Artikel zu vergleichbaren Themen

219 Kommentare

  1. 1

    N8Waechter

    Hinweise zum Kommentarbereich

    Seid bitte höflich und respektvoll zu einander und achtet auf Eure Wortwahl und sauberes Deutsch. Und bitte gebt Euch Mühe in Sachen Rechtschreibung und Zeichensetzung.

    Die Arbeit bei der Moderation wird mir weiter durch das Einstellen von Netzverweisen in der folgenden Form erleichtert:

    Wer sich traut, darf auch Verweise auch gerne als HTML einstellen:

    Netzverweis HTML

    Und wer einzelne Worte betonen möchte, der verwende hierfür bitte ein – (!) – oder – (sic.!) – oder nutze die folgenden HTML-Befehle:

    Danke.

    Heil und Segen!
    N8w.

    P.S.: Manche Kommentare werden nach dem Absenden nicht als “Ihr Kommentar wird moderiert“ angezeigt. In einem solchen Fall bitte ich um etwas Geduld. Die Erfahrung hat gezeigt, dass die Kommentare ganz normal in der Moderation ankommen. Sie werden zeitnah freigeschaltet, sofern ich gerade vor dem Rechner sitze, ansonsten nach einigen Stunden.

    Antworten
    1. 1.2

      kph

      Wer gibt noch Unterstützung? Es fehlen noch die 4 nachfolgen Fragen in der Beantwortung:

      184. Woher stammten die Mittel für eine derartige Unternehmung?
      185. Warum wurde diese Entwicklung zugelassen?
      186. Wie gestaltete sich das finanzielle Kräfteverhältnis in Europa im ausgehenden 18. Jahrhundert?
      187. Woher kamen die Ressourcen, mit denen Frankreich sein Handeln finanzierte?

      kph

    2. N8Waechter

      Diesen Aufruf unterstütze ich ausdrücklich!

      kph hat sich, als einer der wenigen Jäger wohl, sehr viel Arbeit gemacht und diese hat gewiss zum Verständnis beigetragen.

      Wo seid Ihr?

      Heil und Segen!
      N8w.

  2. 2

    kg200

    Moin allerseits,

    Eine Kleinigkeit vorab, die mir aufgefallen ist:

    So trat im Jahre 1802 die Reichsdeputation zusammen, mit deren Hauptschluss des Jahres 1803 die betroffenen Fürsten für an Frankreich verlorengegangenen Gebiete entschädigt wurden und das Kaiserreich einer grundlegenden Umgestaltung unterworfen wurde.

    Ist dort im Wort “verlorengegangenen” unter Umständen ein “en” zu viel am Ende?

    Nun zu den Fragen:

    153. Wie war der Überseehandel und dessen Verwaltung organisiert?

    “Die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Großbritannien und den Kolonien waren vom Prinzip des Merkantilismus bestimmt. Gemäß den Vorgaben der verhängten Navigation Acts fokussierte Großbritannien einen von bilateraler Arbeitsteilung geprägten Austausch. Besonders exklusive Rohstoffe wie Indigo, Tabak, Reis, Wolle und Pelze durften ausschließlich ans Mutterland verkauft werden. Weitere Bestimmungen verboten die Herstellung konkurrenzfähiger Fertigprodukte wie Eisen, Kleider oder Hüte.”

    Dreizehn Kolonien [de.wikipedia.org]

    “Mit den Navigationsakten verbot England bestimmte Waren wie Zucker, Indigo, Baumwolle, Tabak, Teer, Pech und Terpentin an andere Länder zu verkaufen. Der Handel war nur zwischen den englischen Kolonien und England erlaubt. Damit reduzierte England seine Abhängigkeit von anderen europäischen Staaten. Hatte England früher Tabak und Zucker aus Südamerika sowie Teer, Pech und Terpentin aus Skandinavien bzw. den Balten importiert, wurden diese Waren zunehmend nur noch aus den britischen Kolonien bezogen. Mit der zunehmenden Ausdehnung und Erschließung der Kolonien stieg auch die Warenproduktion. So konnte 85–90 % des nach England verkauften Tabaks von englischen Kaufleuten an andere europäische Länder weiterverkauft werden.”

    Merkantilismus [de.wikipedia.org]

    154. Welche Folgen hatte der Siebenjährige Krieg für die Ostindien-Kompanie?

    “Nachdem die Vereinigten Staaten die Unabhängigkeit von Großbritannien erlangt hatten, wechselte der Blickpunkt der Briten auf die andere Seite des Globus nach Indien. Die für Indien bestimmten Armeen als auch diejenigen der Ostindien-Kompanie wuchsen, und mit ihnen auch die Betriebskosten. Die Kompanie wurde durch den Regulating Act for India 1773 gezwungen, sich einer Abfolge von Reformen der Verwaltung und der Wirtschaftlichkeit zu unterziehen.

    Trotz hartnäckigen Widerstandes der Ostindien-Lobby im Parlament und durch die Anteilseigner der Kompanie wurde das Gesetz verabschiedet. Es führte bedeutsame Kontrollen durch die Regierung ein und ermöglichte es, Land formal unter die Kontrolle der Krone zu stellen, danach jedoch auf zwei Jahre zur Pacht von 40.000 Pfund an die Ostindien-Kompanie abzugeben.

    Unter diesen Bedingungen wurde der Gouverneur von Bengalen Warren Hastings in den Rang eines Generalgouverneurs befördert. Ihm unterstand die Verwaltung von ganz Britisch-Indien. Diese sahen vor, dass seine Nominierung in Zukunft durch einen Viererrat geschehen sollte, der durch die Krone ernannt wurde. Ihm wurde die Macht über Krieg und Frieden gegeben. Außerdem sollten britische Juristen nach Indien gesandt werden, um die Anwendung britischen Rechts sicherzustellen. Der Generalgouverneur und der Rat hatten damit vollständige legislative Kompetenzen.

    So wurde Warren Hastings zum ersten Generalgouverneur von Indien. Der Ostindien-Kompanie wurde es erlaubt, ihr Handelsmonopol zu behalten. Im Gegenzug musste sie alle zwei Jahre einen Betrag an die Krone leisten und sich verpflichten, ein Minimum an Waren nach Großbritannien zu exportieren. Auch die Verwaltungskosten mussten durch die Kompanie aufgebracht werden. Diese Bedingungen, die zunächst von der Kompanie begrüßt wurden, hatten jedoch ein negatives Nachspiel: der Kompanie waren jährliche Lasten auferlegt, und ihre finanzielle Situation verschlechterte sich anhaltend.”

    Britische Ostindien-Kompanie [de.wikipedia.org]

    Antworten
    1. 2.1

      N8Waechter

      Aufrichtigen Dank für den Hinweis, werter kg200. “verlorengegangene” soll es heißen, also habe ich das überschüssige “n” in meinen Setzkasten zurückbefördert. 😉

      Heil und Segen!
      N8w.

  3. 3

    sherina

    Herzlichen Dank, werter Nachtwächter, für das Vorweihnachtsgeschenk.

    Mal sehen, wie ich das zeitlich einbauen kann. Aber es juckt schon wieder in den Fingern. Die Freude auf die Schnitzeljagd ist da und wird mich bestimmt wieder so manche Abendstunde nicht ruhen lassen.

    Heil und Segen und einen erholsamen Advent
    sherina

    Antworten
  4. 4

    sherina

    166. Welche Abstammung hatte Ludwig XVI.?

    Haus Bourbon [de.wikipedia.org]

    Hier die Ahnentafel als PDF.

    Antworten
    1. 4.1

      Erenion

      Liebe sherina,

      leider sind in dieser Ahnentafel nur die direkten männlichen Ahnen aufgelistet. Daher möchte besonders auf die Mutter Ludwigs XVI. verweisen. Maria Josepha von Sachsen kurfürstliche Prinzessin von Sachsen und königliche Prinzessin von Polen. Diese wiederum war die Tochter von August III. (Friedrich August II.) König von Polen, Kurfürst von Sachsen und seiner Gemahlin Maria Josepha von Österreich.

      Daher hier noch die Vorfahren von Maria Josepha von Sachsen [de.wikipedia.org].

      HuS!

  5. 5

    sherina

    167. Mit wem war Ludwig XVI. verheiratet?

    “Am 16. Mai 1770 heiratete der 15-jährige Kronprinz zur Festigung des französisch-österreichischen Bündnisses die ein Jahr jüngere habsburgische Prinzessin Marie Antoinette, Tochter des Kaiserpaars Franz I. Stephan und Maria Theresia.

    Der Ehe entstammten die vier Kinder:

    Marie Thérèse Charlotte (1778–1851)
    Louis Joseph (1781–1789)
    Charles Louis (1785–1795)
    Sophie Hélène Beatrice (1786–1787)”

    Ludwig XVI. [de.wikipedia.org]

    Antworten
  6. 6

    kph

    173. Auf wen geht die Idee “Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit“ zurück?

    “Die Jakobiner waren im formellen Sinn die Mitglieder eines politischen Klubs während der Französischen Revolution. In einer inhaltlichen Betrachtung wurden in Frankreich ab 1793 die Anhänger Maximilien de Robespierres als Jakobiner, aber auch als Robespierristen bezeichnet. Sie vertraten die politische Linke und setzten sich u.a. für die Abschaffung der Monarchie ein. Die Jakobiner fanden ihre Anhänger zum großen Teil in städtischen Unterschichten, aber auch bei Ärzten, Rechtsanwälten oder Handwerkern.”

    Jakobiner [de.wikipedia.org]

    Man denke auch an die Zipfelmützenproteste von Soros, alias Jakobinermütze.

    kph

    Antworten
    1. 6.1

      Lena

      „Jakobiner“ heute:

      “In der französischen politischen Kultur des 20. Jahrhunderts bezeichnet der Begriff des Jakobinismus innerhalb der linken Parteien wie auch bei den Gaullisten eine nationalistische und etatistische Position, sowie moralisierende Tendenzen, Bürger durch Gesetze und Verbote zu einem „ethischen Verhalten“ im Sinne des jeweils aktuellen Mainstreams zu erziehen.” (Jakobiner [de.wikipedia.org])

      Also ist alles nichts neues in der Politik.

      Heil und Segen!
      Lena

  7. 7

    christof777

    Eine wirklich beeindruckende Leistung, meinen Respekt an die Urheber N8waechter und Magnus. Wer Geschichte mag, wird hier bestens bedient.

    Ich habe Zeit meines Lebens immer mit großer Hochachtung zu Leuten aufgeschaut, die da so gebildet (hat nichts mit “BILD” zu tun) sind und durch die Jahrhunderte flanieren können, als ob es ihr Gemüsegarten sei.

    Zwischenzeitlich hatte ich sogar mal erwogen, im gesetzten Alter noch einmal ein Studium der Geschichten zu beginnen. Aber in den letzten Jahren ist mir dann etwas dazwischen gekommendas mich dann letztlich davon abgehalten hat.

    Antworten
  8. 8

    Thorson

    Dankeschön für die toll aufgearbeiteten Informationen, werter N8wächter.

    Das Grübeln geht weiter. 🙂

    Heil und Segen
    auf all unseren Wegen
    Thorson

    Antworten
  9. 9

    Kruxdie

    Was der Irlmaier dazu zu sagen hat, weiß ich nicht, werde ich auch niemals vernehmen, er ist ja erstens schon tot und zweitens ist das hier unangebracht, der würde gar nichts beitragen können.

    Aber ich sage dazu, das ist wieder eine gute Fortsetzung mit diesem fünften Teil. Konnte das nur etwas lesen, für mehr reicht die Zeit derzeit nicht.

    Danke, Magnus und N8w!

    Heil und Segen!
    Kruxdie

    Antworten
  10. 10

    Sailor

    Leider etwas zu spät für 153 – danke werter kg200 🙂

    Wie war der Überseehandel und dessen Verwaltung organisiert?

    Nach dem Frieden von Paris wie folgt:

    1. Anerkennung der dreizehn Kolonien als die unabhängigen Vereinigten Staaten von Amerika

    2. Spanien: In dem Vertrag mit Spanien erkannte Großbritannien die Herrschaft Spaniens über verschiedene Territorien an, die von Spanien während des Krieges besetzt worden waren. Die Kolonien von Ostflorida und Westflorida wurden Spanien ohne klar definierte nördliche Grenzen abgetreten, was zu umstrittenen Gebieten führte, deren Besitz 1795 im Vertrag von Madrid geklärt wurde. Spanien erhielt außerdem die Insel Menorca. Die Bahamas, New Providence und Gibraltar wurden Großbritannien zugesprochen. Spanien akzeptiert britische Rechte, in Belize Hartholz zwischen dem Rio Hondo und dem Belize River einzuschlagen.

    3. Frankreich: Der Vertrag mit Frankreich bestätigte vor allem vorherige Verträge, welche die Fischereirechte vor Neufundland garantierten. An Frankreich wurden die Inseln Tobago sowie Saint-Pierre und Miquelon abgetreten. Die Inseln Grenada, St. Kitts, Nevis, Dominica und St. Vincent wurden britischer Besitz. Ebenso erkannten Franzosen und Spanier Montserrat als solchen an. Großbritannien gab Niederlassungen im heutigen Senegal ab, im Gegenzug verpflichtete sich Frankreich, den Status am Gambia-Fluss zu akzeptieren. Banjul und der befahrbare Teil des Flusses blieben unter britischer Herrschaft. Albreda wurde in den folgenden Jahren aber weiterhin von den Franzosen als Sklavenfort benutzt. Die Karibik-Insel St. Lucia wurde ebenfalls an Frankreich gegeben. Es erhielt zudem Pondicherry in Britisch-Indien zurück, das die Briten 1778 das zweite Mal erobert hatten.

    4. Niederlande: Das an der indischen Koromandelküste gelegene, 1781 von den Briten eroberte Negapatnam fiel an Großbritannien. Die Briten erhielten von den Niederlanden das Recht freier Seefahrt im Bereich der Molukken zugestanden.

    Netzverweis: Frieden von Paris (1783) [linkfang.de]

    Pariser Frieden 1763 [linkfang.de]


    Werter Magnus, werter Nachtwächter, herzlichen Dank für all Eure Arbeit, die man eigentlich nur erahnen kann. 🙂

    Antworten
  11. 11

    sherina

    162. Wie wurde der “Frieden von Paris“ auch genannt?

    Er wurde Vertrag von Paris genannt und davon gab es reichlich, wie man anhand dieses Netzeintrags erkennt. Von 1229 bis heute.

    Vertrag von Paris [de.wikipedia.org]

    Antworten
    1. 11.1

      N8Waechter

      Danke, werte sherina. Kleiner Hinweis: 😉

      Eingangstext lesen, Fettdruck beachten … » Frieden von Paris (1783) [de.wikipedia.org]

    2. 11.2

      sherina

      2. Vertrag von Paris

    3. N8Waechter

      Die anderen Verträge von Versailles” [de.wikipedia.org]

      Also, bei mir gehen an dieser Stelle die Alarmglocken an und meine Intuition sagt mir: “Merken! Wichtig!” …

    4. 11.3

      sherina

      Sind bei mir auch, aber ich habe das nicht auf den Pariser Vertrag gemünzt, weil das für mich gesonderte Verträge waren,

      Du meinst dies im Zusammenhang mit den Alarmglocken:

      Friedensvertrag von Versailles [de.wikipedia.org]

    5. N8Waechter

      Werte sherina,

      “Versailles”, angeblich aus dem Lateinischen “versare” (= umdrehen) …

      Vertrag von Versailles (Begriffserklärung) [de.wikipedia.org]

      Vorgreifend: Kaiserproklamation [de.wikipedia.org]

      Heil und Segen!
      N8w.

    6. 11.4

      Lena

      Werter Nachtwächter und werte sherina! // #11 bis 11.4:

      Mir wurden die Augen geöffnet. Diese Verträge sind nichts weiter als Mauscheleien und nicht das Papier wert, auf dem sie geschrieben wurden. Doch ist es sehr interessant zu lesen und dann zu sehen, wie wirklich alles, aber auch alles, miteinander verwoben wurde und immer noch wird.

      Bei den gekrönten Häuptern gab es reichlich Inzucht, doch das erschien mir als normal in damaliger Zeit. Nach diesen “Verträgen” sehe ich das nun auch anders.

      Danke an Euch, Nachtwächter und Magnus, für Eure großartige Arbeit!

      Heil und Segen uns allen!
      Lena

    7. 11.5

      sherina

      Der Frieden von Paris lässt mir keine Ruhe. 🙂 Was wird umgedreht? Die französische Revolution wird ja auch als Auslöser für die Welt, in der wir heute leben, bezeichnet. Die alte Welt in eine neue? Wilhelm fürchtete, dass die Kaiserkrone die preußische überschatten würde. Am Vorabend der Proklamation meinte er:

      „Morgen ist der unglücklichste Tag meines Lebens! Da tragen wir das preußische Königtum zu Grabe.“

      Warum Frieden von Paris, wenn doch hauptsächlich Streitigkeiten zwischen den 13 Kolonien und Großbritannien beigelegt werden?

      163. Welche rechtliche Wirkung hatte der “Frieden von Paris“?

      Einigung mit den dreizehn Kolonien in 10 Artikeln

      Frieden von Paris [de.wikipedia.org]

      Die wichtigsten:

      Artikel 1: Anerkennung der dreizehn Kolonien als die unabhängigen (!) Vereinigten Staaten von Amerika (Souveränität [de.wikipedia.org]), Geburtsstunde der Republik.

      Artikel 2: Festlegung der Grenzen zwischen den Vereinigten Staaten und Britisch-Nordamerika (aus diesem Teil des Vertrages und der Anwendung der Mitchell-Karte resultiert der Northwest Angle).

      Artikel 4: Anerkennung der Pflicht, rechtsgültig entstandene Schulden auf beiden Seiten zu bezahlen.

      Artikel 5: Der Kongress der Vereinigten Staaten wird der staatlichen Legislative „mit Nachdruck vorschlagen“, den britischen Bürgern, die rechtmäßige Besitzer konfiszierten Landes waren, bei der Rückerstattung allen Landbesitzes, aller Rechte und Besitztümer zu helfen (niemals erfüllt).

      Artikel 7: Kriegsgefangene beider Seiten werden in die Freiheit entlassen und alle Ausrüstung, die von der britischen Armee in den Vereinigten Staaten zurückgelassen wurde, wird nicht beschädigt (einschließlich der schwarzen Sklaven).

    8. N8Waechter

      Naja, werte sherina, die Frage ist ob der Frieden von Paris überhaupt rechtliche Wirkung entfaltet hat …? 😉

      Heil und Segen!
      N8w.

    9. 11.6

      sherina

      Keine rechtliche Wirkung! Das würde ja bedeuten, dass es die USA so wie sie ist, gar nicht gäbe? Und dass habt ihr, du und Magnus, anhand von recherchierbaren Quellen herausgefunden? Oder verstehe ich da etwas falsch? Naja, die Logen haben ja überall ihre Finger im Spiel.

      Noch ein Hinweis: im Kommentar 11.5 ist im Netzverweis Frieden von Paris Sailors Kommentar 27 hinterlegt. [Danke für den Hinweis, wurde ausgebessert! N8w.]

      Unglaublich dieser Geld und Glauben Teil 5.

    10. N8Waechter

      “Keine rechtliche Wirkung!”

      Spannend, nicht wahr?!

      Zitat aus Frieden von Paris [de.wikipedia.org] (auch bekannt “unter dem Namen Verträge von Versailles von 1783” … *dingdong!?*):


      “Artikel 10: Der Vertrag ist innerhalb von sechs Monaten nach der Unterzeichnung durch die Vertragsparteien zu ratifizieren.”

      “Britanniens Ratifizierung und der Austausch fanden nicht innerhalb der sechs Monate statt, die im Vertrag als Endtermin festgelegt worden waren; dies hatte aber keinen Effekt auf die Anerkennung des Vertrages.”

    11. 11.7

      sherina

      Den letzten Absatz habe ich auch gelesen bezüglich der Ratifizierung. Aber ich habe es zur Kenntnis genommen, dass der Vertrag trotzdem anerkannt wurde.

      Wir wurden irgendwie vom System geprägt, dass unsere heutige Welt schon den Gesetzen und Regeln entspricht, obwohl augenscheinlich so viele nicht rechtens sind. So langsam öffnet die Reihe Geld und Glauben mir Augen, die ich gar nicht geglaubt habe, zu besitzen.

      Es ist wirklich hoch spannend! Danke euch Beiden von Herzen.

    12. 11.8

      Solarplexus

      Werte sherina,

      spannend ist es, da wir nicht wissen, wer was weiß oder die Hinweise genau so sieht, aktuell!

      Passt zwar jetzt nicht in die Chronologie:

      Was ist ein Zar? Warum hat Chuna 1917, den Friedensvertrag unterzeichnet?

    13. 11.9

      Solarplexus

      –> ich korrigiere:

      Warum hat China 1917 den Friedensvertrag nicht unterschrieben?

    14. 11.10

      sherina

      Danke für den Tipp, werter Solarplexus,

      ich gehe jetzt nicht auf das ein, was ich herausgefunden habe, da wir sonst vom Thema abkommen. Es ist ja auch noch nicht dran. Aber es war sehr erhellend. Jetzt sehen meine Augen wieder etwas klarer. Allerdings war es 1919 mit dem Friedensvertrag. 🙂

      Ich denke, dass mehr von diesen Themen wissen, als wir uns vorstellen können. Mal sehen, was wir zukünftig noch auf der Weltbühne zu sehen bekommen.

      Heil und Segen dir
      sherina

    15. N8Waechter

      Werte sherina,

      dies ist übrigens in Teilen eine hochinteressante Lektüre:

      Der “Friedensvertrag” [luftfahrt-bibliothek.de]

      Heil und Segen!
      N8w.

    16. 11.11

      sherina

      Ich danke dir. Leider für mich anstrengend zu lesen, wegen des ungewohnten Schriftbildes und sehr lang. Mal sehen, wann ich mich damit beschäftigen kann.

    17. N8Waechter

      🙂

    18. 11.12

      kph

      162. Wie wurde der “Frieden von Paris“ auch genannt?

      Der Frieden von Paris, der am 3. September 1783 unterzeichnet wurde, beendete formal den Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg zwischen dem Königreich Großbritannien und den Dreizehn Kolonien in Nordamerika, die seit 1775 gegen die britische Herrschaft gekämpft hatten. Großbritannien unterzeichnete gesonderte Verträge mit Frankreich und Spanien, die unter dem Namen Verträge von Versailles von 1783 bekannt sind. Der Vertrag ist allgemein als Zweiter Vertrag von Paris bekannt, der erste ist der Pariser Frieden 1763. Mehrere andere Verträge sind ebenfalls unter diesem Namen bekannt.

      Frieden von Paris (1783) [de.wikipedia.org]

      kph

  12. 12

    sherina

    160. Welche Rolle übernahm Friedrich Wilhelm von Steuben?

    “Trotz des Sieges bei Saratoga war die militärische Lage im Winter 1777/78 für die amerikanische Armee sehr schlecht. Die amerikanischen Milizen gingen aus Mangel an Verpflegung, Geld und Kleidung nach Hause. Das Heer bestand so nur noch aus rund 5000 Mann. Einheitliche disziplinarische und dienstliche Strukturen existierten praktisch nicht. Zu diesem Zeitpunkt zog sich Washington nach Valley Forge bei Philadelphia, außerhalb des britischen Einflussbereiches, zurück.

    Die hier verstärkte Ausbildung der Truppen, in der Friedrich Wilhelm von Steuben eine tragende Rolle spielte, gilt als einer der entscheidenden Faktoren für den Sieg im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg. Steuben baute die Armee im Lager von Valley Forge als Generalmajor und Generalinspekteur taktisch und operativ auf und um (Regeln für die Ordnung und Disziplin der Truppen der Vereinigten Staaten, 1779). Er sorgte für die Disziplinierung, die Organisation und die Einübung der Truppen und war zeitweilig Generalstabschef George Washingtons. Bis 1784 blieb Steuben zudem Generalinspekteur des Heeres.

    Die Verbesserungen Steubens in der amerikanischen Armee zeigten sich am 28. Juni 1778 in der Schlacht von Monmouth. Dadurch wurde den Truppen das Gefühl gegeben, den Briten auch in einer offenen Schlacht gewachsen zu sein.”

    Amerikanischer Unabhängigkeitskrieg [de.wikipedia.org]

    Antworten
  13. 13

    sherina

    161. Weshalb übernahm von Steuben diese Rolle?

    Hier die wesentlichen Punkte. Beachtenswert ist Punkt 6.

    1. Bereits mit vierzehn Jahren begleitete er 1744 seinen Vater als Freiwilliger in den Zweiten Schlesischen Krieg und nahm an der Belagerung von Prag teil. Von den großen Erfolgen Friedrichs II. begeistert, trat Steuben 1747 in das Regiment von Lestwitz ein und wurde 1753 Leutnant.

    2. Steuben lernte dabei die Kriegsführung dieser leichten Truppen kennen, die unabhängig operierten und durch plötzliche, überraschende Angriffe den Feind störten. 1758 ernannte ihn von Mayr zu seinem Adjutanten. Nach dem Tod Mayrs wurde von Steuben 1759 als Quartiermeister-Leutnant ins Große Hauptquartier Friedrichs des Großen versetzt.

    3. Als Auszeichnung für seine Verdienste im Krieg nahm ihn Friedrich der Große als Hauptmann in die von ihm selbst geleitete Sonderklasse zum Erlernen der Kriegskunst auf. Meinungsverschiedenheiten mit dem Generaladjutanten des Königs Heinrich Wilhelm von Anhalt führten aber zu seiner Versetzung in die Festung Wesel. 1762 nahm Steuben als hoch dekorierter Stabskapitän Friedrichs seinen Abschied aus der preußischen Armee. 1764 wurde er Hofmarschall des Fürsten Josef Friedrich Wilhelm von Hohenzollern-Hechingen. Am 28. Mai 1769 wurde er von Markgraf Carl Friedrich von Baden-Durlach als 168. Mitglied in den badischen Hausorden der Treue (eine ritterliche Ordensgemeinschaft, die den zweifelsfreien Nachweis einer adeligen Herkunft voraussetzt und mit der Verleihung des Freiherrentitels verbunden ist) aufgenommen. Aus dem deutschen Adelsprädikat „Freiherr“ wurde später durch Homologisierung in den französischen Adelskontext das französische Adelsprädikat „Baron“, unter dem von Steuben bekannt wurde.

    4. 1777 lernte Steuben auf Veranlassung des französischen Kriegsministers Claude-Louis, comte de Saint-Germain den amerikanischen Botschafter in Paris, Benjamin Franklin, kennen. Auf dessen Empfehlung ging er nach Nordamerika, wo zwei Jahre zuvor der Amerikanische Unabhängigkeitskrieg ausgebrochen war, und trat in die amerikanische Kontinentalarmee ein. Die Ansicht, seine Auswanderung nach Amerika hätte etwas mit einer drohenden Anklage wegen homosexueller Handlungen, damals noch als Sodomie bezeichnet, zu tun, ist bis heute anzutreffen.

    5. Steuben baute die Armee im Lager von Valley Forge ab 1778 als Generalmajor und Generalinspekteur taktisch und operativ auf und um (Regeln für die Ordnung und Disziplin der Truppen der Vereinigten Staaten, 1779). Er sorgte für die Disziplinierung, die Organisation und die Einübung der Truppen und war zeitweilig Generalstabschef George Washingtons. Er gilt als Architekt der amerikanischen Unabhängigkeit auf militärischer Ebene, da es ihm gelang, untereinander zerstrittene und militärisch unerfahrene Gruppen von Freischärlern in eine schlagkräftige Armee zu verwandeln.

    6. Steuben war ein sehr aktiver Freimaurer, er wurde um 1778 in die Trinity Lodge Nr. 12 in New York aufgenommen.

    Friedrich Wilhelm von Steuben [de.wikipedia.org]

    Antworten
    1. 13.1

      Claus

      Bemerkenswert finde ich in diesem Zusammenhang aber auch folgendes:

      “In den einzelnen Gefechten trugen zudem die von ihm befehligten Truppenteile maßgeblich zum Sieg bei. Seine taktischen Anweisungen bildeten die Grundlage für den amerikanischen Sieg in der Schlacht von Monmouth, dem Wendepunkt des Krieges, am 28. Juni 1778.”

      Generalinspekteur der Kontinentalarmee [de.wikipedia.org]

      Ein Deutscher war also maßgeblich an der Niederlage der britischen Krone beteiligt. Ein Schelm, der da Böses denkt.

  14. 14

    Sonne

    Französische Revolution im Hier und Jetzt:

    Armee auf dem Weg nach Paris [uncut.news.ch]

    Chef von Polizei-Gewerkschaft VIGI zu RT: “Wir haben dieselben Forderungen wie die Gelbwesten.”

    Heil und Segen auf all unseren Wegen

    Antworten
    1. 14.1

      N8Waechter

      Danke, werte Sonne.

      Ich würde es sehr begrüßen, wenn wir diesen Faden, der Übersicht halber, für die “Schnitzeljagd” freihalten würden. Danke. 🙂

      Heil und Segen!
      N8w.

  15. 15

    Tobias

    Ich möchte es hier mal beitragen, zur Info:

    Eine Revolution die zur Neuen Welt Ordnung führen wird! Gelben Jacken ist ein voll Regierung kreierte und manipulierte Psychologische Operation und keine Volksaufstand, um Leute dazu zu motivieren alles zu zerstören und eben sie zur Revolution zu provozieren!

    Gelbe Jacken – Unterwerfung zur Revolution [krisenfrei.com]

    Kommentar dort:


    “Angsthase sagt: 8. Dezember 2018 um 00:40 Uhr

    Gutes Video! Das Symbol auf diesen Jacken mit dem Totenkopf und langen Zähnen ist auch das gleiche wie in Amerika bei der “Q” Bewegung auf dem 8chan board. Das hat mich dann doch sehr überrascht.”

    Antworten
    1. 15.1

      N8Waechter

      The Punisher [en.wikipedia.org] (= “der Bestrafer [dict.cc]”)

      Basierend auf “Comic”-Geschichten von Marvel [dict.cc].

      Hauptfigur: Frank Castle, hochgradig ausgebildeter Ex-Marine, Familie wurde von Schattenkreaturen ermordet, knipst die “Bösen Buben” mit allen verfügbaren Mitteln aus.

      Castle = Schloss. Bei “Q” stellvertretend für das Weiße Haus. [qmap.pub » Suche “punisher” & “castle”]

      Heil und Segen!
      N8w.

    2. 15.2

      Friedland

      Anmerkung Gelbe Jacken-Video, #15:

      Dieses in die Länge gezogene Filmchen sollte nicht überbewertet werden, wobei besonders der Kernaussage: “… führt zur NWO” der Beweis schuldig bleibt, da die sogenannte NWO in Teilen bereits umgesetzt wurde.

      Daß die französische Regierung eigene “Agent Provokateurs” für ihre Zwecke einsetzt, überrascht nicht, wie im Filmausschnitt zu sehen ist. Ob allerdings die französische Führung eine Massenbewegung, die sich gegen sie richtet, noch zu steuern vermag, mag bezweifelt werden.

      Hierzu wäre ein gut organisierter Führungsstab bis hinunter in die kleineren Städte notwendig, den ich derzeit nicht erkennen kann. Die aufgezeigten Farbenspiele und der römisch-persische Mithraskult gehen an der französischen Realität vorbei. Ob die Firma mit den roten Schildern demnächst selbige in gelb umlackieren wird, darf vor dem Hintergrund der stattgefundenen Vermögensverkäufe bezweifelt werden, u.a. auch Besitzungen in Österreich.

