrer Herrschaftsausübung auch auf den päpstlichen Adel, aus dem sie oft selbst hervorgingen.

Kirchenstaat [de.wikipedia.org]

183. Welchen Zweck verfolgte die französische Expedition nach Ägypten?

kph: Napoléon fürchtete nach der Rückkehr aus Italien, dass sein Ruhm bald wieder verblassen würde, und drängte das Direktorium, ihm ein neues militärisches Kommando zuzuweisen. Als sich die anfänglich geplante Invasion Großbritanniens als undurchführbar erwies, stimmte die Regierung dem Plan einer Eroberung von Ägypten zu. Ziel war es, Großbritanniens Zugang nach Indien zu stören.

Eine von Kriegsschiffen eskortierte Transportflotte lichtete am 19. Mai 1798 die Anker. An Bord waren neben 38.000 Soldaten auch zahlreiche Wissenschaftler und Künstler, die das Land, seine Geschichte und Kunstdenkmäler erforschen und in Ägypten moderne politische und wirtschaftliche Strukturen aufbauen sollten.

Nachdem die Franzosen unterwegs die Insel Malta besetzt hatten, landete die Armee am 1. Juli 1798 in Ägypten. Am 21. Juli besiegten die französischen Expeditionsstreitkräfte eine Mamlukenarmee in der Schlacht bei den Pyramiden und zogen am 23. Juli in Kairo ein. Dort erreichte Napoléon die Nachricht, dass seine Schiffe von einer britischen Flotte unter Horatio Nelson bei Abukir versenkt worden waren. Die Ägyptenarmee war damit weitgehend vom Mutterland abgeschnitten.

Mit Hilfe der mitgereisten Experten begann Bonaparte mit verschiedenen Reformen und gründete das Institut d’Égypte, das zu einer Keimzelle der Ägyptologie wurde. Im Zuge der Expedition wurde unter anderem der Stein von Rosette gefunden. Eine Abschrift dieser mehrsprachigen Inschrift ermöglichte Jean-François Champollion 1822 die Entschlüsselung der Hieroglyphen.

Von den Ägyptern wurde Napoléon nicht wie in Italien als Befreier, sondern als Ungläubiger und fremder Eroberer angesehen. Ein Aufstand in Kairo musste gewaltsam niedergeschlagen werden. Da Ägypten offiziell Teil des Osmanischen Reiches war, erklärte dieses Frankreich den Krieg.

Napoleon [de.wikipedia.org]

N8waechter: Nun hat also Napoléon den Auftrag erhalten Ägypten einzunehmen, welches zum Osmanischen Reich gehörte (die Kriegserklärung an Frankreich war nur folgerichtig). Doch was tat er, nachdem er Ägypten/Kairo eingenommen hatte?

Davon abgesehen: „38.000 Soldaten auch zahlreiche Wissenschaftler und Künstler“ …, wieviele Schiffe umfasste die hierfür notwendige Flotte? Und woher kam das Geld dafür?

„Großbritanniens Zugang nach Indien zu stören“ heißt es offiziell. Doch wenn man eine ganze Flotte zur Hand hat, um mit geschätzten 40.000 Menschen nach Ägypten zu segeln, samt entsprechender Kriegsausrüstung, wäre eine Störung der Seewege nicht effektiver gewesen?

Bedenke: Die Briten waren zu dem Zeitpunkt noch nicht so ausgedehnt auf der Welt unterwegs. Und Spanien war ebenfalls „bourbonisch“, folglich verbündet.

Die uns über die „zeitgenössische Geschichtsschreibung“ gelieferte Begründung zeugt entweder von großer Dummheit der seinerzeitigen Führung (was Napoléon gewiss nicht widerstandslos hätte durchgehen lassen) oder der Auftrag war ein ganz anderer, denn gemeinsam mit den Spaniern hätte Frankreich den Briten ordentlich in die Indien-Handel-Suppe spucken können.

Das haben sie jedoch nicht getan und erst später (Trafalgar), als Großbritannien seine Flotte erheblich weiter aufgestockt hatte, wurde der Krieg auf dem Meer gesucht und grandios verloren.

Das alles ergibt einfach keinen Sinn. Vor diesen Hintergründen: Was war (wohl) der wahre Zweck? (Weihnachtskeksdose auf … 😉 )

Rabe: Bezüglich der Invasion in Ägypten gibt es auch deutliche Informationen, diesmal sogar von den J*den und korrumpierten Freimaurern selbst, in ihrer endlosen Arroganz:

Napoleon And The J*ws [aish.com]

Dort geht es im Grunde um Napoléon und die J*den, wie er sie aus der Knechtschaft befreite, ihnen Religionsfreiheit schenken wollte und auch geschenkt hat usw. Offiziell natürlich nur aus reinster Nächstenliebe, wenn man allerdings weiß, dass Napoléon von den Rothschilds finanziert und damit von ihnen abhängig war, tritt die Wahrheit wohl weit mehr zu Tage.

In Bezug die Invasion Ägyptens gibt es dort folgenden, sehr interessanten Abschnitt:

Now here is an amazing incident that is not generally known. When the French troops were in Palestine, and besieging the city of Acre, Napoleon had already prepared a Proclamation (see Appendix) making Palestine an independent J*wish state. He felt confident that he could occupy Acre and the following days he would enter Jerusalem and from Jerusalem he would issue his proclamation. He was unable to realize this project because of the intervention of the British.“

Übersetzung:

Nun, hier haben wir einen erstaunlichen Vorfall, welcher nicht weithin bekannt ist. Die französischen Truppen waren in Palästina und belagerten die Stadt Acre (das heutige Akkon), Napoléon hatte bereits eine Proklamation vorbereitet (diese war garantiert von ihm verfasst und nicht seinen j*dischen Hintermännern …) vorbereitet, welche Palästina zu einem unabhängigen, j*dischen Staat machen sollte. Er war zuversichtlich, Akkon/Acre besetzen zu können und in den folgenden Tagen Jerusalem zu betreten, um von dort „seine“ Proklamation zu verkünden. Es gelang ihm aufgrund der Intervention der Briten nicht, dieses Projekt zu realisieren.“

Hier findet man die Proklamation:

Napoleon Bonaparte’s Letter to the Jews April 20,, 1799 [mideastweg.org] (ebenfalls Englisch, Übersetzung später wenn gewollt möglich)

Man sieht also hier schon, dass die J*den schon unter Napoléon versuchten „Israel“, bzw. Judea neu zu gründen, unter der Schirmherrschaft einer mächtigen Kolonialmacht, deren Finanzen ohnehin unter ihrer Kontrolle standen. Der spätere Versuch nach dem Ersten Weltkrieg fiel dort auch mit hinein und wurde nachdem Zweiten Weltkrieg realisiert.

Claus: Bei der Entscheidung des Jahres 1798 handelte es sich um ein komplexes Gemenge geostrategischer, wirtschaftlicher, politischer und persönlicher Interessen, verbrämt mit den Idealen der Französischen Revolution.

Großbritannien hatte im Verlauf des 18. Jahrhunderts einen Teil seiner Kolonien in Nordamerika verloren, zuvor aber Frankreich aus Indien vertrieben und dominierte damit große Teile des Asienhandels. Der überwiegende Teil des britischen Indienhandels fand auf dem Seeweg um das Kap der Guten Hoffnung statt.

Wollte die britische Regierung jedoch Eilnachrichten nach Kalkutta schicken, dann konnte sie Tausende von Kilometern abkürzen, indem sie einen Boten durch das Mittelmeer nach Alexandria in Ägypten schickte, den Nil hinauf nach Kairo und von dort aus bis zum Roten Meer, wo der Bote auf dem Seeweg weiter nach Indien reiste. Eine Einnahme Ägyptens hätte Großbritannien deshalb von der schnellsten Kommunikationsroute mit Indien, dem „Juwel in der Krone des Empire“, abgeschnitten.

Wirtschaftlich stand Ägypten im Ruf legendärer Fruchtbarkeit. In einem durchschnittlichen Jahr importierte Frankreich aus ägyptischen Häfen Waren im Wert von rund drei Millionen Livres. Dabei handelte es sich sowohl um heimische Produkte (wie Reis, Getreide, Natron, Baumwolle, Flachs, Sennesblätter, Büffel- und Kamelhäute) als auch um Waren aus dem Inneren Afrikas (wie Tamarinden, Elfenbein, Straußenfedern, Goldstaub, Kaffee, Gummi arabicum, Assa foetida, Weihrauch und Myrrhe), die aus dem Raum des Indischen Ozeans über Sues nach Ägypten gelangten. Eine Einnahme Ägyptens hätte Frankreich die Kontrolle über diese Warenströme gegeben.

Napoléon selbst hatte schon seit seiner Kindheit vom Orient geträumt …

Von allen Überlegungen zur Eroberung Ägyptens war aber das wahrscheinlich stärkste Motiv Bonapartes, die Chance der „Selbststilisierung zum Herrscher“ und damit das Signal an die Franzosen, zur Übernahme der Herrschaft bereit zu sein.

Ägyptische Expedition [de.wikipedia.org]

Claus: Die Flotte:

Die Vorbereitungen für die Expedition waren verteilt auf Toulon, Marseille, Genua, Korsika und Civitavecchia und wurden im Wesentlichen von Napoléons Stabschef Louis Berthier organisiert. Toulon fungierte dabei als Heimathafen für die Kriegsflotte, die das Übersetzen des französischen Heeres über das Mittelmeer begleiten sollte.

Handelsschiffen wurde das Verlassen der Häfen von Toulon und seiner Umgebung verboten, um genügend Transportschiffe zur Verfügung zu haben. 280 Handelsschiffe beförderten 28.200 Mann Infanterie, Ingenieure und Kanoniere, 2.800 Kavalleristen sowie 60 Feld- und 40 Belagerungsgeschütze des französischen Expeditionsheers. 13 Linienschiffe, vier Fregatten und einige Kanonenboote unter dem Oberbefehl von François-Paul Brueys d’Aigalliers begleiteten die Flotte. Divisionskommandeure waren Desaix (Avant-Garde), Reynier (rechter Flügel), Kléber (Zentrum), Menou (linker Flügel), Bon (Reserve) und Murat (Kavallerie). Dabei waren auch 150 französische Künstler, Wissenschaftler und Forscher.

Am 19. Mai verließ, nach nur zweimonatiger Vorbereitungszeit, der erste Teil des Expeditionsheers den Hafen von Toulon. Napoléon war an Bord des Flaggschiffes L’Orient. Am 21. Mai schloss sich von Genua aus eine Flotte von 72 Schiffen an. Am 28. Mai stießen von Korsika her 22 Schiffe hinzu, am 30. Mai weitere 56 Schiffe, die von Civitavecchia ausgelaufen waren. Damit war das französische Expeditionsheer komplett und nahm Kurs in Richtung Sizilien. Bereits am 5. Juni umrundete es die Südspitze von Sardinien.

Die Vorbereitung der Expedition [de.wikipedia.org]

184. Woher stammten die Mittel für eine derartige Unternehmung?

Sailor: Vom Schatzamt und aus dem Berner Schatz. Das Schatzamt wurde angewiesen, Napoléon jede Dekade 1,5 Millionen Francs zu senden. Darüber hinaus wurde ihm erlaubt, 3 der 8 Millionen aus dem „Berner Schatz“ zu entnehmen, den Frankreich sich für sein militärisches Eingreifen zur Errichtung einer Helvetischen Republik von der unterlegenen Eidgenossenschaft hatte zahlen lassen.

Ägyptische Expedition – Die Entscheidung für Ägypten [de.wikipedia.org]

185. Warum wurde diese Entwicklung zugelassen?

Sailor: Mit der rechtlichen Eingliederung (Friede von Lunéville) in französisches Staatsgebiet wurden Entschädigungen für das Heilige Römischen Reich aufgrund der Säkularisation kleinerer weltlicher Territorien fällig und die Verbindung mit Preußen wurde wieder gestärkt.

Friede von Lunéville – Bestimmungen [de.wikipedia.org]

186. Wie gestaltete sich das finanzielle Kräfteverhältnis in Europa im ausgehenden 18. Jahrhundert?

Gänselieschen: Eine sehr schwierige Frage und nicht leicht zu beantworten. Die Suche nach dem finanziellen Kräfteverhältnis, brachte kein Ergebnis. Deshalb habe ich mich auf die Großmächte dieser Zeit konzentriert.

Zu den fünf Großmächten (Pentarchie – griechisch für Fünfherrschaft) im ausgehenden 18. Jahrhundert zählten Frankreich, Österreich-Ungarn, Großbritannien, Russland und Preußen. Für den Zustand des europäischen Festlandes habe ich mir zwei Sätze herausgepickt.

Das Heilige Römische Reich ist in Einzelstaaten zersplittert, die von Napoléon gegeneinander ausgespielt werden. 19. Jahrhundert [de.wikipedia.org]

Die Katastrophe der napoleonischen Besetzung 1807 brachte Preußen auch wirtschaftlich an den Rand des Zusammenbruchs. Königreich Preußen [de.wikipedia.org]

Europas Bevölkerung, Militär und Ressourcen wurden durch die Koalitionskriege geschliffen. Napoléon hat die vier Großmächte des Festlandes ordentlich beschäftigt. Aber …: Im Schatten der Koalitionskriege in Europa besetzte Großbritannien fast alle Niederländischen Kolonien. Britisch-Französischer Kolonialkonflikt [de.wikipedia.org]

Durch seine Insellage hat sich Großbritannien, so gut es geht, aus den Konflikten herausgehalten und ging keine Bündnisse ein. Unbehelligt von kriegerischen Auseinandersetzungen auf dem eigenen Territorium wurden das Empire ungestört ausgebaut und die Ziele der Pax Britannica verfolgt, die Industrialisierung vorangetrieben und neue Kolonien erobert. Pax Britannica [de.wikipedia.org]

Die Pax Britannica war ein Prinzip der Welt- und Kolonialherrschaft im 19. Jahrhundert. Die Idee war, in Anlehnung an die Pax Romana des alten Rom, die Welt oder zumindest das Britische Empire mit Hilfe der Ideen und Konzepte des elisabethanischen Zeitalters, der christlichen Religion und einer Ethik des freien Handels in einer befriedeten Welt nach englischem Recht zu regieren.

Die Führungsrolle sollte die entwickelte Gesellschaft Großbritanniens übernehmen. Kulturen und Nationen, die sich dieser Herrschaft nicht beugen mochten, mussten mit der Anwendung institutionalisierter, wirtschaftlicher und gegebenenfalls militärischer Gewalt rechnen.

Erste Ansätze zur Pax Britannica entstammten aus der elisabethanischen Zeit, als im Vergleich zu Spanien, Portugal und auch den Niederlanden die Royal Navy und der britische Kolonialbesitz auf der Welt ständig wuchs. Voraussetzung ihrer Errichtung war der wirtschaftliche Vorsprung des Vereinigten Königreichs zu Beginn der Industriellen Revolution, der Machtverlust Frankreichs nach den napoleonischen Kriegen, die Kontrolle der wichtigsten Seerouten und Marinebasen und die uneingeschränkte Seeherrschaft.