  16. 16

    Claus

    156. Wer war auf welcher Seite am Krieg in Übersee beteiligt?
    159. Auf wessen Seite standen “die Deutschen“ im Unabhängigkeitskrieg?

    Auf Seiten der Briten: Deutsche Subsidientruppen* in britischem Dienst (rund ein Drittel aller beteiligten Soldaten!): Hessen-Kassel, Hessen-Hanau, Braunschweig-Wolfenbüttel, Ansbach, Bayreuth, Anhalt-Zerbst, Waldeck und Pyrmont sowie Indianische Verbündete.

    Deutsche Beteiligung am Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg [de.wikipedia.org]

    Auf Seiten der Amerikaner (den dreizehn Kolonien): Frankreich, Spanien, Vereinigte Niederlande sowie Indianische Verbündete.

    Amerikanischer Unabhängigkeitskrieg [de.wikipedia.org] (Info-Kasten rechts neben dem Inhaltsverzeichnis)

    Neben den o.g. Deutschen Subsidientruppen kämpften auf Seiten der dreizehn Kolonien natürlich auch Deutsche. Zumeist deutschstämmige Siedler, aber auch Freiwillige aus der deutschen Heimat (z.B. Friedrich Wilhelm von Steuben, siehe Beitrag #13).

    164. Wie wurden die Söldnertruppen für den Unabhängigkeitskrieg finanziert?

    Durch die Briten selbst über das anheuern, sog. Subsidienregimenter* oder Mietregimenter.

    Die höchsten Einnahmen aus Subsidien erzielten die Landgrafen von Hessen-Kassel im 17. und 18. Jahrhundert. Hierbei zahlte in der Regel Großbritannien Subsidien an den Landgrafen von Hessen-Kassel. Dafür warb er Soldaten an oder berief seit dem Ende des 18. Jahrhunderts Untertanen zum Wehrdienst ein, rüstete sie aus, trainierte sie und stellte diese Kontingente dem König von Großbritannien für dessen Kriege zur Verfügung.

    *Als Subsidienregimenter oder Mietregimenter werden Regimenter bezeichnet, die von Fürsten gegen Subsidien zeitweise oder auf Dauer anderen Fürsten, Reichskreisen oder Staaten überlassen wurden.

    Subsidienregiment
    Subsidien – Neuzeit

    Antworten
  17. 17

    kg200

    156. Wer war auf welcher Seite am Krieg in Übersee beteiligt?

    Auf der einen Seite Großbritannien mit deutschen Subsidientruppen (Mietregimenter, die zeitweise oder dauerhaft gegen Subsidien anderen Fürsten, Reichskreisen oder Staaten überlassen wurden) und verschiedene indianische Verbündete. Auf der anderen Seite die Dreizehn Kolonien, Frankreich, Spanien, die Vereinigten Niederlande und weitere indianische Verbündete.

    Amerikanischer _Unabhängigkeitskrieg [de.wikipedia.org]

    158. Was bedeutete der Unabhängigkeitskrieg für das Heilige Römische Reich Deutscher Nation?

    “Als 1775 in den amerikanischen Kolonien eine Rebellion gegen die britische Krone ausbrach, wurden mit mehreren deutschen Staaten Verträge zur zeitweisen Vermietung von Soldaten abgeschlossen. Die Einnahmen aus diesen Subsidien-Verträgen wurden entgegen der damaligen öffentlichen Meinung nicht nur für die Unterhaltung der Hofstaaten, sondern auch zur Verbesserung der kleinstaatlichen Infrastruktur verwendet.”

    Deutsche Beteiligung am Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg [de.wikipedia.org]

    Abgesehen von den Geldeinnahmen und den Verlusten von Soldaten bin ich noch nicht auf mehr gestoßen.

    159. Auf wessen Seite standen “die Deutschen“ im Unabhängigkeitskrieg?

    “Der größere Anteil von Personen deutscher Herkunft nahm auf Seiten der britischen Armee als vermietete, reguläre Soldaten aktiv an den Kampfhandlungen teil. Diese wurden von den Amerikanern allgemein „Hessen“ genannt, da die Landgrafschaft von Hessen-Kassel die meisten Soldaten entsandte. Der kleinere Teil kämpfte auf Seiten der amerikanischen, kontinentalen Armee für die Unabhängigkeit von der britischen Krone. Die deutschstämmigen Soldaten und Milizionäre in der Armee George Washingtons waren meist Kolonisten und amerikanische Patrioten. Einige wenige kamen direkt aus ihren deutschen Staaten nach Übersee, um die amerikanische Rebellion gegen die britische Krone zu unterstützen.”

    Deutsche Beteiligung am Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg [de.wikipedia.org]

    160. Welche Rolle übernahm Friedrich Wilhelm von Steuben?

    “1777 lernte Steuben auf Veranlassung des französischen Kriegsministers Claude-Louis, comte de Saint-Germain den amerikanischen Botschafter in Paris, Benjamin Franklin, kennen. Auf dessen Empfehlung ging er nach Nordamerika, wo zwei Jahre zuvor der Amerikanische Unabhängigkeitskrieg ausgebrochen war, und trat in die amerikanische Kontinentalarmee ein.[…]

    Die Kontinentalarmee war zu diesem Zeitpunkt in einem sehr schlechten Zustand. Das Heer bestand nur noch aus rund 5.000 Mann. Einheitliche disziplinarische und dienstliche Strukturen existierten praktisch nicht. Steuben baute die Armee im Lager von Valley Forge ab 1778 als Generalmajor und Generalinspekteur taktisch und operativ auf und um. Er sorgte für die Disziplinierung, die Organisation und die Einübung der Truppen und war zeitweilig Generalstabschef George Washingtons. Er gilt als Architekt der amerikanischen Unabhängigkeit auf militärischer Ebene, da es ihm gelang, untereinander zerstrittene und militärisch unerfahrene Gruppen von Freischärlern in eine schlagkräftige Armee zu verwandeln. In den einzelnen Gefechten trugen zudem die von ihm befehligten Truppenteile maßgeblich zum Sieg bei. Seine taktischen Anweisungen bildeten die Grundlage für den amerikanischen Sieg in der Schlacht von Monmouth, dem Wendepunkt des Krieges, am 28. Juni 1778.”

    Friedrich Wilhelm von Steuben [de.wikipedia.org]

    Antworten
  18. 18

    Erenion

    “204. Auf wen geht das Haus Hannover zurück?”

    Lieber Leser,

    ich möchte hier auf meine Antwort zur Frage Nr. 148 verweisen:

    GuG4 – Fragen & Antworten, #148 [N8w.]

    Um es kurz zu machen: Haus Hannover = Haus Welfen = Haus d`Este (ältere Linie).

    Diese führen sich auf die römische Attii-Familie zurück, welche von Rom nach Este auswanderte, um Rom gegen die Ostgoten zu verteidigen.

    House of Hanover [en.wikipedia.org]
    House of Este [en.wikipedia.org]

    Da ich es für den Zusammenhang wichtig finde, verweise ich hier auch auf die Nachkommen der jüngeren Linie des Hauses Este:

    Austria-Este [en.wikipedia.org]

    Ein Teil des Hauses Habsburg …

    HuS

    Antworten
  19. 19

    Claus

    Ist hier wirklich so eine verhaltene Beteiligung vorhanden!?

    Ich muss zugeben, dass das, was uns der N8waechter hier zur Aufgabe gegeben hat, mal wieder eine ziemlich gewaltige ist. Ich hatte mangels Rückmeldungen erst gezögert, damit das nicht doppelt und dreifach recherchiert und veröffentlicht wird.

    Nun hat der User “kg200” (ich hoffe, der Name bezieht sich nicht auf sein Körpergewicht 😉 ) zufälligerweise weitestgehend die gleichen Fragen aufgegriffen, wie meine Wenigkeit. Das finde ich sehr schade, zumal meine Zeit wirklich sehr begrenzt ist.

    Ich hoffe, diesen Beitrag nimmt mir jetzt niemand übel und es wird nicht falsch interpretiert, was ich gerade geschrieben habe. Vor allen soll dies nicht den Einsatz vom N8waechter und Magnus in den Schatten stellen, bei denen ich mich für diese interessante Thematik bedanken will.

    Antworten
    1. 19.1

      N8Waechter

      Ja, werter Claus, es ist verhalten. Habe bitte Geduld, denn nicht jeder kann sich so schnell in diese ganzen überaus komplexen Themen einlesen. Das braucht seine Zeit. 😉

      Heil und Segen!
      N8w.

    2. 19.2

      kg200

      Moin Claus,

      ja, das ist mir auch danach erst aufgefallen. Liegt aber auch in der Natur der Sache, denn ich habe direkt bei den ersten Fragen begonnen und mich eingelesen. Dann dauerte es natürlich noch etwas, bis Deine Kommentare freigeschaltet wurden und so kommen doppelte Antworten schnell zusammen. Ab und zu ergänzen sich diese aber auch, so schlimm finde ich es persönlich nicht.

      Und nein, der Name bezieht sich glücklicherweise nicht auf mein Körpergewicht, siehe Kampfgeschwader 200. 😉

      Ich denke, über die nächsten Tage wird die Beteiligung schon noch steigen.

      Heil und Segen Allen!

    3. 19.3

      christof777

      Werter Claus,

      zugegeben, es ist gerade nicht viel los hier. Allerdings ist der Themenkreis auch sehr herausfordernd.

      Wenn man heute sagt: Das sind ja alles nur Schauspieler diese Politiker, eine große Weltbühne, die spielen uns nur was vor, es wird gelogen und betrogen, dass sich die Balken biegen, nichts ist so wie es scheint, wir werden alle nur verarscht usw.

      Da möchte ich fragen: War das früher etwa anders? Ich glaube, eher nicht.

      Was erreiche ich also mit dem Blick zurück in die Geschichte? Wenn man das aus rein universitärer Sicht studiert, wird man entweder noch besser in die Matrix eingebettet oder verliert irgendwann die Übersicht oder sogar beides tritt ein, ein denkbar schlechter Zustand.

      Hat man sich dagegen einen Standpunkt wie z.B. die beiden Autoren erarbeitet, kann man im Kaninchenbau eine weitere Treppe heruntersteigen, ohne größere Gefahr zu laufen, weiter verdummt zu werden. Denn auch das ist der Weg der Menschheit bisher: Wir werden immer dümmer gemacht oder anders gesagt: Wir lassen es zu, immer dümmer gemacht zu werden.

      Hat man einen vernünftigen Standpunkt von dem man aus zurückblickt, sind wertvolle Erkenntnisse quasi vorprogammiert. Insofern freue ich mich schon auf die hier angekündigten Schlußfolgerungen zu: 1806 A.D.

    4. N8Waechter

      Werter Christof,

      danke, so ist es tatsächlich. Wer sich hier nur oberflächlich beschäftigt, kann es im Grunde auch gleich lassen. Allerdings gehen so die Schlüssel für das Verständnis dessen verloren, was sich heute auf der Theaterbühne abspielt. Es stimmt, je tiefer Magnus und ich eingestiegen sind, umso mehr Parallelen zur Jetztzeit taten sich auf und umso mehr stieg zugleich auch das Verständnis, warum sich die Dinge so entwickeln mussten.

      Heil und Segen!
      N8w.

      P.S.: Bevor wir zur Schlussbetrachtung kommen, werden wir uns noch mit den Begebenheiten bis 1871 beschäftigen.

  20. 20

    Fenriswolf von Asgard

    Hallo Gemeinde! Hallo N8Waechter.

    Wenn es schon um Geld geht, dürfen wir den nicht vergessen!

    Bilddatei

    Heil und Thors Segen!

    Antworten
  21. 21

    Sonnenfels

    Werter Nachtwächter,

    vielen, vielen Dank für diese hervorragende Zusammenfassung und die damit verbundene wochenlange Arbeit.

    Die Frage 22 nach dem Kaiser ist sicher eine der wichtigsten.

    Der Kaisertitel stellt den höchsten weltlichen Herrschergrad dar. Das abendländische Kaisertum schloß von Anfang an keine Rechte in sich, die über die des Königs hinausgingen. Das heißt, z.B. die kaiserlichen Rechte hatte ein karolingischer Kaiser aufgrund seines Königtums. Der Kaiser war durch seine Krönung der Schirmherr der Christenheit und des katholischen Glaubens. Ab dem 16. Jahrhundert kann er als Präsident einer Fürstenrepublik gesehen werden.

    Ab 1508 führten die deutschen Könige nach der Königswahl sogleich den Kaisertitel, da keine Krönungen mehr stattfanden. Daher konnte Franz II. 1806 auf Verlangen Napoléons die „Kaiserkrone“ ablegen, eben einen Titel.

    Die deutschen Kaiser ab 1871 waren erblich an die Krone Preußens gebunden und waren Träger des Bundespräsidiums und des militärischen Oberbefehls. (frei nach Brockhaus Enzyklopädie 1970) Das heißt, ein Kaiser ist und war immer weisungsgebunden, nie wirklicher Regent.

    Für meine Dafürhalten wurden und werden Kaiser schon immer von den üblichen Verdächtigen (z.B. von der katholischen Kirche, bzw. deren Hintergrundmächten) gesteuert. Sie sollten ein Blendwerk für das Volk darstellen.

    Segen und Heil an alle!
    Sonnenfels

    Antworten
    1. 21.1

      N8Waechter

      Werte Sonnenfels,

      danke für diese Betrachtungsweise. Ich werde auch diese in den Antwortkatalog mitaufnehmen, möchte jedoch einige Auszüge aus Deinem Beitrag kommentieren, denn ich schätze es anders ein.

      “… ein Kaiser ist und war immer weisungsgebunden, nie wirklicher Regent.”

      » Im Caesarentum, begründet durch Gaius Iulius Caesar, war der Caesar/Kaiser zugleich Imperator (gewählter höchster Heerführer, ähnlich dem König) als auch “Pontifex Maximus“, also der höchste Brückenbauer im Sinne des Götterglaubens. Die Frage der Weisungsbindung ist dagegen hochinteressant, denn hier haben sich im Laufe der Jahrhunderte die Verhältnisse und die Wahrnehmung, wer denn nun “den Größeren” hat, immer und immer wieder geändert (siehe u.a. Investiturstreit in GuG 1).

      “Der Kaisertitel stellt den höchsten weltlichen Herrschergrad dar. Das abendländische Kaisertum schloß von Anfang an keine Rechte in sich, die über die des Königs hinausgingen.”

      » Hier ist wohl eine Teilwahrheit enthalten, doch der höchste weltliche Herrscher war der von den Kurfürsten gewählte König, nicht der Kaiser, und es bestand im Grunde kein “Anspruch” auf die Kaiserwürde. Diese wurde vom römischen Bischof vergeben, und zwar an seinen Schutzbeauftragen. Der Kaisertitel stand in den Anfängen des HRR in enger Verbindung mit der militärischen Schutzkomponente. Und selbstverständlich war auch der theologische Druck des römischen Bischofs über sein Netzwerk von Kardinälen, Bischöfen, Priestern usw., welche den direkteren Zugang zum gläubigen Volk hatten, für den herrschenden König und den Titel des Kaisers von enormer Bedeutung.

      “Der Kaiser war durch seine Krönung der Schirmherr der Christenheit und des katholischen Glaubens.”

      » Ja, und vor allem übernahm der herrschende König die Position der militärischen Schutzmacht Roms und somit auch des höchsten Brückenbauers (stand also über dem Bischof von Rom!).

      Es ist wichtig hier die Zeitlinie im Auge zu behalten, denn unter den Caesaren ab Augustus war der Imperator (später = König) zugleich Pontifex Maximus (später = Papst) und somit verbanden sich in der Kaiserposition weltliche und “göttliche” Titulatur. Die Caesaren waren praktisch gottgleiche Heerführer.

      Mit dem Untergang (?) Westroms und dem Erstarken des Christentums, dessen oberster Bischof (übrigens, #40: Was ist ein Bischof? 😉 ) im 4. Jahrhundert den Anspruch des obersten Brückenbauers von den Caesaren übernahm, wurden die Karten neu gemischt. Hintergrund dürfte das Nichtvorhandensein eines großen Königs und folglich Caesaren/Kaisers für den weströmischen Herrschaftsbereich zu dieser Zeit gewesen sein.

      Dann, so zumindest die “zeitgenössische Geschichtsschreibung”, wurde Karl dem Großen die Kaiserwürde gegeben, was auch nur konsequent war, denn zum Einen wurde in Rom um den Bischofssitz gestritten und zum Anderen war Karl der erste große Herrscher über weite Teile des weströmischen Reiches nach dem Ende der Caesaren. Der Bischof von Rom, Leo III., hat sich von Karl die Bischofsposition sichern lassen und diesem wurde im Gegenzug die Kaiserkrone aufgesetzt. Damit war nach mehreren Jahrhunderten erstmals wieder ein Caesar zugleich oberster Heerführer und oberster Brückenbauer.

      Aufgepasst? Nochmal anders formuliert: Leo III. war dadurch zwar Bischof von Rom und Oberhaupt der Romkirche, doch dies war er von Karls Gnaden und Karl hatte die Krone auf, was ihn zum allumfassenden (was bedeutet noch gleich “katholisch“?) Herrscher machte. Leo unterstand Karl, denn ohne dessen Schutz war Leo nichts.

      Der Zwist über die Jahrhunderte dreht sich letztlich um die Frage des Anspruchs auf die Brückenbauerposition und der Einfluss der Romkirche auf das Volk ist diesbezüglich von enormer Bedeutung für alle gewählten Könige gewesen. Wer sich gegen den Papst gestellt hat, also auf seinem “göttlichen Herrschaftsanspruch” bestand, maßte sich an, beide Führungspositionen innezuhaben, was die Romkirche nicht dultete – daher auch die ständigen Konflikte, Exkommunikationen, Wiederaufnahmen, usw.

      Was dort alles im Hintergrund lief, können wir heute natürlich nur im Ansatz vermuten, doch muss für den Moment einmal festgestellt werden, dass der Kaisertitel im Ursprung die Verbindung der obersten Heerführer- und Brückenbauerposition war. Soviel zum Thema Weisungsgebundenheit.

      Was dann später daraus wurde, ist durchaus auch eine genauere Betrachtung wert, führt aber an dieser Stelle zu weit. Doch ist der oben geschilderte Hintergrund wichtig für das Verständnis und auch die Bedeutung des Kaisertums, wie auch des Papsttums, und deren Verbindung, Verwicklungen und die immer wieder angesprochenen “alten Rechte”.

      Heil und Segen!
      N8w.

    2. 21.2

      Fragender

      Ich empfehle hier mal folgendes:

      Wilhelm Bazille – Unsere Reichsverfassung und deutsche Landesverfassungen (1906 (Scan)) [PDF | bismarckserben.org]

      Für den juristischen Laien erklärt und in altdeutscher Schrift gedruckt.

      Ich weiß leider nicht mehr, wo ich den Netzverweis seinerzeit gefunden habe. Sollte dies auf diesem Blog gewesen sein oder nicht erwünscht sein, dann ggfs. bitte löschen, werter N8waechter. [Nein, das passt schon. N8w.]

      Heil und Segen
      Fragender

    3. 21.3

      rango777

      Für mein Dafürhalten wurden und werden Kaiser schon immer von den üblichen Verdächtigen (z.B. von der katholischen Kirche, bzw. deren Hintergrundmächten) gesteuert. Sie sollten ein Blendwerk für das Volk darstellen.”

      Irgendwie muß ich da jetzt an den “Kaiser von China” (Japan genauso) denken.

      Wie haben sie das denn dort geregelt, oder liegt diese Bezeichnung einfach an der Übersetzung?

    4. N8Waechter

      Definiere das Wort “Kaiser” …

  22. 22

    Sailor

    Zu 155. Welche Rolle spielte der Handel mit Tee in Nordamerika?

    Der Siebenjährige Krieg in Europa und der Franzosen- und Indianerkrieg in Nordamerika (1754–1763) hatte die britische Staatskasse stark belastet. In London kalkulierte man, dass lediglich der Teezoll Einkünfte in nennenswertem Umfang abwerfen würde. Selbst das erwies sich als Milchmädchenrechnung, weil der Absatz britischen Tees in Nordamerika wegen der resultierenden Boykotte und des Schmuggels von Tee von den niederländischen Antillen stark zurückging.

    Die britische Ostindiengesellschaft, die ein Monopol für den Handel mit den Kolonien besaß, importierte nun weniger Tee nach Großbritannien, wo die Ware in Londoner Lagerhäusern zur späteren Umschiffung in die Kolonien zwischengelagert wurde. Dadurch entgingen der Krone in erheblichem Umfang Einkünfte aus britischen Importzöllen.

    Der weitgehende Wegfall dieses nordamerikanischen Marktes brachte die East India Company bald in Bedrängnis. Die Kolonisten erkannten im Tea Act vom 10. Mai 1773 einen Versuch der britischen Regierung, die Boykottbewegung gegen die als unberechtigt angesehenen Zölle zu unterlaufen und einen Keil zwischen die eher von prinzipiellen und die eher von ökonomischen Überlegungen geleiteten Kolonisten zu treiben.

    Der offizielle, also zollrelevante Import von Tee in die amerikanischen Kolonien fiel vom bereits niedrigen Niveau des Jahres 1773 in den folgenden zwölf Monaten um über 90 %.

    Die im Tea Act verankerte Möglichkeit des direkten Endverkaufs durch die Ostindiengesellschaft hätte den Zwischenhandel überflüssig gemacht. Es zeichnete sich ab, dass die Gesellschaft auch in den nordamerikanischen Kolonien ein Handelsmonopol errichten werde. Schließlich befürchteten die Kolonisten, erwartete Mehreinnahmen der Krone durch die Importsteuern könnten zur Finanzierung von Institutionen der königlichen Gouverneure herangezogen werden. Der Streit eskalierte schließlich mit dem als Boston Tea Party bekannten Ereignis.

    Der Steuer- und Zollstreit [de.wikipedia.org]
    Boston Tea Party [de.wikipedia.org]

    Antworten
  23. 23

    kph

    174. Woher kam das Geld für die Errichtung der Französischen Republik?

    Die Assignaten (von Anweisung) waren das während der Französischen Revolution verwendete Papiergeld. Im Dezember 1789 beschloss die Nationalversammlung, die Kirchengüter zugunsten des Staates einzuziehen, um damit die enorme Schuldenlast abzubezahlen und den anstehenden Haushalt zu bestreiten.

    Da man nicht hoffen konnte, innerhalb kurzer Zeit den Landbesitz zu verkaufen, zahlte man den Kreditgebern die Schuld in Form von Assignaten, die die Rolle von Staatsanleihen hatten und anfangs verzinst waren. Diese konnten gegen die zur Verfügung stehenden Landgüter eingetauscht werden, wurden aber vornehmlich in Umlauf gebracht und entwickelten sich dadurch zum allgemeinen Zahlungsmittel.

    Dadurch, dass der Wert des Papiergeldes angeblich vollständig durch den zum Verkauf stehenden Landbesitz gedeckt und verzinst sei, hoffte man, dass das neue Papiergeld das Vertrauen der Bevölkerung rasch gewinnen würde. Zeitweilig war der Besitz und Handel mit Gold- und Silbergeld bei hoher Strafe verboten und die Bevölkerung wurde zur Abgabe an den Staat aufgefordert, um so die Akzeptanz der Assignaten als allgemeines Zahlungsmittel zu erzwingen.

    Die ersten französischen Assignaten wurden ab dem 14. Dezember 1789 ausgegeben. Anfänglich hatte das neue Geld eine wohltuende Wirkung. Die französische Wirtschaft wurde belebt und die Bauern solidarisierten sich durch das verteilte Land mit der Revolution. Schon im folgenden Jahr wurde allerdings die Verzinsung aufgegeben.

    Mit der Zeit wurden durch die Regierung immer mehr Assignaten in Umlauf gebracht, was eine starke Inflation zur Folge hatte, wozu auch die allgemeine politische Instabilität beitrug. Zahlreiche englische Fälschungen ließen das Vertrauen in die Assignaten-Währung zusätzlich sinken. Schon im Februar 1793 hatten sie nur noch 50 Prozent ihres ursprünglichen Wertes.

    Es kam zum Horten von Lebensmitteln, was die Jakobiner jedoch am 26. Juli per Gesetz verboten; am 29. September wurde weiterhin ein Preismaximum für bestimmte Lebensmittel vorgeschrieben. Am 21. Mai 1797 wurden alle Assignaten und Mandate endgültig für ungültig erklärt.

    Schon ab dem 15. August 1795 begann man schrittweise die neue dezimalgeteilte Franc-Währungsreform stillschweigend vorzubereiten. Man begann mit der Prägung von ersten kupfernen Centime- und Décime-Scheidemünzen sowie silbernen 5-Franc-Münzen als neue Standard-Kurantmünze ab dem Prägejahr 4 (1795–1796).

    Assignat [de.wikipedia.org]

    kph

    Antworten
    1. 23.1

      N8Waechter

      Werter kph,

      danke für den Einblick und die Hintergründe zu den Assignaten. Doch woher kam das Geld für die Errichtung der Republik? Die Assignaten alleine reichten dafür kaum aus.

      Heil und Segen!
      N8w.

    2. 23.2

      LKr2

      Woher kam das Geld für die Errichtung der Republik?

      Aus der Schweiz.

      Der Widerstand Berns wurde in der Schweizer Geschichtsschreibung meist als «Rettung der Ehre der Schweiz» gewürdigt. Der Untergang Berns wurde aber auch als letztlicher Beweis dafür gewertet, dass das Ancien Régime in der Schweiz morsch und nicht mehr überlebensfähig gewesen sei. Während konservative Autoren wie Richard Feller betonen, dass die militärische Intervention in der Schweiz vor allem deshalb erfolgt sei, weil Frankreich unbedingt in den Besitz des reichen Berner Staatsschatzes kommen wollte – es gelangten rund 10,5 Millionen Pfund in bar und 18 Millionen Livres in Schuldverschreibungen in die Hände von General Brune, aus der übrigen Schweiz kamen bis im April noch einmal 16 Millionen Francs an Kontributionen zusammen –, sehen andere Autoren eher die militärisch-strategische Notwendigkeit und das französische Sicherheitsbedürfnis als ausschlaggebend an.

      Helvetische Republik [de.wikipedia.org]

    3. N8Waechter

      Danke, werter LKr2. Und auch aus noch weiteren Quellen floss maßgeblich “Geld” nach Frankreich. [Nachtrag: Insbesondere während und dann auch nach der Revolution.]

      Heil und Segen!
      N8w.

    4. 23.3

      LKr2

      Von den Pfaffen. Die Kirche wurde enteignet.

      Geschichte der Kirchensteuer: Vom Zehnt zur Kirchensteuergesetz

      Französische Revolution, 1789 [erzbistum-koeln.de]

    5. N8Waechter

      Ebenfalls. Es ist wirklich wert, diese Angelegenheit über die Jahre von Beginn der Revolution bis zu Napoléon anzuschauen. Helvetien, Kirchenstaat, Säkularisierung, Veräußerung von Kolonialgebieten, Ausbeutung der annektierten Gebiete, Bestechungsgelder, usw. Da war ordentlich was los. 😉

      Heil und Segen!
      N8w.

    6. 23.4

      Claus

      Soweit ich weiß, war der französische Adel seinerzeit weitestgehend von der Steuerpflicht befreit. Dies dürfte sich nach dieser Revolution geändert haben. Wenn ich über diese Zeit lese, frage ich mich, wie die Menschen das damals alles über sich ergehen lassen konnten. Da leben wir heute ja regelrecht im Schlaraffenland.

      Zu den aktuellen Protesten, hier Paris (wirklich nur am Rande):

      Ich habe das Geschehen gestern zeitweise über zwei Echtzeit-Übertragungen (Sputnik und RT) verfolgt. Es war bei weitem nicht so schlimm, wie man uns das unterjubeln will. Wenn dann bei Dunkelheit (wo die meisten schon wieder zuhause sind) von irgendwelchen Spinnern Autos abgefackelt werden, ist dies in Sachen der gesamten Bewegung nicht repräsentativ.

      Außerdem ist die Ökosteuer, wie es uns die Masse der Medien (leider inkl. der russischen) weismachen will, nur der Tropfen gewesen ist, der das Fass zum überlaufen gebracht hat. Da spielen sich in Frankreich derweil (unter Macron) noch ganz andere Reformen ab, die viel einschneidender sind (z.B. Arbeitsmarktreform, Kürzung des Wohngeldes, auf der anderen Seite eine Steuerreform, die die Vermögenssteuer abschaffen soll).

      Der Häuptling dieser Plattform möge mir diesen kurzen Schwenk in das hier und heute verzeihen. Es passt aber irgendwie zum Thema Französische Revolution.

      P.S.: Ich habe mich heute Mittag mit der Thematik und den hier gestellten Fragen teilweise nochmals auseinandergesetzt. Wirklich harte Nüsse, die uns der N8waechter hier zum knacken gegeben hat. Weitergekommen bin ich jedenfalls nicht wirklich.

    7. N8Waechter

      Danke, werter Claus. Und nun bitte wieder zum Themenfaden zurück.

      Und ja, es sind “harte Nüsse”, doch die damit verbundenen Erkenntnisse sind es wahrlich wert, tiefer einzusteigen. Das Bild verfestigt sich Stück für Stück … es gibt kein Entkommen! 😉

      Heil und Segen!
      N8w.

    8. 23.5

      kph

      Werter N8Waechter,

      die erwartete Antwort auf die Frage der Finanzierung wird wohl kaum bei wikipedia.org zu finden sein. Deshalb eine Vermutung, es sind die gleichen Kräfte welche den Sturz der Monarchie in Frankreich geplant haben. Bekannt auch als Illuminatenorden, er wurde am 1. Mai 1776 vom Philosophen und Kirchenrechtler Adam Weishaupt in Ingolstadt gegründet.

      “Die Abschaffung der absolutistischen Herrschaft sollte nun nicht auf dem Wege einer Revolution erfolgen, sondern mit den Mitteln der Personalpolitik: Man wollte in einem „Marsch durch die Institutionen“ immer mehr Schlüsselpositionen im absolutistischen Staat übernehmen, um diesen sukzessive in die eigene Gewalt zu bringen.”

      Illuminatenorden [de.wikipedia.org]

      kph

    9. 23.6

      Claus

      Hallo N8Waechter!

      Lag ich denn wenigstes mit dem französischem Adel (Steuer) richtig? Oder gibt es da noch weitere Aspekte?

    10. N8Waechter

      Natürlich spielte die Steuer eine Rolle, werter Claus. Ich empfehle Dir dies zur vollständigen Lektüre:

      Französische Revolution [de.wikipedia.org]

      (nimm Dir die Zeit, es ist lang, doch recht erhellend)

      Heil und Segen!
      N8w.

    11. 23.7

      kph

      Werter N8waechter,

      „nimm Dir die Zeit, es ist lang, doch recht erhellend“, ich habe es gemacht mit nachfolgendem Ergebnis:

      Bonaparte war ein Günstling des Direktoriums der Republik in der Person von Emmanuel Joseph Sieyès. Die italienischen Staaten bemühten sich, mit Geld und der Übergabe von Kunstschätzen den Frieden zu retten. In verschiedenen Bereichen ließ Napoleon Reformen durchführen, die teilweise weit über seine Herrschaftszeit hinaus Bestand hatten. Die Sanierung der Staatsfinanzen, eine Währungsreform, die im Kern bis 1914 Bestand hatte, die Gründung der Banque de France.

      Im Jahr 1803 verkaufte Bonaparte Louisiana (Neufrankreich) an die Vereinigten Staaten. Um die Erfolge zu sichern, betrieb Napoleon mit den jüngeren Angehörigen seiner Familie gezielte Heiratspolitik und setzte Geschwister und Gefolgsleute als Herrscher der abhängigen Staaten ein.

      Von den Kräften der Gegenrevolution kam eine moderate Unterstützung von russischer, spanischer und schwedischer Seite, wo man sich in monarchischer Solidarität für die Wiederherstellung des Ancien Régime aussprach.

      Seinen Aufstieg und die Machtsicherung verdankte Bonaparte hauptsächlich dem Revolutionsheer und den mit seinen Soldaten errungenen militärischen Erfolgen. In der Konsulatsverfassung war zudem die Garantie enthalten, dass die mit der Revolution verbundene Besitzverschiebung erhalten bleiben sollte. Die Nationalgüter königlicher, kirchlicher oder adliger Herkunft blieben also rechtmäßiger Besitz derer, die sie im Zuge der Revolution erworben hatten – eine wichtige Voraussetzung zur Herstellung des sozialen Friedens.

      Französische Revolution [de.wikipedia.org]

      Napoleon Bonaparte [de.wikipedia.org]

      Dies sind die mir ins Auge gefallenen Punkte aus den beiden Artikeln. Ich sehe da noch nicht den gesuchten „Faden“.

      kph

    12. 23.8

      Rabe

      [Dieser Beitrag ist wichtig » Lesen! N8w.]

      Seid gegrüßt,

      bezüglich der Frage, woher das Geld für die französische Revolution kam, sollte bestimmt auch nicht außer Acht gelassen werden, dass zum damaligen Zeitpunkt “merkwürdigerweise” die Bankhäuser während der Revolution und auch danach kaum bis überhaupt nicht den Flammen zum Opfer fielen. Schon irgendwie seltsam, oder eben auch so überhaupt nicht.

      Denn recherchiert man, wem diese großen Banken in Europa schon damals gehörten, dann landet man auch bei bereits großteils bekannten Namen, besonders Rothschild und all ihren Verbündeten. Mit der Tötung von Marie Antoinette wurde auch hier die Verbindung zum Heiligen Römischen Reich gekappt. [sehr wichtig! N8w.] Im Grunde wurde hier der Boden für die Konflikte und Kriege zwischen Frankreich und Deutschland im 19ten und 20ten Jahrhundert geschaffen, meinem Verständnis nach.

      Mit Napoléon wurde dann nach der Revolution im Grunde ein Feldzug gegen das Heilige Römische Reich gestartet, um die Gegebenheiten in Europa entsprechend zu verändern, bzw. nicht nur gegen das Heilige Römische Reich, sondern auch gegen Russland, welches von der Familie Romanow regiert wurde, in welcher bekanntlich aufgrund vieler Prinzessinnen ebenfalls nicht wenig deutsches/germanisches Blut floß/fließt [Wichtig! » Stammliste des Hauses Romanow [de.wikipedia.org]].

      Die j*dischen Banker haben recht eindeutig ihre finanziellen Mittel der französischen Revolution und Napoléon zur Verfügung gestellt, um ihre Interessen und Pläne zu forcieren, während man gleichzeitig die weiße Rasse durch ständige Kriege, in Europa und den Kolonien, ausbluten lassen konnte, sie gegeneinander aufhetzte, ausspielte und ebenso immerzu beide Seiten des Krieges weiter finanzierte, womit man auch gleich noch mehr als genug Ressourcen hatte, um selbige Strukturen, wie es sie in Europa bereits gab, in den Vereinigten Staaten von Amerika auf-, bzw. auszubauen.

      Dort wurden deren Pläne im Endeffekt jedoch von Präsident Andrew Jackson in seinem “Bank War” vereitelt, was unter Anderem die Gründung der FED bis 1913 zurückwarf. Ansonsten wäre den J*den die Versklavung der US-Amerikaner schon weit früher gelungen. Eventuell auch so eine Wendung des Schicksals, denn wer weiß welche Auswirkungen es gehabt haben könnte, hätten sie sich mit ihrer “Second Bank of America” 1832 schon durchsetzen können.

      Der Bank War von Andrew Jackson ist auch Hinblick auf unsere heutige Zeit wirklich sehr interessant. Vor allem in Hinsicht dessen, wie sich die Menschen und auch Eliten damals noch gegen eine solche Institution wehrten und die Gefahren trotz der Verschleierungsversuche klar erkannten.

      Ansonsten ein weiterer großer Dank an den Nachtwächter und Magnus für diesen sehr interessanten fünften Teil der Reihe Geld und Glauben.

      H u S.

    13. 23.9

      kph

      Werter Rabe #23.8,

      danke für die sehr aufschlussreichen Informationen. Ich habe heute nochmals unter de.wikipedia.org versucht, etwas zu dem Thema zu finden. Leider konnte ich da wohl nicht tief genug graben, weshalb mir die Zusammenhänge verschlossen blieben. Wie ich schon schrieb: “Ich sehe da noch nicht den gesuchten „Faden“.

      Mir war schon klar nach was ich suchen musste. Gibt es dafür eine Quelle zum Nachlesen?

      kph

    14. 23.10

      Solarplexus

      Zu 23.8:

      Sehr interessant, was alles nicht brennt, wenn doch alles brennt. Wie 1666 “nur” 123 Jahre zuvor! Wurden 1912, 123 Jahre nach 1789, der allseits so ver(w)eehrten Revolution, die nächsten gewaltigen Feuer aufgebahrt?

      Übrigens, 123 Jahre vor 1666, wurden 5 Studenten in Lyon verbrannt! Diese hatten sich sehr tapfer mit der Inquisition geschlagen. Aber selbst der König von Frankreich konnte keine Gnade walten lassen! Die Verteidigung der jungen Studenten trieb selbst den Mönchen, mit ihrer bibeltreuen Argumentation, die Röte ins Gesicht!

      Lest selbst:

      Fünf Märtyrer von Lyon [de.wikipedia.org]

    15. 23.11

      Rabe

      #23.9: Hallo, werter kph,

      ja, es gibt dazu Quellen, allerdings meistens nur auf Englisch. Hier die Netzverweise:

      The Men Who Caused the French Revolution 1789 [lovethetruth.com]

      Hier sind ganz unten auf der Seite auch noch weit mehr Informationen zu finden, wobei man auch nicht alles blind glauben sollte, meiner Ansicht nach. Vieles ergibt meiner Meinung nach aber viel Sinn und es handelt sich nicht um j*disch manipulierte Leitstromquellen.

      Who was responsible for French Revolution? [lovkap.blogspot.com]

      Ich hoffe, die englische Sprache ist kein zu großes Hindernis. Ich würde es auch übersetzen, momentan bin ich aber gesundheitlich ganz schön angeschlagen und zeitlich stark eingespannt, weswegen eine solche Übersetzung leider länger dauern könnte.

      Auf Deutsch liegen mir leider gerade auf Anhieb diese Quellen nicht vor, ich werde mich aber sobald ich die Zeit habe nochmal auf die Suche begeben.

      Einige Punkte kann man sich dann, mit entsprechendem Hintergrundwissen, auch selbst zusammensetzen, vor allem wenn man sich mit den Zielen der j*dischen Religion auseinandersetzt, deren Ansichten usw. Das Buch “Der Streit um Zion” [kopp-verlag.de] hilft hier unter Anderem ungemein, finde ich.

      H & S.

    16. 23.12

      Andrea

      Netzverweis zu Rabe 22.11:

      Der Streit um Zion – Douglas Reed [PDF]

      Heil und Segen
      Gott beschütze uns
      Andrea

    17. 23.13

      kph

      Danke, Rabe und Andrea, da gibt es wohl noch Nachholbedarf bei mir zu dem Thema.

      Die Frage ist immer: Was ist Wahrheit und was ist Lüge bei der ganzen Literatur? Deshalb bin ich da immer sehr zurückhaltend.

      kph

    18. N8Waechter

      “Was ist Wahrheit und was ist Lüge?”

      Werter kph,

      die Antwort auf diese Frage ist uns bedauerlicherweise unbekannt. Wir können jedoch die angebotenen Informationen (z.B. Wikipedia) nehmen und sie analysieren. Die sich daraus ergebenden Schlussfolgerungen sind dann schon durchaus interessant und zudem in der Lage, unser Weltbild etwas zu vervollständigen. 🙂

      Heil und Segen!
      N8w.

  24. 24

    sherina

    179. Von wem wurde die “Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte“ formuliert?

    Am 26. August 1789 verkündete die französische Nationalversammlung die Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte (Déclaration des Droits de l’Homme et du Citoyen). Dies ist einer der Grundlagentexte, mit denen die Demokratie und Freiheit in Frankreich begründet wurden.

    Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte [de.wikipedia.org]

    Am 11. Juli 1789 legte der Marquis de La Fayette, kurze Zeit später Befehlshaber der Nationalgarde, den Entwurf einer Menschenrechtserklärung vor, welche er mit der Unterstützung von Thomas Jefferson, einem der Verfasser der Unabhängigkeitserklärung der Vereinigten Staaten und damals Botschafter in Paris, erarbeitet hatte.

    Menschenrechte [de.wikipedia.org]

    Marie-Joseph-Paul-Yves-Roch-Gilbert du Motier, Marquis de La Fayette oder Lafayette (* 6. September 1757 in Chavaniac (heute Chavaniac-Lafayette), Frankreich; † 20. Mai 1834 in Paris) war ein französischer Général de division und Politiker. Der Aufklärer nahm auf der Seite der Kolonisten am Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg teil und spielte eine wichtige Rolle in der Französischen Revolution.

    Als überzeugter Demokrat und aufgeklärter Verfechter des Freiheitsgedankens setzte sich La Fayette für die Demokratie, die Abschaffung der Sklaverei und die Menschenrechte, die Thomas Jefferson 1776 in Virginia verfasst hatte, ein. In dieser Zeit wurde er in Gegenwart von George Washington in eine militärische Freimaurerloge in Morristown aufgenommen. Später wurde La Fayette in Frankreich Mitglied der Freimaurerloge Contrat Social und der Pariser Freimaurerloge Les Neuf Sœurs.

    Marie-Joseph Motier, Marquis de La Fayette [de.wikipedia.org]

    Thomas Jefferson (* 2. Apriljul./ 13. April 1743 greg. in Shadwell bei Charlottesville, Virginia; † 4. Juli 1826 auf Monticello bei Charlottesville, Virginia) war einer der Gründerväter der Vereinigten Staaten, von 1801 bis 1809 der dritte amerikanische Präsident und der hauptsächliche Verfasser der Unabhängigkeitserklärung sowie einer der einflussreichsten Staatstheoretiker der USA. Von 1797 bis 1801 war er außerdem der zweite amerikanische Vizepräsident.

    Thomas Jefferson [de.wikipedia.org]

    14 weitere Illuminaten-Logen folgten in Städten der Ostküste, darunter eine 1786 in Portsmouth, Virginia. Deren bekanntestes Mitglied war Thomas Jefferson, einer der Gründungsväter der Unabhängigen Vereinigten Staaten der USA, zugleich Mitglied einer Freimaurer-Loge.

    Freimaurer & Illuminaten [parzifal-ev.de]

    Antworten
  25. 25

    sherina

    176. Was war der “Louisiana Purchase“?

    Der Louisiana Purchase (Louisiana-Kauf; im Französischen vente de la Louisiane, d. h. Verkauf von Louisiana) war der Kauf von 2.144.476 km² Land, das die USA 1803 von Frankreich erwarben. Der Kaufpreis betrug damals 15 Millionen US-Dollar oder 80 Millionen französische Francs (7 US-Dollar pro km²). Gemessen an der Kaufkraft, entspricht das einem heutigen Wert von circa 251 Millionen US-Dollar oder knapp 117 Dollar pro km² (Stand 2018).

    Verkauft wurde das Gebiet der ehemaligen Kolonie Louisiana, das westlich des Mississippi River lag. Dieses Gebiet ist viel größer als der heutige Staat Louisiana: Es umfasst außer Teilen des heutigen Louisiana auch die heutigen Staaten Arkansas, Missouri, Iowa, Oklahoma, Kansas, Nebraska und South Dakota sowie Teile von Minnesota, North Dakota, Texas, New Mexico, Colorado, Wyoming, Montana, außerdem noch Randgebiete der kanadischen Provinzen Manitoba, Saskatchewan und Alberta.

    Der Louisiana Purchase war das größte Grundstücksgeschäft der Geschichte. Das gekaufte Land verdoppelte damals das Territorium der Vereinigten Staaten und macht fast ein Viertel des heutigen Staatsgebiets aus.

    Louisiana Purchase [de.wikipedia.org]

    Antworten
    1. 25.1

      Claus

      Dazu (Louisiana Purchase) würde ich gerne noch etwas hinzufügen (auch wenn es hier nicht ganz zum geschichtszeitlichen Rahmen passt):

      >> 1835 versuchten die Vereinigten Staaten von Amerika vergeblich, Mexiko die Gebiete um Texas und Kalifornien abzukaufen. 1836 riefen die in Texas lebenden Amerikaner die unabhängige Republik Texas aus. 1845 wurde Texas von den USA annektiert. Darüber hinaus beanspruchten die USA weitere mexikanische Gebiete bis hin zum Rio Grande. Dies führte 1846 mit einer US-Invasion zum Mexikanisch-Amerikanischen Krieg. Nach der Niederlage Mexikos im Jahre 1848 trat das Land mit Unterzeichnung des Vertrages von Guadalupe Hidalgo seine nördlichen Gebiete ab, darunter die späteren US-Bundesstaaten Kalifornien, New Mexico, Arizona, Nevada, Utah und Colorado. <<

      https://de.wikipedia.org/wiki/Mexiko#19._Jahrhundert Mexiko – 19. Jahrhundert [de.wikipedia.org]

      Das sind ja Gebiete, die sich räumlich mit dem "Louisiana Purchase" überschneiden:

      Bilddatei

      Fazit: Und willst du nicht mein Freund sein, dann schlag ich dir den Schädel ein.

    2. 25.2

      sherina

      Werter Claus,

      das ist ja die Maxime des US-Imperiums.

      Heil und Segen,
      sherina

      P.S.: Und nicht verzagen, wir knacken die harten Nüsse gemeinsam. Einen schönen Advent.

  26. 26

    sherina

    177. Was war der Beweggrund des “Louisiana Purchase“ und welche Folgen hatte dieser?

    Landwirtschaftliche Güter aus den Gebieten der USA, die westlich der Appalachen lagen, wurden gegen Ende des 18. Jahrhunderts hauptsächlich über den Mississippi verschifft. Kontrolliert wurde der Mississippi jedoch vom Hafen der Stadt New Orleans, die Spanien gehörte. Nur aufgrund des Pinckney-Vertrags mit Spanien hatten amerikanische Kaufleute das Recht, den Hafen von New Orleans zu nutzen. Nachdem Napoleon Bonaparte im Jahr 1800 Louisiana und damit auch New Orleans wieder unter französische Kontrolle brachte, fürchteten die Amerikaner, dass sie das Recht zur Nutzung des Hafens verlieren könnten. Der amerikanische Präsident Thomas Jefferson kam deshalb zu dem Schluss, dass es das Beste sei, die Stadt New Orleans und deren nähere Umgebung zu kaufen, um langfristig den Zugang zum Mississippi zu sichern. Jefferson sandte 1801 James Monroe und Robert R. Livingston nach Paris, um über den Kauf zu verhandeln. Sie wurden jedoch zurückgewiesen.

    Napoleon, der zu jener Zeit über die stärkste Armee in Europa verfügte, betrachtete den Verkauf seiner amerikanischen Territorien als Geste des guten Willens gegenüber den USA und als strategischen Schachzug gegen die Briten. Ein starkes Amerika konnte als Puffer gegen Britannien dienen, wenn der unvermeidliche Entscheidungskampf kommen würde. Möglicherweise erhoffte er sich auch die Unterstützung der USA bei seiner Seeblockade gegen England.

    Wichtiger war vielleicht, dass Napoleon einer Niederlage seiner Truppen in der französischen Kolonie Saint-Domingue (heute: Republik Haiti) gegenüberstand. Eine Expeditionsarmee unter seinem Schwager Charles Victoire Emmanuel Leclerc versuchte, die Kontrolle über Frankreichs profitabelste Kolonie zurückzugewinnen. Im Juni 1802 hatten die Franzosen erfolgreich den Revolutionsführer Toussaint Louverture nach Frankreich deportiert, aber das Gelbfieber wütete unter den Soldaten und tötete im November auch Leclerc. Darüber hinaus führte die rassistische Politik der Franzosen in Guadeloupe und in Saint-Domingue zu einem Guerilla-Krieg und zum Überlaufen führender französischer Offiziere, wie zum Beispiel des schwarzen Generals Jean-Jacques Dessalines und des Offiziers Alexandre Sabès Pétion im Oktober 1802. Diese Rückschläge führten dazu, dass Napoleon seine Pläne aufgab, das französische Imperium in der Neuen Welt wieder zu errichten. Die Franzosen zogen sich im November 1803 zurück, aber ihre Niederlage war schon ein Jahr zuvor abzusehen.

    Napoleon führte den Verkaufserlös seiner großen Kriegskasse zu und strebte die Kontrolle über ganz Europa an. Zwischen 1805 und 1807 führte er Krieg gegen Österreich, Preußen und Russland und machte sich zum Herrn über den größten Teil des Kontinents. (!)

    Der Louisiana Purchase führte zu einem Streit zwischen den USA und Spanien über die Grenzen des gekauften Gebiets. Nach Ansicht der Spanier bestand Louisiana in etwa aus der westlichen Hälfte der heutigen Staaten Louisiana, Arkansas und Missouri. Die Vereinigten Staaten behaupteten dagegen, es erstrecke sich bis zum Rio Grande und den Rocky Mountains. Das konnte Spanien nicht akzeptieren, denn es hätte bedeutet, dass ganz Texas und die Hälfte von New Mexico, beides spanische Kolonien, dazugehörten. Es gab auch Meinungsverschiedenheiten über den Eigentümer von Westflorida, ein Streifen Land zwischen den Flüssen Mississippi und Perdido. Die USA behaupteten auch hier, dass das Gebiet zu dem Kauf gehöre. Spanien widersprach dem und vertrat die Meinung, dass östlich des Mississippi lediglich New Orleans zu dem Kauf gehöre. Im Übrigen sei der ganze Verkauf aus zwei Gründen illegal: Das Abkommen, mit dem Louisiana erstmals von Spanien an Frankreich übergeben wurde (Vertrag von Fountainebleau, am 3. November 1762 zwischen dem französischen König Ludwig XV. und dem spanischen König Karl III. geschlossen), habe festgelegt, dass Frankreich das Gebiet nicht an eine dritte Macht weitergeben dürfe; Napoleon habe zudem seinen Teil dieses Vertrages nicht erfüllt, nämlich ein Königreich in Italien an einen Schwager des spanischen Königs Karl IV. zu übergeben.

    Nach einer Revolte in Westflorida annektierten die USA 1810 das Gebiet zwischen dem Pearl River und dem Red River und 1812 den Mobile-District. Mit dem Adams-Onís-Vertrag von 1819 überließ Spanien schließlich ganz Florida den USA. Die Grenze zwischen dem Louisiana-Territorium und den spanischen Kolonien wurde entlang der Flüsse Sabine River, Red River und Arkansas River und dem 42. Breitengrad festgelegt.

    Louisiana Purchase [de.wikipedia.org]

    Antworten
  27. 27

    Sailor

    Und weiter geht´s: 🙂

    165. Was bedeutete die Unabhängigkeit für den amerikanischen Geldmarkt?

    Die Briten versuchten, durch Restriktionen das Entstehen einer vom Mutterland unabhängigen Industrie und Finanzwirtschaft zu verhindern. Im Jahre 1704 wurde das Prägen von Münzen in allen Kolonien verboten. Um weiterhin Handel betreiben zu können, verwendeten die Kolonisten meist spanische oder niederländische Zahlungsmittel (Niederlande: Gulden; Spanien: Real). In diesem Zusammenhang entstand die Bezeichnung Dollar, abgeleitet von dem europäischen Namen „Taler“. Silbermünzen spanischer Herkunft wurden als „Spanish Dollars“ (spanische Dollar) bezeichnet.

    US-Dollar – Geschichte [de.wikipedia.org]

    Am 4. Juli 1776, sagten sich 13 britische Kolonien in einem aufsehenerregenden Akt vom Mutterland Großbritannien los: Die berühmte Unabhängigkeitserklärung »The unanimous Declaration of the thirteen united States of America« verkündete stolz die Gründung eines neuen Staates – die Vereinigten Staaten von Amerika waren geboren.

    Noch am Tage der Unabhängigkeit wurde von den Vertretern der 13 ehemaligen Kolonien im »Continental Congress« beschlossen, dem neugeborenen Staat ein eigenes Wappen zu geben. Ein stolzes Symbol der Einheit und Kraft, das die junge Nation in aller Welt repräsentieren sollte. Am 20. Juni 1782 war es dann soweit: Der prächtige Weißkopfseeadler wurde zum offiziellen Wappentier erklärt – und er fungiert bis heute als Namensgeber amerikanischer Anlagemünzen Silver & Gold Eagle

    Unabhängigkeitstag der Vereinigten Staaten von Amerika [primus-muenzen.com]

    Ich wünsche allen noch einen schönen 2. Adventssonntag. 🙂

    Antworten
  28. 28

    freier Mann

    Ohne es genau recherchiert oder es belegen zu können:

    Das Geld, bzw. die finanziellen Mittel für die französische Revolution wurden von Rothschild, damit also vom Vatikan, Rom (vielleicht auch Venedig), damit den “J*den” oder “Illuminaten” zur Verfügung gestellt.

    Im Prinzip war die französische Revolution ja der Auftakt, um die Monarchien abzuschaffen und den Weg für die sogenannte “Demokratie” zu ebnen.

    Ein äußerst wichtiger Baustein “der Auserwählten” um ihren Plan zur Weltherrschaft aufgehen zu lassen.

    Antworten
  29. 29

    Thomas aus Leipzig

    Zum Engagement des Französischen Königs für die Amerikanischen Revolution habe ich Folgendes gefunden: Michael Davies: Für Thron und Altar. Der Aufstand in der Vendée (1793 – 1796). Sarto Verlag, Bobingen, 1997, S. 14.

    Ausgangspunkt der Französischen Revolution war die Einberufung der Generalstände durch König Ludwig XIV. Der Grund hierfür war, daß dem Staatshaushalt der Bankrott drohte, als Folge einer Finanzkrise, ausgelöst durch Frankreichs kostspielige Beteiligung an der Amerikanischen Revolution. … Ludwig schickte materielle und finanzielle Hilfe in Höhe von 240.000.000 Dollar.

    Ist diese Summe nachvollziehbar? Ich denke ja.

    Bei Dr. Georg Hassel: vollständiges Handbuch neuesten Statistik und Geographie, Frankreichs und der Niederlande. In der Vossischen Buchhandlung, Berlin 1820: finden wir auf S. 123ff. zum französischen Staatshaushalt 1815:

    Einkünfte: 238.909.800 Gulden und Ausgaben: 211.538.270 Gulden und unter Staatsschulden: 870.000.000 Gulden.

    Es ist bei diesen Summen sicher müßig nach Umrechnungen zu suchen.

    Herzliche Grüße aus Leipzig
    Thomas

    Antworten
  30. 30

    Sonne

    Krieg und Frieden.
    Geld und Glauben.
    Reichtum und Macht.
    Götterglaube und Naturgesetze.
    Resonanz und Ursache.
    Ursache und Wirkung.
    Rache und Vergebung.
    Mordlust und Lebenslust.
    Grausamkeit und Liebe.
    Folter und Erbarmen.

    Der Rote Faden durch die Geschichte der Menschheit ist? Geschichte im einzelnen aufgedröselt interessiert mich gar nicht, auch wenn es interessant ist.

    Einen bemerkenswerten Punkt, den ich durch einen Film erfahren habe!

    Die Menschen haben die Götter erfunden, damit sie ihnen die Fragen beantworten, vor denen sie sich selbst fürchten.

    Um zum Götterglauben von Wodin, Walhalla und sonstigen einzuleiten:

    Die Götter haben dies und jenes fest gelegt. Wer sind die Götter? Ehemalige Menschen? Was war ihr Begehr? Ruhm, Macht und Reichtum? Erreicht durch was? Krieg? Schlacht-Opfer? Welchen Plan verfolgen die Götter? Es kann nur einen geben, der bestimmt wo es lang geht, also nach Einem oder vieler Köche Plan?

    Ist der Mensch wirklich ein Spielball im Plan der Götter? Oder ist der Mensch fleischgewordener Gott, der alle Verantwortung von sich weist, aus Unkenntnis, Vergessen? Nach dem Motto, die Götter haben bestimmt und alles folgt ihnen nach Plan, Bestimmung, Karma ect.pp.?

    Geld und Glauben, ist ersetzbar mit den Worten Macht und Ohnmacht. Götter und Gläubige, Intelligenz und Dummheit, Verantwortung und Schuldzuweisung, Ursache und Wirkung, Wie oben so unten.

    Die Menschheitsgeschichte und Geschicke sind nicht wahrheitsgemäß veröffentlicht. Wiki ist für mich wertlos. Geschichte schreiben immer die Sieger und Wiki wurde garantiert nicht von Zeitzeugen geschrieben. Soviel dazu!

    Sonne

    Antworten
    1. 30.1

      N8Waechter

      Schön, dann haben wir da ja auch mal drüber gesprochen …

      Heil und Segen!
      N8w.

  31. 31

    Sailor

    Zu 168. Was löste die Abschaffung des französischen Absolutismus aus?

    Die Machtposition des Absolutismus stützte sich auf sechs Machtsäulen:

    Stehendes Heer, Justiz, Polizei, Verwaltung mit dem König an der Spitze, Bindung des Adels an den Hof, Staatskirche (Klerus) sowie eine Wirtschaftspolitik, die charakteristisch für den Absolutismus war, den Merkantilismus.

    Einer der wichtigsten Punkte ist der Merkantilismus, der überhaupt erst gewährleisten konnte, dass die hohen Staatsausgaben, die die anderen Machtsäulen einforderten, gesichert waren.

    Grundsätzlich geht es hierbei darum, dass Rohstoffe günstig importiert, aber nicht exportiert werden, wobei Fertigwaren in hohem Maße ins Ausland verkauft, aber eben nicht eingekauft werden. Somit blieb das Geld im Land und es wird nach großen Überschüssen im Außenhandel zur wirtschaftlichen Entwicklung des Staates gestrebt.

    Der König, die privilegierten Stände Adel und Geistlichkeit, waren nicht bereit, ihre Privilegien und ihre politische Macht mit den nicht privilegierten Bürgern und Bauern, dem dritten Stand, zu teilen. In Verbindung mit dem wachsenden Elend der Volksmassen führte dies zur Abschaffung und später zur Revolution.

    Absolutismus [wortwuchs.net]

    Antworten
  32. 32

    Sailor

    Zu 169. Wie verhielten sich die anderen europäischen Großmächte?

    1. Koalitionskrieg 1792-1795/97: Kriegserklärung des revolutionären Frankreichs an Österreich und Preußen (1793 an England & Generalstaaten)
    Kein einheitliches Handeln des Deutschen Reiches

    2. Koalitionskrieg 1798-1801/2: Fortsetzung frz. Expansion (v.a. Italien), jedoch Niederlage während Ägyptenfeldzug (Abukir) ermutigt u.a. GB, Ö, RU zum erneuten Krieg. Kein einheitliches Handeln der Allianz

    3. Koalitionskrieg (1805): Russland, Österreich, England, Schweden – Frankreich und süddeutsche Staaten. Kein einheitliches Handeln des Reiches

    4. Koalitionskrieg (1806/07): Preußen – Frankreich, Doppelschlacht von Jena und Auerstedt und Schlacht bei Friedland führen zum völligen politischen und militärischen Zusammenbruch Preußens (Frieden von Tilsit); Preußens Auflösung wird durch Alexander I. (R) verhindert.

    5. Koalitionskrieg = Befreiungskriege (1813-1815): Völkerschlacht bei Leipzig (Oktober 1813), Waterloo (Juni 1815) => Ende der Herrschaft Napoléons.

    Netzverweis zu einer übersichtlichen Darstellung:

    Übersicht: Koalitionskriege [zum.de]


    Nach unterschiedlichen Ausflügen in die Gemengelage verstehe ich auch, warum man aktuell viele Millionen Euro in KI (Künstliche Intelligenz) investieren möchte. Die Befürworter dieser Investition verstehen sehr wahrscheinlich selbst nicht mehr, was ihre Vorfahren angerichtet haben und wollen dieses ganze Elend in Vergessenheit geraten lassen. 🙂

    Antworten
    1. 32.1

      Solarplexus

      Werter Sailor,

      in deinem Schlussgedanken liegt der entscheidende Funken!

  33. 33

    LKr2

    Bei so vielen Fragen wäre eine kleine Zusammenfassung von denen, die noch nicht beantwortet wurden, nicht schlecht.

    Freiwillige vor!

    Antworten
    1. 33.1

      N8Waechter

      Geld und Glauben (Teil 5) – Fragen und Antworten

      Die Seite ist auf dem Laufenden. 😉

      Heil und Segen!
      N8w.

  34. 34

    kg200

    175. Welche Ausdehnung hatte Großbritannien Ende des 18. Jahrhunderts?

    Durch den “Act of Union 1800” [de.wikipedia.org] wurden im Jahre 1800 das Königreich Großbritannien und das Königreich Irland zum “Vereinigten Königreich Großbritannien und Irland” vereinigt.

    Für den Zeitraum habe ich nur diese Karte [Bilddatei] finden können. Diese scheint allerdings nicht hundertprozentig genau zu sein, wenn sie mit der unten genannten Liste verglichen wird. Aber als grober Überblick sollte es reichen.

    Folgende Gebiete gehörten um das Jahr 1800 zu Großbritannien:

    – die Britischen Inseln
    Britisch-Nordamerika [de.wikipedia.org], heutiges Kanada
    Britisch-Westafrika [de.wikipedia.org]
    – die Kapkolonie [de.wikipedia.org], heutiges Südafrika
    – diverse Inseln in der Karibik und Mittelamerika
    – Asien: Bhutan, Ceylon (heute Sri Lanka), Federated Malay States, Indische Fürstenstaaten, Malediven
    – Teile Australiens und Tonga im Pazifik

    Entnommen aus dieser [de.wikipedia.org] Liste.

    Antworten
  35. 35

    kph

    171. Durch wen wurde die Gründung der “Nationalversammlung“ angestoßen?

    „Erste Nationalversammlung 1789: Am 8. August 1788 berief Ludwig XVI. erstmals nach 174 Jahren für das Revolutionsjahr 1789 die Generalstände (Abgeordnete des Ersten, Zweiten und Dritten Standes) ein. Nach Eröffnung der Versammlung am 5. Mai geschah zunächst nichts, weil der Dritte Stand darauf bestand, die Wahlprüfung, also die Kontrolle, ob alle Abgeordneten rechtmäßig gewählt waren, gemeinsam vorzunehmen, was die Vertreter der beiden anderen Stände verweigerten.