Für mich stellt sich Großbritannien im ausgehenden 18. Jahrhundert als finanzielles Schwergewicht dar. Einnahmen über Industrie, Kolonien. Die Finanzen konnten in den Ausbau der eigenen Interessen investiert werden. Der Konkurrent Frankreich war ausgeschaltet, das Reich zersplittert und Kriege zerrten am europäischen Festland. Die monetären Ressourcen wurden in den Auseinandersetzungen verbraucht. Großbritannien hatte die Nase vorn und der Rest teilte sich die hinteren Plätze, wobei ich davon ausgehe, daß alle vier Großmächte des Festlandes mit dem wirtschaftlichen Zusammenbruch kämpften.

187. Woher kamen die Ressourcen, mit denen Frankreich sein Handeln finanzierte?

Thomas aus Leipzig: Im Buch von Michael Davis: „Für Thron und Altar. Der Aufstand in der Vendée“ ((1793 – 1796). Sarto Verlag Bobin-gen, 1997), finde ich auf den Seiten 26ff, unter dem Kapitel: Staat gegen Kirche, folgende Hinweise:

„Die Verstaatlichung des Kirchenbesitzes konnte den Staatsbankrott nicht abhelfen. Weil alle kirchlichen Besitzungen gleichzeitig auf den Markt kamen, verfiel der Wert drastisch. Die Großbourgeoisie, und ich schreibe bewußt nicht Großbürgertum, erwarb für wenig Geld riesige Ländereien.“

Ob der Grundbesitz des Adels auch „verhökert“ wurde, kann ich nicht sagen. Und natürlich plünderten die Revolutionäre die von ihnen besetzten Länder aus. Die Kosten, die Sachsen auferlegt wurden, findet Ihr hier:

7. Der Tragödie erster Teil [PDF | N8w.]

Die Kosten für die brandenburgische Kurmark, sind hier abgedruckt: Die Kurmark Brandenburg im Zusammenhang mit den Schicksalen des Gesammtstaats Preußen während der Zeit vom 22. Oktober 1806 bis zum Ende des Jahres 1808 [books.google.de]

Der Henneberger: Der Louisiana Purchase (Louisiana-Kauf; im Französischen vente de la Louisiane, d. h. Verkauf von Louisiana) war der Kauf von 2.144.476 km² Land, das die USA 1803 von Frankreich erwarben. Der Kaufpreis betrug damals 15 Millionen US-Dollar oder 80 Millionen französische Francs (7 US-Dollar pro km²). Gemessen an der Kaufkraft, entspricht das einem heutigen Wert von circa 251 Millionen US-Dollar oder knapp 117 Dollar pro km² (Stand 2018).

Verkauft wurde das Gebiet der ehemaligen Kolonie Louisiana, das westlich des Mississippi River lag. Dieses Gebiet ist viel größer als der heutige Staat Louisiana: Es umfasst außer Teilen des heutigen Louisiana auch die heutigen Staaten Arkansas, Missouri, Iowa, Oklahoma, Kansas, Nebraska und South Dakota sowie Teile von Minnesota, North Dakota, Texas, New Mexico, Colorado, Wyoming, Montana, außerdem noch Randgebiete der kanadischen Provinzen Manitoba, Saskatchewan und Alberta.

Der Louisiana Purchase war das größte Grundstücksgeschäft der Geschichte. Das gekaufte Land verdoppelte damals das Territorium der Vereinigten Staaten und macht fast ein Viertel des heutigen Staatsgebiets aus.

Napoléon führte den Verkaufserlös seiner großen Kriegskasse zu und strebte die Kontrolle über ganz Europa an. Zwischen 1805 und 1807 führte er Krieg gegen Österreich, Preußen und Russland und machte sich zum Herrn über den größten Teil des Kontinents.

Konnikur: Werter Henneberger,

alleine die Militärausgaben, unter Napoléon, zwischen 1805 und 1810 beliefen sich auf etwa 350 Millionen Francs pro Jahr. Mit dem Russlandfeldzug erreichte das erforderliche Budget 1812 etwa 600 Millionen Francs. Es dürfte sich hier um eine kurzfristige Überbrückung der leeren Kassen gehandelt haben, in der dieser riesige Landesteil, wohl unter Preis, verscherbelt wurde.

störtii: Frage 187 kann man bestimmt dahin verorten, dass die erforderlichen Gelder von eben den üblichen Verdächtigen kamen, nämlich von den geldverleihenden Logenbrüdern, die mit römischem Gottesseegen dereinst dieses Privileg auferlegt bekamen.

Nicht um sonst wurde in Frankreich der Templerorden entmachtet und enthauptet, um das Geldgeschäft dann den neuen fremden Geldverleihern in die Hände legen zu können. Es wurde ihnen der Weg in Europa freigemacht und es war der „Pontifex Maximus“ in Rom persönlich.

Die römische Kirche (Christentum) war und ist das Hauptwerkzeug der römisch-j*däischen Herrscherfamilien, um die unwilligen und unbeugsamen, militärisch auf Dauer nicht bezwingbaren Völkerschaften zu unterwandern und somit hintenrum pazifistisch das römische Recht weitgehend unbemerkt durchzusetzen. Und da stehen die Weißen Europas und der Welt heute fremdbestimmt und geknechtet unter fremdem römischen Recht vor ihrer Auflösung, wenn sie nicht aufpassen und wieder lernen für ihr Recht einzustehen.

Konnikur (Zusendung als ePost):

Die Jahre 1796 – 1799

Es herrschte in diesen Jahren die letzte Regierungsform der französischen Revolution, ein fünfköpfiges Kollegialorgan das als „Direktorium“ (Anmerkung: Ein interessanter Begriff wie ich finde!) bezeichnet wurde. Es wurde ein „Rat der 500“ und ein „Rat der Alten„ (Zweikammersystem) eingeführt.

Interessant ist hier, dass Napoléons Bruder Lucien zu dieser Zeit der Vorsitzende des „Rates der 500“ war und, gemäß Wikipedia, eine flammende Rede für seinen Bruder hielt, da Bonaparte ein unbegabter und unerfahrener Redner gewesen sei. (Anmerkung: Die Nebenrollen dürften immer um Einiges interessanter besetzt sein als die Hauptrollen!)

Im Verlaufes des Staatstreiches des 18. Brumaire VIII vom 9.11.1799 (Anmerkung: Ein erstes 9/11?) wurde das Direktorium „abgesetzt“ und im Zuge dessen Napoléon Bonaparté zum 1. Konsul ( Anmerkung: Insgesamt waren es 3 Konsule ) ernannt.

Quelle : Staatstreich des 18. Brumaire VIII, Direktorium (Frankreich) [beides de.wikipedia.org]

Frankreich hatte kurz vor, und anfangs unter Napoléon, immer wieder finanzielle Schwierigkeiten.

Diese waren beispielsweise, wachsende öffentliche Schulden, Inflation, Entwertung des Papiergeldes. Auch betraf die Teuerung der Nahrungsmittel besonders die unteren Bevölkerungsschichten und sorgte immer wieder für Unmut. Die finanzielle Situation war gelinde gesagt prekär. Bei der Machtergreifung durch Napoléon waren ca. 16.000 Francs in der Staatskasse.

Aus diesem Grund wurden zwischen 1796 und 1799, also kurz vor der Machtergreifung Napoléons, durch das sogenannte „Direktorium“ verschiedene Reformversuche gestartet:

  • Im Februar 1796 wurde das Drucken der „Assignaten“ gestoppt und diese aus dem Markt genommen. Es wurde durch sogenannte „territoriale Mandate“ ersetzt ,diese verfielen allerdings auch sehr schnell auf ca. 1/100 des Ursprungswertes. 1797 war das Papiergeldsystem in Frankreich am Ende.

  • Mit 30.09.1797 bot die Regierung den Gläubigern an, 2/3 der Schulden in „Bonds“ umzuwandeln, um den Staat zu unterstützen (Anmerkung: Wurden die modernen Staatsanleihen hier erfunden?).

    Diese „Staatsanleihen“ verloren aber auch recht schnell ihren Wert und waren zur Staatsfinanzierung nicht geeignet.

  • Um die Eintreibung der direkten Steuern zu verbessern wurden sogenannte „agences des contrbutions directes „ eingeführt. (Anmerkung: Finanzagenturen!)

  • Die Auferlegung direkter hoher Steuern für reiche Franzosen stieß aber immer wieder auf erheblichen Widerstand unter den „Besteuerten“.

Die Jahre 1799 – 1814 unter Napoléon

Die Stabilisierung der Finanzen war, für das Regime, in den Anfangsjahren (1800 bis 1802) die wohl dringendste Aufgabe um an der Macht zu bleiben.

  • Einführung einer Zentralbank:

    Eine der ersten Amtshandlungen Napoléons war die Einführung einer Zentralbank der „Banque de France“ „ am 16.2.1800 ( Anmerkung: 9+9=18=9 ) , diese war vorerst zu 100% privat und hatte ein Eigenkapital von 30 Millionen Francs. Hier wurden dann von den privaten Anteilseignern 15 Gouverneure und 3 Direktoren gewählt die diese Zentralbank führten.1803 gab es den ersten „Bankenlauf„ und es wurde nochmals nachgerüstet mit Eigenkapital von ca. 120 Millionen und einer teilweisen „Verstaatlichung“ der Bank.

    Die Zentralbank diente als Geldgeber des Staates gegen Zinsen.

    Eine weitere Neuerung war ein sogenannter „Sinking Fund“ ein Tilgungsfond der die Zentralbank unterstützte sowie ein „Service Fund“ ein unterstützender Fond.

  • Einführung des Katasters und der Finanzämter, direkte Besteuerung:

    Der Landkataster wurde zwar im Jahre 1791 bereits eingeführt aber nicht konsequent umgesetzt. Unter Napoléon wurde die Landvermessung vorangetrieben und sowohl in Frankreich als auch in den Satelliten Holland und Italien umgesetzt. Es handelte sich um ein riesiges Projekt und diente in erster Linie wohl der „gerechten“ Besteuerung der Bevölkerung. Gleichzeitig wurden die Finanzagenturen des Direktoriums und damit ein effektiver Steuerapparat ausgebaut. Die Steuern mussten (erstmals?) vorab bezahlt werden, es wurde eine Steuervorauszahlung geleistet.

    Die Steuereintreiber in den Städten mit Einnahmen über 15.000 Francs wurden direkt von Napoléon bestellt und mit 4% der Einnahmen am Gewinn beteiligt.

    Es wurden hier ¾ der gesamten direkten Steuern eingetrieben, der Rest wurde in den Städten für beispielsweise Diener, Pferde, Schornsteine, Türen und Fenster sowie Lizenzen auf Patente und Unternehmer eingehoben. Die direkten Steuern deckten 1812 etwa 30% der gesamten Staatsausgaben.

    Alleine über die Landsteuer wurden jährlich über 200 Millionen Francs eingehoben.

  • Indirekte Besteuerung:

    Die indirekten Steuern erwiesen sich als die ideale Steuer, da sie den Ausgaben angepasst werden konnten und die Steuerzahler sie nicht so stark bemerkten. Indirekte Steuern wurden beispielsweise auf Alkohol, Tabak, Salz, Gold und Silber, Kartenspielen. Alleine die Alkoholsteuer stieg jährlich zwischen 1805 und 1812 von 34 Millionen auf 116 Millionen Francs.

    Anmerkung: Der Widerstand in der Bevölkerung war hier wohl eher gering und der Frosch wurde langsam gekocht. Hier sehen wir wohl den Vorläufer unserer Mehrwertsteuer.)

  • Preussen und Österreich, Italien, Holland, Belgien (Anmerkung: Belgien waren vormals die österreichischen Niederlande)

    Es wird geschätzt, dass die eroberten Gebiete zwischen 1804 und 1814 etwa die Hälfte der Militärausgaben bezahlten. Es blieb diesen Ländern nichts anderes übrig als das französische Steuersystem zu übernehmen und den Landkataster einzuführen. Napoleon war der Meinung, dass: „Krieg den Krieg finanzieren sollte“. Alleine von Österreich und Preussen wurden zwischen 1805 und 1809 hunderte Millionen Francs an Frankreich überwiesen.

    (Anmerkung: Der napoleonische Staat war alleine durch Kriege und Eroberung am Leben zu halten was ,nach Einführung einer Zentralbank, nicht verwunderlich erscheint.)

    Quelle: „Napoleon and Europe“ von Philip G. Dwyer (australischer Historiker)

Zusammenfassung:

Die Finanzierung dieses Regimes erfolgte in erster Linie über eine Zentralbank und Schulden bei dieser privaten Bank, Staatsfonds (=Schulden) sowie über direkte (Kataster , Schornsteine , Fenster und Türen ,Lizenzen … ) und indirekte Steuern (Tabak, Alkohol,… ) und vor Allem Expansion der Gebiete und Erpressung zu Zahlungen. Der Nebeneffekt war eine (gewollte?) Verbreitung des „Systems Napoléon“ in großen Teilen Europas.

Napoléon und die sogenannte „französische Revolution“ war wohl ein wichtiger Baustein im Aufbau unseres heutigen Systems und der Vorbereiter der späteren Entwicklung bis hin zu den beiden Weltkriegen. Das seinerzeit eingeführte Steuersystem hat bis heute Bestand. Die österreichische Nationalbank wird als Aktiengesellschaft geführt, hat ein Direktorium, einen Gouverneur und Stammkapital.

Hier sei noch auf drei weitere interessante Aspekte verwiesen:

  1. Die Schlacht auf dem Walserfeld im Dezember 1800 die zwar für Napoleon verloren ging , aber die österreichischen Truppen mussten sich aufgrund der Bedrohung der Truppen aus dem Norden zurückziehen. Hier stand der Birnbaum auf dem Walserfeld ein, laut Wikipedia, „vermeintlicher“ Thingbaum. Dieser sollte nach dem zweiten Weltkrieg von den Amerikanern entfernt werden, wovon aber damals Abstand genommen wurde als man sah wie wenig imposant der Baum eigentlich ist. Dies wurde dann 2015 durch einen Bürgermeister nachgeholt. ( Ob in dieser Niederlage der Grund hierfür zu finden ist ?)

    Quelle : Schlacht am Walserfeld,Birnbaum auf dem Walserfeld [beides de.wikipedia.org]

  1. Adrian Nicolaus von Barbier war geheimer Rat (!) der k.k. Monarchie, an den Friedensverhandlungern 1809 mit Napoleon in Budapest beteiligt, Teilnehmer von Konferenzen des Wiener Kongresses 1815 und wurde nach einiger Zeit in Paris zum Gouverneur der am 1.7.1816 gegründeten österreichischen Nationalbank bis 1837. (Anmerkung: Hier spielt wohl der geheime Dienst eine besondere Rolle!)