    Der Dritte Stand war zu keinem Kompromiss bereit, lud aber die Vertreter der anderen Stände ein, an seinen Sitzungen teilzunehmen. Am 13. Juni folgten drei Geistliche dieser Einladung. Weitere reformwillige Privilegierte schlossen sich in den nächsten Tagen an. Am 17. Juni erklärten sich 491 gegen 90 Abgeordnete zur Nationalversammlung; sie verstanden sich also nicht mehr als Vertreter ihres Standes, sondern der gesamten französischen Nation.“

    Nationalversammlung (Frankreich) [de.wikipedia.org]

    172. Welcher Zweck wurde mit der Gründung der “Nationalversammlung“ verfolgt?

    „Die Nationalversammlung [war] eines der ersten modernen, nicht nach Ständen gegliederten Parlamente auf dem europäischen Kontinent. Ihre Hauptaufgabe bestand in der Ausarbeitung einer Verfassung, in der die Machtübernahme durch das Bürgertum festgeschrieben wurde. Am 26. August 1789 verkündete die Nationalversammlung gegen den Willen des Königs die von Marquis de La Fayette eingebrachte Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte und beschloss deren Übernahme in die Verfassung.“

    Nationalversammlung (Frankreich) [de.wikipedia.org]

    kph

    Antworten
  36. 36

    kph

    175. Welche Ausdehnung hatte Großbritannien Ende des 18. Jahrhunderts?

    Das Vereinigte Königreich war die größte Kolonialmacht der Geschichte mit Kolonien und Protektoraten auf jedem der bewohnten Kontinente. Britische Kolonien und Protektorate bedeckten im ausgehenden 19. Jahrhundert fast ein Viertel der Landfläche der Erde; die Entwicklung von Englisch zur Weltsprache Nummer eins wurde dadurch ausgelöst, dass es Kolonialsprache des Vereinigten Königreichs war.

    Eine Übersicht über ehemalige und noch bestehende Gebiete nach Kontinenten:

    Britische Kolonien und Protektorate [de.wikipedia.org]

    Diese animierte Karte zeigt den Aufstieg und Fall des britischen Imperiums [de.wikipedia.org] [Etwas Geduld ist hier angesagt, die Bilderreihe schaltet recht langsam um. N8w.]

    kph

    Antworten
    1. 36.1

      N8Waechter

      Danke, werter kph.

      Schaut man sich die Jahreszahlen an, ist die Liste doch sehr aufschlussreich, nicht wahr? Die Frage bezog sich auf “Ende des 18. Jahrhunderts”, daher habe ich aus der animierten Karte einmal das nächstliegende als Einzelbild herausgenommen (1754):

      Bilddatei

      Eine sehr anschauliche Antwort auf die gestellte Frage. “Empire” …

      Heil und Segen!
      N8w.

    2. 36.2

      kph

      Werter N8Waechter,

      danke für die Auswahl der passenden Karte von 1754. Mir hatte die Darstellung der Entwicklung über die Zeit recht gut gefallen.

      kph

    3. N8Waechter

      Werter kph,

      was sagt uns denn diese “passende Karte” mitsamt der Liste über die Ausdehnung des “Empire” Ende des 18. Jahrhunderts und wie kam es zu der im Anschluss folgenden Entwicklung? Das ging alles nicht ohne Geld.

      Dies wird ein Teil von GuG6.

      Heil und Segen!
      N8w.

    4. 36.3

      kph

      Werter N8Waechter,

      dieses „Empire“ ist stetig am Wachsen, dies muss es systembedingt auch tun. Wie im „alten“ Rom, dessen Existenz durch Expansion, mit Hilfe der vielen Kriege und Eroberungen am Leben erhalten wurde.

      Heute ist das benötigte Wachstum unter anderem „Mein Hamsterrad“, in dem die Menschen gefangen sind. Wie die Geschichte ausgegangen ist, haben wahrscheinlich die Meisten vergessen, sonst würden sie versuchen sich daraus zu befreien.

      kph

  37. 37

    kph

    180. Was war der Auslöser des Ersten Koalitionskriegs?

    Eine gewisse Wende ging vom gescheiterten Fluchtversuch Ludwigs XVI. aus dem revolutionären Paris nach Varennes am 20./21. Juni 1791 aus. Leopold II. reagierte mit einem Rundschreiben an die Regierungen, in dem er den Schutz der Legitimität forderte. Dem schloss sich allerdings zunächst nur Preußen am 23. Juli an.

    Es kam daraufhin zur gemeinsamen österreichisch-preußischen Pillnitzer Deklaration vom 27. August. In der Erklärung wurde das Interesse der Mächte für eine vollständige Restauration der Monarchie in Frankreich betont. Auch kündigte man eine militärische Intervention an, sofern alle übrigen europäischen Mächte sich daran beteiligen würden. Dies bedeutete bei aller Rhetorik de facto eine Absage an eine Intervention, da keineswegs alle Mächte sich daran beteiligen würden.

    Die Pillnitzer Erklärung sollte die Franzosen einschüchtern und zu einem gemäßigten Verhalten bewegen. Das Gegenteil war der Fall. Auch weil der Wortführer der Emigranten, der Graf von Artois, Bruder Ludwig XVI, die Erklärung als Ultimatum interpretierte, verstärkte sich die französische Konfliktbereitschaft.

    Zu Beginn des Jahres 1792 stellte Frankreich die ultimative Forderung, dass die Nachbarstaaten bis zum 1. März die Emigrantentruppen vertreiben sollten. Wegen des Todes von Leopold II. wurde das Ultimatum bis April verlängert. Sein Nachfolger Franz II. schloss daraufhin mit Preußen am 18. März 1792 ein Defensivbündnis. Dabei garantierten sich die beiden beteiligten Seiten ihren jeweiligen Besitzstand.

    Am 18. März kam es zu einem neuen französischen Ultimatum, in dem die Entwaffnung Österreichs und das Ende des Bündnisses mit Preußen gefordert wurden. Franz II. lehnte dies ab. In Frankreich gab es verschiedene am Krieg interessierte Kräfte. Auf der einen Seite waren dies überzeugte Revolutionäre, die das Erreichte militärisch sichern wollten. Auf der anderen Seite hoffte Ludwig XVI. seine Position stärken zu können.

    Die offenen Feindseligkeiten begannen am 20. April 1792, als Ludwig XVI, immer noch das französische Staatsoberhaupt, Franz II. nicht als Kaiser des Reichs – dazu wurde er erst am 5. Juli gewählt –, sondern als König von Ungarn und Böhmen den Krieg erklärte. Die französische Hoffnung, das militärische Geschehen somit auf die Österreichischen Niederlande begrenzen und kontrollieren zu können, trog. Preußen erklärte Frankreich sofort den Krieg.

    Preußen und Österreich hofften auf einen schnellen Sieg, wollten die absolute Herrschaft Ludwig XVI. wiederherstellen und planten territoriale Gewinne. Man war sich sicher, dass Frankreich nicht lange standhalten könne. In dem antirevolutionären Koblenzer Manifest des Herzogs von Braunschweig wurde angekündigt, keine Eroberungen machen zu wollen. Gleichzeitig drohte es mit Vergeltung bis hin zur völligen Zerstörung von Paris, sollte der König auch nur die „geringste Beleidigung“ erfahren. Dies trug in Frankreich zur Stärkung des Widerstandswillen bei.

    Erster Koalitionskrieg [de.wikipedia.org]

    181. Warum wurde so lange mit einem Eingreifen in Frankreich gewartet?

    Unterschiedliche Erwartungen an das Ergebnis eines Krieges gegen Frankreich – von der Bestrafung der Königsmörder bis zur Vergrößerung des eigenen Territoriums – zeigten sich besonders in dem, seit den Schlesischen Kriegen, gespannten Verhältnis zwischen Preußen und Österreich.

    Wegen Gebietsverlusten von Reichsfürsten im Elsass und in Lothringen und Verletzungen des Reichsgebiets durch General Custine hatte die Reichsversammlung im November 1792 auf Antrag des Kaisers den Reichskrieg gegen Frankreich beschlossen. Die Kriegserklärung erfolgte aber erst im März 1793.

    Entsprechend der Reichsverfassung hatten die zehn Reichskreise je 2000–3000 Infanteristen und 500–2000 Kavalleristen zu stellen. Die Einberufung der Reichsarmee, die Rechtmäßigkeit der Kriegserklärung, Finanzierung und Kommando der Kontingente, hatten eine monatelange Entscheidungsfindung der Reichsstände zur Folge, die den unterschiedlich ausgeprägten Willen der deutschen Staaten am Fortbestehen des Reiches widerspiegelte.

    Erst im Frühjahr 1794 waren verschiedene Reichstruppen mobil. Oberkommandierender Reichsfeldmarschall wurde Herzog Albert von Sachsen-Teschen, ein Schwiegersohn Maria-Theresias. Dass nicht alle Reichsstände ihre Kontingente stellten und ihm die preußische Generalität den Befehl verweigerte, veranlasste ihn zum Rücktritt. Die meisten Reichstruppen wurden der Oberrheinarmee unter Feldzeugmeister Clerfait zugeführt.

    Der Koalitionär Großbritannien beteiligte sich an der Finanzierung, besonders von Preußen, Sardinien und der Royalisten im Aufstand der Vendée. Militärisch engagierte er sich vornehmlich zur See für die Vorherrschaft auf den Meeren. Unter britischem Oberkommando kämpften Truppen vom Kontinent gegen Frankreich.

    Das bourbonisch regierte Spanien musste schon aus familiären Gründen den Krieg gegen die französische Republik unterstützen. Es erwartete aber davon, den von Ludwig XIV. für Frankreich annektierten Norden Kataloniens, das Roussillon, zurückzugewinnen. Durch bilaterale Verträge mit England wurden Portugal, der Kirchenstaat, das Königreich beider Sizilien und weitere italienische Staaten zu Koalitionären. Aus Furcht vor Frankreichs aggressivem Expansionsdrang und z.T. wegen Zugehörigkeit zum Haus Österreich.

    Die russische Zarin Katharina die Große forderte energisch die Unterstützung der französischen Monarchie gegen die „französische Pest“ und schloss 1795 einen Bündnisvertrag mit England. Ihre militärischen Aktivitäten aber dienten der Aufteilung Polens und der Sicherung der südlichen Grenzen zum Osmanischen Reich. Nach ihrem Tod 1796 ließ Zar Paul I. im Mittelmeer seine Marine gegen Frankreich aktiv werden.

    Erster Koalitionskrieg [de.wikipedia.org]

    kph

    Antworten
  38. 38

    Solarplexus

    Es geht auch ohne Geld. Unsere Ahnen hatten davon Ahnung!

    Antworten
  39. 39

    kph

    182. Welche Folgen hatte die Annektion des Kirchenstaates?

    Im Verlauf der Französischen Revolution und während der napoleonischen Herrschaft über Europa verkleinerte sich das Territorium des Kirchenstaats zusehends. Papst Pius VI. (1774–1799) starb jedoch als Gefangener der Revolution in Südfrankreich, sein Nachfolger Pius VII. (1800–1823) konnte nicht wie üblich in Rom, sondern musste unter österreichischem Schutz in Venedig gewählt werden.

    Allerdings erreichte Pius VII. bald einen politischen Ausgleich mit Napoléon, der auch zur Wiederherstellung des Kirchenstaates 1801 führte. Dieser Kirchenstaat sicherte seinen Fortbestand vor allem durch das Konkordat mit Napoléon Bonaparte vom 15. Juli 1801. Höhepunkt dieser Ausgleichsphase war die Kaiserkrönung Napoléons in Anwesenheit des Papstes am 2. Dezember 1804.

    Die Weigerung des Papstes, einem Bündnis gegen Großbritannien beizutreten, führte jedoch wenige Jahre später zum Konflikt mit dem französischen Kaiser. Im November 1807 rückten wiederum französische Truppen in den Kirchenstaat ein, die im Februar 1808 Rom besetzten. Am 7. Mai 1809 erklärte Napoléon Bonaparte in Wien, dass Papst Pius VII. als weltlicher Herrscher aufgehört habe zu regieren, was faktisch die Annexion des Gebietes durch Frankreich bedeutete.

    Förmlich regelte sein Dekret vom 17. Mai die Eingliederung. Am 10. Juni 1809 fand die Vereinigung des säkularisierten Kirchenstaats mit dem französischen Kaiserreich bzw. mit dem napoleonischen Königreich Italien statt. Nur die geistliche Macht wurde dem Papst belassen. Der Papst wurde gefangen gesetzt und im Jahr 1812 in Fontainebleau in Frankreich interniert. Stattdessen erhielt Napoléons Sohn Napoléon Franz Bonaparte 1811 gleich bei seiner Geburt den Ehrentitel König von Rom.

    Erst nach dem Sturz Napoléons 1814 konnte der Papst nach Rom zurückkehren; 1815 wurde Europa auf dem Wiener Kongress im Sinne der Restauration neu geordnet und dabei der Kirchenstaat in seinen Grenzen von 1797 – also unter Verzicht auf die früheren südfranzösischen Exklaven – wiederhergestellt. In dieser Zeit besaß der Kirchenstaat eine verhältnismäßig kleine Armee. In der Folgezeit besaß der Kirchenstaat in der gebildeten europäischen Öffentlichkeit – namentlich nach dem Tode Pius’ VII. 1823 – einen denkbar schlechten Ruf als Hort von Misswirtschaft, Reaktion und Unterdrückung, wie sie für Polizeistaaten typisch ist.

    Der Kirchenstaat als politische Einheit sollte vor allem die Unabhängigkeit des mit absolutistischer Macht regierenden Papstes sichern. Da dieser vom Kardinalskollegium gewählt wurde, handelte es sich formal um eine Wahlmonarchie. Die Päpste stützten sich in ihrer Herrschaftsausübung auch auf den päpstlichen Adel, aus dem sie oft selbst hervorgingen.

    Kirchenstaat [de.wikipedia.org]

    kph

    Antworten
  40. 40

    kph

    183. Welchen Zweck verfolgte die französische Expedition nach Ägypten?

    Napoléon fürchtete nach der Rückkehr aus Italien, dass sein Ruhm bald wieder verblassen würde, und drängte das Direktorium, ihm ein neues militärisches Kommando zuzuweisen. Als sich die anfänglich geplante Invasion Großbritanniens als undurchführbar erwies, stimmte die Regierung dem Plan einer Eroberung von Ägypten zu. Ziel war es, Großbritanniens Zugang nach Indien zu stören.

    Eine von Kriegsschiffen eskortierte Transportflotte lichtete am 19. Mai 1798 die Anker. An Bord waren neben 38.000 Soldaten auch zahlreiche Wissenschaftler und Künstler, die das Land, seine Geschichte und Kunstdenkmäler erforschen und in Ägypten moderne politische und wirtschaftliche Strukturen aufbauen sollten.

    Nachdem die Franzosen unterwegs die Insel Malta besetzt hatten, landete die Armee am 1. Juli 1798 in Ägypten. Am 21. Juli besiegten die französischen Expeditionsstreitkräfte eine Mamlukenarmee in der Schlacht bei den Pyramiden und zogen am 23. Juli in Kairo ein. Dort erreichte Napoléon die Nachricht, dass seine Schiffe von einer britischen Flotte unter Horatio Nelson bei Abukir versenkt worden waren. Die Ägyptenarmee war damit weitgehend vom Mutterland abgeschnitten.

    Mit Hilfe der mitgereisten Experten begann Bonaparte mit verschiedenen Reformen und gründete das Institut d’Égypte, das zu einer Keimzelle der Ägyptologie wurde. Im Zuge der Expedition wurde unter anderem der Stein von Rosette gefunden. Eine Abschrift dieser mehrsprachigen Inschrift ermöglichte Jean-François Champollion 1822 die Entschlüsselung der Hieroglyphen.

    Von den Ägyptern wurde Napoléon nicht wie in Italien als Befreier, sondern als Ungläubiger und fremder Eroberer angesehen. Ein Aufstand in Kairo musste gewaltsam niedergeschlagen werden. Da Ägypten offiziell Teil des Osmanischen Reiches war, erklärte dieses Frankreich den Krieg.

    Napoleon [de.wikipedia.org]

    kph

    Antworten
    1. 40.1

      N8Waechter

      Danke, werter kph.

      Nun hat also Napoléon den Auftrag erhalten Ägypten einzunehmen, welches zum Osmanischen Reich gehörte (die Kriegserklärung an Frankreich war nur folgerichtig). Doch was tat er, nachdem er Ägypten/Kairo eingenommen hatte?

      Davon abgesehen: “38.000 Soldaten auch zahlreiche Wissenschaftler und Künstler” …, wieviele Schiffe umfasste die hierfür notwendige Flotte? Und woher kam das Geld dafür?

      “Großbritanniens Zugang nach Indien zu stören” heißt es offiziell. Doch wenn man eine ganze Flotte zur Hand hat, um mit geschätzten 40.000 Menschen nach Ägypten zu segeln, samt entsprechender Kriegsausrüstung, wäre eine Störung der Seewege nicht effektiver gewesen?

      Bedenke: Die Briten waren zu dem Zeitpunkt noch nicht so ausgedehnt auf der Welt unterwegs. Und Spanien war ebenfalls “bourbonisch”, folglich verbündet.

      Die uns über die “zeitgenössische Geschichtsschreibung” gelieferte Begründung zeugt entweder von großer Dummheit der seinerzeitigen Führung (was Napoléon gewiss nicht widerstandslos hätte durchgehen lassen) oder der Auftrag war ein ganz anderer, denn gemeinsam mit den Spaniern hätte Frankreich den Briten ordentlich in die Indien-Handel-Suppe spucken können.

      Das haben sie jedoch nicht getan und erst später (Trafalgar), als Großbritannien seine Flotte erheblich weiter aufgestockt hatte, wurde der Krieg auf dem Meer gesucht und grandios verloren.

      Das alles ergibt einfach keinen Sinn. Vor diesen Hintergründen: Was war (wohl) der wahre Zweck? (Weihnachtskeksdose auf … 😉 )

      Heil und Segen!
      N8w.

    2. 40.2

      Solarplexus

      Sollte er die Bundeslade finden?

    3. 40.3

      Erdbeerschorsch

      Wurde bei dem Ägyptenfeldzug nicht der Rosetta-Stein gefunden? Napoléon hat da ja auch – wie Alexander der Große – in der Pyramide übernachtet und kam ganz verstört wieder raus. Vielleicht hat er Schätze in Form von altem Wissen oder Artefakten gesucht.

    4. 40.4

      Rabe

      Bezüglich der Invasion in Ägypten gibt es auch deutliche Informationen, diesmal sogar von den J*den und korrumpierten Freimaurern selbst, in ihrer endlosen Arroganz:

      Napoleon And The J*ws [aish.com]

      Dort geht es im Grunde um Napoléon und die J*den, wie er sie aus der Knechtschaft befreite, ihnen Religionsfreiheit schenken wollte und auch geschenkt hat usw. Offiziell natürlich nur aus reinster Nächstenliebe, wenn man allerdings weiß, dass Napoléon von den Rothschilds finanziert und damit von ihnen abhängig war, tritt die Wahrheit wohl weit mehr zu Tage.

      In Bezug die Invasion Ägyptens gibt es dort folgenden, sehr interessanten Abschnitt:

      Now here is an amazing incident that is not generally known. When the French troops were in Palestine, and besieging the city of Acre, Napoleon had already prepared a Proclamation (see Appendix) making Palestine an independent J*wish state. He felt confident that he could occupy Acre and the following days he would enter Jerusalem and from Jerusalem he would issue his proclamation. He was unable to realize this project because of the intervention of the British.”

      Übersetzung:

      Nun, hier haben wir einen erstaunlichen Vorfall, welcher nicht weithin bekannt ist. Die französischen Truppen waren in Palästina und belagerten die Stadt Acre (das heutige Akkon), Napoléon hatte bereits eine Proklamation vorbereitet (diese war garantiert von ihm verfasst und nicht seinen j*dischen Hintermännern …) vorbereitet, welche Palästina zu einem unabhängigen, j*dischen Staat machen sollte. Er war zuversichtlich, Akkon/Acre besetzen zu können und in den folgenden Tagen Jerusalem zu betreten, um von dort “seine” Proklamation zu verkünden. Es gelang ihm aufgrund der Intervention der Briten nicht, dieses Projekt zu realisieren.”

      Hier findet man die Proklamation:

      Napoleon Bonaparte’s Letter to the Jews April 20,, 1799 [mideastweg.org] (ebenfalls Englisch, Übersetzung später wenn gewollt möglich)

      Man sieht also hier schon, dass die J*den schon unter Napoléon versuchten “Israel”, bzw. Judea neu zu gründen, unter der Schirmherrschaft einer mächtigen Kolonialmacht, deren Finanzen ohnehin unter ihrer Kontrolle standen. Der spätere Versuch nach dem Ersten Weltkrieg fiel dort auch mit hinein und wurde nachdem Zweiten Weltkrieg realisiert.

      H & S.

    5. N8Waechter

      ?

      (Einzige Einschränkung: Die “vollen Bürgerrechte” hat nicht Napoléon vergeben: Anfänge der Emanzipation [de.wikipedia.org])

    6. 40.5

      Claus

      Die Entscheidung für Ägypten:

      Bei der Entscheidung des Jahres 1798 handelte es sich um ein komplexes Gemenge geostrategischer, wirtschaftlicher, politischer und persönlicher Interessen, verbrämt mit den Idealen der Französischen Revolution.

      Großbritannien hatte im Verlauf des 18. Jahrhunderts einen Teil seiner Kolonien in Nordamerika verloren, zuvor aber Frankreich aus Indien vertrieben und dominierte damit große Teile des Asienhandels. Der überwiegende Teil des britischen Indienhandels fand auf dem Seeweg um das Kap der Guten Hoffnung statt.

      Wollte die britische Regierung jedoch Eilnachrichten nach Kalkutta schicken, dann konnte sie Tausende von Kilometern abkürzen, indem sie einen Boten durch das Mittelmeer nach Alexandria in Ägypten schickte, den Nil hinauf nach Kairo und von dort aus bis zum Roten Meer, wo der Bote auf dem Seeweg weiter nach Indien reiste. Eine Einnahme Ägyptens hätte Großbritannien deshalb von der schnellsten Kommunikationsroute mit Indien, dem „Juwel in der Krone des Empire“, abgeschnitten.

      Wirtschaftlich stand Ägypten im Ruf legendärer Fruchtbarkeit. In einem durchschnittlichen Jahr importierte Frankreich aus ägyptischen Häfen Waren im Wert von rund drei Millionen Livres. Dabei handelte es sich sowohl um heimische Produkte (wie Reis, Getreide, Natron, Baumwolle, Flachs, Sennesblätter, Büffel- und Kamelhäute) als auch um Waren aus dem Inneren Afrikas (wie Tamarinden, Elfenbein, Straußenfedern, Goldstaub, Kaffee, Gummi arabicum, Assa foetida, Weihrauch und Myrrhe), die aus dem Raum des Indischen Ozeans über Sues nach Ägypten gelangten. Eine Einnahme Ägyptens hätte Frankreich die Kontrolle über diese Warenströme gegeben.

      Napoléon selbst hatte schon seit seiner Kindheit vom Orient geträumt …

      Von allen Überlegungen zur Eroberung Ägyptens war aber das wahrscheinlich stärkste Motiv Bonapartes, die Chance der „Selbststilisierung zum Herrscher“ und damit das Signal an die Franzosen, zur Übernahme der Herrschaft bereit zu sein.

      Ägyptische Expedition [de.wikipedia.org]

    7. 40.6

      Claus

      Die Flotte:

      Die Vorbereitungen für die Expedition waren verteilt auf Toulon, Marseille, Genua, Korsika und Civitavecchia und wurden im Wesentlichen von Napoléons Stabschef Louis Berthier organisiert. Toulon fungierte dabei als Heimathafen für die Kriegsflotte, die das Übersetzen des französischen Heeres über das Mittelmeer begleiten sollte.

      Handelsschiffen wurde das Verlassen der Häfen von Toulon und seiner Umgebung verboten, um genügend Transportschiffe zur Verfügung zu haben. 280 Handelsschiffe beförderten 28.200 Mann Infanterie, Ingenieure und Kanoniere, 2.800 Kavalleristen sowie 60 Feld- und 40 Belagerungsgeschütze des französischen Expeditionsheers. 13 Linienschiffe, vier Fregatten und einige Kanonenboote unter dem Oberbefehl von François-Paul Brueys d’Aigalliers begleiteten die Flotte. Divisionskommandeure waren Desaix (Avant-Garde), Reynier (rechter Flügel), Kléber (Zentrum), Menou (linker Flügel), Bon (Reserve) und Murat (Kavallerie). Dabei waren auch 150 französische Künstler, Wissenschaftler und Forscher.

      Am 19. Mai verließ, nach nur zweimonatiger Vorbereitungszeit, der erste Teil des Expeditionsheers den Hafen von Toulon. Napoléon war an Bord des Flaggschiffes L’Orient. Am 21. Mai schloss sich von Genua aus eine Flotte von 72 Schiffen an. Am 28. Mai stießen von Korsika her 22 Schiffe hinzu, am 30. Mai weitere 56 Schiffe, die von Civitavecchia ausgelaufen waren. Damit war das französische Expeditionsheer komplett und nahm Kurs in Richtung Sizilien. Bereits am 5. Juni umrundete es die Südspitze von Sardinien.

      Die Vorbereitung der Expedition [de.wikipedia.org]

    8. 40.7

      Solarplexus

      Ich habe mal eine Frage:

      Wieviele Bankhäuser in j**ischer Hand gab es vor und nach der französischen Revolution? Wie sah es mit der Gegenseite aus?

    9. 40.8

      sherina

      Großen Dank an Rabe für die genialen Hinweise und danke an den N8wächter, der uns immer wieder gern unterstützt, die gefundenen Schnitzel auszuwerten, wenn wir nicht weiterkommen oder der Schnitzel uns nichts sagt.

      Jetzt ist auch klar, warum so viele “Wissenschaftler und Künstler” dabei waren: Die wollten sich schon mal umschauen, was sie alles an Schätzen und Wissen in ihrer neuen Heimat bekommen werden. Und Ägypten war zu der Zeit sehr reich.

      Und bis heute wird alles dazu benützt, Christen/Europäer gegen Muslime/Araber aufzuhetzen und den Europäern Schuldgefühle einzuimpfen. So wird ein Schuh draus, warum jetzt Europa übernommen werden soll und viele dies auch noch gutheißen.

      Da stecken wohl noch viele Erinnerungen in diesen Menschen von ihren Ahnen.

      Heil und Segen
      sherina

    10. 40.9

      Sailor

      Betr. Weihnachtskeksdose – N8w (40.1):

      Napoléons mystische Erfahrung in der Großen Pyramide von Gizeh – Pravda TV:

      Der junge Napoléon nahm auch mehr als hundert Gelehrte aus allen Disziplinen mit, um so viel wie möglich aus dem Land der Pharaonen zu studieren, niederzuschreiben und zu kopieren.

      Tatsächlich war Napoléons Expedition ebenso militärisch, wie wissenschaftlich, als der europäische Kontinent die verlorenen Schätze des alten Ägypten wiederentdeckte und sogar den Schlüssel zum Verständnis der Hieroglyphen fand, was es der ganzen Welt zu verstehen ermöglichte, was die alten Ägypter vor tausenden von Jahren niedergeschrieben haben.

      Während seines Feldzuges reiste Napoléon ins Heilige Land, kämpfte gegen die türkische Armee und ruhte sich nebenbei für eine Nacht in Nazareth aus. Diese Reise fand am 14. April 1799 statt. Im August desselben Jahres kehrte Napoléon nach Kairo zurück, als er beschloss, in der Großen Pyramide von Gizeh zu schlafen.

      Es wird angenommen, dass die Nacht, die Napoléon in der Großen Pyramide verbrachte, sein Leben für immer veränderte.

      Bedauerlicherweise ist alles, was Napoléon zwischen den Wänden der Königskammer erlebt und gesehen hat, ein Geheimnis, das er mit ins Grab genommen hat. Viele Menschen haben die Pyramide von Gizeh besucht. Napoléon, Aleister Crowley usw.” … weiterlesen bei Pravda TV:

      Napoléons mystische Erfahrung in der großen Pyramide von Gizeh [pravda-tv.com]

      Auch FLOTUS war dort. 🙂

      Melania Trump auf Afrika-Reise [haz.de]

    11. N8Waechter

      “Auch FLOTUS war dort.” » gewiss aus einem sehr guten Grund.

      So, und nun wieder zurück zum Thema. Es sind noch jede Menge Schnitzel zu braten. 😉

      Heil und Segen!
      N8w.

    12. 40.10

      Klaus

      @Rabe

      Seltsam ist auch der Tag der Proklamation. 🙂

    13. 40.11

      Solarplexus

      Werter Sailor zu 40.9,

      ich vermute mal Napoléon hatte nicht unbeirrt in jener Grabkammer genächtigt, nicht nur, da Alexander der große dieses tat. Alexander folgte seinem Gelehrten Aristoteles. Wem folgte Napoléon?

      Ich vermute, Napoléon war nicht ein Agent, sondern ein Doppelagent, wenn überhaupt mit spuonagischen zügen, zu welcher wirklichen Agenda? Er erinnert mich ein wenig an Putin.

      Es irritiert mich gerade, dass Gandalf hier die Möglichkeit der völkischen Wahl eines Cäsaren, äh Kaiser ansprach und nun geschichtlich sich die tatsächliche Möglichkeit erschloss.

      Kann Putin Zar werden? 😉

      Heil und Segen
      Sol

    14. N8Waechter

      “Kann Putin Zar werden?”

      Werter Solarplexus,

      Zar kann er nur werden, wenn er zuvor zum König gewählt wurde. Hüben wie drüben dasselbe. 😉

      Heil und Segen!
      N8w.

      P.S.: Putins Aufgabe ist eine andere. Darauf kommen wir in der Schlussbetrachtung zurück.

    15. 40.12

      eo

      Man könnte auch denken und sagen, da Napolchen sich mit Caesar auf Augenhöhe wähnte, gehörte ein Feldzug nach Ägypten einfach dazu, um dort die höheren Weihen zu empfangen und sich an despotischer Macht zu berauschen, auch wenn da keine Cleopatra war und wartete, um ihn auf den Geschmack zu bringen.

      Aber letztendlich hat beiden das ägyptische Abenteuer kein Glück gebracht, weil das despotische Gebahren, das sie dort auf- und annahmen, eben daheim auf die Dauer nicht so gut ankam. In beiden Fällen bildeten sich Allianzen, die ein solches Konzept zu Fall brachten.

      Überhaupt der Titel L’Empereur scheint mir unglücklich gewählt, da er einfach nicht klangvoll ist (Lamperör – hört sich fast an wie Lampenputzer). Aber Caesar war wahrscheinlich wegen Asterix und Vercingetorix nicht gerade angesagt und ist heute ja auch nur Namensgeber für einen Filmpreis.

      Übrigens, Napolchen hatte auch eine ganz eigene Art Bücher zu lesen. Wenn er mit der Kutsche unterwegs war und dabei las, riß er die gerade gelesenen Seiten aus dem Buch und warf sie aus dem Fenster, so daß das Buch zum Ende hin immer dünner wurde. Das hat mir mal mein Dändy-Professor erzählt, ein Benn- und Nietzsche-Kenner, der auch eine recht lesbare Theorie des Romans geschrieben hat … also seinen Äußerungen nach durchaus ernstzunehmend.

  41. 41

    kph

    Werter N8Waechter,

    hier die „Keksdose“:

    Napoléon war ein bezahlter britischer Spion! Die geplante Invasion Großbritanniens undurchführbar, Kriegsschiffe und Transportflotte, 38.000 Soldaten, Schiffe von der britischen Flotte versenkt, die Ägyptenarmee abgeschnitten, die französische Armee durch die Pest dezimiert, Ägypten unter Zurücklassung der Expeditionstruppen 1799 zu verlassen, in Frankreich spielte das Scheitern der Expedition kaum eine Rolle (?), vielmehr wurde Bonaparte bei seinem Weg nach Paris als Volksheld gefeiert, ja die Medien!

    „Am 9. November 1799 schien der Staatsstreich durch politische Manipulationen zu gelingen. Als sich die beiden Parlamentskammern am nächsten Tag widerspenstig zeigten und eine wirre Rede Napoléons die Lage noch verschlimmerte, wurden die Kammern von den Grenadieren Bonapartes auseinandergetrieben.