    Quelle : Adrian Nicolaus von Barbier [de.wikipedia.org]

  1. Der sogenannte „Lousiana Purchase“ der Verkauf von Lousiana an die USA, für 80 Millionen Francs, im Jahre 1803 dürfte der kurzfristigen Überbrückung gedient haben und keineswegs der Finanzierung des Staates oder der Militärs. In diese Zeit fällt zufälligerweise der erste „Bankenlauf“ auf die, damals noch junge, Banque de Francs.

    Quelle : Louisiana Purchase [de.wikipedia.org]

[Hier diese hervorragende Ausarbeitung als PDF – aufrichtigen Dank, werter Konnikur!]

188. Welche Bedeutung hatte der Titel ”Kaiser der Franzosen”?

sherina: [Werte sherina, vergib mir bitte, aber diese Textauszüge von Wikipedia sind derart voller wichtiger Hinweise, dass ich mir an dieser Stelle herausnehme innerhalb Deines Kommentars entsprechende Hinweise zu geben. Aufgepasst: Wichtig für das Gesamtverständnis (den „roten Faden“)! N8w.]

Die öffentliche Empörung über die Ermordung des Herzogs [Herzog von Enghien [de.wikipedia.org], N8w.] war in Frankreich wie in ganz Europa groß, doch konnte sie die Machtposition des Konsuls nicht erschüttern. Die Nachwirkung der aufgedeckten Verschwörung jedoch hatte besonders auf die Mitglieder des Senats und anderer Institutionen beträchtlichen Einfluss. Ein Umsturz der napoleonischen Regierung schien jederzeit möglich.

Wäre einer solchen Aktion Erfolg beschieden, wären die Senatoren ihre lukrativen Ämter losgeworden und die innere Ruhe, die in den letzten Jahren eingekehrt war und die so viele beibehalten wollten, wäre von einem Tag auf den anderen Vergangenheit gewesen. (!)

Der Senat, der das Recht besaß, die Verfassung zu ändern, erkannte den Vorteil eines erblichen Kaisertums der Bonapartes, das beim Verlust des Herrschers sofort einen neuen an dessen Stelle treten ließe und die Erfolgschancen jeglichen weiteren Umsturzversuches massiv erschweren würde. Joseph Fouché, ehemaliger Polizeiminister und Senator von Aix, der beim Konsul in Ungnade gefallen war, nahm in dieser Lage die Chance wahr, sich bei Napoleon wieder beliebt zu machen, und trug im Auftrag des Senats Napoleon eine Verfassungsänderung mit ihm als Kaiser an.

Napoléon, seit 1802 Konsul auf Lebenszeit, hatte dieses Entgegenkommen des Senats erhofft und durch seine Politik auch bewusst beeinflusst. Sein Bestreben auf eine dauerhafte Sicherung der Machtposition seiner Familie und die Erhöhung seines Titels war auch ausländischen Diplomaten nicht verborgen geblieben. Gesandte Österreichs und Preußens sahen in ihren Briefen die Möglichkeit eines „Kaiserreiches der Gallier“ in naher Zukunft. Die erste Vorlage der Verfassungsänderung umfasste folgende Punkte:

1. Napoléon Bonaparte wird mit der Regierung der französischen Republik betraut.
2. Die Kaiserwürde wird seiner Familie für erblich erklärt. [Was ist ein „Kaiser“? Kann ein Kaiser überhaupt „erblich“ sein? … N8w.]

Am 30. März 1804 wurde im Senat der Antrag mit fünf Gegenstimmen angenommen, das Corps législatif stimmte der Vorlage ebenfalls zu. Die endgültige Version der neuen Verfassung wurde vom Staatsrat ausgearbeitet und in einer feierlichen Sitzung am 18. Mai dem Senat erneut vorgelegt. Fünf Gegenstimmen und eine Enthaltung gegen 74 Ja-Stimmen brachten Frankreich das Kaisertum. Man hatte sich auf Betreiben Napoléons auf den Titel eines Kaisers (auf Französisch Empereur) geeinigt, da ein monarchischer Titel nötig war, jedoch der des Königs unliebsame Erinnerungen geweckt hätte.

[War dies wirklich der Fall, oder wusste man sehr wohl und sehr genau, was es mit dem Kaisertitel auf sich hatte? … N8w.]

Im antiken Rom hatte sich Octavian zum Caesaren, also zum Kaiser gemacht …

[Ja, ich wiederhole mich, doch das Verständnis dieses enorm wichtigen Punktes ist so, so wichtig! Was ist ein Kaiser? Wer dies noch nicht in Gänze verinnerlicht hat, möge bitte die angebotenen Informationen sichten (Siehe Teil 1) und seinen Verstand einschalten! Dies nicht nur mit Bezug auf den „Kaiser“ im ehemaligen Westreich Roms, sondern durchaus auch auf der gegenüberliegenden Seite (worauf wir in der Schlussbetrachtung noch kommen werden, denn erst so ergibt dieses ganze Geschehen wirklich Sinn!). Dies ist für das Verständnis der nachfolgenden Ereignisse so wichtig, wie es kaum in Worte zu fassen ist! … N8w.]

…, weil auch er einen Königstitel nicht ohne die Missgunst des Volkes hätte annehmen können. Napoléon berief sich auf diese Tatsache, hatte doch seine Karriere so verblüffende Ähnlichkeit mit der des Augustus. Außerdem war auch Karl der Große im Jahr 800 zum Kaiser gekrönt worden.

[Geht an dieser Stelle nochmal zurück zu der Kaiserkrönung Karls (Teil 1). Warum durfte er den Titel „Kaiser“ annehmen und was bedeutete dies in seinem ganzen Ausmaß! … N8w.]

Große rechtliche Neuerungen brachte die neue Verfassung nicht, da Napoléon faktisch seit seinem Staatsstreich diktatorisch regiert hatte.

Der neue Kaiser wollte jedoch trotz aller staatsrechtlichen Legitimationen seines neuen Titels …

[Welche „Legitimation“ hatte er denn? Staatsrechtlich?! Auch dies ein sehr, sehr wichtiger Aspekt im Gesamtgefüge. Ich nehme dies hier vorweg: Von der ursprünglichen Definition her hatte er jede Legitimation! Dafür ist es nur zwingend notwendig zu begreifen, was denn ein „Kaiser“ ist! … N8w.]

… eine Bestätigung durch das französische Volk. Über viereinhalb Millionen stimmten für ihn, nur wenige Tausend gegen seine Monarchie. (!)

Kaiserkrönung Napoléons I. [de.wikipedia.org]

Das erste Französische Kaiserreich leitete trotz der militärischen Niederlage die langsame Liberalisierung Europas und das Ende des höfischen Absolutismus ein. Es verfügte mit der Grande Armée über eine der größten Streitkräfte der europäischen Geschichte.

Erstes Kaiserreich [de.wikipedia.org]

» Darum auch Kaiser der Franzosen. Unglaublich, es funktioniert immer wieder, sich die Legitimation vom Volk einzuholen, die für etwas stimmen, wovon sie gar nicht wissen, was dies für sie und andere Völker für Konsequenzen hat. [Treffend formuliert, werte sherina. Die „Legitimation“ für den Titel „Kaiser“ kann nicht vom Volk kommen! … N8w.]

189. Wie haben die Vertreter der europäischen Großmächte auf Napoléons Selbsterhebung zum Kaiser reagiert?

sherina: Aufstieg des Kaiserreichs und Neuordnung Europas

Diese Krönungen führten zu weiteren Konflikten in den internationalen Beziehungen. Zar Alexander I. ging im April 1805 ein Bündnis mit Großbritannien ein. Ziel war es, Frankreich auf die Grenzen von 1792 zurückzuwerfen. Dem schlossen sich Österreich, Schweden und Neapel an. Nur Preußen beteiligte sich nicht an dieser Dritten Koalition. [sic. !] Umgekehrt traten die nach dem Reichsdeputationshauptschluss gestärkten deutschen Länder Bayern, Württemberg und Baden auf Seiten Napoléons I. in den Krieg ein. Gemäß seiner schon früher bewährten Taktik, die feindlichen Armeen voneinander zu trennen und nacheinander zu schlagen, wandte er sich zunächst gegen Österreich.

In Deutschland wurde am 16. Juli 1806 aus anfangs 16 Ländern der Rheinbund gegründet. Seine Mitglieder verpflichteten sich zur militärischen Unterstützung Frankreichs und zum Austritt aus dem Heiligen Römischen Reich. Protektor des Bundes – als im politischen Wortsinn Beschützer oder als eine Schutzmacht – war Napoléon I. Daraufhin legte Franz II. die Kaiserkrone des Heiligen Römischen Reiches nieder. Bereits zum Jahre 1808 hin gehörten fast alle deutschen Staaten außer Österreich und Preußen zum Rheinbund. Es entwickelte sich sozusagen ein „Drittes Deutschland“ ohne Österreich und Preußen (die Triasidee).

Erstes Kaiserreich [de.wikipedia.org]

190. Welche Folgen hatte die Säkularisierung Frankreichs während der Revolution?

kph: In Europa begann die Säkularisierung mit der Aufklärung und erreichte in der Französischen Revolution mit der angestrebten völligen Abschaffung der Religion vorläufige Höhepunkte (Beispiele: Einführung eines Revolutionskalenders ab dem „Jahr der Revolution“, Abschaffung der nichtrevolutionären Feste, radikale Enteignung der Klöster und Ordensgemeinschaften).

Säkularisierung [de.wikipedia.org]

Das Konkordat vom 15. Juli 1801 war ein Staatskirchenvertrag zwischen Frankreich und dem Heiligen Stuhl. Napoléon beendete damit den geistlich-weltlichen Kampf mit der katholischen Kirche in seinem Sinne. Napoléon hatte mit Rom eine Regelung angestrebt, um der Unterdrückung des Katholizismus als Resultat der Revolution entgegenzusteuern. Dazu veranlasste ihn zum einen das Kalkül, sich als erster Konsul der formell noch existierenden Republik zu profilieren, zum anderen die Beendigung der Revolution durch den Staatsstreich von 1799 nun auch auf kirchlichem Gebiet auszudrücken.

In diesem Vertrag, den Napoléon als Vertreter der Ersten Republik und Kardinal Consalvi als Vertreter Papst Pius VII. unterzeichneten, erkannte der Papst die Französische Republik, den Zivilstand der Katholischen Kirche und die von Napoléon angeordnete Entlassung aller Bischöfe an.

Pius VII., der 1804 zur Kaiserkrönung Napoléons genötigt wurde und im Streit mit dem Kaiser 1806 bis 1814 in Gefangenschaft geriet, beurteilte die Situation realpolitisch, weshalb er sich zu Verhandlungen bereit zeigte. 1801 kam es zur Unterzeichnung des Konkordats in Paris. In der Präambel wurde die katholische Religion als die „der großen Mehrheit der französischen Bürger“ bezeichnet, ohne dass allerdings wie bisher von einer „Staatsreligion“ die Rede war. Das Konkordat nämlich erkannte die Pluralität der religiösen Bekenntnisse, die Freiheit der Kultusausübung und die Republik als solche an.

Ein weiteres Ergebnis des Konkordats war, dass die Autorität Napoléons gestärkt wurde. Außerdem schuf es eine Ordnung des kirchlichen Lebens bis zur radikalen Trennung von Staat und Kirche 1905 und diente als Vorbild für andere Kirchen und Länder.

Konkordat von 1801 [de.wikipedia.org]

191. Welche politische Position vertrat Großbritannien/das Vereinigte Königreich in der europäischen Machtstruktur Eingangs des 19. Jahrhunderts?

kph: Als Folge von Aufständen in Irland von 1798 beschloss die britische Regierung die formelle Unabhängigkeit Irlands endgültig zu beenden. So wurde Irland mit dem Act of Union 1800 dem Königreich Großbritannien angeschlossen, was einerseits den Verlust des irischen Parlaments, andererseits die rechtliche Einheit und damit die formelle Gleichstellung von Großbritannien und Irland zum 1. Januar 1801 nach sich zog. Es entstand das Vereinigte Königreich von Großbritannien und Irland. Die angestrebte staatsbürgerliche Gleichstellung der Katholiken scheiterte am Widerstand König Georgs III., worauf der Premierminister zurücktrat.

1802 schloss Henry Addington, den Vertrag von Amiens mit Frankreich. Dieser Friedensschluss war äußerst populär, da der Krieg mit Frankreich und die mit ihm verbundene Wirtschaftskrise unter anderem zur erstmaligen Erhebung einer allgemeinen Einkommensteuer geführt hatte. Allerdings folgte nur eine etwa einjährige Friedenszeit, die Großbritannien zur massiven Aufrüstung und zu einer erneuten Kriegserklärung an Frankreich am 18. Mai 1803 nutzte.

In der Auseinandersetzung mit Napoléon Bonaparte behielten die Briten in der Schlacht von Trafalgar 1805 die Oberhand und beendeten mit ihr jede französische Handlungsfähigkeit zur See. In der europäischen Kriegsführung zu Lande blieb Bonaparte jedoch erfolgreich. Mit der Kontinentalsperre schloss Frankreich 1806 alle kontinentalen Häfen für den britischen Handel. Dies führte zwar zu Arbeitslosigkeit, Lohnverfall und Preissteigerungen auf der Insel, zwang Großbritannien aber nicht in die Knie.

Vor allem im Baltikum und in Portugal war die Kontinentalsperre durchlässig, zudem konnte Frankreich den Schmuggel nicht unter Kontrolle bringen. Zum Ausgleich für die Kontinentalsperre und auch als Ersatz für den verlorenen Absatzmarkt in den nordamerikanischen Kolonien konzentrierte sich der britische Handel zunehmend auf Südamerika. Zudem waren mit der Unabhängigkeit der Vereinigten Staaten die Absatzmärkte für den Sklavenhandel zusammengebrochen und eine immer stärkere Abolitionsbewegung war entstanden, so dass die britische Regierung den Sklavenhandel 1807 verbot.

Während Napoléon 1812 seine Kräfte in der Auseinandersetzung mit Russland überforderte, konzentrierte sich Großbritannien auf einen Expeditionsfeldzug nach Spanien. 1809 waren Truppen unter Arthur Wellesley, 1. Herzog von Wellington, dem bedeutendsten britischen Heerführer dieser Zeit, auf der Iberischen Halbinsel gelandet und führten dort gemeinsam mit Aufständischen einen zähen Kampf gegen die Truppen Napoléons und erzielten 1813 den auf diesem Kriegsschauplatz entscheidenden Sieg.

Nach der Schlacht bei Waterloo im Juni 1815 war Großbritannien mit seinem Gesandten Castlereagh auf dem Wiener Kongress maßgeblich an der Neuordnung Europas beteiligt, verzichtete trotz seiner starken Stellung aber auf erneuten Territorialbesitz auf dem Kontinent. Die britische Außenpolitik war in erster Linie an einer Machtbalance auf dem Festland interessiert, in der sich die dortigen Mächte gegenseitig neutralisieren sollten. Darüber hinaus sollte das Prinzip des Freihandels den Kontinent zum Absatzmarkt für britische Waren machen.

Geschichte des Vereinigten Königreichs von Großbritannien und Irland [de.wikipedia.org]

192. Wie stellten sich die verwandtschaftlichen Beziehungen zu dieser Zeit zwischen den europäischen Großmächten dar?

kph: Diese Mächte waren Frankreich, Österreich, Großbritannien, Russland, Spanien und Preußen.

Frankreich:

Ludwig XVI. August von Frankreich (* 23. August 1754 in Versailles; † 21. Januar 1793 in Paris) aus dem Haus der Bourbonen war als Louis Auguste zunächst Herzog von Berry und wurde nach dem Tode seines Vaters 1765 Dauphin sowie nach dem Tode seines Großvaters 1774 schließlich König von Frankreich und Navarra. Ludwigs Eltern, Dauphin Ludwig Ferdinand (1729–1765) und Maria Josepha von Sachsen, Tochter von Friedrich August II. Kurfürst von Sachsen und König von Polen.

Am 16. Mai 1770 heiratete der 15-jährige Kronprinz zur Festigung des französisch-österreichischen Bündnisses die ein Jahr jüngere habsburgische Prinzessin Marie Antoinette, Tochter des Kaiserpaars Franz I. Stephan und Maria Theresia.

Ludwig XVI [de.wikipedia.org]

Österreich:

Franz Joseph Karl (* 12. Februar 1768 in Florenz; † 2. März 1835 in Wien) aus dem Haus Habsburg-Lothringen war von 1792 bis 1806 als Franz II. der letzte Kaiser des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation. 1804 begründete er das Kaisertum Österreich, das er als Franz I. bis zu seinem Tod regierte. Erzherzog Franz Joseph Karl wurde 1768 als ältester Sohn des Großherzogs Peter Leopold von Toskana (später Kaiser Leopold II.) und von Maria Ludovica, gebürtige Prinzessin von Spanien als Tochter König Karls III., zu Florenz geboren.

Franz heiratete in erster Ehe am 6. Januar 1788 in Wien Prinzessin Elisabeth Wilhelmina (1767–1790), Tochter des Herzogs Friedrich Eugen von Württemberg und dessen Gattin Prinzessin Friederike Dorothea Sophia von Brandenburg-Schwedt. In zweiter Ehe heiratete er 1790 in Wien seine Cousine väterlicher- wie mütterlicherseits Maria Theresa von Neapel-Sizilien (1772–1807), Tochter König Ferdinands I. beider Sizilien und dessen Gattin Erzherzogin Maria Karolina von Österreich.

Franz II. (HRR) [de.wikipedia.org]

Großbritannien:

Georg III. Wilhelm Friedrich (englisch George William Frederick; * 4. Juni 1738 in London; † 29. Januar 1820 in Windsor Castle) war von 1760 bis 1801 König von Großbritannien und Irland, danach bis zu seinem Tod König des Vereinigten Königreichs Großbritannien und Irland. Im Heiligen Römischen Reich regierte er als Kurfürst von Braunschweig-Lüneburg, seit dem Wiener Kongress als König von Hannover (1814). Außerdem war er der letzte britische Monarch, der sich infolge des Hundertjährigen Krieges als König von Frankreich bezeichnete [!]. Georg war der dritte britische Monarch aus dem Haus Hannover, doch der erste, der in Großbritannien geboren wurde und dessen Muttersprache Englisch war.

Georg wurde am Morgen des 4.Juni 1738 im Norfolk House in London geboren. Er war ein Mitglied des Fürstengeschlechts der Welfen, zu seinen Vorfahren gehörte unter anderen Heinrich der Löwe. Sein Vater war Friedrich Ludwig von Hannover, seine Mutter war Augusta von Sachsen-Gotha-Altenburg. König Georg II. war sein Großvater. Am 8.September 1761 heiratete der König in der Chapel Royal des St James’s Palace Prinzessin Sophie Charlotte von Mecklenburg-Strelitz.

Georg III. (Vereinigtes Königreich) [de.wikipedia.org]

Russland:

Katharina II., genannt Katharina die Große (* 2. Mai 1729 als Sophie Auguste Friederike von Anhalt-Zerbst in Stettin; † 17. November 1796 in Sankt Petersburg), war ab dem 9. Juli 1762 Kaiserin von Russland, Herzogin von Holstein-Gottorf und ab 1793 Herrin von Jever. Sie war eine Tochter von Fürst Christian August von Anhalt-Zerbst aus dem Geschlecht der Askanier, dem damaligen preußischen General und Gouverneur von Stettin, und dessen Gemahlin Johanna Elisabeth von Holstein-Gottorf, der jüngeren Schwester von Adolf Friedrich, der 1751 schwedischer König wurde. Somit war Katharina eine Verwandte des neuen schwedischen Herrscherhauses Holstein-Gottorf.

1743 beschloss die Zarin Elisabeth Petrowna auf Anraten Friedrichs II., ihren Nachfolger, den russischen Thronfolger Großfürst Peter Fjodorowitsch und späteren Kaiser Peter III., den ersten Zaren aus der bis 1918 regierenden Dynastie Romanow-Holstein-Gottorp, mit Sophie, seiner Cousine zweiten Grades, zu vermählen. Am 1. September 1745 war die Hochzeit.

Katharina II. [de.wikipedia.org]

Spanien:

Karl IV. (span. Carlos IV, * 11. November 1748 in Portici; † 20. Januar 1819 in Rom) war spanischer König vom 14. Dezember 1788 bis zu seiner Abdankung am 19. März 1808. Karl war der zweite Sohn von Karl III. und dessen Frau Maria Amalia von Sachsen. Er wurde in Portici geboren, während sein Vater König beider Sizilien war.

Am 4. September 1765 heiratete er – noch als Prinz von Asturien – die dreizehnjährige Maria Luise von Bourbon-Parma, seine Cousine ersten Grades. Durch diese Hochzeit sollten die Beziehungen zwischen den in Spanien und Parma regierenden Bourbonen gefestigt werden. Seine Frau war, auch nach Beschreibung von Francisco de Goya, der dominierende Part in dieser Ehe.

Karl IV. (Spanien) [de.wikipedia.org]

Preußen:

Friedrich Wilhelm III. (* 3. August 1770 in Potsdam; † 7. Juni 1840 in Berlin) war seit 1797 König von Preußen und als Markgraf von Brandenburg zudem Kurfürst des Heiligen Römischen Reiches bis zu dessen Auflösung im Jahre 1806. Er entstammte dem deutschen Fürstenhaus Hohenzollern. Friedrich Wilhelm wurde am 3. August 1770 in Potsdam als ältester Sohn des damaligen Thronfolgers und späteren preußischen Königs Friedrich Wilhelm II. und Friederike von Hessen-Darmstadt geboren.

Am 24. Dezember 1793 heiratete Friedrich Wilhelm Luise zu Mecklenburg-Strelitz. Das befriedigende Eheleben führte zu zehn Kindern, von denen sieben erwachsen wurden. Prinz Friedrich Wilhelm IV., der älteste Sohn, folgte seinem Vater als preußischer König nach. Prinz Wilhelm I., der zweitgeborene Sohn, wurde 1861 preußischer König und ab 1871 der erste Kaiser des Deutschen Kaiserreiches. Die älteste Tochter, Prinzessin Charlotte von Preußen, bestieg als Alexandra Fjodorowna den russischen Zarenthron. Luise von Preußen, die jüngste Tochter aus der Ehe mit Luise, wurde Prinzessin der Niederlande. Tochter Alexandrine von Preußen wurde Großherzogin von Mecklenburg-Schwerin.

Friedrich Wilhelm III. (Preußen) [de.wikipedia.org]

193. Auf wessen Veranlassung wurde der Immerwährende Reichstag mit der Reichsdeputation beauftragt?

kph: Im sogenannten Frieden von Lunéville (9. Februar 1801) bestätigte der Kaiser als Oberhaupt des Heiligen Römischen Reiches daraufhin die bereits im Frieden von Basel 1795 mit Preußen und im Frieden von Campo Formio 1797 mit Österreich vereinbarte Abtretung des linken Rheinufers an Frankreich. Bereits in den Geheimklauseln der Verträge von Basel und Campo Formio sowie in den Beschlüssen des Rastatter Kongresses (1797–1799) war festgeschrieben worden, dass die linksrheinischen Verluste der Reichsfürsten durch Säkularisation und teilweise auch durch Mediatisierung im rechtsrheinischen Deutschland ausgeglichen werden sollten.

Mit dem Frieden von Lunéville und nicht erst mit dem Reichsdeputationshauptschluss war ihre Auflösung bereits beschlossene Sache. Lediglich die konkrete Aufteilung der Territorien und Länder war zu diesem Zeitpunkt noch nicht geregelt.

Aufgrund der sich zuspitzenden außenpolitischen Großwetterlage sah sich Napoléon im Sommer 1802 dazu gezwungen, die deutschen Entschädigungsverhandlungen möglichst rasch abzuschließen. Mit dem Vereinigten Königreich von Großbritannien und Irland zeichnete sich bereits der nächste Krieg ab. Das russische Zarenreich unter Alexander I. drohte sich von Frankreich abzuwenden. Preußens Neutralität wurde unsicher.

Um den Verhandlungen zwischen dem Reich und Frankreich einen legitimen Anstrich zu verleihen, brauchte Napoléon allerdings noch die rechtliche Zustimmung des Kaisers in Wien. Mit dem Zugeständnis, dass ein Teil des Hochstiftes Eichstätt an das von den Habsburgern regierte spätere Kurfürstentum Salzburg fallen sollte, gelang es Napoléon den Kaiser dazu zu bewegen, den Immerwährenden Reichstag damit zu beauftragen, die Gespräche zu führen. Der Reichstag hatte bereits am 2. Oktober 1801 vorgeschlagen, die Entschädigungspläne durch eine eigene Kommission, der sogenannten Reichsdeputation, ausarbeiten zu lassen.

Reichsdeputationshauptschluss [de.wikipedia.org]

194. Wer waren die berufenen Mitglieder der Reichsdeputation und wer war nicht vertreten?

kph: In der Reichs-General-Vollmacht vom 3. August 1802 wurden folgende Reichsstände in die Reichsdeputation zur Klärung der Entschädigungsfrage berufen:

Aus dem Kurfürstenrat: Kurmainz, Kursachsen, Kurböhmen, Kurbrandenburg
Aus dem Reichsfürstenrat: Herzogtum Bayern, Herzogtum Württemberg, Hoch- und Deutschmeister des Deutschen Ordens, Landgrafschaft Hessen-Kassel

Die geistlichen Reichsstände und die Reichsstädte, die nach dem Inhalt des Hauptschlusses ihre Reichsstandschaft verlieren sollten, wurden in den Sitzungen der Kollegien für „abwesend“ erklärt und konnten an Beratung und Abstimmung nicht teilnehmen.

Der Reichsdeputationshauptschluss wurde im März 1803 vom Reichstag einstimmig angenommen. Allerdings hatten bereits Ende 1802 die meisten geistlichen Fürsten auf ihre weltlichen Herrschaftsrechte und damit auf Sitz und Stimme im Reichstag verzichtet. Die an der Reichsdeputation beteiligten Reichsstände wie der Erzbischof von Salzburg, die Bischöfe von Passau, Freising, Trient und Brixen, der Fürstpropst von Berchtesgaden und die schwäbischen Reichsprälaten hatten sich im Januar 1803 darauf geeinigt, an den abschließenden Beratungen des Reichstags über die Reichsdeputation nicht teilzunehmen.

Sie wollten damit vermeiden, dass vom Reichstag über ihr Schicksal und die Auflösung ihrer Herrschaftsgebiete abgestimmt wurde. Insofern war der Beschluss zwar formaljuristisch einstimmig, aber nicht mit der Zustimmung aller Reichsstände getroffen worden. Kaiser Franz II. schloss sich im April – wenn auch unter Vorbehalt – diesem Votum an.

Reichsdeputationshauptschluss [de.wikipedia.org]

N8waechter: Eine der wichtigsten Mächte des Reiches – Preußen – saß nicht mit am Tisch! Dafür aber der Hochmeister der Deutschritter … spannend, oder?

Erenion: Einspruch Euer Ehren. Kurbrandenburg saß mit am Tisch. Preußen konnte ja nicht mit am Tisch sitzen, sonst wäre ja die Sonderstellung Preußens dahin gewesen. Ich denke, der König von Preußen und seine Leute wussten sehr genau warum.

N8waechter: Richtig, Erenion,

dasselbe gilt für Kurböhmen, also das Haus Habsburg, welches nicht in der Funktion als König/Kaiser anwesend war. Da hat man bei der Reichsdeputation doch tatsächlich die alten Regeln (Goldene Bulle) beachtet.

Und doch stellt sich die Frage, was der Deutschmeister dort zu suchen hatte?! Der Deutschritterstaat lag schließlich außerhalb des Reiches und überhaupt, wo war eigentlich Kurhannover?

Erenion: Lieber N8Waecher,

es ist allerdings eine gute Frage, was der Deutsche Orden in dieser Runde zu suchen hatte. Eine Antwort könnte hiermit zusammenhängen:

Deutscher Orden [de.wikipedia.org]

„Die Institutionen des Heiligen Römischen Reiches erkannten das weltliche Herzogtum Preußen nicht an, sondern setzten bis zum Ende des 17. Jahrhunderts formal Administratoren für Preußen ein.

Der Ordenszweig im Reich fand sich mit der Umwandlung „seines“ Ordensstaates Preußen in ein weltliches Herzogtum nicht ab. Ein hastig einberufenes Generalkapitel setzte den bisherigen Deutschmeister Walther von Cronberg als neuen Hochmeister ein. Vom Kaiser erhielt er 1527 die Berechtigung, sich Administrator des Hochmeistertums zu nennen und damit den Besitzanspruch auf Preußen aufrechtzuerhalten. Erst 1530 erlaubte ein kaiserliches Dekret Cronberg, sich nun auch Hochmeister zu nennen. Aus dieser Bezeichnung entstand später der Kurztitel Hoch- und Deutschmeister.

Cronberg wurde gleichzeitig zum Administrator Preußens ausgerufen und auf dem kaiserlichen Reichstag zu Augsburg im Jahr 1530 durch Kaiser Karl V. mit dem Preußenland belehnt [sic.! Was ist ein Lehen? N8w.].

Anschließend verklagte Cronberg seinen ehemaligen Hochmeister, Herzog Albrecht, vor dem Reichskammergericht. Der Prozess endete 1531 mit der Verhängung der kaiserlichen Reichsacht gegen Herzog Albrecht sowie der Weisung an Albrecht und den Preußischen Bund, dem Orden die angestammten Rechte in Preußen wieder einzuräumen.“

Allerdings gehörte Preußen ja von Anfang an nicht zum Heiligen Römischen Reich. Preußen hatte wohl nicht nur einen Sonderstatus. Möglicherweise hatte es gleich mehrere gleichzeitig.

N8waechter: Der entscheidende Punkt ist die Frage nach dem Status Preußens. Der Deutschritterstaat gehörte nicht zum HRRDN, darum ist der Zusammenschluss von Brandenburg mit dem Deutschritterorden auch von Bedeutung. Das Königreich Preußen ist woraus hervorgegangen?