    In der Folge gelang es Napoléon als dem Ersten Konsul, seine Mitverschwörer ins politische Abseits zu drängen. Der dreißigjährige Bonaparte wurde so als Erster Konsul faktisch zum Alleinherrscher“ … durch einen Putsch, da hatte er genug Erfahrung.

    Im weiteren Verlauf hatte er freie Hand um Europa in das Chaos zu stürzen.

    Autsch …

    kph

    Antworten
    1. 41.1

      kph

      Ich mache einmal aus: “Napoléon war ein bezahlter britischer Spion!”, Napoléon war ein bezahlter Rothschild Agent, das sollte besser passen.

      Geschichte wiederholt sich, Paris 2018, kurz vor der zweiten Revolution des Volkes gegen einen Rothschild Agenten, Macron:

      Emmanuel Macron [de.wikipedia.org]

      kph

  42. 42

    sherina

    188. Welche Bedeutung hatte der Titel “Kaiser der Franzosen“?

    [Werte sherina, vergib mir bitte, aber diese Textauszüge von Wikipedia sind derart voller wichtiger Hinweise, dass ich mir an dieser Stelle herausnehme innerhalb Deines Kommentars entsprechende Hinweise zu geben. Aufgepasst: Wichtig für das Gesamtverständnis (den “roten Faden”)! N8w.]

    Die öffentliche Empörung über die Ermordung des Herzogs [Herzog von Enghien [de.wikipedia.org], N8w.] war in Frankreich wie in ganz Europa groß, doch konnte sie die Machtposition des Konsuls nicht erschüttern. Die Nachwirkung der aufgedeckten Verschwörung jedoch hatte besonders auf die Mitglieder des Senats und anderer Institutionen beträchtlichen Einfluss. Ein Umsturz der napoleonischen Regierung schien jederzeit möglich.

    Wäre einer solchen Aktion Erfolg beschieden, wären die Senatoren ihre lukrativen Ämter losgeworden und die innere Ruhe, die in den letzten Jahren eingekehrt war und die so viele beibehalten wollten, wäre von einem Tag auf den anderen Vergangenheit gewesen. (!)

    Der Senat, der das Recht besaß, die Verfassung zu ändern, erkannte den Vorteil eines erblichen Kaisertums der Bonapartes, das beim Verlust des Herrschers sofort einen neuen an dessen Stelle treten ließe und die Erfolgschancen jeglichen weiteren Umsturzversuches massiv erschweren würde. Joseph Fouché, ehemaliger Polizeiminister und Senator von Aix, der beim Konsul in Ungnade gefallen war, nahm in dieser Lage die Chance wahr, sich bei Napoleon wieder beliebt zu machen, und trug im Auftrag des Senats Napoleon eine Verfassungsänderung mit ihm als Kaiser an.

    Napoléon, seit 1802 Konsul auf Lebenszeit, hatte dieses Entgegenkommen des Senats erhofft und durch seine Politik auch bewusst beeinflusst. Sein Bestreben auf eine dauerhafte Sicherung der Machtposition seiner Familie und die Erhöhung seines Titels war auch ausländischen Diplomaten nicht verborgen geblieben. Gesandte Österreichs und Preußens sahen in ihren Briefen die Möglichkeit eines „Kaiserreiches der Gallier“ in naher Zukunft. Die erste Vorlage der Verfassungsänderung umfasste folgende Punkte:

    1. Napoléon Bonaparte wird mit der Regierung der französischen Republik betraut.
    2. Die Kaiserwürde wird seiner Familie für erblich erklärt. [Was ist ein “Kaiser”? Kann ein Kaiser überhaupt “erblich” sein? … N8w.]

    Am 30. März 1804 wurde im Senat der Antrag mit fünf Gegenstimmen angenommen, das Corps législatif stimmte der Vorlage ebenfalls zu. Die endgültige Version der neuen Verfassung wurde vom Staatsrat ausgearbeitet und in einer feierlichen Sitzung am 18. Mai dem Senat erneut vorgelegt. Fünf Gegenstimmen und eine Enthaltung gegen 74 Ja-Stimmen brachten Frankreich das Kaisertum. Man hatte sich auf Betreiben Napoléons auf den Titel eines Kaisers (auf Französisch Empereur) geeinigt, da ein monarchischer Titel nötig war, jedoch der des Königs unliebsame Erinnerungen geweckt hätte.

    [War dies wirklich der Fall, oder wusste man sehr wohl und sehr genau, was es mit dem Kaisertitel auf sich hatte? … N8w.]

    Im antiken Rom hatte sich Octavian zum Caesaren, also zum Kaiser gemacht …

    [Ja, ich wiederhole mich, doch das Verständnis dieses enorm wichtigen Punktes ist so, so wichtig! Was ist ein Kaiser? Wer dies noch nicht in Gänze verinnerlicht hat, möge bitte die angebotenen Informationen sichten (Siehe Teil 1) und seinen Verstand einschalten! Dies nicht nur mit Bezug auf den “Kaiser” im ehemaligen Westreich Roms, sondern durchaus auch auf der gegenüberliegenden Seite (worauf wir in der Schlussbetrachtung noch kommen werden, denn erst so ergibt dieses ganze Geschehen wirklich Sinn!). Dies ist für das Verständnis der nachfolgenden Ereignisse so wichtig, wie es kaum in Worte zu fassen ist! … N8w.]

    …, weil auch er einen Königstitel nicht ohne die Missgunst des Volkes hätte annehmen können. Napoléon berief sich auf diese Tatsache, hatte doch seine Karriere so verblüffende Ähnlichkeit mit der des Augustus. Außerdem war auch Karl der Große im Jahr 800 zum Kaiser gekrönt worden.

    [Geht an dieser Stelle nochmal zurück zu der Kaiserkrönung Karls (Teil 1). Warum durfte er den Titel “Kaiser” annehmen und was bedeutete dies in seinem ganzen Ausmaß! … N8w.]

    Große rechtliche Neuerungen brachte die neue Verfassung nicht, da Napoléon faktisch seit seinem Staatsstreich diktatorisch regiert hatte.

    Der neue Kaiser wollte jedoch trotz aller staatsrechtlichen Legitimationen seines neuen Titels …

    [Welche “Legitimation” hatte er denn? Staatsrechtlich?! Auch dies ein sehr, sehr wichtiger Aspekt im Gesamtgefüge. Ich nehme dies hier vorweg: Von der ursprünglichen Definition her hatte er jede Legitimation! Dafür ist es nur zwingend notwendig zu begreifen, was denn ein “Kaiser” ist! … N8w.]

    … eine Bestätigung durch das französische Volk. Über viereinhalb Millionen stimmten für ihn, nur wenige Tausend gegen seine Monarchie. (!)

    Kaiserkrönung Napoléons I. [de.wikipedia.org]

    Das erste Französische Kaiserreich leitete trotz der militärischen Niederlage die langsame Liberalisierung Europas und das Ende des höfischen Absolutismus ein. Es verfügte mit der Grande Armée über eine der größten Streitkräfte der europäischen Geschichte.

    Erstes Kaiserreich [de.wikipedia.org]

    » Darum auch Kaiser der Franzosen. Unglaublich, es funktioniert immer wieder, sich die Legitimation vom Volk einzuholen, die für etwas stimmen, wovon sie gar nicht wissen, was dies für sie und andere Völker für Konsequenzen hat. [Treffend formuliert, werte sherina. Die “Legitimation” für den Titel “Kaiser” kann nicht vom Volk kommen! … N8w.]

    Antworten
    1. 42.1

      sherina

      Ich habe dir nichts zu vergeben, werter N8wächter, sondern freue mich. Ich habe mich damals schon intensiv mit dem Kaiser, Bischof, katholisch usw. befasst, so auch jetzt.

      Ja, der oberste Brückenbauer, Pontifex Maximus, von Gottes Gnaden. Ich habe mich nur immer gefragt: Wen meinen die eigentlich mit Gott?

      Letztes Schnitzel für heute in die Pfanne gelegt. 🙂

    2. 42.2

      Erenion

      Lieber Leser,

      auch ich möchte dazu einige Gedanken niederlegen:

      Zum einen habe ich mir erlaubt, den originalen Titel “Empereur des Français” bei deepl.com einzugeben. Dort wird, außer der gebräuchlichen Übersetzung “Kaiser der Franzosen”, auch noch “Französischer Kaiser” als Alternative angeboten. Ich kann mir nicht helfen, aber für mich hat die 2. Variante doch eine gewisse Nähe zu “Deutscher Kaiser”, oder nicht?

      Zum anderen ist ein Kaiser, wie bereits mehrfach hier von verschieden Seiten ausgeführt, 1. ein militärischer Oberbefehlshaber (Imperator) 2. ein Hohepriester (Pontifex Maximus) und 3. der von Gott/den Göttern/dem Himmel eingesetzten “Herrscher über den Erdkreis”.

      Für die Menschen früherer Zeiten drückte sich der Wille Gottes vor allem in überragenden Erfolgen aus. Denn diese, seinen es nun große militärische Siege und die Unterwerfung ganzer Länder oder ein übermenschliches Charisma, waren nur mit Hilfe Gottes zu erreichen. Diese Anerkennung durch den Willen Gottes war das entscheidende Element. Die Salbung durch einen ranghohen Priester, wie den Papst, war im Grunde nur die rituelle Bestätigung für etwas bereits Erreichtes und drückte sich danach in Anreden wie “Apostelgleicher Kaiser” (wie bei den Kaisern von Byzanz) aus.

      So gesehen hatte Napoléon tatsächlich das Recht sich Kaiser zu nennen. Allerdings fällt mir da noch mindestens ein Name mehr ein, auf den das auch zutreffen dürfte. Aber vielleicht täusche ich mich ja auch.

      HuS!

    3. N8Waechter

      Werter Erenion,

      das ist durchaus treffend analysiert. Ich sehe es so, dass Napoléon ein gewisses Anrecht auf den Kaisertitel hatte, denn er war zu dem Zeitpunkt König von Italien und Schutzpatron Roms, zudem die vorherrschende militärische Macht auf dem Kontinent. Auch stellte er unmissverständlich die Rangfolge klar, indem er sich in Anwesenheit des Bischofs von Rom selbst zum Kaiser krönte.

      Was den “anderen Namen” angeht, stellt sich das etwas anders dar. Es mag vielleicht mit den Zielen einhergehen, doch war dieser “Name” nicht Schutzmacht des römischen Bischofs. Das war König Benito und selbiger hat dem Bischof auch 1929 wieder zu Grund und Boden verholfen und so den Kirchenstaat wiederbelebt. Doch das Bündnis der Beiden spielt auch in diesem Zusammenhang eine wichtige Rolle.

      Dennoch sollte beachtet werden, dass die Mission des “Namens” sehr interessante Aspekte umfasste. Die “Heimholung” verschiedenster Teile des Altreiches gehörten dazu, wobei das überaus wichtige Kulmer Land noch fehlte. Es gibt zudem auch gute Gründe dafür, warum nicht nur nach Paris marschiert wurde, sondern auch der Versuch unternommen wurde, Moskau und Russland von den Kommunisten zu befreien (» keine Ironie, sondern bewusste Wortwahl). Mehr dazu in der Schlussbetrachtung im Anschluss an GuG6.

      Heil und Segen!
      N8w.

  43. 43

    sherina

    189. Wie haben die Vertreter der europäischen Großmächte auf Napoléons Selbsterhebung zum Kaiser reagiert?

    Aufstieg des Kaiserreichs und Neuordnung Europas

    Diese Krönungen führten zu weiteren Konflikten in den internationalen Beziehungen. Zar Alexander I. ging im April 1805 ein Bündnis mit Großbritannien ein. Ziel war es, Frankreich auf die Grenzen von 1792 zurückzuwerfen. Dem schlossen sich Österreich, Schweden und Neapel an. Nur Preußen beteiligte sich nicht an dieser Dritten Koalition. [sic. !] Umgekehrt traten die nach dem Reichsdeputationshauptschluss gestärkten deutschen Länder Bayern, Württemberg und Baden auf Seiten Napoléons I. in den Krieg ein. Gemäß seiner schon früher bewährten Taktik, die feindlichen Armeen voneinander zu trennen und nacheinander zu schlagen, wandte er sich zunächst gegen Österreich.

    In Deutschland wurde am 16. Juli 1806 aus anfangs 16 Ländern der Rheinbund gegründet. Seine Mitglieder verpflichteten sich zur militärischen Unterstützung Frankreichs und zum Austritt aus dem Heiligen Römischen Reich. Protektor des Bundes – als im politischen Wortsinn Beschützer oder als eine Schutzmacht – war Napoléon I. Daraufhin legte Franz II. die Kaiserkrone des Heiligen Römischen Reiches nieder. Bereits zum Jahre 1808 hin gehörten fast alle deutschen Staaten außer Österreich und Preußen zum Rheinbund. Es entwickelte sich sozusagen ein „Drittes Deutschland“ ohne Österreich und Preußen (die Triasidee).

    Erstes Kaiserreich [de.wikipedia.org]

    Antworten
  44. 44

    Sailor

    Werter Solarplexus (40.11);

    Zitat: “Napoléon war nicht ein Agent, sondern ein Doppelagent”

    Das wäre sehr gut möglich. Die Gemengelage rund um Napoléon ist aber so komplex, dass man dies kaum noch beurteilen kann, ohne weitere Verschwörungstheorien zu starten. 🙂

    Sollte Napoléon ein Doppelagent gewesen sein, war er zumindest und letztendlich nicht erfolgreich. Napoléon bekam sein “Waterloo”, andere hatten ihren Nutzen infolge des Geschehens …

    Meiner Ansicht nach hat Präsident Putin eine feste Rolle in diesem Plan, aber auch hier besteht die Gefahr, sich zu sehr in Spekulationen zu verlieren.

    Ich wünsche allen einen schönen Abend. 🙂

    Antworten
    1. 44.1

      N8Waechter

      Danke. Vielleicht können wir diesen Aspekt vertagen, bis GuG6 oder die dann folgende Schlussbetrachtung soweit ist.

      Inzwischen gibt es noch jede Menge unbeantwortete Fragen, welche wichtig für das Gesamtverständnis sind. 😉

      Heil und Segen!
      N8w.

    2. 44.2

      Solarplexus

      Werter Sailor,

      um Heilands Willen! Stimmt, wie konnte ich nur. Eine VT! Verzeihe mir. 😉

      Seit wann muss oder sollte ein Doppelagent erfolgreich sein mit seinen Anweisungen, in den offensichtlichen Vorhaben einer Agenda? 😉

      Nenne mir einen!? Putin Spekulation? Es war die Gabe einer Frage. 😉

  45. 45

    kph

    190. Welche Folgen hatte die Säkularisierung Frankreichs während der Revolution?

    In Europa begann die Säkularisierung mit der Aufklärung und erreichte in der Französischen Revolution mit der angestrebten völligen Abschaffung der Religion vorläufige Höhepunkte (Beispiele: Einführung eines Revolutionskalenders ab dem „Jahr der Revolution“, Abschaffung der nichtrevolutionären Feste, radikale Enteignung der Klöster und Ordensgemeinschaften).

    Säkularisierung [de.wikipedia.org]

    Das Konkordat vom 15. Juli 1801 war ein Staatskirchenvertrag zwischen Frankreich und dem Heiligen Stuhl. Napoléon beendete damit den geistlich-weltlichen Kampf mit der katholischen Kirche in seinem Sinne. Napoléon hatte mit Rom eine Regelung angestrebt, um der Unterdrückung des Katholizismus als Resultat der Revolution entgegenzusteuern. Dazu veranlasste ihn zum einen das Kalkül, sich als erster Konsul der formell noch existierenden Republik zu profilieren, zum anderen die Beendigung der Revolution durch den Staatsstreich von 1799 nun auch auf kirchlichem Gebiet auszudrücken.

    In diesem Vertrag, den Napoléon als Vertreter der Ersten Republik und Kardinal Consalvi als Vertreter Papst Pius VII. unterzeichneten, erkannte der Papst die Französische Republik, den Zivilstand der Katholischen Kirche und die von Napoléon angeordnete Entlassung aller Bischöfe an.

    Pius VII., der 1804 zur Kaiserkrönung Napoléons genötigt wurde und im Streit mit dem Kaiser 1806 bis 1814 in Gefangenschaft geriet, beurteilte die Situation realpolitisch, weshalb er sich zu Verhandlungen bereit zeigte. 1801 kam es zur Unterzeichnung des Konkordats in Paris. In der Präambel wurde die katholische Religion als die „der großen Mehrheit der französischen Bürger“ bezeichnet, ohne dass allerdings wie bisher von einer „Staatsreligion“ die Rede war. Das Konkordat nämlich erkannte die Pluralität der religiösen Bekenntnisse, die Freiheit der Kultusausübung und die Republik als solche an.

    Ein weiteres Ergebnis des Konkordats war, dass die Autorität Napoléons gestärkt wurde. Außerdem schuf es eine Ordnung des kirchlichen Lebens bis zur radikalen Trennung von Staat und Kirche 1905 und diente als Vorbild für andere Kirchen und Länder.

    Konkordat von 1801 [de.wikipedia.org]

    kph

    Antworten
  46. 46

    kph

    191. Welche politische Position vertrat Großbritannien/das Vereinigte Königreich in der europäischen Machtstruktur Eingangs des 19. Jahrhunderts?

    Als Folge von Aufständen in Irland von 1798 beschloss die britische Regierung die formelle Unabhängigkeit Irlands endgültig zu beenden. So wurde Irland mit dem Act of Union 1800 dem Königreich Großbritannien angeschlossen, was einerseits den Verlust des irischen Parlaments, andererseits die rechtliche Einheit und damit die formelle Gleichstellung von Großbritannien und Irland zum 1. Januar 1801 nach sich zog. Es entstand das Vereinigte Königreich von Großbritannien und Irland. Die angestrebte staatsbürgerliche Gleichstellung der Katholiken scheiterte am Widerstand König Georgs III., worauf der Premierminister zurücktrat.

    1802 schloss Henry Addington, den Vertrag von Amiens mit Frankreich. Dieser Friedensschluss war äußerst populär, da der Krieg mit Frankreich und die mit ihm verbundene Wirtschaftskrise unter anderem zur erstmaligen Erhebung einer allgemeinen Einkommensteuer geführt hatte. Allerdings folgte nur eine etwa einjährige Friedenszeit, die Großbritannien zur massiven Aufrüstung und zu einer erneuten Kriegserklärung an Frankreich am 18. Mai 1803 nutzte.

    In der Auseinandersetzung mit Napoléon Bonaparte behielten die Briten in der Schlacht von Trafalgar 1805 die Oberhand und beendeten mit ihr jede französische Handlungsfähigkeit zur See. In der europäischen Kriegsführung zu Lande blieb Bonaparte jedoch erfolgreich. Mit der Kontinentalsperre schloss Frankreich 1806 alle kontinentalen Häfen für den britischen Handel. Dies führte zwar zu Arbeitslosigkeit, Lohnverfall und Preissteigerungen auf der Insel, zwang Großbritannien aber nicht in die Knie.

    Vor allem im Baltikum und in Portugal war die Kontinentalsperre durchlässig, zudem konnte Frankreich den Schmuggel nicht unter Kontrolle bringen. Zum Ausgleich für die Kontinentalsperre und auch als Ersatz für den verlorenen Absatzmarkt in den nordamerikanischen Kolonien konzentrierte sich der britische Handel zunehmend auf Südamerika. Zudem waren mit der Unabhängigkeit der Vereinigten Staaten die Absatzmärkte für den Sklavenhandel zusammengebrochen und eine immer stärkere Abolitionsbewegung war entstanden, so dass die britische Regierung den Sklavenhandel 1807 verbot.

    Während Napoléon 1812 seine Kräfte in der Auseinandersetzung mit Russland überforderte, konzentrierte sich Großbritannien auf einen Expeditionsfeldzug nach Spanien. 1809 waren Truppen unter Arthur Wellesley, 1. Herzog von Wellington, dem bedeutendsten britischen Heerführer dieser Zeit, auf der Iberischen Halbinsel gelandet und führten dort gemeinsam mit Aufständischen einen zähen Kampf gegen die Truppen Napoléons und erzielten 1813 den auf diesem Kriegsschauplatz entscheidenden Sieg.

    Nach der Schlacht bei Waterloo im Juni 1815 war Großbritannien mit seinem Gesandten Castlereagh auf dem Wiener Kongress maßgeblich an der Neuordnung Europas beteiligt, verzichtete trotz seiner starken Stellung aber auf erneuten Territorialbesitz auf dem Kontinent. Die britische Außenpolitik war in erster Linie an einer Machtbalance auf dem Festland interessiert, in der sich die dortigen Mächte gegenseitig neutralisieren sollten. Darüber hinaus sollte das Prinzip des Freihandels den Kontinent zum Absatzmarkt für britische Waren machen.

    Geschichte des Vereinigten Königreichs von Großbritannien und Irland [de.wikipedia.org]

    kph

    Antworten
  47. 47

    kph

    193. Auf wessen Veranlassung wurde der Immerwährende Reichstag mit der Reichsdeputation beauftragt?

    Im sogenannten Frieden von Lunéville (9. Februar 1801) bestätigte der Kaiser als Oberhaupt des Heiligen Römischen Reiches daraufhin die bereits im Frieden von Basel 1795 mit Preußen und im Frieden von Campo Formio 1797 mit Österreich vereinbarte Abtretung des linken Rheinufers an Frankreich. Bereits in den Geheimklauseln der Verträge von Basel und Campo Formio sowie in den Beschlüssen des Rastatter Kongresses (1797–1799) war festgeschrieben worden, dass die linksrheinischen Verluste der Reichsfürsten durch Säkularisation und teilweise auch durch Mediatisierung im rechtsrheinischen Deutschland ausgeglichen werden sollten.

    Mit dem Frieden von Lunéville und nicht erst mit dem Reichsdeputationshauptschluss war ihre Auflösung bereits beschlossene Sache. Lediglich die konkrete Aufteilung der Territorien und Länder war zu diesem Zeitpunkt noch nicht geregelt.

    Aufgrund der sich zuspitzenden außenpolitischen Großwetterlage sah sich Napoléon im Sommer 1802 dazu gezwungen, die deutschen Entschädigungsverhandlungen möglichst rasch abzuschließen. Mit dem Vereinigten Königreich von Großbritannien und Irland zeichnete sich bereits der nächste Krieg ab. Das russische Zarenreich unter Alexander I. drohte sich von Frankreich abzuwenden. Preußens Neutralität wurde unsicher.

    Um den Verhandlungen zwischen dem Reich und Frankreich einen legitimen Anstrich zu verleihen, brauchte Napoléon allerdings noch die rechtliche Zustimmung des Kaisers in Wien. Mit dem Zugeständnis, dass ein Teil des Hochstiftes Eichstätt an das von den Habsburgern regierte spätere Kurfürstentum Salzburg fallen sollte, gelang es Napoléon den Kaiser dazu zu bewegen, den Immerwährenden Reichstag damit zu beauftragen, die Gespräche zu führen. Der Reichstag hatte bereits am 2. Oktober 1801 vorgeschlagen, die Entschädigungspläne durch eine eigene Kommission, der sogenannten Reichsdeputation, ausarbeiten zu lassen.

    Reichsdeputationshauptschluss [de.wikipedia.org]

    kph

    Antworten
  48. 48

    kph

    195. Wer lieferte den Entwurf des Hauptschlusses?

    Noch bevor die Reichsdeputation allerdings im August 1802 zusammentreten konnte, hatte Napoléon in Zusammenarbeit mit dem Zarenreich einen Entschädigungsplan, die sogenannte Mediationsakte vom 3. Juni 1802, als „Diskussionsgrundlage“ erarbeiten lassen.

    Reichsdeputationshauptschluss [de.wikipedia.org]

    kph

    Antworten
  49. 49

    kph

    196. Warum wurde dem Entwurf praktisch unverändert zugestimmt?

    Während Sankt Petersburg daran interessiert war, die dynastische Verwandtschaft des Zarenhauses in Süddeutschland zu unterstützen, kam es Paris darauf an, ein Gegengewicht zu Österreich zu installieren. Die Reichsdeputation sollte diese französisch-russischen Vorstellungen nur noch bestätigen, konnte aber selbst nur kleine Abänderungen bewirken.

    Reichsdeputationshauptschluss [de.wikipedia.org]

    kph

    Antworten
  50. 50

    kph

    194. Wer waren die berufenen Mitglieder der Reichsdeputation und wer war nicht vertreten?

    In der Reichs-General-Vollmacht vom 3. August 1802 wurden folgende Reichsstände in die Reichsdeputation zur Klärung der Entschädigungsfrage berufen:

    Aus dem Kurfürstenrat: Kurmainz, Kursachsen, Kurböhmen, Kurbrandenburg
    Aus dem Reichsfürstenrat: Herzogtum Bayern, Herzogtum Württemberg, Hoch- und Deutschmeister des Deutschen Ordens, Landgrafschaft Hessen-Kassel

    Die geistlichen Reichsstände und die Reichsstädte, die nach dem Inhalt des Hauptschlusses ihre Reichsstandschaft verlieren sollten, wurden in den Sitzungen der Kollegien für „abwesend“ erklärt und konnten an Beratung und Abstimmung nicht teilnehmen.

    Der Reichsdeputationshauptschluss wurde im März 1803 vom Reichstag einstimmig angenommen. Allerdings hatten bereits Ende 1802 die meisten geistlichen Fürsten auf ihre weltlichen Herrschaftsrechte und damit auf Sitz und Stimme im Reichstag verzichtet. Die an der Reichsdeputation beteiligten Reichsstände wie der Erzbischof von Salzburg, die Bischöfe von Passau, Freising, Trient und Brixen, der Fürstpropst von Berchtesgaden und die schwäbischen Reichsprälaten hatten sich im Januar 1803 darauf geeinigt, an den abschließenden Beratungen des Reichstags über die Reichsdeputation nicht teilzunehmen.

    Sie wollten damit vermeiden, dass vom Reichstag über ihr Schicksal und die Auflösung ihrer Herrschaftsgebiete abgestimmt wurde. Insofern war der Beschluss zwar formaljuristisch einstimmig, aber nicht mit der Zustimmung aller Reichsstände getroffen worden. Kaiser Franz II. schloss sich im April – wenn auch unter Vorbehalt – diesem Votum an.

    Reichsdeputationshauptschluss [de.wikipedia.org]

    kph

    Antworten
    1. 50.1

      N8Waechter

      Eine der wichtigsten Mächte des Reiches – Preußen – saß nicht mit am Tisch! Dafür aber der Hochmeister der Deutschritter … spannend, oder?

      Heil und Segen!
      N8w.

    2. 50.2

      Erenion

      Werter N8Waechter,

      Einspruch Euer Ehren. Kurbrandenburg saß mit am Tisch. Preußen konnte ja nicht mit am Tisch sitzen, sonst wäre ja die Sonderstellung Preußens dahin gewesen. Ich denke, der König von Preußen und seine Leute wussten sehr genau warum.

      HuS!

    3. N8Waechter

      Richtig, Erenion,

      dasselbe gilt für Kurböhmen, also das Haus Habsburg, welches nicht in der Funktion als König/Kaiser anwesend war. Da hat man bei der Reichsdeputation doch tatsächlich die alten Regeln (Goldene Bulle) beachtet.

      Und doch stellt sich die Frage, was der Deutschmeister dort zu suchen hatte?! Der Deutschritterstaat lag schließlich außerhalb des Reiches und überhaupt, wo war eigentlich Kurhannover? 😮

      Heil und Segen!
      N8w.

    4. 50.3

      Erenion

      Lieber N8Waecher,

      es ist allerdings eine gute Frage, was der Deutsche Orden in dieser Runde zu suchen hatte. Eine Antwort könnte hiermit zusammenhängen:

      Deutscher Orden [de.wikipedia.org]

      “Die Institutionen des Heiligen Römischen Reiches erkannten das weltliche Herzogtum Preußen nicht an, sondern setzten bis zum Ende des 17. Jahrhunderts formal Administratoren für Preußen ein.

      Der Ordenszweig im Reich fand sich mit der Umwandlung „seines“ Ordensstaates Preußen in ein weltliches Herzogtum nicht ab. Ein hastig einberufenes Generalkapitel setzte den bisherigen Deutschmeister Walther von Cronberg als neuen Hochmeister ein. Vom Kaiser erhielt er 1527 die Berechtigung, sich Administrator des Hochmeistertums zu nennen und damit den Besitzanspruch auf Preußen aufrechtzuerhalten. Erst 1530 erlaubte ein kaiserliches Dekret Cronberg, sich nun auch Hochmeister zu nennen. Aus dieser Bezeichnung entstand später der Kurztitel Hoch- und Deutschmeister.

      Cronberg wurde gleichzeitig zum Administrator Preußens ausgerufen und auf dem kaiserlichen Reichstag zu Augsburg im Jahr 1530 durch Kaiser Karl V. mit dem Preußenland belehnt [sic.! Was ist ein Lehen? N8w.].

      Anschließend verklagte Cronberg seinen ehemaligen Hochmeister, Herzog Albrecht, vor dem Reichskammergericht. Der Prozess endete 1531 mit der Verhängung der kaiserlichen Reichsacht gegen Herzog Albrecht sowie der Weisung an Albrecht und den Preußischen Bund, dem Orden die angestammten Rechte in Preußen wieder einzuräumen.”

      Allerdings gehörte Preußen ja von Anfang an nicht zum Heiligen Römischen Reich. Preußen hatte wohl nicht nur einen Sonderstatus. Möglicherweise hatte es gleich mehrere gleichzeitig.

      Heil und Segen!

    5. N8Waechter

      “Allerdings gehörte Preußen ja von Anfang an nicht zum Heiligen Römischen Reich.”

      Werter Erenion,

      der entscheidende Punkt ist die Frage nach dem Status Preußens. Der Deutschritterstaat gehörte nicht zum HRRDN, darum ist der Zusammenschluss von Brandenburg mit dem Deutschritterorden auch von Bedeutung. Das Königreich Preußen ist woraus hervorgegangen?

      Für das Gesamtverständnis ist es wichtig, diesen Aspekt weiter zu vertiefen und aufzuklären und ich bin gespannt, ob ich hier etwas Neues lernen werde, denn mein Verständnis dieser Umstände ist ein Stück weit vernebelt …

      Da war das askanische Markgrafentum Brandenburg, und dann wurde die Kurwürde verliehen. Doch in welchem Zusammenhang steht dies mit dem Deutschritterorden? Dann kam “Brandenburg-Preußen” und 1701 gab es das “Königreich Preußen”. Doch wie kam es dazu?

      Welche Rolle hatte das Königreich Preußen ab 1701 inne? Was bedeutete dies für das Reich? Und welche Rolle spielte der Deutschritterorden/-staat in diesem Zusammenhang?

      Ideen?

      Heil und Segen!
      N8w.

    6. 50.4

      Erenion

      Werter N8Waechter,

      für das erste möchte ich 2 oben genannte Ereignisse in einen größeren zeitlichen Zusammenhang stellen. Auch um selbst einen Überblick zu bekommen:

      1. 1527 wird der Deutschmeister zum “Administrator des Hochmeistertums” ernannt und 1530 zum Hochmeister und wird mit dem “Preußenland” belehnt.

      Karl V. [de.wikipedia.de]

      Hier sind, meiner bescheidenen Meinung nach, 2 Punkte wichtig. Zum Einen:

      Karl V. verstand sich als Universalmonarch. Im wortwörtlichen Sinn als “Herrscher über den Erdkreis” (tatsächlich war wohl kaum ein anderer Kaiser diesem Anspruch so nahe gekommen). Als dazu gehörte für ihn auch die Rolle des Friedenswahrers. Zum Anderen: Die Krönung zum Kaiser durch den Papst erfolgte 1530.