Für das Gesamtverständnis ist es wichtig, diesen Aspekt weiter zu vertiefen und aufzuklären und ich bin gespannt, ob ich hier etwas Neues lernen werde, denn mein Verständnis dieser Umstände ist ein Stück weit vernebelt …

Da war das askanische Markgrafentum Brandenburg, und dann wurde die Kurwürde verliehen. Doch in welchem Zusammenhang steht dies mit dem Deutschritterorden? Dann kam „Brandenburg-Preußen“ und 1701 gab es das „Königreich Preußen“. Doch wie kam es dazu?

Welche Rolle hatte das Königreich Preußen ab 1701 inne? Was bedeutete dies für das Reich? Und welche Rolle spielte der Deutschritterorden/-staat in diesem Zusammenhang?

Ideen?

Erenion: Werter N8Waechter,

für das erste möchte ich 2 oben genannte Ereignisse in einen größeren zeitlichen Zusammenhang stellen. Auch um selbst einen Überblick zu bekommen:

1. 1527 wird der Deutschmeister zum „Administrator des Hochmeistertums“ ernannt und 1530 zum Hochmeister und wird mit dem „Preußenland“ belehnt.

Karl V. [de.wikipedia.de]

Hier sind, meiner bescheidenen Meinung nach, 2 Punkte wichtig. Zum Einen:

Karl V. verstand sich als Universalmonarch. Im wortwörtlichen Sinn als „Herrscher über den Erdkreis“ (tatsächlich war wohl kaum ein anderer Kaiser diesem Anspruch so nahe gekommen). Als dazu gehörte für ihn auch die Rolle des Friedenswahrers. Zum Anderen: Die Krönung zum Kaiser durch den Papst erfolgte 1530.

Karl V. war daher lange zu Verhandlungen mit den protestantischen Fürsten bereit. In diese Zeit fallen die Entscheidungen bezüglich Preußens und des Deutschen Ordens. Daher deute ich die Ernennung des Deutschmeisters zum „Administrator des Hochmeistertums“ (Achtung: des Hochmeistertums! Nicht des Amtes des Hochmeisters! [Richtig, diese Unterscheidung ist sehr wichtig. N8w.]) so:

Man präsentiert eine Entscheidung, die einem sehr viele Möglichkeiten für die Zukunft offen lässt. Der Romkirche und ihren Vasallen im Orden kann man Sagen „Ich tue was ich kann“ und den Protestanten (darunter den Preußen) kann man sagen „wir können über alles reden“. Offensichtlich kann und will der Kaiser zu diesem Zeitpunkt keine echte Entscheidung treffen.

Im Jahre des Herrn 1530 wird Karl V. vom Papst zum Kaiser gesalbt. Jetzt ist der Kaiser handlungsfähiger. Allerdings hat sich die Lage im Reich nicht gebessert und Karl gibt sich nach wie vor verhandlungsbereit. Tatsächlich hat er die Lage des Reiches und des Kaisertums sehr wohl im Blick und ist sich bewusst, dass das Reich die eine Reichskirche braucht. In diesem Sinne ist auch die Ernennung des Deutschmeisters zum Hoch- und Deutschmeister und die Belehnung mit dem „Preußenland“.

Er versucht das Problem Preußen in seinem Sinne zu Regeln und lässt sich im Zweifel einige Möglichkeiten offen. Entweder Preußen wird wieder katholisch, dann gehört es wieder dem Orden und dieser ist dem Kaiser mehr verpflichtet als vorher. Oder Preußen bleibt protestantisch. Dann kann man sagen: „Der katholische Deutsche Orden braucht doch nun mal einen Hochmeister“ und die Belehnung mit dem „Preußenland“ hat in etwa so viel Bedeutung, wie die Ernennung des (wegen skandalösem, ausschweifenden Lebenswandels) aus seinem Amt vertriebenen Bischofs von Würzburg Sigismund zum Patriarchen von Alexandria ca. 100 Jahre zuvor.

Allerdings war diese Entscheidung für das Reich verbindlich. Dadurch wurde Preußen zu einem „darüber Reden wir nicht“ ( oder auch „Bitte gehen Sie weiter. Hier gibt es nichts zu sehen.“) Problem.

2. 1701 erhebt sich Friedrich I. zum König in Preußen

Auch hier ist der zeitliche Zusammenhang wichtig. Zum Einen: 1697 wird Friedrich August I. von Sachsen zum König von Polen gewählt. Die Wahl gewinnt dieser durch Bestechungszahlungen, die massiv von den Jesuiten unterstützt werden. Wenig später wird Polen in den Nordischen Krieg verwickelt, da August der Starke versprach Livland für Polen zurückzuerobern.

Nun, Livland, das heutige Lettland (besteht im Wesentlichen aus dem historischen Kurland und Livland) war nicht weit weg von Preußen. (Wäre August der Starke als Heerführer ähnlich genial gewesen wie als Mäzen, dann wäre das wohl für Jesuiten und Deutschordensritter und … gut gewesen.). Die weitere Entwicklung war ja noch nicht absehbar.

» Unter anderem, wie lange würde sich das Haus Wettin in Polen halten? Hier bitte ich zu beachten, dass Friedrich August der Gerechte, Kurfürst von Sachsen und König von Sachsen von Napoléons Gnaden, auch Großherzog von Warschau war und polnische Kräfte hatten ihm nach dem Fall Napoléons die erbliche polnische Königskrone angeboten. Das wurde allerdings durch den Wiener Kongress verhindert.

Zum anderen erbte 1705 der Kurfürst von Hannover die Krone von Großbritannien. Daher war die Umwandlung vom Herzogtum mit Sonderstatus zum Königreich nur folgerichtig. Denn sonst hätte Preußen im Konzert der europäischen Mächte den Anschluss verloren.

Ja, Preußen spielt eine sehr wichtige Rolle.

Gänselieschen: … die Frage wie Brandenburg zu Preußen kam, hat mir auch keine Ruhe gelassen. Beim Lesen über den Deutschritterorden bin ich auf Interessantes gestoßen:

„Der Niedergang des Deutschritterordens und die Existenz des Ordensstaates finden im 16. Jahrhundert ein Ende, als der Großmeister Herzog Albrecht von Hohenzollern die lutherische Lehre annimmt, den Glauben säkularisiert, die Oberhoheit Polens anerkennt und damit zum polnischen Vasallen wird.“

Der Deutschritterorden – Die Wiege Preußens [dreizackreisen.de]

Interessant wird es, wenn man dazu Erenions Ausführungen gedanklich einfügt:

Anschließend verklagte Cronberg seinen ehemaligen Hochmeister, Herzog Albrecht, vor dem Reichskammergericht. Der Prozess endete 1531 mit der Verhängung der kaiserlichen Reichsacht gegen Herzog Albrecht sowie der Weisung an Albrecht und den Preußischen Bund, dem Orden die angestammten Rechte in Preußen wieder einzuräumen.“

Es scheint so, dass das nicht geschehen ist.

Herzog Albrecht von Hohenzollern [de.wikipedia.org]

Herzog Albrecht entstammt der fränkischen Linie der Hohenzollern. Mit Albrecht Friedrichs Tod starben 1618 die fränkisch-preußischen Hohenzollern aus. Ihr Erbe fiel an die Brandenburger. Auf diese Weise waren Brandenburg und Preußen seit 1618 in einer Personalunion verbunden, wobei der brandenburgische Kurfürst in seiner Funktion als preußischer Herzog dem polnischen König zunächst noch zur Vasallentreue verpflichtet blieb. Dieses Belehnungsverhältnis endete 1657 mit dem Vertrag von Wehlau, durch den die volle Souveränität über das Herzogtum vom König von Polen an den Kurfürsten Friedrich Wilhelm von Brandenburg und dessen leibliche Erben überging.

Herzog Albrecht Friedrich [de.wikipedia.org]

Weiter mit dem Orden:

Oft gerieten sie in die Abhängigkeit benachbarter Adelsfamilien, die ihre Söhne traditionell in den Orden entsandten. In Thüringen, Sachsen, Hessen und Utrecht, wo sich die neue Lehre fest etabliert hatte, gab es auch lutherische und reformierte Ordensbrüder, die sich – dem korporativen Denken des Adels folgend – dem Hochmeister gegenüber loyal verhielten, auch im Zölibat lebten und nur die Gelübdeformel durch einen Eid ersetzten.

Zum ersten Mal 1590 und später immer häufiger wählte man den Hoch- und Deutschmeister aus führenden Geschlechtern katholischer Territorialstaaten, vor allem aus dem Haus Österreich. Dies schuf neue familiäre und politische Querverbindungen zum deutschen Hochadel, ließ aber auch den Orden mehr und mehr zu einem Objekt habsburgischer Politik werden.

Geschichte [deutscher-orden.de]

Mir sind katholisch und Habsburg aufgefallen. Ich gehe davon aus, dass man damals vorausschauender war und Preußen nicht katholisch, im Reich und bei den Habsburgern sehen wollte. In dem Buch von Christopher Clark, ist mir immer wieder die vorausschauende Art der Hohenzollern aufgefallen. Das ist jetzt zwar nur Spekulatius, aber anders läßt es sich nicht wirklich erklären.

Vielleicht steckt ja auch der Kaiser mit drin. Dazu nochmal aus Erenions Text:

Karl V. war daher lange zu Verhandlungen mit den protestantischen Fürsten bereit. In diese Zeit fallen die Entscheidungen bezüglich Preußens und des Deutschen Ordens. Daher deute ich die Ernennung des Deutschmeisters zum „Administrator des Hochmeistertums“ (Achtung: des Hochmeistertums! Nicht des Amtes des Hochmeisters! [Richtig, diese Unterscheidung ist sehr wichtig. N8w.])

So. Man präsentiert eine Entscheidung, die einem sehr viele Möglichkeiten für die Zukunft offen lässt. Der Romkirche und ihren Vasallen im Orden kann man Sagen „Ich tue was ich kann“ und den Protestanten (darunter den Preußen) kann man sagen „wir können über alles reden“. Offensichtlich kann und will der Kaiser zu diesem Zeitpunkt keine echte Entscheidung treffen.“

Der oben schon angemerkte Titel „Administrator des Hochmeistertums“ fügt sich dabei gut ein. Der Administrator konnte nichts ändern und der Kaiser wollte es wohl nicht ändern.

195. Wer lieferte den Entwurf des Hauptschlusses?

kph: Noch bevor die Reichsdeputation allerdings im August 1802 zusammentreten konnte, hatte Napoléon in Zusammenarbeit mit dem Zarenreich einen Entschädigungsplan, die sogenannte Mediationsakte vom 3. Juni 1802, als „Diskussionsgrundlage“ erarbeiten lassen.

Reichsdeputationshauptschluss [de.wikipedia.org]

196. Warum wurde dem Entwurf praktisch unverändert zugestimmt?

kph: Während Sankt Petersburg daran interessiert war, die dynastische Verwandtschaft des Zarenhauses in Süddeutschland zu unterstützen, kam es Paris darauf an, ein Gegengewicht zu Österreich zu installieren. Die Reichsdeputation sollte diese französisch-russischen Vorstellungen nur noch bestätigen, konnte aber selbst nur kleine Abänderungen bewirken.

Reichsdeputationshauptschluss [de.wikipedia.org]

197. Welche rechtliche Nachhaltigkeit hatte der Reichsdeputationshauptschluss?

kph:  „Die Frage nach der Rechtmäßigkeit des Reichsdeputationshauptschlusses mag bei dieser Gelegenheit gestellt werden.“
Quelle: Adalbert Erler: Kirchenrecht. Ein Studienbuch, München 51983, S. 53; Martin Heckel: Gesammelte Schriften. Staat, Kirche, Recht, Geschichte, Bd. 3 (Jus Ecclesiasticum Bd. 58), Tübingen 1977, S. 445.

„Die Kirche hat ihn als unrechtmäßigen Gewaltakt und die Säkularisation als politischen Kampfbegriff verurteilt. Bedeutsamer ist jedoch die Feststellung, daß die damals getroffenen Regelungen Rechtswirksamkeit und damit eine Dauergeltung erlangten, was unmittelbare Auswirkungen bis zur Gegenwart hat.“
Quelle: Huber: Verfassungsgeschichte 1, (wie Anm. 1) S. 56 ff.

„Schon auf dem Wiener Kongreß dachte niemand ernsthaft an eine Reorganisation der abstrusen Verhältnisse des alten Reiches.“
Quelle: Hans-Dieter Dyroff (Hg.): Der Wiener Kongreß 1814/15. Die Neuordnung Europas, München 1966, S. 138.

198. Welche Veränderung ergab sich in Bezug auf die Kur-Titel?

kph: Es erhielten die Fürsten von Württemberg, Baden und Hessen-Kassel die Kurwürde der erloschenen Kurfürstentümer Kurköln, Kurmainz und Kurtrier; für das neue Herzogtum Salzburg wurde ein neues Kuramt installiert.

Reichsdeputationshauptschluss [de.wikipedia.org]

N8waechter: Köln, Mainz, Trier … und die Romkirche war draußen.

199. Warum knickten so viele Fürsten vor Frankreich ein?

kph: Nach dem Frieden von Lunéville begann eine tiefgreifende Neuordnung der Staatenwelt in Mitteleuropa. Durch den Reichsdeputationshauptschluss von 1803 kam es zu einer radikalen Umgestaltung im Heiligen Römischen Reich. 112 kleinere Reichsstände gingen in anderen Staaten auf. Davon betroffen waren etwa drei Millionen Menschen. Fast alle geistlichen Territorien wurden dabei säkularisiert. Die meisten ehemaligen freien Reichsstädte und zahlreiche Reichsritter wurden mediatisiert.

Neben Preußen profitierten insbesondere Baden und Württemberg davon. Das Verschwinden der Reichsritter und der geistlichen Territorien bedeutete, dass der Kaiser seine wichtigsten Stützen verlor. Das Ende des Reiches war seither absehbar. Franz II. hatte 1804 den Titel eines Kaisers von Österreich angenommen, um dem absehbaren Statusverlust zuvorzukommen.

Am 12. und 16. Juli 1806 unterzeichneten 16 Abgesandte deutscher Fürsten die Rheinbundakte. Damit kündigten sie an, sich formell vom Reich loszusagen, und schlossen sich in einer Konföderation und Militärallianz mit Frankreich zusammen, als deren Protektor Napoléon fungierte.

Bis 1808 schlossen sich weitere 20 deutsche Staaten dem Rheinbund an. Schon nach der preußischen Niederlage gegen Frankreich im Oktober 1806 traten auch viele mittel- und norddeutsche Kleinstaaten dem Bund bei. Daneben entstand 1807 das Königreich Westphalen unter Jérôme Bonaparte. 1808 hatte der Rheinbund die größte Ausdehnung erreicht: Er umfasste vier Königreiche, fünf Großherzogtümer, dreizehn Herzogtümer, siebzehn Fürstentümer.

Rheinbund [de.wikipedia.org]

200. Was war der Hauptgrund für Baden, Bayern und Württemberg sich mit Frankreich zu verbünden?

kph: Als es im Jahr 1805 zum dritten Koalitionskrieg zwischen Russland, Österreich, Großbritannien auf der einen Seite und Frankreich auf der anderen Seite kam, verbündeten sich die Staaten Bayern, Baden und Württemberg mit Napoléon.

Nach dem Sieg von Austerlitz und dem Frieden von Preßburg konnte Bonaparte seine Position in Europa und Deutschland erheblich ausbauen. Österreich musste Gebiete abtreten und Napoléon ernannte seine Brüder Joseph und Louis zu Königen von Neapel und Holland, während sein Schwager Joachim Murat Herzog von Berg wurde.

Napoléon setzte auf ein Bündnis mit den Ländern Baden, Bayern und Württemberg. Nach seiner Niederlage musste Franz II. der Erhebung Bayerns und Württembergs zu Königreichen zustimmen. Baden, Hessen-Darmstadt und Berg wurden Großherzogtümer. Zudem traten Bayern und Württemberg in verwandtschaftliche Beziehungen mit Napoléon. Damit hoffte dieser auch auf eine dynastische Legitimierung seiner Herrschaft. Jérôme Bonaparte wurde mit Katharina von Württemberg, Stéphanie de Beauharnais mit Karl Ludwig von Baden und Eugène de Beauharnais mit Auguste von Bayern verheiratet.

Rheinbund [de.wikipedia.org]

kph: Von größerer Bedeutung war das Konzept des Dritten Deutschland während des 19. Jahrhunderts. Eine Voraussetzung für das Entstehen eines zumindest theoretisch handlungsfähigen „Dritten Deutschland“ neben und im Zweifelsfall gegen die beiden Großmächte Preußen und Österreich war die Entstehung von leistungsfähigen mittleren Staatsgebilden.

Durch die Rheinbundakte war die Konföderation als Militärallianz mit dem französischen Kaiserreich gegründet worden. Napoléon fungierte in diesem Gebilde als „Bundesprotektor“, im politischen Wortsinn eines Beschützers oder einer Schutzmacht.

201. Wer blieb von der Säkularisation im Reich ausgenommen?

kph: Von der Säkularisation ausgenommen blieben zunächst der Deutsche Orden und der Malteserorden.

Reichsdeputationshauptschluss [de.wikipedia.org]

202. Wer waren die Hauptprofiteure des Hauptschlusses?

kph: Von den Gebietsgewinnen und Rangerhöhungen des Reichsdeputationshauptschlusses profitierten vor allem die süddeutschen Fürstentümer Württemberg, Baden und Bayern. Als französische Verbündete sollten sie eine Pufferzone gegenüber Österreich bilden. Napoléon und sein Außenminister Talleyrand wollten sie einerseits so weit territorial vergrößern, dass sie in der Lage waren, Frankreich bei seinen Kriegen zu unterstützen, aber andererseits so klein halten, dass sie die Position Frankreichs nicht gefährden konnten.

Auf diese Weise nutzte die französische Außenpolitik den Reichsdeputationshauptschluss, um die jahrhundertealten Bindungen zwischen dem römisch-deutschen Kaiser als Reichsoberhaupt und den süddeutschen Staaten zu lockern. […]

Österreich ging aus dem Reichsdeputationshauptschluss als Verlierer hervor, da es mit den Reichsstädten, geistlichen Fürstentümern und Reichsritterschaften seine wichtigsten Verbündeten im Reich verlor. Als Reichsoberhaupt hatten die Habsburger sie jahrhundertelang davor bewahrt, von den größeren Nachbarn geschluckt zu werden.

Reichsdeputationshauptschluss [de.wikipedia.org]

Erenion: Auch hier ein Punkt, der mir aufgefallen ist.

Reichsdeputationshauptschluss [de.wikipedia.org]

„Das Kurfürstentum Hannover war zwar von keinerlei Gebietsverlusten betroffen, da es keine Territorien links des Rheins besaß, für die es Entschädigungen hätte verlangen können. Dennoch konnte es sich beim Reichsdeputationshauptschluss das Hochstift Osnabrück einverleiben. Nicht realisieren ließ sich jedoch der Anspruch Hannovers auf den Besitz des Fürstbistums Hildesheim. Verhandlungen mit Preußen, die einen Tausch des preußisch besetzten Hildesheim mit dem Hochstift Osnabrück vorsahen, scheiterten und ermöglichten es Preußen, Truppen in direkter Nähe zu Hannover zu stationieren. Damit schuf der Reichsdeputationshauptschluss die Voraussetzung dafür, dass Ende Januar 1806 Hannover kurzzeitig von Preußen annektiert werden konnte.“

Ein wichtiger Profiteur war Hannover. Ich bitte den geneigten Leser zu beachten, dass der Kurfürst von Hannover gleichzeitig König von Großbritannien war. Die Auswirkungen waren sicherlich weitreichend.

203. Warum hat sich Preußen auf die Annektion Hannovers eingelassen?

kph: An den Kämpfen gegen die Französische Revolution nahm Hannover nicht direkt teil. Allerdings wurde dem König von Großbritannien ein 16.000 Mann starkes Korps unter der Führung des Feldmarschalls Freytag überlassen, das mitkämpfte, bis es beim Rückzug des britischen Hauptheers in die Heimat zurückgesandt wurde. Der Abschluss des Basler Friedens durch Preußen (1795) und die darin vereinbarte Demarkationslinie bewahrten Hannover vor den Einfällen der Franzosen.

Das nächste Jahrzehnt war voller Reibungen zwischen Hannover und Preußen und brachte Hannover gerade infolge seiner Verbindung mit Großbritannien, das sich nicht an den Frieden von Lunéville (9. Februar 1801) halten wollte, sondern den Krieg noch zwölf Monate länger fortsetzte, in eine missliche Lage.

Zwar erhielt Hannover im genannten Frieden das Hochstift Osnabrück, doch Napoléon plante schon Hannovers Untergang, und zwar so, dass auch Preußen, das sich Napoléon gegenüber zurückhielt, mit verwickelt werden sollte. Napoléon forderte in den Jahren 1796–1801 Friedrich Wilhelm III. dreimal auf, Kurhannover wegen Verletzung der Bestimmungen des Basler Friedens und zur Deckung gegen Großbritannien zu besetzen.

Der preußische König hielt es schließlich für das beste, der Aufforderung zu folgen, da Russland ihm zuvorzukommen suchte. Angesichts der Kräfteverhältnisse schien eine Verteidigung des Landes nicht ratsam, also besetzte der preußische General von Kleist mit 24.000 Mann Hannover. Diese Besatzung musste ein Jahr lang, bis zum Frieden von Amiens am 27. März 1802, von den Besetzten selbst unterhalten werden.

Kurfürstentum Braunschweig-Lüneburg, auch Kurfürstentum Hannover [de.wikipedia.org]

204. Auf wen geht das Haus Hannover zurück?

Erenion: … ich möchte hier auf meine Antwort zur Frage Nr. 148 verweisen:

GuG4 – Fragen & Antworten, #148 [N8w.]

Um es kurz zu machen: Haus Hannover = Haus Welfen = Haus d`Este (ältere Linie).

Diese führen sich auf die römische Attii-Familie zurück, welche von Rom nach Este auswanderte, um Rom gegen die Ostgoten zu verteidigen.

House of Hanover [en.wikipedia.org]
House of Este [en.wikipedia.org]

Da ich es für den Zusammenhang wichtig finde, verweise ich hier auch auf die Nachkommen der jüngeren Linie des Hauses Este:

Austria-Este [en.wikipedia.org]

Ein Teil des Hauses Habsburg …

205. Welche Rolle spielte Russland in diesem Zusammenhang?

kph: Bereits 1802 schloss er [Alexander I.] mit König Friedrich Wilhelm III. von Preußen einen herzlichen Freundschaftsbund, dem beide bis an ihr Lebensende treu geblieben sind. Gleichzeitig trat Kaiser Alexander mit Napoléon Bonaparte, damals Erster Konsul der Französischen Republik, in enge politische Beziehungen, um die Angelegenheiten Europas nach gemeinsamem Einverständnis friedlich zu leiten.

1804 kam es zum Bruch mit Frankreich. Alexander unterstützte 1805 Österreich, trat aber nach der Schlacht bei Austerlitz vom Bund gegen Napoléon zurück, um den Kampf 1807 zugunsten Preußens zu erneuern, allerdings erst, als sein Verbündeter den größten Teil seines Territoriums bereits verloren hatte.

Alexander I. (Russland) [de.wikipedia.org]

206. Wie ist der Rückzug Russlands ”ohne Friedensschluss” zu verstehen?

kph: Der Friede von Pressburg wurde 1805 zwischen dem Kaisertum Österreich unter Franz I. und dem Kaiserreich Frankreich unter Napoléon Bonaparte geschlossen und beendete den 3. Koalitionskrieg. Am 2. Dezember 1805 hatte Napoléon das vereinigte russisch-österreichische Heer in der Dreikaiserschlacht von Austerlitz vernichtet, am 6. Dezember war ein Waffenstillstand geschlossen worden. Russland war, weil es so bald keine neuen Truppen aus dem Innern des Reichs heranzuziehen vermochte, ohne Friedensschluss aus dem Krieg ausgeschieden. Österreich schloss mit Frankreich am 26. Dezember 1805 in Pressburg Frieden.

Friede von Pressburg) [de.wikipedia.org]

207. Welches Herrschergeschlecht übernahm die russische Kaiserwürde im 18. Jahrhundert?

kph: Alexander I. Pawlowitsch Romanow, geb. 23. Dezember 1777 in Sankt Petersburg; gest. 1. Dezember 1825 in Taganrog war Kaiser von Russland (1801–1825), König von Polen (1815–1825), erster russischer Großfürst von Finnland (1809–1825) aus dem Hause Romanow-Holstein-Gottorp und von 1801 bis 1807 sowie von 1813 bis 1818 Herr von Jever.

Alexander I. war der älteste Sohn des Kaisers Paul I. und seiner zweiten Gemahlin, Maria Fjodorowna, geborene Prinzessin Sophie Dorothee von Württemberg.

Alexander I. (Russland) [de.wikipedia.org]

Sailor: Mit dem Tod des Enkels (1730) von Peter dem Großen I, Peter Alexejewitsch, erlosch die männliche Linie der Romanows und seine Tochter Elisabeth war die letzte Romanow auf dem Thron. Ihr folgte 1762 Peter III, der Sohn von Peters I. anderer Tochter Anna Petrowna, die mit Karl Friedrich von Schleswig-Holstein-Gottorf verheiratet war und das Haus Romanow-Holstein-Gottorp begründete.

Interessant in diesem Zusammenhang ist auch der Stammbaum von Katharina der Großen anzusehen:

Katharina II. oder die Große, ab 1762 Kaiserin von Russland, Herzogin von Holstein-Gottorf und ab 1793 Herrin von Jever. Katharina II.gilt als Repräsentantin des aufgeklärten Absolutismus.

Romanow [de.wikipedia.org]
Katharina II. – Vorfahren [de.wikipedia.org]

208. Warum vermochte Kaiser Franz II. keine große Koalition gegen Frankreich aufzubauen?

kph: Der österreichische Kaiser Franz I. musste Napoléon als Kaiser, die Rangerhöhung der bisherigen Kurfürsten von Bayern und Württemberg zu Königen und die volle Souveränität der neuen Könige und des Kurfürsten von Baden anerkennen. Ferner musste er im Voraus seine Zustimmung zu einem engen Bund Napoléons mit deutschen Fürsten geben − dem späteren Rheinbund.

Der Deutsche Orden und der Malteserorden wurden säkularisiert, bzw. aufgelöst, um aus ihren Einkünften Apanagen für jene Habsburger-Prinzen zu bilden, die bisher aus den abgetretenen Gebieten versorgt worden waren.

Österreich verlor durch den Friedensschluss ein Sechstel (4 von 24 Millionen) seiner Untertanen sowie ein Siebtel seiner Staatseinnahmen. Der Friede von Pressburg besiegelte eine der bittersten Niederlagen Österreichs und führte im Jahr darauf zur Gründung des Rheinbundes und zur Auflösung des Heiligen Römischen Reiches durch Franz II.

Die Abtretung Tirols an Bayern war die Ursache für die Aufstände der Bauern unter Andreas Hofer, die vom österreichischen Kaiser relativ weitgehende Autonomie, insbesondere aber Wehrfreiheit (freie Entscheidung zum Wehrdienst) zugesagt bekommen hatten.

Friede von Pressburg [de.wikipedia.org]

Franz II. erklärte sich am 11. August 1804 zum Kaiser von Österreich und begründete damit das Kaisertum Österreich. Seine Absicht war, seine kaiserliche Hausmacht zu erhalten und auch im Fall des Untergangs des alten Reichs die Ranggleichheit mit Napoléon I. zu wahren, der sich am 18. Mai 1804 selbst zum erblichen Kaiser von Frankreich gekrönt hatte. Franz I. war von seinem Gottesgnadentum zutiefst überzeugt und lehnte alles ab, was auch nur in die Richtung von Volksrechten wies.

Franz II. (HRR) [de.wikipedia.org]

Wie sollte der selbstverliebte „Kaiser“ in dieser Situation noch Verbündete für eine Koalition finden?

N8waechter: Werter kph,

das ist alles soweit richtig, doch war Franz II. ja ab 1792 Kaiser des Reiches. Zu der Zeit lief die Französische Revolution bereits und Ludwig XVI. wurde im Januar 1793 hingerichtet. Dies hätte doch an sich einen Aufschrei und eine Allianz gegen Frankreich bewirken können (müssen?), dennoch ist der Kaiser untätig geblieben. Warum?

Thomas aus Leipzig: Nach der Quelle:

Der Rheinbund [PDF, 18 MB | N8w.], historisch und statistisch dargestellt von Karl Heinrich Ludwig Pölitz, ordentlicher Professor der Geschichte auf der Universität Wittenberg und des akademischen Seminariums Director. Leipzig, bei J. C. Hinrichs, 1811, S. 139,

konnte der Kaiser nur mit den Ständen den Reichskrieg ausrufen.

Und auf Seite 194 steht: Franz II. brachte im September ein Hofdekret an die Reichsversammlung, worin er den Reichskrieg gegen Frankreich verlangte.

N8waechter: Aufrichtigen Dank, werter Thomas. Ich habe soeben ein paar Seiten darin gelesen (190ff.) und so wie es dort geschildert wird, haben Preußen und beispielsweise Hessen-Kassel dem militärischen Druck Frankreichs nachgegeben und jeweilige Separatfrieden geschlossen. Dadurch stand der Süden des Reiches alleine und Franz II. musste ebenfalls nachgeben.

Mit den jeweiligen Friedensschlüssen gingen maßgebliche Gebietsverluste und die Anerkennung französisch eroberter Besitzungen einher. Recht aussagekräftig finde ich den Satz auf Seite 197: „So war Teutschland erst von Preußen, und jetzt von Oestreich verlassen.“

Ein wichtiger Punkt, wie mir scheint, war der Ausbruch von Unruhen in den Österreichischen Niederlanden kurz nach Beginn der Französischen Revolution. Da scheint es eine Menge Unstimmigkeiten unter den Fürsten gegeben zu haben.