      Karl V. war daher lange zu Verhandlungen mit den protestantischen Fürsten bereit. In diese Zeit fallen die Entscheidungen bezüglich Preußens und des Deutschen Ordens. Daher deute ich die Ernennung des Deutschmeisters zum “Administrator des Hochmeistertums” (Achtung: des Hochmeistertums! Nicht des Amtes des Hochmeisters! [Richtig, diese Unterscheidung ist sehr wichtig. N8w.]) so:

      Man präsentiert eine Entscheidung, die einem sehr viele Möglichkeiten für die Zukunft offen lässt. Der Romkirche und ihren Vasallen im Orden kann man Sagen “Ich tue was ich kann” und den Protestanten (darunter den Preußen) kann man sagen “wir können über alles reden”. Offensichtlich kann und will der Kaiser zu diesem Zeitpunkt keine echte Entscheidung treffen.

      Im Jahre des Herrn 1530 wird Karl V. vom Papst zum Kaiser gesalbt. Jetzt ist der Kaiser handlungsfähiger. Allerdings hat sich die Lage im Reich nicht gebessert und Karl gibt sich nach wie vor verhandlungsbereit. Tatsächlich hat er die Lage des Reiches und des Kaisertums sehr wohl im Blick und ist sich bewusst, dass das Reich die eine Reichskirche braucht. In diesem Sinne ist auch die Ernennung des Deutschmeisters zum Hoch- und Deutschmeister und die Belehnung mit dem “Preußenland”.

      Er versucht das Problem Preußen in seinem Sinne zu Regeln und lässt sich im Zweifel einige Möglichkeiten offen. Entweder Preußen wird wieder katholisch, dann gehört es wieder dem Orden und dieser ist dem Kaiser mehr verpflichtet als vorher. Oder Preußen bleibt protestantisch. Dann kann man sagen: “Der katholische Deutsche Orden braucht doch nun mal einen Hochmeister” und die Belehnung mit dem “Preußenland” hat in etwa so viel Bedeutung, wie die Ernennung des (wegen skandalösem, ausschweifenden Lebenswandels) aus seinem Amt vertriebenen Bischofs von Würzburg Sigismund zum Patriarchen von Alexandria ca. 100 Jahre zuvor.

      Allerdings war diese Entscheidung für das Reich verbindlich. Dadurch wurde Preußen zu einem “darüber Reden wir nicht” ( oder auch “Bitte gehen Sie weiter. Hier gibt es nichts zu sehen.”) Problem.

      2. 1701 erhebt sich Friedrich I. zum König in Preußen

      Auch hier ist der zeitliche Zusammenhang wichtig. Zum Einen: 1697 wird Friedrich August I. von Sachsen zum König von Polen gewählt. Die Wahl gewinnt dieser durch Bestechungszahlungen, die massiv von den Jesuiten unterstützt werden. Wenig später wird Polen in den Nordischen Krieg verwickelt, da August der Starke versprach Livland für Polen zurückzuerobern.

      Nun, Livland, das heutige Lettland (besteht im Wesentlichen aus dem historischen Kurland und Livland) war nicht weit weg von Preußen. (Wäre August der Starke als Heerführer ähnlich genial gewesen wie als Mäzen, dann wäre das wohl für Jesuiten und Deutschordensritter und … gut gewesen.). Die weitere Entwicklung war ja noch nicht absehbar.

      » Unter anderem, wie lange würde sich das Haus Wettin in Polen halten? Hier bitte ich zu beachten, dass Friedrich August der Gerechte, Kurfürst von Sachsen und König von Sachsen von Napoléons Gnaden, auch Großherzog von Warschau war und polnische Kräfte hatten ihm nach dem Fall Napoléons die erbliche polnische Königskrone angeboten. Das wurde allerdings durch den Wiener Kongress verhindert.

      Zum anderen erbte 1705 der Kurfürst von Hannover die Krone von Großbritannien. Daher war die Umwandlung vom Herzogtum mit Sonderstatus zum Königreich nur folgerichtig. Denn sonst hätte Preußen im Konzert der europäischen Mächte den Anschluss verloren.

      Ja, Preußen spielt eine sehr wichtige Rolle.

      HuS!

    7. 50.5

      Erenion

      Noch ein Punkt der mir keine Ruhe gibt:

      Warum waren beim Reichsdeputationshauptschluss der Kurfürst von Hannover gar nicht und der Kurfürst von Bayern nur als Herzog vertreten?

      Kurfürst [de.wikipedia.org]

      Überhaupt finde ich die Sache mit der bayrischen Kur spannend:

      – 1623 erhält der Herzog von Bayern die Kurwürde (Erztruchsess), welche vorher der Pfalzgraf bei Rhein hatte
      – 1648 wird der Pfalzgraf bei Rhein, nach dem Westfälischen Frieden, wieder Kurfürst (Erzschatzmeister)
      – 1777 stirbt die bayrische Linie der Wittelsbacher aus und der Pfalzgraf bei Rhein erbt das Herzogtum Bayern und damit die dazugehörige Kur. Mit dem Ergebnis, dass das Amt des Erzschatzmeisters (gebunden an die Pfalz) wegfällt und das Amt des Erztruchsess (gebunden an Bayern) bestehen bleibt

      Warum eigentlich? Warum erlischt das Amt des Erzschatzmeisters und nicht das des Erztruchsess? Der Pfalzgraf bei Rhein war ja zum Zeitpunkt der Erbschaft bereits Kurfürst. Warum gibt er die Kur, welche er schon hat, ab und nimmt die geerbte an? Hat das Amt des Erztruchsess mehr Legitimität, als das des Erzschatzmeisters?

      Der Kurfürst von Hannover war bei der Reichsdeputation ja nicht mit vertreten und dennoch profitierte dieser davon.

      War bereits im 17. Jahrhundert etwas faul im Staate Heiliges Römisches Reich? Die Zusammensetzung der Reichsdeputation bezog sich offensichtlich auf einen Rechtsstand vor dem 17. Jahrhundert. Wenn das so war, dann kann man nur vermuten, welches dieser Rechtsstand war.

      Ich vermute im Moment, dass Karl V. der letzte vollständig rechtmäßige Kaiser war. Karl V. war ja schließlich auch abgedankt. Was ist mit dieser Abdankung? Gibt es hier eine Verbindung zur Abdankung Franz II.?

      Karl V. [de.wikipedia.org]

      “Staatsrechtlich war Karl erst nach dem Tod der Mutter am 13. April 1555, der ihn tief bewegte, alleiniger König von Spanien geworden.“

      Am 13.4.1555 wird Karl alleiniger (und damit rechtmäßiger!) König von Spanien und am 25.10.1555 dankt er ab?

      Hier stimmt etwas nicht …

      HuS!

    8. 50.6

      Gänselieschen

      Werter N8wächter,

      die Frage wie Brandenburg zu Preußen kam, hat mir auch keine Ruhe gelassen. Beim Lesen über den Deutschritterorden bin ich auf Interessantes gestoßen:

      „Der Niedergang des Deutschritterordens und die Existenz des Ordensstaates finden im 16. Jahrhundert ein Ende, als der Großmeister Herzog Albrecht von Hohenzollern die lutherische Lehre annimmt, den Glauben säkularisiert, die Oberhoheit Polens anerkennt und damit zum polnischen Vasallen wird.“

      Der Deutschritterorden – Die Wiege Preußens [dreizackreisen.de]

      Interessant wird es, wenn man dazu Erenions Ausführungen gedanklich einfügt:

      Anschließend verklagte Cronberg seinen ehemaligen Hochmeister, Herzog Albrecht, vor dem Reichskammergericht. Der Prozess endete 1531 mit der Verhängung der kaiserlichen Reichsacht gegen Herzog Albrecht sowie der Weisung an Albrecht und den Preußischen Bund, dem Orden die angestammten Rechte in Preußen wieder einzuräumen.“

      Es scheint so, dass das nicht geschehen ist.

      Herzog Albrecht von Hohenzollern [de.wikipedia.org]

      Herzog Albrecht entstammt der fränkischen Linie der Hohenzollern. Mit Albrecht Friedrichs Tod starben 1618 die fränkisch-preußischen Hohenzollern aus. Ihr Erbe fiel an die Brandenburger. Auf diese Weise waren Brandenburg und Preußen seit 1618 in einer Personalunion verbunden, wobei der brandenburgische Kurfürst in seiner Funktion als preußischer Herzog dem polnischen König zunächst noch zur Vasallentreue verpflichtet blieb. Dieses Belehnungsverhältnis endete 1657 mit dem Vertrag von Wehlau, durch den die volle Souveränität über das Herzogtum vom König von Polen an den Kurfürsten Friedrich Wilhelm von Brandenburg und dessen leibliche Erben überging.

      Herzog Albrecht Friedrich [de.wikipedia.org]

      Weiter mit dem Orden:

      Oft gerieten sie in die Abhängigkeit benachbarter Adelsfamilien, die ihre Söhne traditionell in den Orden entsandten. In Thüringen, Sachsen, Hessen und Utrecht, wo sich die neue Lehre fest etabliert hatte, gab es auch lutherische und reformierte Ordensbrüder, die sich – dem korporativen Denken des Adels folgend – dem Hochmeister gegenüber loyal verhielten, auch im Zölibat lebten und nur die Gelübdeformel durch einen Eid ersetzten.

      Zum ersten Mal 1590 und später immer häufiger wählte man den Hoch- und Deutschmeister aus führenden Geschlechtern katholischer Territorialstaaten, vor allem aus dem Haus Österreich. Dies schuf neue familiäre und politische Querverbindungen zum deutschen Hochadel, ließ aber auch den Orden mehr und mehr zu einem Objekt habsburgischer Politik werden.

      Geschichte [deutscher-orden.de]

      Mir sind katholisch und Habsburg aufgefallen. Ich gehe davon aus, dass man damals vorausschauender war und Preußen nicht katholisch, im Reich und bei den Habsburgern sehen wollte. In dem Buch von Christopher Clark, ist mir immer wieder die vorausschauende Art der Hohenzollern aufgefallen. Das ist jetzt zwar nur Spekulatius, aber anders läßt es sich nicht wirklich erklären.

      Vielleicht steckt ja auch der Kaiser mit drin. Dazu nochmal aus Erenions Text:

      Karl V. war daher lange zu Verhandlungen mit den protestantischen Fürsten bereit. In diese Zeit fallen die Entscheidungen bezüglich Preußens und des Deutschen Ordens. Daher deute ich die Ernennung des Deutschmeisters zum „Administrator des Hochmeistertums“ (Achtung: des Hochmeistertums! Nicht des Amtes des Hochmeisters! [Richtig, diese Unterscheidung ist sehr wichtig. N8w.])

      So. Man präsentiert eine Entscheidung, die einem sehr viele Möglichkeiten für die Zukunft offen lässt. Der Romkirche und ihren Vasallen im Orden kann man Sagen „Ich tue was ich kann“ und den Protestanten (darunter den Preußen) kann man sagen „wir können über alles reden“. Offensichtlich kann und will der Kaiser zu diesem Zeitpunkt keine echte Entscheidung treffen.“

      Der oben schon angemerkte Titel „Administrator des Hochmeistertums“ fügt sich dabei gut ein. Der Administrator konnte nichts ändern und der Kaiser wollte es wohl nicht ändern.

    9. 50.7

      Erenion

      Werter N8Waechter,

      ich habe ein kleines Detail gefunden. Dieses könnte die Frage beantworten, was der Orden bei der Reichsdeputation zu suchen hatte.

      Es ist, in etwa, wie mit dem kleinen gallischen Dorf. Der ganze Ordensstaat ist in der Hand der bösen Protestanten und liegt außerhalb des Reiches. Der ganze Ordensstaat? Nein, ein kleines Nest leistet der Ketzerei widerstand.

      Meistertum Mergentheim [de.wikipedia.org]

      Damit war der katholische Ordensstaat immer noch da und zumindest dieser Teil lag innerhalb des Reiches. Offensichtlich hat man sich bei der Reichsdeputation sehr genau an die alten Regeln gehalten.

      HuS!

      Erenion

  51. 51

    kph

    198. Welche Veränderung ergab sich in Bezug auf die Kur-Titel?

    Es erhielten die Fürsten von Württemberg, Baden und Hessen-Kassel die Kurwürde der erloschenen Kurfürstentümer Kurköln, Kurmainz und Kurtrier; für das neue Herzogtum Salzburg wurde ein neues Kuramt installiert.

    Reichsdeputationshauptschluss [de.wikipedia.org]

    kph

    Antworten
    1. 51.1

      N8Waechter

      Köln, Mainz, Trier … und die Romkirche war draußen.

      Heil und Segen!
      N8w.

  52. 52

    kph

    201. Wer blieb von der Säkularisation im Reich ausgenommen?

    Von der Säkularisation ausgenommen blieben zunächst der Deutsche Orden und der Malteserorden.

    Reichsdeputationshauptschluss [de.wikipedia.org]

    kph

    Antworten
  53. 53

    kph

    200. Was war der Hauptgrund für Baden, Bayern und Württemberg sich mit Frankreich zu verbünden?

    Als es im Jahr 1805 zum dritten Koalitionskrieg zwischen Russland, Österreich, Großbritannien auf der einen Seite und Frankreich auf der anderen Seite kam, verbündeten sich die Staaten Bayern, Baden und Württemberg mit Napoléon.

    Nach dem Sieg von Austerlitz und dem Frieden von Preßburg konnte Bonaparte seine Position in Europa und Deutschland erheblich ausbauen. Österreich musste Gebiete abtreten und Napoléon ernannte seine Brüder Joseph und Louis zu Königen von Neapel und Holland, während sein Schwager Joachim Murat Herzog von Berg wurde.

    Napoléon setzte auf ein Bündnis mit den Ländern Baden, Bayern und Württemberg. Nach seiner Niederlage musste Franz II. der Erhebung Bayerns und Württembergs zu Königreichen zustimmen. Baden, Hessen-Darmstadt und Berg wurden Großherzogtümer. Zudem traten Bayern und Württemberg in verwandtschaftliche Beziehungen mit Napoléon. Damit hoffte dieser auch auf eine dynastische Legitimierung seiner Herrschaft. Jérôme Bonaparte wurde mit Katharina von Württemberg, Stéphanie de Beauharnais mit Karl Ludwig von Baden und Eugène de Beauharnais mit Auguste von Bayern verheiratet.

    Rheinbund [de.wikipedia.org]

    kph

    Antworten
    1. 53.1

      N8Waechter

      Werter kph,

      danke, dies beschreibt die Umstände. Dennoch steht die Frage im Raum, warum sich die drei Fürstentümer mit Frankreich verbündeten.

      Vielleicht mag jemand dem fleißigen kph hier helfen?

      Heil und Segen!
      N8w.

    2. 53.2

      kph

      Nachtrag:

      Von größerer Bedeutung war das Konzept des Dritten Deutschland während des 19. Jahrhunderts. Eine Voraussetzung für das Entstehen eines zumindest theoretisch handlungsfähigen „Dritten Deutschland“ neben und im Zweifelsfall gegen die beiden Großmächte Preußen und Österreich war die Entstehung von leistungsfähigen mittleren Staatsgebilden.

      Durch die Rheinbundakte war die Konföderation als Militärallianz mit dem französischen Kaiserreich gegründet worden. Napoléon fungierte in diesem Gebilde als „Bundesprotektor“, im politischen Wortsinn eines Beschützers oder einer Schutzmacht.

      kph

    3. 53.3

      Festus

      Werter N8wächter, werter kph,

      es ist wirklich interessant hier mitzulesen. Aber ich möchte auch um Rat bitten. Ihr seid deutlich tiefer in der Materie. Dieser Kommentar trägt auch weniger zur Auflösung bei.

      Laut Erzählungen meiner Großmutter stammen wir in direkter Linie aus dem Herzogtum Berg. Allerdings hat sie auch nach dem Krieg alle Dokumente verloren (oder vernichtet?), mittlerweile ist sie auch dement und ist somit keine verlässliche Informationsquelle mehr.

      Gibt es Möglichkeiten herauszufinden, was in der Zeit ab 1806 mit allem was zum Herzogtum Berg gehörte geschah und auch ob es Stammbäume bis in die heutige Zeit gibt. Offenbar wurde das ja an Napoléon vermacht? Aber inzwischen ist es ja wieder deutsch.

      Bisher habe ich das Thema nur angekratzt, vielleicht finde ich durch eure Hilfe einen Einstieg. Wenn du diesen Text nicht veröffentlichen magst, kann ich das verstehen, aber Rat wäre schön, wenn es deine kostbare Zeit erlaubt.

      Gruß
      Festus

    4. N8Waechter

      Werter Festus,

      nun, dies mag jetzt vermutlich wenig hilfreich sein, aber Herzogtum Berg natürlich einen eigenen Wiki-Eintrag:

      Herzogtum Berg [de.wikipedia.org]

      Ansonsten bin ich überfragt. Hat irgendjemand eine hilfreiche Idee?

      Heil und Segen!
      N8w.

    5. 53.4

      nicht wichtig

      @ Festus

      Gibt es Möglichkeiten herauszufinden, was in der Zeit ab 1806 mit allem was zum Herzogtum Berg gehörte geschah und auch ob es Stammbäume bis in die heutige Zeit gibt. Offenbar wurde das ja an Napoléon vermacht?

      Aus: Das Haus Buonaparte: ein genealogischer Versuch 1814

      „Zu diesen vier Titeln eines Kaisers der Franzosen, Königs von Italien, Beschüzers des Rheinbundes, Vermittlers des schweizerischen Bunds, kam noch in den Akten des Großherzogtums von Berg, seit dem 3. Merz 1809, woran Kaiser Napoléon seinem Neffen Ludwig das Großherzogtum Berg zuschrieb, sich aber die Regierung davon und über den Großherzog die Vormundschaft während der Minderjährigkeit desselben, Kraft seines Haus-Gesezes, vorbehielt.“

      „Aus der Ehe König Ludwig mit Königin Hortensia wurde geboren: Napoleon Ludwig am 11. Oktober 1804, welcher seit diesem Tag (6. November 1804) französischer Prinz, und seit dem 17, Merz 1805 Prinz von Italien, auch seit dem 5. Junii 1806 Prinz, seit dem 5. Mai 1807 aber Kronprinz von Holland war, vom 1. bis 9. Julii 1810 König von Holland hieß, und am 3. Merz 1809 zum Großherzog von Berg (welches im Monat November des Jahres 1813 aufhörte, (siehe nächstes Zitat aus Wikipedia)), unter der Vormundschaft seines Oheims des Kaisers, von diesem ernannt wurde.“

      Aus: Wikipedia

      „Bald nach der Völkerschlacht bei Leipzig löste sich das Großherzogtum faktisch auf. Von 1813 bis 1815 wurde für das rechtlich allerdings noch bestehende Großherzogtum das Generalgouvernement Berg als interimistische Verwaltung eingerichtet. Die meisten Landesteile fielen zusammen mit dem Großherzogtum durch Artikel XXIV der Hauptakte des Wiener Kongresses schließlich Preußen zu. Es bildete daraus mit den anderen preußischen Besitzungen auf dem linken und rechten Rheinufer die Provinz Jülich-Kleve-Berg mit Verwaltungssitz Köln. Der Titel eines Großherzogs von Kleve und Berg ging somit auf den preußischen König und das Haus Preußen über.“

      Napoleon Louis Bonaparte [de.wikipedia.org]

      „Ab 1824 lebte Charlotte wieder in Europa und starb bei der Geburt ihres einzigen Kindes, der Vater war der polnische Graf Potocki. Charlotte wurde bestattet in der Kirche Santa Croce in Florenz.“

      Charlotte Napoleon Bonaparte [de.wikipedia.org]

      Hoffe, es hilft weiter …

  54. 54

    kph

    199. Warum knickten so viele Fürsten vor Frankreich ein?

    Nach dem Frieden von Lunéville begann eine tiefgreifende Neuordnung der Staatenwelt in Mitteleuropa. Durch den Reichsdeputationshauptschluss von 1803 kam es zu einer radikalen Umgestaltung im Heiligen Römischen Reich. 112 kleinere Reichsstände gingen in anderen Staaten auf. Davon betroffen waren etwa drei Millionen Menschen. Fast alle geistlichen Territorien wurden dabei säkularisiert. Die meisten ehemaligen freien Reichsstädte und zahlreiche Reichsritter wurden mediatisiert.

    Neben Preußen profitierten insbesondere Baden und Württemberg davon. Das Verschwinden der Reichsritter und der geistlichen Territorien bedeutete, dass der Kaiser seine wichtigsten Stützen verlor. Das Ende des Reiches war seither absehbar. Franz II. hatte 1804 den Titel eines Kaisers von Österreich angenommen, um dem absehbaren Statusverlust zuvorzukommen.

    Am 12. und 16. Juli 1806 unterzeichneten 16 Abgesandte deutscher Fürsten die Rheinbundakte. Damit kündigten sie an, sich formell vom Reich loszusagen, und schlossen sich in einer Konföderation und Militärallianz mit Frankreich zusammen, als deren Protektor Napoléon fungierte.

    Bis 1808 schlossen sich weitere 20 deutsche Staaten dem Rheinbund an. Schon nach der preußischen Niederlage gegen Frankreich im Oktober 1806 traten auch viele mittel- und norddeutsche Kleinstaaten dem Bund bei. Daneben entstand 1807 das Königreich Westphalen unter Jérôme Bonaparte. 1808 hatte der Rheinbund die größte Ausdehnung erreicht: Er umfasste vier Königreiche, fünf Großherzogtümer, dreizehn Herzogtümer, siebzehn Fürstentümer.

    Rheinbund [de.wikipedia.org]

    kph

    Antworten
    1. 54.1

      N8Waechter

      Auch hier, werter kph, danke, das alles ist soweit stimmig, doch beantwortet es die Frage nicht wirklich. Irgendwelche Meinungen?

      Heil und Segen!
      N8w.

    2. 54.2

      Erenion

      Werter N8Waechter,

      ich fange erst an mich in das Thema einzuarbeiten. Daher hier kurz zwei Punkte, die mir beim Lesen der Rheinbundakte [de.wikipedia.org] aufgefallen sind:

      In den folgenden Artikeln ging es um die Ausgestaltung des Bundes. Danach sollten die gemeinsamen Interessen der Mitglieder auf einem Bundestag (auch: Bundesversammlung) verhandelt werden.”

      Bund … Bundestag … Bundesversammlung … woher kenne ich die Begriffe nur? 😉

      In den Artikeln 29 und 30 wurden die Übernahme und Umlage der Kreisschulden der konföderierten Staaten geregelt.”

      Kann es sein das die Rheinbundfürsten auf diese Art und Weise, vermeintlich bequem, ihre Schulden reduziert haben? Wenn ja, bei wem waren sie verschuldet?

      Ich höre im Moment lieber auf, mich damit zu beschäftigen, sonst komme ich noch auf verschwörungstheoretische Gedanken.

      HuS!

    3. 54.3

      Friedland

      Rheinbundstaaten, 54.1; Herzogtum Berg 53.3

      Die Gründung der Rheinbundstaaten entsprach dem Jahrhunderte alten Drang Frankreichs nach Osten. Diese Ziele finden sich in abgeschwächter Form wieder im Versailler Diktat (Entmilitarisierte Zone, Besetzung des Rheinlandes, Ruhr- und Saargebiets, Annektierung von Elsass und Lothringen).

      Belohnt wurde die relative Selbständigkeit durch territoriale Vergrößerungen und einer politischen Rangerhöhung, z. B. Königreich Westphalen. Das so geschaffene Glacis vor Frankreichs Ostgrenze diente als militärische Aufmarschgebiet und gleichzeitig zur Truppenaushebung Frankreichs in den von Napoléon abhängigen deutschen Kunststaaten.

      Herzogtum Berg: Im Hauptstaatsarchiv Düsseldorf nachsehen.

  55. 55

    kph

    202. Wer waren die Hauptprofiteure des Hauptschlusses?

    Von den Gebietsgewinnen und Rangerhöhungen des Reichsdeputationshauptschlusses profitierten vor allem die süddeutschen Fürstentümer Württemberg, Baden und Bayern. Als französische Verbündete sollten sie eine Pufferzone gegenüber Österreich bilden. Napoléon und sein Außenminister Talleyrand wollten sie einerseits so weit territorial vergrößern, dass sie in der Lage waren, Frankreich bei seinen Kriegen zu unterstützen, aber andererseits so klein halten, dass sie die Position Frankreichs nicht gefährden konnten.

    Auf diese Weise nutzte die französische Außenpolitik den Reichsdeputationshauptschluss, um die jahrhundertealten Bindungen zwischen dem römisch-deutschen Kaiser als Reichsoberhaupt und den süddeutschen Staaten zu lockern.

    Am 6. August 1806 legte Kaiser Franz II. die Reichskrone nieder und erklärte das Reich für aufgelöst. War dieser Schritt auch schon einige Zeit geplant, so gab den Ausschlag ein Ultimatum Napoléons vom 22. Juli: Sollte Kaiser Franz bis zum 10. August nicht abdanken, dann würden französische Truppen Österreich angreifen. Um dem bereits seit langem absehbaren Statusverlust zuvorzukommen, hatte Franz II. allerdings zwei Jahre zuvor am 11. August 1804 das Kaisertum Österreich ausgerufen und nannte sich ab dem 6. August 1806 Franz I. von Österreich.

    Österreich ging aus dem Reichsdeputationshauptschluss als Verlierer hervor, da es mit den Reichsstädten, geistlichen Fürstentümern und Reichsritterschaften seine wichtigsten Verbündeten im Reich verlor. Als Reichsoberhaupt hatten die Habsburger sie jahrhundertelang davor bewahrt, von den größeren Nachbarn geschluckt zu werden.

    Reichsdeputationshauptschluss [de.wikipedia.org]

    kph

    Antworten
    1. 55.1

      N8Waechter

      Da fehlt noch jemand wichtiges. 😉

      Heil und Segen!
      N8w.

    2. 55.2

      kph

      Natürlich die Franzosen.

      kph

    3. N8Waechter

      Und …?

    4. 55.3

      Erenion

      Auch hier ein Punkt, der mir aufgefallen ist.

      Reichsdeputationshauptschluss [de.wikipedia.org]

      “Das Kurfürstentum Hannover war zwar von keinerlei Gebietsverlusten betroffen, da es keine Territorien links des Rheins besaß, für die es Entschädigungen hätte verlangen können. Dennoch konnte es sich beim Reichsdeputationshauptschluss das Hochstift Osnabrück einverleiben. Nicht realisieren ließ sich jedoch der Anspruch Hannovers auf den Besitz des Fürstbistums Hildesheim. Verhandlungen mit Preußen, die einen Tausch des preußisch besetzten Hildesheim mit dem Hochstift Osnabrück vorsahen, scheiterten und ermöglichten es Preußen, Truppen in direkter Nähe zu Hannover zu stationieren. Damit schuf der Reichsdeputationshauptschluss die Voraussetzung dafür, dass Ende Januar 1806 Hannover kurzzeitig von Preußen annektiert werden konnte.”

      Ein wichtiger Profiteur war Hannover. Ich bitte den geneigten Leser zu beachten, dass der Kurfürst von Hannover gleichzeitig König von Großbritannien war. Die Auswirkungen waren sicherlich weitreichend.

      HuS!

    5. N8Waechter

      “Die Auswirkungen waren sicherlich weitreichend.”

      So ist es, werter Erenion.

      Heil und Segen!
      N8w.

  56. 56

    kph

    197. Welche rechtliche Nachhaltigkeit hatte der Reichsdeputationshauptschluss?

    „Die Frage nach der Rechtmäßigkeit des Reichsdeputationshauptschlusses mag bei dieser Gelegenheit gestellt werden.“
    Quelle: Adalbert Erler: Kirchenrecht. Ein Studienbuch, München 51983, S. 53; Martin Heckel: Gesammelte Schriften. Staat, Kirche, Recht, Geschichte, Bd. 3 (Jus Ecclesiasticum Bd. 58), Tübingen 1977, S. 445.

    „Die Kirche hat ihn als unrechtmäßigen Gewaltakt und die Säkularisation als politischen Kampfbegriff verurteilt. Bedeutsamer ist jedoch die Feststellung, daß die damals getroffenen Regelungen Rechtswirksamkeit und damit eine Dauergeltung erlangten, was unmittelbare Auswirkungen bis zur Gegenwart hat.“
    Quelle: Huber: Verfassungsgeschichte 1, (wie Anm. 1) S. 56 ff.

    „Schon auf dem Wiener Kongreß dachte niemand ernsthaft an eine Reorganisation der abstrusen Verhältnisse des alten Reiches.“
    Quelle: Hans-Dieter Dyroff (Hg.): Der Wiener Kongreß 1814/15. Die Neuordnung Europas, München 1966, S. 138.

    Diese Frage kann von mir nicht beantwortet werden. Dazu fehlt mir das Fachwissen in Rechtskunde. Sicherlich kann und sollte hier diese Schlüsselfrage im Beitrag „Geld und Glauben“ eine Beantwortung finden!

    kph

    Antworten
  57. 57

    mimi c.

    Ein faszinierendes Blog hier. Viel zu spät entdeckt. Den bisherigen Inhalt als “Spätensteigende” aufzuarbeiten, benötigt viel Zeit, ist aber auch total spannend.

    Zu diesem Teil, also in dieser Fortsetzung, sind die Feststellungen von “Rabe” sehr hilfreich. Douglas Reed sei mit seinen Büchern als bedeutender “Forscher” empfohlen:

    “The grand Design”, “insanity fair”, “disgrace abounding”, “a prophet at home”, “far and wide”, vor allem ,,the controversy of zion” und dessen erste Ausgabe unter dem Titel “behind the scenes”.

    Oder Antony Sutton mit mehreren Titeln gleichermaßen, die die Rolle verschiedener Interessengruppen und verborgene Kräfte in der Politik aufhellen.

    Die Geschichte, die hier in die Tiefe gehender behandelt wird, hatte ich mehr so als Daten genommen, ohne große Dependenzen und weniger komplex. Ich freue mich auf die Fortsetzung und vielleicht findet das Rakowskij-Protokoll dann hier Platz.

    Antworten
  58. 58

    kph

    203. Warum hat sich Preußen auf die Annektion Hannovers eingelassen?

    An den Kämpfen gegen die Französische Revolution nahm Hannover nicht direkt teil. Allerdings wurde dem König von Großbritannien ein 16.000 Mann starkes Korps unter der Führung des Feldmarschalls Freytag überlassen, das mitkämpfte, bis es beim Rückzug des britischen Hauptheers in die Heimat zurückgesandt wurde. Der Abschluss des Basler Friedens durch Preußen (1795) und die darin vereinbarte Demarkationslinie bewahrten Hannover vor den Einfällen der Franzosen.

    Das nächste Jahrzehnt war voller Reibungen zwischen Hannover und Preußen und brachte Hannover gerade infolge seiner Verbindung mit Großbritannien, das sich nicht an den Frieden von Lunéville (9. Februar 1801) halten wollte, sondern den Krieg noch zwölf Monate länger fortsetzte, in eine missliche Lage.

    Zwar erhielt Hannover im genannten Frieden das Hochstift Osnabrück, doch Napoléon plante schon Hannovers Untergang, und zwar so, dass auch Preußen, das sich Napoléon gegenüber zurückhielt, mit verwickelt werden sollte. Napoléon forderte in den Jahren 1796–1801 Friedrich Wilhelm III. dreimal auf, Kurhannover wegen Verletzung der Bestimmungen des Basler Friedens und zur Deckung gegen Großbritannien zu besetzen.