Auch Interessant (S. 194): „Mißverständnisse, welche zwischen Oestreich und Preußen eintraten, machten die Preußen für den Feldzug im Jahre 1794 unthätig, und bereits am 5. April 1795 versöhnte sich Preußen mit Frankreich im Frieden zu Basel …“

„Mißverständnisse“ …

Nun, wir werden es hier vielleicht nicht ganz aufklären können, aber es ist doch schon seltsam, dass weder Leopold II., noch Franz II. die Monarchie in Frankreich zu retten vermochten, indem militärisch nachhaltig eingegriffen wurde. Die Spaltung im Reich muss wohl schon sehr weit fortgeschritten gewesen sein.

kph: Ergänzung:

Eine gewisse Wende ging vom gescheiterten Fluchtversuch Ludwigs XVI. aus dem revolutionären Paris nach Varennes am 20./21. Juni 1791 aus. Leopold II. reagierte mit einem Rundschreiben an die Regierungen, in dem er den Schutz der Legitimität forderte. Dem schloss sich allerdings zunächst nur Preußen am 23. Juli an.

Es kam daraufhin zur gemeinsamen österreichisch-preußischen Pillnitzer Deklaration vom 27. August. In der Erklärung wurde das Interesse der Mächte für eine vollständige Restauration der Monarchie in Frankreich betont. Auch kündigte man eine militärische Intervention an, sofern alle übrigen europäischen Mächte sich daran beteiligen würden.

Dies bedeutete bei aller Rhetorik de facto eine Absage an eine Intervention, da keineswegs alle Mächte sich daran beteiligen würden. Die Pillnitzer Erklärung sollte die Franzosen einschüchtern und zu einem gemäßigten Verhalten bewegen. Das Gegenteil war der Fall. Auch weil der Wortführer der Emigranten, der Graf von Artois, Bruder Ludwig XVI, die Erklärung als Ultimatum interpretierte, verstärkte sich die französische Konfliktbereitschaft.

Erster Koalitionskrieg [de.wikipedia.org]

209. Welche rechtliche Grundlage hatte die Vergabe der Königswürde an Bayern und Württemberg durch Napoléon?

Sailor: Der am 26. Dezember 1805 beim Frieden von Pressburg zwischen den Bevollmächtigten des französischen Kaisers Napoléon Bonaparte und des deutschen und österreichischen Kaisers Franz I. abgeschlossenen Friedensvertrag ist meiner Meinung nach die rechtliche Grundlage.

Friede von Pressburg [de.wikipedia.org]

210. Welche Folgen hatte die Vergabe der Königswürde an Bayern und Württemberg?

Sailor: Zunächst einmal die Stärkung des Rheinbundes und somit die Stärkung Napoléons.

211. Welche Funktion hatte der Rheinbund?

Friedland: Die Gründung der Rheinbundstaaten entsprach dem Jahrhunderte alten Drang Frankreichs nach Osten. Diese Ziele finden sich in abgeschwächter Form wieder im Versailler Diktat (Entmilitarisierte Zone, Besetzung des Rheinlandes, Ruhr- und Saargebiets, Annektierung von Elsass und Lothringen).

Belohnt wurde die relative Selbständigkeit durch territoriale Vergrößerungen und einer politischen Rangerhöhung, z. B. Königreich Westphalen. Das so geschaffene Glacis vor Frankreichs Ostgrenze diente als militärische Aufmarschgebiet und gleichzeitig zur Truppenaushebung Frankreichs in den von Napoléon abhängigen deutschen Kunststaaten.

212. Welchen Nutzen hatte der Rheinbund für die beteiligten Länder?

kph: Auch wenn man das Rheinbundsystem vor allem als „ein System der Ausbeutung und Unterdrückung“ bezeichnen kann, brachte es doch für Deutschland einen deutlichen Modernisierungsschub. Die Reformen der Rheinbundstaaten setzten Impulse zur Modernisierung frei, die weit über das Bestehen des Bundes Bestand hatten. Sie trugen stark zum inneren Zusammenwachsen insbesondere der vergrößerten süddeutschen Staaten bei.

Es wurden neue Ressourcen für die Staaten erschlossen, gleichzeitig führten die Reformen zu neuen Kosten. Dies machte wiederum neue Reformen etwa der Schuldenverwaltung nötig. Gewerbefreiheit und ein rationales staatliches Handeln förderten das gewerbliche Leben. Die Agrarreformen begannen, wenn auch zaghaft, bäuerliche Abhängigkeiten aufzuweichen.

Bereits zum Jahre 1808 hin gehörten fast alle deutschen Staaten außer Österreich und Preußen zum Rheinbund. Es entstand sozusagen ein „Drittes Deutschland“ ohne Österreich und Preußen (der bayrische Trias-Gedanke).

Durch die Bildungsreform wurde ein zuverlässiges Berufsbeamtentum herangebildet, Steuer- und Finanzreform bewirkten Aufschwung im Handel und Erstarken des Handels- und Finanzbürgertums. Kapitalmärkte wuchsen, ebenso wie die Zahl an Anlegern, denen nun auch durch das verbesserte Recht auf Eigentum, Garantien zum Wirtschaften gegeben wurde. Nach der Abdankung Napoléons wurden diese Regionen Zentren des deutschen Frühliberalismus und Frühkonstitutionalismus. Innerhalb der neuen Länder begann sich ein Staatsbewusstsein zu bilden.

Allerdings unterwarfen die Reformen die Staatsbürger auch unmittelbar der staatlichen Macht. Gegen mögliche Proteste wurde in den Staaten eine geheime Polizei zur Überwachung aufgebaut. Diese konnte während der Restaurationsära zur Bekämpfung der politischen Opposition eingesetzt werden. Auf der anderen Seite gab es insbesondere in Süddeutschland eine Kontinuität zwischen den rheinbündischen Verfassungsansätzen und der Entstehung des süddeutschen Konstitutionalismus nach 1815.

Rheinbund [de.wikipedia.org]

213. Wie stand es während der napoléonischen Zeit um den Kirchenstaat und das Papsttum?

kph: Im Verlauf der Französischen Revolution und während der napoleonischen Herrschaft über Europa verkleinerte sich das Territorium des Kirchenstaats zusehends. Papst Pius VI. (1774–1799) starb jedoch als Gefangener der Revolution in Südfrankreich, sein Nachfolger Pius VII. (1800–1823) konnte nicht wie üblich in Rom, sondern musste unter österreichischem Schutz in Venedig gewählt werden.

Allerdings erreichte Pius VII. bald einen politischen Ausgleich mit Napoléon, der auch zur Wiederherstellung des Kirchenstaates 1801 führte. Dieser Kirchenstaat sicherte seinen Fortbestand vor allem durch das Konkordat mit Napoléon Bonaparte vom 15. Juli 1801. Höhepunkt dieser Ausgleichsphase war die Kaiserkrönung Napoléons in Anwesenheit des Papstes am 2. Dezember 1804.

Die Weigerung des Papstes, einem Bündnis gegen Großbritannien beizutreten, führte jedoch wenige Jahre später zum Konflikt mit dem französischen Kaiser. Im November 1807 rückten wiederum französische Truppen in den Kirchenstaat ein, die im Februar 1808 Rom besetzten. Am 7. Mai 1809 erklärte Napoléon Bonaparte in Wien, dass Papst Pius VII. als weltlicher Herrscher aufgehört habe zu regieren, was faktisch die Annexion des Gebietes durch Frankreich bedeutete.

Förmlich regelte sein Dekret vom 17. Mai die Eingliederung. Am 10. Juni 1809 fand die Vereinigung des säkularisierten Kirchenstaats mit dem französischen Kaiserreich bzw. mit dem napoleonischen Königreich Italien statt. Nur die geistliche Macht wurde dem Papst belassen. Der Papst wurde gefangen gesetzt und im Jahr 1812 in Fontainebleau in Frankreich interniert. Stattdessen erhielt Napoléons Sohn Napoléon Franz Bonaparte 1811 gleich bei seiner Geburt den Ehrentitel König von Rom.

Kirchenstaat [de.wikipedia.org]

Siehe auch: 182. Welche Folgen hatte die Annektion des Kirchenstaates?

Thomas aus Leipzig: Und genau dieses Konkordat der (katholischen) Kirche mit Napoléon Bonaparte vom 15. Juli 1801 war der Grund, weshalb Napoléon die Revolution verriet.

Nachzulesen im hoffentlich bekannten Buch: Josef Landowsky. Rakowskij-Protokoll. Und auf S. 57/58 im gleichen Protokoll kann man lesen, es hat die Revolution sechzehn Jahrhunderte gekostet, ehe sie ihren ersten Teilerfolg erringen konnte, indem sie die erste Spaltung des Christentums hervorrief.

Und für mich stellt sich die Frage wer oder was ist die Revolution.

214. Wie gingen die Reichsstände mit der Niederlegung der Kaiserkrone durch Franz II. um?

kph: Die Reichsstände des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation waren diejenigen Personen und Korporationen, die Sitz und Stimme im Reichstag besaßen. Reichsstände [de.wikipedia.org]

Nach dem Wiener Kongress 1815 schlossen sich die deutschen Einzelstaaten zum Deutschen Bund zusammen. Zuvor, im November 1814, richteten jedoch 29 Souveräne kleinerer und mittlerer Staaten folgenden Wunsch an den Kongress:

„… die Wiedereinführung der Kaiserwürde in Deutschland bei dem Komitee, welches sich mit der Entwerfung des Planes zu einem Bundesstaat beschäftigt, in Vorschlag zu bringen.“

Grundlage dieser Petition dürfte kaum patriotischer Eifer gewesen sein. Eher kann davon ausgegangen werden, dass diese die Dominanz der durch Napoléon zu voller Souveränität und Königstiteln gelangten Fürsten, beispielsweise der Könige von Württemberg, Bayern und Sachsen, fürchteten.

Aber auch darüber hinaus wurde die Frage diskutiert, ob ein neuer Kaiser gekürt werden solle. So existierte u.a. der Vorschlag, dass die Kaiserwürde zwischen den mächtigsten Fürsten im südlichen Deutschland und dem mächtigsten Fürsten in Norddeutschland alternieren solle. Im Allgemeinen wurde jedoch von den Befürwortern des Kaisertums eine erneute Übernahme der Kaiserwürde durch Österreich, also durch Franz I., favorisiert.

Da aber auf Grund der geringen Macht der Befürworter der Wiederherstellung, der kleinen und mittleren deutschen Fürsten, nicht zu erwarten war, dass der Kaiser in Zukunft die Rechte erhielte, die diesen zu einem tatsächlichen Reichsoberhaupt machen würden, lehnte Franz die angebotene Kaiserwürde ab. Dementsprechend betrachteten Franz I. und sein Kanzler Metternich diese in der bisherigen Ausgestaltung nur als eine Bürde. Auf der anderen Seite wollte Österreich aber den Kaisertitel für Preußen oder einen anderen starken Fürsten nicht zulassen.

Der Wiener Kongress ging auseinander, ohne das Kaisertum erneuert zu haben. Daraufhin wurde am 8. Juni 1815 der Deutsche Bund gegründet. Er war im Wesentlichen nur ein militärisches Bündnis für die innere und äußere Sicherheit der Mitgliedsstaaten. Das einzige Bundesorgan war der Bundestag als deren Vertretung. Im Bundestag führte der österreichische Gesandte die Geschäfte, deswegen nannte man Österreich die Präsidialmacht.

Heiliges Römisches Reich [de.wikipedia.org]

215. Was bedeutete die Niederlegung der Kaiserkrone für das Heilige Römische Reich Deutscher Nation?

kph: In der Abdankung heißt es, dass der Kaiser sich nicht mehr in Lage sehe, seine Pflichten als Reichsoberhaupt zu erfüllen, und dementsprechend erklärte er:

„daß Wir das Band, welches Uns bis jetzt an den Staatskörper des deutschen Reichs gebunden hat, als gelöst ansehen, daß Wir das reichsoberhauptliche Amt und Würde durch die Vereinigung der conföderirten rheinischen Stände als erloschen und Uns dadurch von allen übernommenen Pflichten gegen das deutsche Reich losgezählt betrachten, und die von wegen desselben bis jetzt getragene Kaiserkrone und geführte kaiserliche Regierung, wie hiermit geschieht, niederlegen.“

Der Kaiser überschritt ein letztes Mal seine Kompetenzen als Reichsoberhaupt. Franz legte nicht nur die Krone nieder, sondern er löste das Reich als Ganzes auf, hierzu wäre aber die Zustimmung des Reichstages nötig gewesen, denn er verkündete auch:

„Wir entbinden zugleich Churfürsten, Fürsten und Stände und alle Reichsangehörigen, insonderheit auch die Mitglieder der höchsten Reichsgerichte und die übrige Reichsdienerschaft, von ihren Pflichten, womit sie an Uns, als das gesetzliche Oberhaupt des Reichs, durch die Constitution gebunden waren.“

Er löste auch die zu seinem eigenen Herrschaftsbereich gehörenden Länder des Reiches aus diesem heraus und unterstellte sie allein dem österreichischen Kaisertum. Auch wenn die Auflösung des Reiches wohl juristisch nicht haltbar war, fehlte es am politischen Willen und auch an der Macht, das Reich zu bewahren.

Heiliges Römisches Reich [de.wikipedia.org]

Erenion: Hier finde ich folgendes bemerkenswert:

daß Wir das Band, welches Uns bis jetzt an den Staatskörper des deutschen Reichs gebunden hat, als gelöst ansehen…“

Achtung: Der „gute“ Kaiser Franz tritt hier, meiner bescheidenen Meinung nach, nicht zurück sondern sagt sich hier lediglich von seinem Pflichten gegenüber dem Reich los und erklärt, dass auch kein anderer mehr ihm gegenüber Pflichten hat. Er entbindet die Institutionen des Reiches nicht von ihren Pflichten, sondern lediglich von ihren Pflichten gegenüber dem Kaiser.

Eine Auflösung des Reiches selbst kann ich aus diesen Textstellen nicht herauslesen. Dass das Reich zu diesem Zeitpunkt handlungsunfähig war, ist dabei eine andere Frage. Aber das ist ja in der deutschen Geschichte mehrfach passiert.

216. Wie sah die Herrschaftshierarchie des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation bis zur Niederlegung der Kaiserkrone aus?

kph: Institutionen des Reiches seit der Frühen Neuzeit [Bilddatei, de.wikipedia.org]

Heiliges Römisches Reich [de.wikipedia.org]

Der Begriff Reichstag bezeichnet ursprünglich die Versammlung der Reichsstände des Heiligen Römischen Reiches. Die neben dem König bzw. Kaiser stehende Körperschaft entwickelte sich seit dem 12. Jahrhundert aus den formlosen Hoftagen und wurde 1495 mittels eines Vertrages zwischen dem Kaiser und den Reichsständen zu einer festen Institution der Reichsverfassung. Der Reichstag wurde bis zum 16. Jahrhundert in unregelmäßigen Abständen jeweils in eine Bischofs- oder Reichsstadt einberufen und war das maßgebliche Gegengewicht der Stände gegenüber der kaiserlichen Zentralgewalt. Ab 1663 tagte der Immerwährende Reichstag als ständiger Gesandtenkongress in Regensburg.