    Der preußische König hielt es schließlich für das beste, der Aufforderung zu folgen, da Russland ihm zuvorzukommen suchte. Angesichts der Kräfteverhältnisse schien eine Verteidigung des Landes nicht ratsam, also besetzte der preußische General von Kleist mit 24.000 Mann Hannover. Diese Besatzung musste ein Jahr lang, bis zum Frieden von Amiens am 27. März 1802, von den Besetzten selbst unterhalten werden.

    Kurfürstentum Braunschweig-Lüneburg, auch Kurfürstentum Hannover [de.wikipedia.org]

    kph

    Antworten
  59. 59

    kph

    205. Welche Rolle spielte Russland in diesem Zusammenhang?

    Bereits 1802 schloss er [Alexander I.] mit König Friedrich Wilhelm III. von Preußen einen herzlichen Freundschaftsbund, dem beide bis an ihr Lebensende treu geblieben sind. Gleichzeitig trat Kaiser Alexander mit Napoléon Bonaparte, damals Erster Konsul der Französischen Republik, in enge politische Beziehungen, um die Angelegenheiten Europas nach gemeinsamem Einverständnis friedlich zu leiten.

    1804 kam es zum Bruch mit Frankreich. Alexander unterstützte 1805 Österreich, trat aber nach der Schlacht bei Austerlitz vom Bund gegen Napoléon zurück, um den Kampf 1807 zugunsten Preußens zu erneuern, allerdings erst, als sein Verbündeter den größten Teil seines Territoriums bereits verloren hatte.

    Alexander I. (Russland) [de.wikipedia.org]

    kph

    Antworten
  60. 60

    kph

    207. Welches Herrschergeschlecht übernahm die russische Kaiserwürde im 18. Jahrhundert?

    Alexander I. Pawlowitsch Romanow, geb. 23. Dezember 1777 in Sankt Petersburg; gest. 1. Dezember 1825 in Taganrog war Kaiser von Russland (1801–1825), König von Polen (1815–1825), erster russischer Großfürst von Finnland (1809–1825) aus dem Hause Romanow-Holstein-Gottorp und von 1801 bis 1807 sowie von 1813 bis 1818 Herr von Jever.

    Alexander I. war der älteste Sohn des Kaisers Paul I. und seiner zweiten Gemahlin, Maria Fjodorowna, geborene Prinzessin Sophie Dorothee von Württemberg.

    Alexander I. (Russland) [de.wikipedia.org]

    kph

    Antworten
    1. 60.1

      Erenion

      Da ich die Häuser gerne beim richtigen Namen nenne (zumindest versuche ich es), hier ein Hinweis dazu:

      In Holstein-Gottorp, und damit auch in Rußland, regierte das Haus Oldenburg.

      House of Oldenburg [en.wikipedia.org]

      HuS!

  61. 61

    kph

    206. Wie ist der Rückzug Russlands “ohne Friedensschluss“ zu verstehen?

    Der Friede von Pressburg wurde 1805 zwischen dem Kaisertum Österreich unter Franz I. und dem Kaiserreich Frankreich unter Napoléon Bonaparte geschlossen und beendete den 3. Koalitionskrieg. Am 2. Dezember 1805 hatte Napoléon das vereinigte russisch-österreichische Heer in der Dreikaiserschlacht von Austerlitz vernichtet, am 6. Dezember war ein Waffenstillstand geschlossen worden. Russland war, weil es so bald keine neuen Truppen aus dem Innern des Reichs heranzuziehen vermochte, ohne Friedensschluss aus dem Krieg ausgeschieden. Österreich schloss mit Frankreich am 26. Dezember 1805 in Pressburg Frieden.

    Friede von Pressburg) [de.wikipedia.org]

    kph

    Antworten
  62. 62

    Rabe

    157. Welche Rolle spielte das russische Kaiserreich im Unabhängigkeitskrieg?

    Katharina die Große, deutschsprachige, ehemalige preußische Prinzessin geborene Sophie von Anhalt-Zerbst, verweigerte England 1775 den Wunsch um 20.000 ihrer stärksten Truppenkontingente unter General Suvorov. Diese vollbrachten es zwischen 1760 und 1775 in Berlin einzumarschieren, die Polen und die Türken zu schlagen. Man kann hier also von sehr schlachtgestählten, kompetent geführten Truppen ausgehen.

    In den 8 Jahren Unabhängigkeitskrieg hatten die Vereinigten Staaten ungefähr 40.000 Soldaten, die Briten 48.000. Man kann sich also vorstellen, was passierte wäre, hätte das russische Kaiserreich bereits im Jahre 1775 20.000 Mann im Dienste der Briten nach Nordamerika geschickt. Die Revolution wäre ausgeblieben, da die Amerikaner zu diesem Zeitpunkt auf so einen Krieg und Gegner nicht im Geringsten vorbereitet waren.

    Dadurch, dass Katharina die Große George III. diese Truppen verweigerte, konnte England erst im Jahre 1776 auf die Revolution mit eigenen Truppen reagieren, was den Revolutionären essentielle Zeit verschaffte. Statt der Russen haben sie dann die deutschen Truppen, die “Hessen”, rekrutiert, welche den Engländern von der Familie Rothschild für 8 Pfund pro Soldat verkauft wurden und die natürlich auch die Bank of England damals bereits zum größten Teil kontrollierten.

    Katharina die Große verabscheute aber das England von George III., vermutlich weil sie wusste, welches Gesindel dort wirklich herrschte. Denn im Gegensatz zu England, Frankreich, Preußen und Österreich, wo früh die Banken in privater, j*discher Hand entstanden, durch ihr Papier- und Schuldgeldsystem in unterschiedlichen Maße versklavten und beherrschten, gab es eine solche private Bank im russischen Kaiser/Zarenreich nicht.

    Davon ab war Katharina die Große auch grundsätzlich eine Verbündete der Amerikaner im Geiste und sprach sich bereits 1776 für deren Unabhängigkeit aus. Russland trieb auch während des Krieges dauerhaft Handel mit den Vereinigten Staaten und sorgte so dafür, dass diese über jenen Weg zumindest eine gewisse Menge an Versorgung hatten, denn die britische Marine konnte/wollte die russischen Schiffe nicht blockieren, da es sich England nicht leisten konnte, Russland (und weiter unten erwähnte Andere) zu provozieren.

    Gleichzeitig förderte Katharina die Große zu dieser Zeit den Konflikt zwischen England auf der einen Seite und den Franzosen sowie Spaniern auf der Anderen. (wobei man ja bei den Spaniern ohnehin nicht die Verbindung zum Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation vergessen darf. Oder war diese Verbindung damals schon gekappt? Da bin ich mir gerade nicht sicher [Ja war sie » Spanischer Erbfolgekrieg, Spanien war seit 1700 “bourbonisch”. N8w.]).

    Obendrein gründete Katharina die Große die Liga der bewaffneten Neutralität. Dieser gehörten Preußen (unter Friedrich dem Großen), das Heilige Römische Reich (unter Kaiserin Maria Theresia), Dänemark, Schweden und das Ottomanen-Reich an. Sinn und Zweck des Ganzen war, indirekt in Opposition zu England zu gehen, da diese unter solchen Bedingungen den Handel der Kolonien nicht komplett sperren konnte, ohne in Kriege mit all diesen Mächten verwickelt zu werden. England hatte damals zwar eine Flotte, größer als alle diese Mächte zusammen, aber gerade zu Lande war Englands Armee vergleichsweise klein und konnte dadurch eben keineswegs überall gleichzeitig sein.

    Unter dem Strich hat man wohl auf unabhängige Vereinigte Staaten gehofft und gleichzeitig sollte England in seinem Weltmachtbestreben etwas zurechtgestutzt werden.

    Quellen (englisch):

    Catherine the Great and the American Revolution [embassy-voices.livejournal.com]

    Russia entangled in American politics… since 1776 [linkedin.com]

    1780: Russian and Ottoman Empires Helped the Americans in the War of Independence [history.info]

    H u S.

    Antworten
  63. 63

    Sailor

    Und weiter geht´s 🙂

    Zu 207.:

    Mit dem Tod des Enkels (1730) von Peter dem Großen I, Peter Alexejewitsch, erlosch die männliche Linie der Romanows und seine Tochter Elisabeth war die letzte Romanow auf dem Thron. Ihr folgte 1762 Peter III, der Sohn von Peters I. anderer Tochter Anna Petrowna, die mit Karl Friedrich von Schleswig-Holstein-Gottorf verheiratet war und das Haus Romanow-Holstein-Gottorp begründete.

    Interessant in diesem Zusammenhang ist auch der Stammbaum von Katharina der Großen anzusehen:

    Katharina II. oder die Große, ab 1762 Kaiserin von Russland, Herzogin von Holstein-Gottorf und ab 1793 Herrin von Jever. Katharina II.gilt als Repräsentantin des aufgeklärten Absolutismus.

    Romanow [de.wikipedia.org]
    Katharina II. – Vorfahren [de.wikipedia.org]

    Antworten
  64. 64

    Rabe

    178. Welcher Teil der französischen Gesellschaft profitierte am Nachhaltigsten von den Veränderungen?

    Die j*dischen Banker und sämtliche Personen, welche deren System und Zielen dienen.

    Man hat die frühere Elite in Form des Königs und der Königin, sowie den Adel als auch die Kirche mit tödlicher Gewalt aus dem Weg geräumt und sich deren Reichtum einverleibt, während man mit Hilfe von Lügen die menschlichen Massen für den bösen Zweck missbrauchte, ihre eigene Elite zu stürzen. Man zog also sämtliche Reichtümer und Macht in Frankreich an sich.

    Somit profitierte dieser Teil der französischen Gesellschaft von den Veränderungen mit weitem Abstand am Meisten.

    Quelle: The Men Who Caused the French Revolution 1789 [lovethetruth.com]

    Es gibt noch weit mehr solcher Quellen, leider aber alle in Englisch. Wenn jemand wirklich Zeit hat und Englisch entsprechend beherrscht, wäre es wirklich eine gute Sache, wenn man diese Texte ins Deutsche übersetzen würde, für diejenigen, welche der englischen Sprache nicht mächtig sind. Nicht dass diese eine schöne oder tolle Sprache ist, aber es hat Vorteile viele Sprachen zu verstehen und gerade heutzutage wird im Englischen leider oft viel Wahrheit ausgesprochen, die man im Deutschen nur sehr schwer findet, eben aufgrund dessen, dass gerade die Deutschen niemals zuviel wissen oder gar erwachen dürfen.

    Die Protokolle der Weisen von Zion zu lesen oder sich anzuhören ist natürlich auch praktisch, sofern man sich vom Mainstream nicht einreden lässt, ein ganz ganz böser Antisemit und Nazi zu sein. Aber davon dürften sich die Meisten hier ja nicht beeindrucken lassen.

    H u S.

    Antworten
    1. 64.1

      N8Waechter

      Werter Rabe (und natürlich auch alle anderen),

      es gab da eine kleine, aber ungemein wichtige Einzelheit, welche einer gewissen Gruppierung aus ihrer Leibeigenschaft befreite. Frankreich war hier Vorreiter (nachdem in Übersee ohnehin jeder per Verfassung die vollen Bürgerrechte erhalten hatte). 😉

      Heil und Segen!
      N8w.

    2. 64.2

      kph

      Werter Rabe,

      danke für die Unterstützung in diesen Bereichen. Da halte ich mich lieber zurück! Fremdsprache nicht so mein Ding, es gibt aber deepl.com.

      kph

    3. 64.3

      Sailor

      Werter Rabe (64) und werter N8w (64.1),

      ich denke dieser Punkt fehlt noch:

      “In Frankreich wurde die Leibeigenschaft der Bauern mit dem Beginn der Französischen Revolution 1789 endgültig abgeschafft. Zuvor war sie in der Domaine royal bereits 1779 aufgehoben worden.”

      Leibeigenschaft – Frankreich [de.wikipedia.org]

      Ich wünsche allen ein schönes und ruhiges Wochenende. 🙂

    4. N8Waechter

      “1791 räumte sie dann aber fast einstimmig allen J*den Frankreichs den Status eines Bürgers (citoyen) ein, wenn sie im Gegenzug auf ihren Status als Gemeinde verzichteten. Dies brachte den J*den zum ersten Mal in einem europäischen Land die Bürgerrechte [!]. Sie verloren dafür ihre bisherige Teilautonomie und mussten Militärdienst leisten.”

      Von der Französischen Revolution bis zum Wiener Kongress (1815) [de.wikipedia.org]

  65. 65

    Sailor

    Zu 206:

    Bereits 1802 schloss Alexander I. (ältester Sohn des Kaisers Paul I. und seiner zweiten Gemahlin, Maria Fjodorowna, geborene Prinzessin Sophie Dorothee von Württemberg), mit König Friedrich Wilhelm III. von Preußen einen herzlichen Freundschaftsbund, dem beide bis an ihr Lebensende treu geblieben sind.

    Gleichzeitig trat Kaiser Alexander mit Napoléon Bonaparte, damals Erster Konsul der Französischen Republik, in enge politische Beziehungen, um die Angelegenheiten Europas nach gemeinsamem Einverständnis friedlich zu leiten. 1804 kam es zum Bruch mit Frankreich. Alexander unterstützte 1805 Österreich, trat aber nach der Schlacht bei Austerlitz vom Bund gegen Napoléon zurück, um den Kampf 1807 zugunsten Preußens zu erneuern, allerdings erst, als sein Verbündeter den größten Teil seines Territoriums bereits verloren hatte.

    Friede von Pressburg – Österreichs Forderungen nach Austerlitz [de.wikipedia.org]

    Antworten
  66. 66

    Sailor

    209. Welche rechtliche Grundlage hatte die Vergabe der Königswürde an Bayern und Württemberg durch Napoléon?

    Der am 26. Dezember 1805 beim Frieden von Pressburg zwischen den Bevollmächtigten des französischen Kaisers Napoléon Bonaparte und des deutschen und österreichischen Kaisers Franz I. abgeschlossenen Friedensvertrag ist meiner Meinung nach die rechtliche Grundlage.

    Friede von Pressburg [de.wikipedia.org]

    Danke an dieser Stelle an kph für die intensive Vorarbeit. 🙂

    210. Welche Folgen hatte die Vergabe der Königswürde an Bayern und Württemberg?

    Zunächst einmal die Stärkung des Rheinbundes und somit die Stärkung Napoléons.

    Ich wünsche allen einen schönen Abend. 🙂

    Antworten
  67. 67

    mimi c.

    Der Hinweis auf Kapitel drei von “Pawns of the Game” ist supergut. Der dort dargelegte Plan in 25 Punkten war ja nicht nur damals umfassend und von einer abartigen Boshaftigkeit, sondern vieles befindet sich jetzt wieder 1 zu 1 in der Umsetzung. Heute sind die Hebel allerdings wesentlich größere und die Realisierung ist weit fortgeschritten.

    In der Tat sollten zumindest diese 25 Punkte übersetzt werden und erneut öffentlicher gemacht werden, hier und auf anderen Foren. “It’s a real eye-opener”, also außerordentlich erhellend und unbedingt lesenswert.

    Insoweit ist ein zeitliches hin- und herspringen in der Geschichte sehr nützlich, zumal sich vieles zu wiederholen scheint.

    Antworten
    1. 67.1

      sherina

      Ein schöner Bericht zur Französischen Revolution: Interessant der Vergleich zur aktuellen Situation in Frankreich und der Aufruf an das deutsche Volk, sich nicht hineinziehen zu lassen. Speziell auch die Sichtweise der “Fädenzieher”, wie sie die Worte Liebe, Klarheit und Schönheit interpretieren.

      Vive la revolution!? Was kommt nach Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit? [tagesereignis.de]

  68. 68

    Thomas aus Leipzig

    Ein kleiner Hinweis zu Erenion, Nr. 50.4, 14. Dezember 2018 um 22:55:

    Bevor ein Vasall des Deutschen Königs, und das waren alle Fürsten im Reich, sich außerhalb des Deutschen Reiches um Land bewerben kann, muß er erst seinen Vasallenstatus abgelegt haben. England, Polen-Lithauen und Preußen wurden ja nicht Bestandteil des Deutschen Reiches. Den Vasallenstatus, richtig die Reichsunmittelbarkeit, verloren die Kurfürsten mit dem Westfälischen Frieden 1648. Sie waren ab 1648 selbstständige Souveräne.

    Herzliche Grüße aus Leipzig und einen schönen 3. Advent wünscht
    Thomas

    Antworten
  69. 69

    Thomas aus Leipzig

    Noch ein weiterer Hinweis aus dem Buch: Der Rheinbund, historisch und statistisch dargestellt von Karl Heinrich Ludwig Pölitz, ordentlicher Professor der Geschichte auf der Universität Wittenberg und des akademischen Seminariums Director. Leipzig, bei J. C. Hinrichs, 1811. S. 242 ff.

    Staatsrechtliche Bestimmungen der rheinischen Bundesakte [PDF | N8w.]

    Antworten
  70. 70

    DerThom

    Lieber N8wächter,

    ich danke dir für all deine Energie, die du in deinen Blog investierst, um all die wissbegierigen Menschen aufzuwecken und ihnen das Licht am Ende des Tunnels aufzuzeigen.

    Zum Thema Geld und Glauben kann ich dir und allen anderen nur diese Videoreihe ans Herz legen, die genau auf dieses Thema bezugnimmt, wenn auch historisch nicht allzu sehr ins Detail gegangen wird.

    Mir ist klar, dass Du, sowie viele andere auch, höchst wahrscheinlich von ihrem Wissensstand schon weit darüber hinaus bist. Nichts desto trotz denke ich, dass für viele diese Videoreihe, ein guter Einstieg ist, bzw. wäre.

    Kanal Heike Werding [YT]

    P.S.: Ich bin nur durch Zufall darauf gestoßen und weiß natürlich, dass du gar nicht die Zeit hast, dir alles anzusehen, dennoch dürfte es etwas zum Thema Geld und Glauben beitragen.

    Gruß und Danke für alles

    Heil Dir und allen anderen.

    Antworten
  71. 71

    freier Mann

    N8Waechter, 15. Dezember 2018 um 12:28:

    1791 räumte sie dann aber fast einstimmig allen J*den Frankreichs den Status eines Bürgers (citoyen) ein, wenn sie im Gegenzug auf ihren Status als Gemeinde verzichteten. Dies brachte den J*den zum ersten Mal in einem europäischen Land die Bürgerrechte [!]. Sie verloren dafür ihre bisherige Teilautonomie und mussten Militärdienst leisten.“

    Leider ohne jetzt konkret eine Frage beantworten zu können, möchte ich den vom N8Waechter erwähnten Punkt noch einmal hervorheben.

    Mit den vollen Bürgerrechten durften (((sie))) erstmals auch offizielle & politische Ämter bekleiden, dies war ihnen vorher nicht möglich, was für die Besetzung von entscheidenden Schlüsselpositionen durch (((sie))) natürlich wichtig, bzw. absolut verheerend war!

    Antworten
    1. 71.1

      N8Waechter

      “…, dies war ihnen vorher nicht möglich …”

      Falsch.

  72. 72

    kph

    208. Warum vermochte Kaiser Franz II. keine große Koalition gegen Frankreich aufzubauen?

    Der österreichische Kaiser Franz I. musste Napoléon als Kaiser, die Rangerhöhung der bisherigen Kurfürsten von Bayern und Württemberg zu Königen und die volle Souveränität der neuen Könige und des Kurfürsten von Baden anerkennen. Ferner musste er im Voraus seine Zustimmung zu einem engen Bund Napoléons mit deutschen Fürsten geben − dem späteren Rheinbund.

    Der Deutsche Orden und der Malteserorden wurden säkularisiert, bzw. aufgelöst, um aus ihren Einkünften Apanagen für jene Habsburger-Prinzen zu bilden, die bisher aus den abgetretenen Gebieten versorgt worden waren.

    Österreich verlor durch den Friedensschluss ein Sechstel (4 von 24 Millionen) seiner Untertanen sowie ein Siebtel seiner Staatseinnahmen. Der Friede von Pressburg besiegelte eine der bittersten Niederlagen Österreichs und führte im Jahr darauf zur Gründung des Rheinbundes und zur Auflösung des Heiligen Römischen Reiches durch Franz II.

    Die Abtretung Tirols an Bayern war die Ursache für die Aufstände der Bauern unter Andreas Hofer, die vom österreichischen Kaiser relativ weitgehende Autonomie, insbesondere aber Wehrfreiheit (freie Entscheidung zum Wehrdienst) zugesagt bekommen hatten.

    Friede von Pressburg [de.wikipedia.org]

    Franz II. erklärte sich am 11. August 1804 zum Kaiser von Österreich und begründete damit das Kaisertum Österreich. Seine Absicht war, seine kaiserliche Hausmacht zu erhalten und auch im Fall des Untergangs des alten Reichs die Ranggleichheit mit Napoléon I. zu wahren, der sich am 18. Mai 1804 selbst zum erblichen Kaiser von Frankreich gekrönt hatte. Franz I. war von seinem Gottesgnadentum zutiefst überzeugt und lehnte alles ab, was auch nur in die Richtung von Volksrechten wies.

    Franz II. (HRR) [de.wikipedia.org]

    Wie sollte der selbstverliebte „Kaiser“ in dieser Situation noch Verbündete für eine Koalition finden?

    kph

    Antworten
    1. 72.1

      N8Waechter

      Werter kph,

      das ist alles soweit richtig, doch war Franz II. ja ab 1792 Kaiser des Reiches. Zu der Zeit lief die Französische Revolution bereits und Ludwig XVI. wurde im Januar 1793 hingerichtet. Dies hätte doch an sich einen Aufschrei und eine Allianz gegen Frankreich bewirken können (müssen?), dennoch ist der Kaiser untätig geblieben. Warum?

      Heil und Segen!
      N8w.

    2. 72.2

      kph

      Ich bin thematisch vom Zeitraum des “Frieden von Pressburg” ausgegangen. Dann drehe ich noch einmal einige Jahre zurück.

      kph

  73. 73

    Thomas aus Leipzig

    Eine Antwort an den lieben N8Waechter, Nr. 72.1, 17. Dezember 2018 um 17:44:

    Nach der Quelle:

    Der Rheinbund [PDF, 18 MB | N8w.], historisch und statistisch dargestellt von Karl Heinrich Ludwig Pölitz, ordentlicher Professor der Geschichte auf der Universität Wittenberg und des akademischen Seminariums Director. Leipzig, bei J. C. Hinrichs, 1811, S. 139,

    konnte der Kaiser nur mit den Ständen den Reichskrieg ausrufen.

    Und auf Seite 194 steht: Franz II. brachte im September ein Hofdekret an die Reichsversammlung, worin er den Reichskrieg gegen Frankreich verlangte.

    Herzliche Grüße aus Leipzig

    Antworten
    1. 73.1

      N8Waechter

      Aufrichtigen Dank, werter Thomas. Ich habe soeben ein paar Seiten darin gelesen (190ff.) und so wie es dort geschildert wird, haben Preußen und beispielsweise Hessen-Kassel dem militärischen Druck Frankreichs nachgegeben und jeweilige Separatfrieden geschlossen. Dadurch stand der Süden des Reiches alleine und Franz II. musste ebenfalls nachgeben.

      Mit den jeweiligen Friedensschlüssen gingen maßgebliche Gebietsverluste und die Anerkennung französisch eroberter Besitzungen einher. Recht aussagekräftig finde ich den Satz auf Seite 197: “So war Teutschland erst von Preußen, und jetzt von Oestreich verlassen.”

      Ein wichtiger Punkt, wie mir scheint, war der Ausbruch von Unruhen in den Österreichischen Niederlanden kurz nach Beginn der Französischen Revolution. Da scheint es eine Menge Unstimmigkeiten unter den Fürsten gegeben zu haben.

      Auch Interessant (S. 194): “Mißverständnisse, welche zwischen Oestreich und Preußen eintraten, machten die Preußen für den Feldzug im Jahre 1794 unthätig, und bereits am 5. April 1795 versöhnte sich Preußen mit Frankreich im Frieden zu Basel …”

      “Mißverständnisse” …

      Nun, wir werden es hier vielleicht nicht ganz aufklären können, aber es ist doch schon seltsam, dass weder Leopold II., noch Franz II. die Monarchie in Frankreich zu retten vermochten, indem militärisch nachhaltig eingegriffen wurde. Die Spaltung im Reich muss wohl schon sehr weit fortgeschritten gewesen sein.

      Heil und Segen!
      N8w.

    2. 73.2

      kph

      Werter N8waechter und Thomas aus Leipzig,

      dann würde ich die Frage 208. als soweit beantwortet behandeln.

      kph

    3. 73.3

      kph

      Ergänzung: 208. Warum vermochte Kaiser Franz II. keine große Koalition gegen Frankreich aufzubauen?

      Eine gewisse Wende ging vom gescheiterten Fluchtversuch Ludwigs XVI. aus dem revolutionären Paris nach Varennes am 20./21. Juni 1791 aus. Leopold II. reagierte mit einem Rundschreiben an die Regierungen, in dem er den Schutz der Legitimität forderte. Dem schloss sich allerdings zunächst nur Preußen am 23. Juli an.

      Es kam daraufhin zur gemeinsamen österreichisch-preußischen Pillnitzer Deklaration vom 27. August. In der Erklärung wurde das Interesse der Mächte für eine vollständige Restauration der Monarchie in Frankreich betont. Auch kündigte man eine militärische Intervention an, sofern alle übrigen europäischen Mächte sich daran beteiligen würden.

      Dies bedeutete bei aller Rhetorik de facto eine Absage an eine Intervention, da keineswegs alle Mächte sich daran beteiligen würden. Die Pillnitzer Erklärung sollte die Franzosen einschüchtern und zu einem gemäßigten Verhalten bewegen. Das Gegenteil war der Fall. Auch weil der Wortführer der Emigranten, der Graf von Artois, Bruder Ludwig XVI, die Erklärung als Ultimatum interpretierte, verstärkte sich die französische Konfliktbereitschaft.

      Erster Koalitionskrieg [de.wikipedia.org]

      kph

  74. 74

    kph

    Ich habe einmal versucht, die recht komplexen Beziehungen in der Reihenfolge: Herrscher, Eltern und Heirat darzulegen.


    192. Wie stellten sich die verwandtschaftlichen Beziehungen zu dieser Zeit zwischen den europäischen Großmächten dar?

    Diese Mächte waren Frankreich, Österreich, Großbritannien, Russland, Spanien und Preußen.

    Frankreich:

    Ludwig XVI. August von Frankreich (* 23. August 1754 in Versailles; † 21. Januar 1793 in Paris) aus dem Haus der Bourbonen war als Louis Auguste zunächst Herzog von Berry und wurde nach dem Tode seines Vaters 1765 Dauphin sowie nach dem Tode seines Großvaters 1774 schließlich König von Frankreich und Navarra. Ludwigs Eltern, Dauphin Ludwig Ferdinand (1729–1765) und Maria Josepha von Sachsen, Tochter von Friedrich August II. Kurfürst von Sachsen und König von Polen.

    Am 16. Mai 1770 heiratete der 15-jährige Kronprinz zur Festigung des französisch-österreichischen Bündnisses die ein Jahr jüngere habsburgische Prinzessin Marie Antoinette, Tochter des Kaiserpaars Franz I. Stephan und Maria Theresia.

    Ludwig XVI [de.wikipedia.org]

    Österreich:

    Franz Joseph Karl (* 12. Februar 1768 in Florenz; † 2. März 1835 in Wien) aus dem Haus Habsburg-Lothringen war von 1792 bis 1806 als Franz II. der letzte Kaiser des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation. 1804 begründete er das Kaisertum Österreich, das er als Franz I. bis zu seinem Tod regierte. Erzherzog Franz Joseph Karl wurde 1768 als ältester Sohn des Großherzogs Peter Leopold von Toskana (später Kaiser Leopold II.) und von Maria Ludovica, gebürtige Prinzessin von Spanien als Tochter König Karls III., zu Florenz geboren.

    Franz heiratete in erster Ehe am 6. Januar 1788 in Wien Prinzessin Elisabeth Wilhelmina (1767–1790), Tochter des Herzogs Friedrich Eugen von Württemberg und dessen Gattin Prinzessin Friederike Dorothea Sophia von Brandenburg-Schwedt. In zweiter Ehe heiratete er 1790 in Wien seine Cousine väterlicher- wie mütterlicherseits Maria Theresa von Neapel-Sizilien (1772–1807), Tochter König Ferdinands I. beider Sizilien und dessen Gattin Erzherzogin Maria Karolina von Österreich.

    Franz II. (HRR) [de.wikipedia.org]

    Großbritannien:

    Georg III. Wilhelm Friedrich (englisch George William Frederick; * 4. Juni 1738 in London; † 29. Januar 1820 in Windsor Castle) war von 1760 bis 1801 König von Großbritannien und Irland, danach bis zu seinem Tod König des Vereinigten Königreichs Großbritannien und Irland. Im Heiligen Römischen Reich regierte er als Kurfürst von Braunschweig-Lüneburg, seit dem Wiener Kongress als König von Hannover (1814). Außerdem war er der letzte britische Monarch, der sich infolge des Hundertjährigen Krieges als König von Frankreich bezeichnete [!]. Georg war der dritte britische Monarch aus dem Haus Hannover, doch der erste, der in Großbritannien geboren wurde und dessen Muttersprache Englisch war.

    Georg wurde am Morgen des 4.Juni 1738 im Norfolk House in London geboren. Er war ein Mitglied des Fürstengeschlechts der Welfen, zu seinen Vorfahren gehörte unter anderen Heinrich der Löwe. Sein Vater war Friedrich Ludwig von Hannover, seine Mutter war Augusta von Sachsen-Gotha-Altenburg. König Georg II. war sein Großvater. Am 8.September 1761 heiratete der König in der Chapel Royal des St James’s Palace Prinzessin Sophie Charlotte von Mecklenburg-Strelitz.

    Georg III. (Vereinigtes Königreich) [de.wikipedia.org]

    Russland:

    Katharina II., genannt Katharina die Große (* 2. Mai 1729 als Sophie Auguste Friederike von Anhalt-Zerbst in Stettin; † 17. November 1796 in Sankt Petersburg), war ab dem 9. Juli 1762 Kaiserin von Russland, Herzogin von Holstein-Gottorf und ab 1793 Herrin von Jever. Sie war eine Tochter von Fürst Christian August von Anhalt-Zerbst aus dem Geschlecht der Askanier, dem damaligen preußischen General und Gouverneur von Stettin, und dessen Gemahlin Johanna Elisabeth von Holstein-Gottorf, der jüngeren Schwester von Adolf Friedrich, der 1751 schwedischer König wurde. Somit war Katharina eine Verwandte des neuen schwedischen Herrscherhauses Holstein-Gottorf.

    1743 beschloss die Zarin Elisabeth Petrowna auf Anraten Friedrichs II., ihren Nachfolger, den russischen Thronfolger Großfürst Peter Fjodorowitsch und späteren Kaiser Peter III., den ersten Zaren aus der bis 1918 regierenden Dynastie Romanow-Holstein-Gottorp, mit Sophie, seiner Cousine zweiten Grades, zu vermählen. Am 1. September 1745 war die Hochzeit.

    Katharina II. [de.wikipedia.org]

    Spanien:

    Karl IV. (span. Carlos IV, * 11. November 1748 in Portici; † 20. Januar 1819 in Rom) war spanischer König vom 14. Dezember 1788 bis zu seiner Abdankung am 19. März 1808. Karl war der zweite Sohn von Karl III. und dessen Frau Maria Amalia von Sachsen. Er wurde in Portici geboren, während sein Vater König beider Sizilien war.