Reichstag (Heiliges Römisches Reich) [de.wikipedia.org]

217. Welche Rolle spielte das Königreich Preußen in der Herrschaftshierarchie des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation?

kph: Königreich Preußen bezeichnet den preußischen Staat zur Zeit der Herrschaft der preußischen Könige zwischen 1701 und 1918. Das Königreich Preußen entstand aus den brandenburgisch-preußischen Gebieten, nachdem sich Kurfürst Friedrich III. von Brandenburg zum König in Preußen gekrönt hatte.

Durch diesen Vorgang wurde das von Friedrich beherrschte, aber im Gegensatz zu Brandenburg nicht zum Heiligen Römischen Reich gehörende Herzogtum Preußen zum Königreich erhoben. Die einschränkende Titulatur „in Preußen“ blieb erhalten, weil die Bezeichnung als „König von Preußen“ als Herrschaftsanspruch auf ganz Preußen, also den seit 1466 geteilten Deutschordensstaat, verstanden worden wäre.

Königreich Preußen [de.wikipedia.org]

Dualismus zwischen Preußen und Österreich

Ab 1740 begannen die beiden größten Territorialkomplexe des Reiches, das Erzherzogtum Österreich und Brandenburg-Preußen, immer mehr aus dem Reichsverband herauszuwachsen. Das Haus Österreich konnte nach dem Sieg über die Türken im Großen Türkenkrieg nach 1683 große Gebiete außerhalb des Reiches erwerben. Ähnlich verhielt es sich mit Brandenburg-Preußen, auch hier befand sich ein Teil des Territoriums außerhalb des Reiches. Zur zunehmenden Rivalität, die das Reichsgefüge stark beanspruchte, traten jedoch noch Änderungen im Denken der Zeit hinzu.

War es bis zum Dreißigjährigen Krieg für das Ansehen eines Herrschers sehr wichtig, welche Titel er besaß und an welcher Position in der Hierarchie des Reiches und des europäischen Adels er stand, so traten nun andere Faktoren wie die Größe des Territoriums sowie die wirtschaftliche und militärische Macht stärker in den Vordergrund.

Diese Denkkategorien waren jedoch nicht mit dem bisherigen System des Reiches vereinbar, das dem Reich und allen seinen Mitgliedern einen rechtlichen Schutz des Status quo gewährleisten und sie vor einem Übergewicht an Macht schützen sollte. Dieser Konflikt zeigt sich unter anderem in der Arbeit des Reichstages. Seine Zusammensetzung unterschied zwar zwischen Kurfürsten und Fürsten, Hocharistokratie und städtischen Magistraten, katholisch und protestantisch, aber beispielsweise nicht zwischen Ständen, die ein stehendes Heer unterhielten, und denen, die schutzlos waren.

Diese Diskrepanz zwischen tatsächlicher Macht und althergebrachter Hierarchie führte zum Verlangen der großen, mächtigen Stände nach einer Lockerung des Reichsverbandes.

Hinzu kam das Denken der Aufklärung, das den konservativen bewahrenden Charakter, die Komplexität, ja sogar die Idee des Reiches an sich hinterfragte und als „unnatürlich“ darstellte. Die Idee der Gleichheit der Menschen war nicht in Übereinstimmung zu bringen mit der Reichsidee, das Vorhandene zu bewahren und jedem Stand seinen zugewiesenen Platz im Gefüge des Reiches zu sichern.

Zusammengefasst lässt sich sagen, dass Brandenburg-Preußen und Österreich nicht mehr in den Reichsverband passten, nicht nur auf Grund der schieren Größe, sondern auch wegen der inneren Verfasstheit der beiden zu Staaten gewordenen Territorien. Beide hatten die ursprünglich auch in ihrem Inneren dezentral und ständisch geprägten Länder reformiert und den Einfluss der Landstände gebrochen. Nur so waren die verschiedenen ererbten und eroberten jeweiligen Länder sinnvoll zu verwalten und zu bewahren sowie ein stehendes Heer zu finanzieren.

Den kleineren Territorien war dieser Reformweg verschlossen. Ein Landesherr, der Reformen dieses Ausmaßes unternommen hätte, wäre unweigerlich mit den Reichsgerichten in Konflikt geraten, da diese den Landständen beigestanden hätten, gegen deren Privilegien ein Landesherr hätte verstoßen müssen. Der Kaiser in seiner Rolle als österreichischer Landesherr hatte den von ihm besetzten Reichshofrat natürlich nicht so zu fürchten wie andere Landesherrn und in Berlin scherte man sich um die Reichsinstitutionen sowieso kaum. Eine Exekution der Urteile wäre faktisch nicht möglich gewesen. Auch diese andere innere Verfasstheit der beiden großen Mächte trug zur Entfremdung vom Reich bei.

Aus der als Dualismus zwischen Preußen und Österreich bezeichneten Rivalität erwuchsen im 18. Jahrhundert mehrere Kriege. Die zwei Schlesischen Kriege gewann Preußen und erhielt Schlesien, während der Österreichische Erbfolgekrieg zu Gunsten Österreichs endete. Während des Erbfolgekrieges kam mit Karl VII. ein Wittelsbacher auf den Thron, konnte sich aber ohne die Ressourcen einer Großmacht nicht durchsetzen, so dass nach seinem Tod 1745 mit Franz I. Stephan von Lothringen, dem Ehemann Maria Theresias, wieder ein Habsburger(-Lothringer) gewählt wurde.

Diese Auseinandersetzungen waren für das Reich verheerend. Preußen wollte das Reich nicht stärken, sondern für seine Zwecke gebrauchen. Auch die Habsburger, die durch das Bündnis vieler Reichsstände mit Preußen und die Wahl eines Nicht-Habsburgers auf den Kaiserthron verstimmt waren, setzten nun viel eindeutiger als bislang auf eine Politik, die sich allein auf Österreich und dessen Macht bezog.

Der Kaisertitel wurde fast nur noch wegen dessen Klang und des höheren Rangs gegenüber allen europäischen Herrschern erstrebt. Die Reichsinstitutionen waren zu Nebenschauplätzen der Machtpolitik verkommen und die Verfassung des Reiches hatte mit der Wirklichkeit nicht mehr viel zu tun.

Preußen versuchte durch Instrumentalisierung des Reichstages den Kaiser und Österreich zu treffen. Insbesondere Kaiser Joseph II. zog sich fast gänzlich aus der Reichspolitik zurück. Joseph II. hatte anfangs noch versucht eine Reform der Reichsinstitutionen, besonders des Reichskammergerichtes, durchzuführen, scheiterte aber am Widerstand der Reichsstände, die sich aus dem Reichsverband lösen und sich deshalb vom Gericht nicht mehr in ihre „inneren“ Angelegenheiten hereinreden lassen wollten. Joseph gab frustriert auf.

Aber auch sonst agierte Joseph II. unglücklich und unsensibel. Die österreichzentrierte Politik Josephs II. während des Bayerischen Erbfolgekriegs 1778/79 und die vom Ausland vermittelte Friedenslösung von Teschen waren ein Desaster für das Kaisertum. Als die bayerische Linie der Wittelsbacher 1777 ausstarb, erschien dies Joseph als willkommene Möglichkeit, Bayern den habsburgischen Landen einzuverleiben. Deshalb erhob Österreich juristisch fragwürdige Ansprüche auf das Erbe.

Unter massivem Druck aus Wien willigte der Erbe aus der pfälzischen Linie der Wittelsbacher, Kurfürst Karl Theodor, in einen Vertrag ein, der Teile Bayerns abtrat. Karl Theodor, der ohnehin nur widerwillig das Erbe angenommen hatte, wurde suggeriert, dass später ein Tausch mit den Österreichischen Niederlanden, die in etwa das Gebiet des heutigen Belgiens umfassten, zustande käme. Joseph II. besetzte aber stattdessen die bayerischen Gebiete, um vollendete Tatsachen zu schaffen, und vergriff sich somit als Kaiser an einem Reichsterritorium.

Diese Vorgänge erlaubten es Friedrich II., sich zum Beschützer [!] des Reiches und der kleinen Reichsstände und damit quasi zum „Gegenkaiser“ [Interessante Formulierung in diesem Zusammenhang. N8w.] aufzuschwingen. Preußische und kursächsische Truppen marschierten in Böhmen ein. Im von Russland regelrecht erzwungenen Frieden von Teschen vom 13. Mai 1779 erhielt Österreich zwar das Innviertel zugesprochen. Der Kaiser stand dennoch als Verlierer da.

Zum zweiten Mal nach 1648 musste ein innerdeutsches Problem mit Hilfe ausländischer Mächte geregelt werden [Sehr ungenau: Wer war die russische Zarenfamilie?]. Nicht der Kaiser, sondern Russland brachte dem Reich Frieden. Russland wurde neben seiner Rolle als Garantiemacht des Teschener Friedens auch eine Garantiemacht des Westfälischen Friedens und damit einer der „Hüter“ der Reichsverfassung.

Das Kaisertum hatte sich selbst demontiert und der preußische König Friedrich stand als Beschützer des Reiches da. Aber nicht Schutz und Konsolidierung des Reiches waren Friedrichs Ziel gewesen, sondern eine weitere Schwächung der Position des Kaisers im Reich und damit des ganzen Reichsverbandes an sich. Dieses Ziel hatte er erreicht. [Das war also das Ziel? Quelle? Fehlanzeige. Also Vorsicht mit der Beurteilung hier. N8w.]

Das Konzept eines Dritten Deutschlands hingegen, geboren aus der Befürchtung der kleineren und mittleren Reichsstände zur reinen Verfügungsmasse der Großen zu verkommen, um mit einer Stimme zu sprechen und damit Reformen durchzusetzen, scheiterte an den Vorurteilen und Gegensätzen zwischen den protestantischen und den katholischen Reichsfürsten, sowie den Eigeninteressen der Kurfürsten und der großen Reichsstädte.

Eigentliche Träger des Reichsgedankens waren zuletzt praktisch nur noch die Reichsstädte, die Reichsritterschaften und zu einem gewissen Teil die geistlichen Territorien, wobei auch die Letzteren vielfach durch Angehörige von Reichsfürstendynastien regiert wurden und deren Interessen vertraten (z. B. das im Spanischen Erbfolgekrieg unter einem wittelsbacherischen Erzbischof stehende Kurköln).

Auch der Kaiser agierte eher wie ein Territorialherr, der auf die Ausweitung seines unmittelbaren Herrschaftsterritoriums zielte und weniger auf die Wahrung eines „Reichsinteresses“. Von vielen Zeitgenossen im Zeitalter der Aufklärung wurde das Reich daher als ein Anachronismus empfunden. Voltaire sprach spöttisch von dem „Reich, das weder römisch noch heilig“ sei.

Heiliges Römisches Reich [de.wikipedia.org]

kph: Nachtrag:

Sehr ungenau: Wer war die russische Zarenfamilie? N8w.

Katharina II., genannt Katharina die Große (Sophie Auguste Friederike von Anhalt-Zerbst), war ab dem 9. Juli 1762 Kaiserin von Russland, Herzogin von Holstein-Gottorf und ab 1793 Herrin von Jever. Sie war eine Tochter von Fürst Christian August von Anhalt-Zerbst aus dem Geschlecht der Askanier, dem damaligen preußischen General und Gouverneur von Stettin, und dessen Gemahlin Johanna Elisabeth von Holstein-Gottorf, der jüngeren Schwester von Adolf Friedrich, der 1751 schwedischer König wurde.

Katharina II. [de.wikipedia.org]

Das Kaisertum hatte sich selbst demontiert und der preußische König Friedrich stand als Beschützer des Reiches da. … Dieses Ziel hatte er erreicht. [Das war also das Ziel? Quelle? Fehlanzeige. Also Vorsicht mit der Beurteilung hier. N8w.]

Aufgrund des feudalen Charakters des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation mit seiner starken territorialen Zersplitterung kam es im 18. Jahrhundert häufig zu Erbfolgestreitigkeiten. Bei der großen Anzahl an de facto selbständigen Teilstaaten starb öfter ein Fürstengeschlecht aus. Der Bayerische Erbfolgekrieg stellte eine von zahlreichen Auseinandersetzungen dieser Art dar, wobei er vor allem Ausdruck des immer stärker werdenden preußisch-österreichischen Gegensatzes war.

Das Vorgehen Österreichs stieß auf die Ablehnung der meisten deutschen Reichsfürsten, allen voran Karl Theodors Erben Herzog Karl II. August sowie König Friedrich II. von Preußen, der wegen des sich ebenfalls abzeichnenden Aussterbens der fränkischen Hohenzollern auf die Erbfolge in Ansbach und Bayreuth bedacht war.

Aufgrund der schlechten Versorgungslage und des schlechten Wetters mussten sich die Soldaten hauptsächlich von Kartoffeln ernähren, weshalb dieser Konflikt von den Preußen spöttisch als „Kartoffelkrieg“ bezeichnet wurde. In Österreich wurde der Krieg „Zwetschkenrummel“ genannt, weil er hauptsächlich aus Beschlagnahmung von Lebensmitteln bestanden habe.

Bemerkenswert ist, dass der Krieg auch deswegen nicht mit der ganzen Kraft der gegnerischen Mächte geführt wurde, da sich Maria Theresia – mitten während der dürftigen militärischen Aktionen – an den König von Preußen wandte und ihn bat, von einer Schlacht abzusehen, was dieser auch schriftlich zusagte. Insofern kann dieser Krieg als „Kampf ohne militärische Aktionen“ bezeichnet werden, was in der Geschichte der europäischen Mächte ein Novum war.

Bayerischer Erbfolgekrieg [de.wikipedia.org]

Thomas aus Leipzig: Die verwitwete Kurfürstin Maria Antonia von Sachsen (also die Mutter unseres damaligen Landesvaters, Kurfürst Friedrich August III.) war die einzige noch lebende Schwester des Verstorbenen. Sie hatte beim Erlöschen der bayerisch-wittelsbacher Linie rechtliche Ansprüche auf die Allodialerbschaft, heute würden wir es als „Pflichtteil“ bezeichnen.

Diese Ansprüche wurden sächsischer Seitens auf 47 Millionen Thaler berechnet, weil man die Oberpfalz mit berechnete. Das Lehen Oberpfalz erhielt Kurfürst Maximilian von Bayern im dreißigjährigen Kriege nach der Achterklärung des Kurfürsten Friedrich V. von der Pfalz durch Kaiser Ferdinand II. So einfach dieser Anspruch war, so kompliziert war die Erbschaftslage.

Der Rest dann hier:

Deutsche Kleinstaaterei [PDF]