    Am 4. September 1765 heiratete er – noch als Prinz von Asturien – die dreizehnjährige Maria Luise von Bourbon-Parma, seine Cousine ersten Grades. Durch diese Hochzeit sollten die Beziehungen zwischen den in Spanien und Parma regierenden Bourbonen gefestigt werden. Seine Frau war, auch nach Beschreibung von Francisco de Goya, der dominierende Part in dieser Ehe.

    Karl IV. (Spanien) [de.wikipedia.org]

    Preußen:

    Friedrich Wilhelm III. (* 3. August 1770 in Potsdam; † 7. Juni 1840 in Berlin) war seit 1797 König von Preußen und als Markgraf von Brandenburg zudem Kurfürst des Heiligen Römischen Reiches bis zu dessen Auflösung im Jahre 1806. Er entstammte dem deutschen Fürstenhaus Hohenzollern. Friedrich Wilhelm wurde am 3. August 1770 in Potsdam als ältester Sohn des damaligen Thronfolgers und späteren preußischen Königs Friedrich Wilhelm II. und Friederike von Hessen-Darmstadt geboren.

    Am 24. Dezember 1793 heiratete Friedrich Wilhelm Luise zu Mecklenburg-Strelitz. Das befriedigende Eheleben führte zu zehn Kindern, von denen sieben erwachsen wurden. Prinz Friedrich Wilhelm IV., der älteste Sohn, folgte seinem Vater als preußischer König nach. Prinz Wilhelm I., der zweitgeborene Sohn, wurde 1861 preußischer König und ab 1871 der erste Kaiser des Deutschen Kaiserreiches. Die älteste Tochter, Prinzessin Charlotte von Preußen, bestieg als Alexandra Fjodorowna den russischen Zarenthron. Luise von Preußen, die jüngste Tochter aus der Ehe mit Luise, wurde Prinzessin der Niederlande. Tochter Alexandrine von Preußen wurde Großherzogin von Mecklenburg-Schwerin.

    Friedrich Wilhelm III. (Preußen) [de.wikipedia.org]

    kph

    Antworten
  75. 75

    kph

    213. Wie stand es während der napoléonischen Zeit um den Kirchenstaat und das Papsttum?

    Im Verlauf der Französischen Revolution und während der napoleonischen Herrschaft über Europa verkleinerte sich das Territorium des Kirchenstaats zusehends. Papst Pius VI. (1774–1799) starb jedoch als Gefangener der Revolution in Südfrankreich, sein Nachfolger Pius VII. (1800–1823) konnte nicht wie üblich in Rom, sondern musste unter österreichischem Schutz in Venedig gewählt werden.

    Allerdings erreichte Pius VII. bald einen politischen Ausgleich mit Napoléon, der auch zur Wiederherstellung des Kirchenstaates 1801 führte. Dieser Kirchenstaat sicherte seinen Fortbestand vor allem durch das Konkordat mit Napoléon Bonaparte vom 15. Juli 1801. Höhepunkt dieser Ausgleichsphase war die Kaiserkrönung Napoléons in Anwesenheit des Papstes am 2. Dezember 1804.

    Die Weigerung des Papstes, einem Bündnis gegen Großbritannien beizutreten, führte jedoch wenige Jahre später zum Konflikt mit dem französischen Kaiser. Im November 1807 rückten wiederum französische Truppen in den Kirchenstaat ein, die im Februar 1808 Rom besetzten. Am 7. Mai 1809 erklärte Napoléon Bonaparte in Wien, dass Papst Pius VII. als weltlicher Herrscher aufgehört habe zu regieren, was faktisch die Annexion des Gebietes durch Frankreich bedeutete.

    Förmlich regelte sein Dekret vom 17. Mai die Eingliederung. Am 10. Juni 1809 fand die Vereinigung des säkularisierten Kirchenstaats mit dem französischen Kaiserreich bzw. mit dem napoleonischen Königreich Italien statt. Nur die geistliche Macht wurde dem Papst belassen. Der Papst wurde gefangen gesetzt und im Jahr 1812 in Fontainebleau in Frankreich interniert. Stattdessen erhielt Napoléons Sohn Napoléon Franz Bonaparte 1811 gleich bei seiner Geburt den Ehrentitel König von Rom.

    Kirchenstaat [de.wikipedia.org]

    Siehe auch: 182. Welche Folgen hatte die Annektion des Kirchenstaates?

    kph

    Antworten
  76. 76

    kph

    212. Welchen Nutzen hatte der Rheinbund für die beteiligten Länder?

    Auch wenn man das Rheinbundsystem vor allem als „ein System der Ausbeutung und Unterdrückung“ bezeichnen kann, brachte es doch für Deutschland einen deutlichen Modernisierungsschub. Die Reformen der Rheinbundstaaten setzten Impulse zur Modernisierung frei, die weit über das Bestehen des Bundes Bestand hatten. Sie trugen stark zum inneren Zusammenwachsen insbesondere der vergrößerten süddeutschen Staaten bei.

    Es wurden neue Ressourcen für die Staaten erschlossen, gleichzeitig führten die Reformen zu neuen Kosten. Dies machte wiederum neue Reformen etwa der Schuldenverwaltung nötig. Gewerbefreiheit und ein rationales staatliches Handeln förderten das gewerbliche Leben. Die Agrarreformen begannen, wenn auch zaghaft, bäuerliche Abhängigkeiten aufzuweichen.

    Bereits zum Jahre 1808 hin gehörten fast alle deutschen Staaten außer Österreich und Preußen zum Rheinbund. Es entstand sozusagen ein „Drittes Deutschland“ ohne Österreich und Preußen (der bayrische Trias-Gedanke).

    Durch die Bildungsreform wurde ein zuverlässiges Berufsbeamtentum herangebildet, Steuer- und Finanzreform bewirkten Aufschwung im Handel und Erstarken des Handels- und Finanzbürgertums. Kapitalmärkte wuchsen, ebenso wie die Zahl an Anlegern, denen nun auch durch das verbesserte Recht auf Eigentum, Garantien zum Wirtschaften gegeben wurde. Nach der Abdankung Napoléons wurden diese Regionen Zentren des deutschen Frühliberalismus und Frühkonstitutionalismus. Innerhalb der neuen Länder begann sich ein Staatsbewusstsein zu bilden.

    Allerdings unterwarfen die Reformen die Staatsbürger auch unmittelbar der staatlichen Macht. Gegen mögliche Proteste wurde in den Staaten eine geheime Polizei zur Überwachung aufgebaut. Diese konnte während der Restaurationsära zur Bekämpfung der politischen Opposition eingesetzt werden. Auf der anderen Seite gab es insbesondere in Süddeutschland eine Kontinuität zwischen den rheinbündischen Verfassungsansätzen und der Entstehung des süddeutschen Konstitutionalismus nach 1815.

    Rheinbund [de.wikipedia.org]

    kph

    Antworten
  77. 77

    kph

    215. Was bedeutete die Niederlegung der Kaiserkrone für das Heilige Römische Reich Deutscher Nation?

    In der Abdankung heißt es, dass der Kaiser sich nicht mehr in Lage sehe, seine Pflichten als Reichsoberhaupt zu erfüllen, und dementsprechend erklärte er:

    „daß Wir das Band, welches Uns bis jetzt an den Staatskörper des deutschen Reichs gebunden hat, als gelöst ansehen, daß Wir das reichsoberhauptliche Amt und Würde durch die Vereinigung der conföderirten rheinischen Stände als erloschen und Uns dadurch von allen übernommenen Pflichten gegen das deutsche Reich losgezählt betrachten, und die von wegen desselben bis jetzt getragene Kaiserkrone und geführte kaiserliche Regierung, wie hiermit geschieht, niederlegen.“

    Der Kaiser überschritt ein letztes Mal seine Kompetenzen als Reichsoberhaupt. Franz legte nicht nur die Krone nieder, sondern er löste das Reich als Ganzes auf, hierzu wäre aber die Zustimmung des Reichstages nötig gewesen, denn er verkündete auch:

    „Wir entbinden zugleich Churfürsten, Fürsten und Stände und alle Reichsangehörigen, insonderheit auch die Mitglieder der höchsten Reichsgerichte und die übrige Reichsdienerschaft, von ihren Pflichten, womit sie an Uns, als das gesetzliche Oberhaupt des Reichs, durch die Constitution gebunden waren.“

    Er löste auch die zu seinem eigenen Herrschaftsbereich gehörenden Länder des Reiches aus diesem heraus und unterstellte sie allein dem österreichischen Kaisertum. Auch wenn die Auflösung des Reiches wohl juristisch nicht haltbar war, fehlte es am politischen Willen und auch an der Macht, das Reich zu bewahren.

    Heiliges Römisches Reich [de.wikipedia.org]

    kph

    Antworten
    1. 77.1

      Erenion

      Hier finde ich folgendes bemerkenswert:

      daß Wir das Band, welches Uns bis jetzt an den Staatskörper des deutschen Reichs gebunden hat, als gelöst ansehen…”

      Achtung: Der “gute” Kaiser Franz tritt hier, meiner bescheidenen Meinung nach, nicht zurück sondern sagt sich hier lediglich von seinem Pflichten gegenüber dem Reich los und erklärt, dass auch kein anderer mehr ihm gegenüber Pflichten hat. Er entbindet die Institutionen des Reiches nicht von ihren Pflichten, sondern lediglich von ihren Pflichten gegenüber dem Kaiser.

      Eine Auflösung des Reiches selbst kann ich aus diesen Textstellen nicht herauslesen. Dass das Reich zu diesem Zeitpunkt handlungsunfähig war, ist dabei eine andere Frage. Aber das ist ja in der deutschen Geschichte mehrfach passiert.

  78. 78

    kph

    216. Wie sah die Herrschaftshierarchie des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation bis zur Niederlegung der Kaiserkrone aus?

    Institutionen des Reiches seit der Frühen Neuzeit [Bilddatei]

    Heiliges Römisches Reich [de.wikipedia.org]

    Der Begriff Reichstag bezeichnet ursprünglich die Versammlung der Reichsstände des Heiligen Römischen Reiches. Die neben dem König bzw. Kaiser stehende Körperschaft entwickelte sich seit dem 12. Jahrhundert aus den formlosen Hoftagen und wurde 1495 mittels eines Vertrages zwischen dem Kaiser und den Reichsständen zu einer festen Institution der Reichsverfassung. Der Reichstag wurde bis zum 16. Jahrhundert in unregelmäßigen Abständen jeweils in eine Bischofs- oder Reichsstadt einberufen und war das maßgebliche Gegengewicht der Stände gegenüber der kaiserlichen Zentralgewalt. Ab 1663 tagte der Immerwährende Reichstag als ständiger Gesandtenkongress in Regensburg.

    Reichstag (Heiliges Römisches Reich) [de.wikipedia.org]

    kph

    Antworten
    1. 78.1

      kph

      Werter N8waechter,

      die “Bilddatei, de.wikipedia.org” geht leider nicht auf. Schau mal in Dein Postfach.

      kph

    2. N8Waechter

      Danke, werter kph. Jetzt funktioniert es.

      Heil und Segen!
      N8w.

  79. 79

    kph

    214. Wie gingen die Reichsstände mit der Niederlegung der Kaiserkrone durch Franz II. um?

    Die Reichsstände des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation waren diejenigen Personen und Korporationen, die Sitz und Stimme im Reichstag besaßen. Reichsstände [de.wikipedia.org]

    Nach dem Wiener Kongress 1815 schlossen sich die deutschen Einzelstaaten zum Deutschen Bund zusammen. Zuvor, im November 1814, richteten jedoch 29 Souveräne kleinerer und mittlerer Staaten folgenden Wunsch an den Kongress:

    „… die Wiedereinführung der Kaiserwürde in Deutschland bei dem Komitee, welches sich mit der Entwerfung des Planes zu einem Bundesstaat beschäftigt, in Vorschlag zu bringen.“

    Grundlage dieser Petition dürfte kaum patriotischer Eifer gewesen sein. Eher kann davon ausgegangen werden, dass diese die Dominanz der durch Napoléon zu voller Souveränität und Königstiteln gelangten Fürsten, beispielsweise der Könige von Württemberg, Bayern und Sachsen, fürchteten.

    Aber auch darüber hinaus wurde die Frage diskutiert, ob ein neuer Kaiser gekürt werden solle. So existierte u.a. der Vorschlag, dass die Kaiserwürde zwischen den mächtigsten Fürsten im südlichen Deutschland und dem mächtigsten Fürsten in Norddeutschland alternieren solle. Im Allgemeinen wurde jedoch von den Befürwortern des Kaisertums eine erneute Übernahme der Kaiserwürde durch Österreich, also durch Franz I., favorisiert.

    Da aber auf Grund der geringen Macht der Befürworter der Wiederherstellung, der kleinen und mittleren deutschen Fürsten, nicht zu erwarten war, dass der Kaiser in Zukunft die Rechte erhielte, die diesen zu einem tatsächlichen Reichsoberhaupt machen würden, lehnte Franz die angebotene Kaiserwürde ab. Dementsprechend betrachteten Franz I. und sein Kanzler Metternich diese in der bisherigen Ausgestaltung nur als eine Bürde. Auf der anderen Seite wollte Österreich aber den Kaisertitel für Preußen oder einen anderen starken Fürsten nicht zulassen.

    Der Wiener Kongress ging auseinander, ohne das Kaisertum erneuert zu haben. Daraufhin wurde am 8. Juni 1815 der Deutsche Bund gegründet. Er war im Wesentlichen nur ein militärisches Bündnis für die innere und äußere Sicherheit der Mitgliedsstaaten. Das einzige Bundesorgan war der Bundestag als deren Vertretung. Im Bundestag führte der österreichische Gesandte die Geschäfte, deswegen nannte man Österreich die Präsidialmacht.

    Heiliges Römisches Reich [de.wikipedia.org]

    kph

    Antworten
  80. 80

    kph

    217. Welche Rolle spielte das Königreich Preußen in der Herrschaftshierarchie des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation?

    Königreich Preußen bezeichnet den preußischen Staat zur Zeit der Herrschaft der preußischen Könige zwischen 1701 und 1918. Das Königreich Preußen entstand aus den brandenburgisch-preußischen Gebieten, nachdem sich Kurfürst Friedrich III. von Brandenburg zum König in Preußen gekrönt hatte.

    Durch diesen Vorgang wurde das von Friedrich beherrschte, aber im Gegensatz zu Brandenburg nicht zum Heiligen Römischen Reich gehörende Herzogtum Preußen zum Königreich erhoben. Die einschränkende Titulatur „in Preußen“ blieb erhalten, weil die Bezeichnung als „König von Preußen“ als Herrschaftsanspruch auf ganz Preußen, also den seit 1466 geteilten Deutschordensstaat, verstanden worden wäre.

    Königreich Preußen [de.wikipedia.org]

    Dualismus zwischen Preußen und Österreich

    Ab 1740 begannen die beiden größten Territorialkomplexe des Reiches, das Erzherzogtum Österreich und Brandenburg-Preußen, immer mehr aus dem Reichsverband herauszuwachsen. Das Haus Österreich konnte nach dem Sieg über die Türken im Großen Türkenkrieg nach 1683 große Gebiete außerhalb des Reiches erwerben. Ähnlich verhielt es sich mit Brandenburg-Preußen, auch hier befand sich ein Teil des Territoriums außerhalb des Reiches. Zur zunehmenden Rivalität, die das Reichsgefüge stark beanspruchte, traten jedoch noch Änderungen im Denken der Zeit hinzu.

    War es bis zum Dreißigjährigen Krieg für das Ansehen eines Herrschers sehr wichtig, welche Titel er besaß und an welcher Position in der Hierarchie des Reiches und des europäischen Adels er stand, so traten nun andere Faktoren wie die Größe des Territoriums sowie die wirtschaftliche und militärische Macht stärker in den Vordergrund.

    Diese Denkkategorien waren jedoch nicht mit dem bisherigen System des Reiches vereinbar, das dem Reich und allen seinen Mitgliedern einen rechtlichen Schutz des Status quo gewährleisten und sie vor einem Übergewicht an Macht schützen sollte. Dieser Konflikt zeigt sich unter anderem in der Arbeit des Reichstages. Seine Zusammensetzung unterschied zwar zwischen Kurfürsten und Fürsten, Hocharistokratie und städtischen Magistraten, katholisch und protestantisch, aber beispielsweise nicht zwischen Ständen, die ein stehendes Heer unterhielten, und denen, die schutzlos waren.

    Diese Diskrepanz zwischen tatsächlicher Macht und althergebrachter Hierarchie führte zum Verlangen der großen, mächtigen Stände nach einer Lockerung des Reichsverbandes.

    Hinzu kam das Denken der Aufklärung, das den konservativen bewahrenden Charakter, die Komplexität, ja sogar die Idee des Reiches an sich hinterfragte und als „unnatürlich“ darstellte. Die Idee der Gleichheit der Menschen war nicht in Übereinstimmung zu bringen mit der Reichsidee, das Vorhandene zu bewahren und jedem Stand seinen zugewiesenen Platz im Gefüge des Reiches zu sichern.

    Zusammengefasst lässt sich sagen, dass Brandenburg-Preußen und Österreich nicht mehr in den Reichsverband passten, nicht nur auf Grund der schieren Größe, sondern auch wegen der inneren Verfasstheit der beiden zu Staaten gewordenen Territorien. Beide hatten die ursprünglich auch in ihrem Inneren dezentral und ständisch geprägten Länder reformiert und den Einfluss der Landstände gebrochen. Nur so waren die verschiedenen ererbten und eroberten jeweiligen Länder sinnvoll zu verwalten und zu bewahren sowie ein stehendes Heer zu finanzieren.

    Den kleineren Territorien war dieser Reformweg verschlossen. Ein Landesherr, der Reformen dieses Ausmaßes unternommen hätte, wäre unweigerlich mit den Reichsgerichten in Konflikt geraten, da diese den Landständen beigestanden hätten, gegen deren Privilegien ein Landesherr hätte verstoßen müssen. Der Kaiser in seiner Rolle als österreichischer Landesherr hatte den von ihm besetzten Reichshofrat natürlich nicht so zu fürchten wie andere Landesherrn und in Berlin scherte man sich um die Reichsinstitutionen sowieso kaum. Eine Exekution der Urteile wäre faktisch nicht möglich gewesen. Auch diese andere innere Verfasstheit der beiden großen Mächte trug zur Entfremdung vom Reich bei.

    Aus der als Dualismus zwischen Preußen und Österreich bezeichneten Rivalität erwuchsen im 18. Jahrhundert mehrere Kriege. Die zwei Schlesischen Kriege gewann Preußen und erhielt Schlesien, während der Österreichische Erbfolgekrieg zu Gunsten Österreichs endete. Während des Erbfolgekrieges kam mit Karl VII. ein Wittelsbacher auf den Thron, konnte sich aber ohne die Ressourcen einer Großmacht nicht durchsetzen, so dass nach seinem Tod 1745 mit Franz I. Stephan von Lothringen, dem Ehemann Maria Theresias, wieder ein Habsburger(-Lothringer) gewählt wurde.

    Diese Auseinandersetzungen waren für das Reich verheerend. Preußen wollte das Reich nicht stärken, sondern für seine Zwecke gebrauchen. Auch die Habsburger, die durch das Bündnis vieler Reichsstände mit Preußen und die Wahl eines Nicht-Habsburgers auf den Kaiserthron verstimmt waren, setzten nun viel eindeutiger als bislang auf eine Politik, die sich allein auf Österreich und dessen Macht bezog.

    Der Kaisertitel wurde fast nur noch wegen dessen Klang und des höheren Rangs gegenüber allen europäischen Herrschern erstrebt. Die Reichsinstitutionen waren zu Nebenschauplätzen der Machtpolitik verkommen und die Verfassung des Reiches hatte mit der Wirklichkeit nicht mehr viel zu tun.

    Preußen versuchte durch Instrumentalisierung des Reichstages den Kaiser und Österreich zu treffen. Insbesondere Kaiser Joseph II. zog sich fast gänzlich aus der Reichspolitik zurück. Joseph II. hatte anfangs noch versucht eine Reform der Reichsinstitutionen, besonders des Reichskammergerichtes, durchzuführen, scheiterte aber am Widerstand der Reichsstände, die sich aus dem Reichsverband lösen und sich deshalb vom Gericht nicht mehr in ihre „inneren“ Angelegenheiten hereinreden lassen wollten. Joseph gab frustriert auf.

    Aber auch sonst agierte Joseph II. unglücklich und unsensibel. Die österreichzentrierte Politik Josephs II. während des Bayerischen Erbfolgekriegs 1778/79 und die vom Ausland vermittelte Friedenslösung von Teschen waren ein Desaster für das Kaisertum. Als die bayerische Linie der Wittelsbacher 1777 ausstarb, erschien dies Joseph als willkommene Möglichkeit, Bayern den habsburgischen Landen einzuverleiben. Deshalb erhob Österreich juristisch fragwürdige Ansprüche auf das Erbe.

    Unter massivem Druck aus Wien willigte der Erbe aus der pfälzischen Linie der Wittelsbacher, Kurfürst Karl Theodor, in einen Vertrag ein, der Teile Bayerns abtrat. Karl Theodor, der ohnehin nur widerwillig das Erbe angenommen hatte, wurde suggeriert, dass später ein Tausch mit den Österreichischen Niederlanden, die in etwa das Gebiet des heutigen Belgiens umfassten, zustande käme. Joseph II. besetzte aber stattdessen die bayerischen Gebiete, um vollendete Tatsachen zu schaffen, und vergriff sich somit als Kaiser an einem Reichsterritorium.

    Diese Vorgänge erlaubten es Friedrich II., sich zum Beschützer [!] des Reiches und der kleinen Reichsstände und damit quasi zum „Gegenkaiser“ [Interessante Formulierung in diesem Zusammenhang. N8w.] aufzuschwingen. Preußische und kursächsische Truppen marschierten in Böhmen ein. Im von Russland regelrecht erzwungenen Frieden von Teschen vom 13. Mai 1779 erhielt Österreich zwar das Innviertel zugesprochen. Der Kaiser stand dennoch als Verlierer da.

    Zum zweiten Mal nach 1648 musste ein innerdeutsches Problem mit Hilfe ausländischer Mächte geregelt werden [Sehr ungenau: Wer war die russische Zarenfamilie?]. Nicht der Kaiser, sondern Russland brachte dem Reich Frieden. Russland wurde neben seiner Rolle als Garantiemacht des Teschener Friedens auch eine Garantiemacht des Westfälischen Friedens und damit einer der „Hüter“ der Reichsverfassung.

    Das Kaisertum hatte sich selbst demontiert und der preußische König Friedrich stand als Beschützer des Reiches da. Aber nicht Schutz und Konsolidierung des Reiches waren Friedrichs Ziel gewesen, sondern eine weitere Schwächung der Position des Kaisers im Reich und damit des ganzen Reichsverbandes an sich. Dieses Ziel hatte er erreicht. [Das war also das Ziel? Quelle? Fehlanzeige. Also Vorsicht mit der Beurteilung hier. N8w.]

    Das Konzept eines Dritten Deutschlands hingegen, geboren aus der Befürchtung der kleineren und mittleren Reichsstände zur reinen Verfügungsmasse der Großen zu verkommen, um mit einer Stimme zu sprechen und damit Reformen durchzusetzen, scheiterte an den Vorurteilen und Gegensätzen zwischen den protestantischen und den katholischen Reichsfürsten, sowie den Eigeninteressen der Kurfürsten und der großen Reichsstädte.

    Eigentliche Träger des Reichsgedankens waren zuletzt praktisch nur noch die Reichsstädte, die Reichsritterschaften und zu einem gewissen Teil die geistlichen Territorien, wobei auch die Letzteren vielfach durch Angehörige von Reichsfürstendynastien regiert wurden und deren Interessen vertraten (z. B. das im Spanischen Erbfolgekrieg unter einem wittelsbacherischen Erzbischof stehende Kurköln).

    Auch der Kaiser agierte eher wie ein Territorialherr, der auf die Ausweitung seines unmittelbaren Herrschaftsterritoriums zielte und weniger auf die Wahrung eines „Reichsinteresses“. Von vielen Zeitgenossen im Zeitalter der Aufklärung wurde das Reich daher als ein Anachronismus empfunden. Voltaire sprach spöttisch von dem „Reich, das weder römisch noch heilig“ sei.

    Heiliges Römisches Reich [de.wikipedia.org]

    kph
    (kürzer geht es nicht!)

    Antworten
    1. 80.1

      kph

      Nachtrag:

      Sehr ungenau: Wer war die russische Zarenfamilie?

      Katharina II., genannt Katharina die Große (Sophie Auguste Friederike von Anhalt-Zerbst), war ab dem 9. Juli 1762 Kaiserin von Russland, Herzogin von Holstein-Gottorf und ab 1793 Herrin von Jever. Sie war eine Tochter von Fürst Christian August von Anhalt-Zerbst aus dem Geschlecht der Askanier, dem damaligen preußischen General und Gouverneur von Stettin, und dessen Gemahlin Johanna Elisabeth von Holstein-Gottorf, der jüngeren Schwester von Adolf Friedrich, der 1751 schwedischer König wurde.

      Katharina II. [de.wikipedia.org]

      Das Kaisertum hatte sich selbst demontiert und der preußische König Friedrich stand als Beschützer des Reiches da. … Dieses Ziel hatte er erreicht. [Das war also das Ziel? Quelle? Fehlanzeige. Also Vorsicht mit der Beurteilung hier. N8w.]

      Aufgrund des feudalen Charakters des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation mit seiner starken territorialen Zersplitterung kam es im 18. Jahrhundert häufig zu Erbfolgestreitigkeiten. Bei der großen Anzahl an de facto selbständigen Teilstaaten starb öfter ein Fürstengeschlecht aus. Der Bayerische Erbfolgekrieg stellte eine von zahlreichen Auseinandersetzungen dieser Art dar, wobei er vor allem Ausdruck des immer stärker werdenden preußisch-österreichischen Gegensatzes war.

      Das Vorgehen Österreichs stieß auf die Ablehnung der meisten deutschen Reichsfürsten, allen voran Karl Theodors Erben Herzog Karl II. August sowie König Friedrich II. von Preußen, der wegen des sich ebenfalls abzeichnenden Aussterbens der fränkischen Hohenzollern auf die Erbfolge in Ansbach und Bayreuth bedacht war.

      Aufgrund der schlechten Versorgungslage und des schlechten Wetters mussten sich die Soldaten hauptsächlich von Kartoffeln ernähren, weshalb dieser Konflikt von den Preußen spöttisch als „Kartoffelkrieg“ bezeichnet wurde. In Österreich wurde der Krieg „Zwetschkenrummel“ genannt, weil er hauptsächlich aus Beschlagnahmung von Lebensmitteln bestanden habe.

      Bemerkenswert ist, dass der Krieg auch deswegen nicht mit der ganzen Kraft der gegnerischen Mächte geführt wurde, da sich Maria Theresia – mitten während der dürftigen militärischen Aktionen – an den König von Preußen wandte und ihn bat, von einer Schlacht abzusehen, was dieser auch schriftlich zusagte. Insofern kann dieser Krieg als „Kampf ohne militärische Aktionen“ bezeichnet werden, was in der Geschichte der europäischen Mächte ein Novum war.

      Bayerischer Erbfolgekrieg [de.wikipedia.org]

      kph

  81. 81

    Thomas aus Leipzig

    Ein Hinweis zu: kph, Nr. 75:

    Und genau dieses Konkordat der (katholischen) Kirche mit Napoléon Bonaparte vom 15. Juli 1801 war der Grund, weshalb Napoléon die Revolution verriet.

    Nachzulesen im hoffentlich bekannten Buch: Josef Landowsky. Rakowskij-Protokoll. Und auf S. 57/58 im gleichen Protokoll kann man lesen, es hat die Revolution sechzehn Jahrhunderte gekostet, ehe sie ihren ersten Teilerfolg erringen konnte, indem sie die erste Spaltung des Christentums hervorrief.

    Und für mich stellt sich die Frage wer oder was ist die Revolution.

    Herzliche Grüße aus Leipzig
    Thomas

    Antworten
  82. 82

    Sailor

    Ein kleiner Beitrag zu den Fragen: 🙂

    184. Woher stammten die Mittel für eine derartige Unternehmung?

    Vom Schatzamt und aus dem Berner Schatz. Das Schatzamt wurde angewiesen, Napoléon jede Dekade 1,5 Millionen Francs zu senden. Darüber hinaus wurde ihm erlaubt, 3 der 8 Millionen aus dem „Berner Schatz“ zu entnehmen, den Frankreich sich für sein militärisches Eingreifen zur Errichtung einer Helvetischen Republik von der unterlegenen Eidgenossenschaft hatte zahlen lassen.

    Ägyptische Expedition – Die Entscheidung für Ägypten [de.wikipedia.org]

    185. Warum wurde diese Entwicklung zugelassen?

    Mit der rechtlichen Eingliederung (Friede von Lunéville) in französisches Staatsgebiet wurden Entschädigungen für das Heilige Römischen Reich aufgrund der Säkularisation kleinerer weltlicher Territorien fällig und die Verbindung mit Preußen wurde wieder gestärkt.

    Friede von Lunéville – Bestimmungen [de.wikipedia.org]

    Antworten
    1. 82.1

      kph

      Danke, werter Sailor,

      ein kleiner Schritt zum Abschluss der Reihe, es ist beinahe geschafft. Geschichte war bisher nie mein Ding. Warum wohl?

      Gerade der 5. Teil hatte es bezüglich des Geschehen in sich. Es gibt hier sicherlich noch viele Baustellen und Fragen, zu einzelnen Zeitabschnitten. Vielleicht kommen noch Ergänzungen und Hinweise von Lesern dazu.

      kph

    2. 82.2

      Sailor

      (82.1) Danke werter kph,

      Zitat: “Gerade der 5. Teil hatte es bezüglich des Geschehen in sich …”

      Und wird meiner Meinung nach letztendlich zum Gesamtverständnis bei kommenden, wie ich denke, zeitnahen Veränderungen beitragen. 🙂

  83. 83

    Thomas aus Leipzig

    Ein Hinweis an kph, Nr. 80.1:

    Die verwitwete Kurfürstin Maria Antonia von Sachsen (also die Mutter unseres damaligen Landesvaters, Kurfürst Friedrich August III.) war die einzige noch lebende Schwester des Verstorbenen. Sie hatte beim Erlöschen der bayerisch-wittelsbacher Linie rechtliche Ansprüche auf die Allodialerbschaft, heute würden wir es als „Pflichtteil“ bezeichnen.

    Diese Ansprüche wurden sächsischer Seitens auf 47 Millionen Thaler berechnet, weil man die Oberpfalz mit berechnete. Das Lehen Oberpfalz erhielt Kurfürst Maximilian von Bayern im dreißigjährigen Kriege nach der Achterklärung des Kurfürsten Friedrich V. von der Pfalz durch Kaiser Ferdinand II. So einfach dieser Anspruch war, so kompliziert war die Erbschaftslage.

    Der Rest dann hier:

    Deutsche Kleinstaaterei [PDF]

    Herzliche Grüße aus Leipzig
    Thomas

    Antworten
  84. 84

    sherina

    Zu Frage 22: Was ist ein Kaiser?

    Meine Antwort im per Mail gesandten Dokument. [hier zu finden]

    Heil und Segen
    sherina

    Antworten
    1. 84.1

      Sailor

      Werte Sherina,

      ich habe zur Zeit das Problem, bei diesem komplexen Thema den sogenannten Faden zu verlieren, erahne aber, wieviel wertvolle Zeit Du hier verwenden musstest. Danke dafür. 🙂

    2. 84.2

      sherina

      Ich danke dir, Sailor, dass du es wertschätzt. Es waren einige Stunden, das stimmt. Aber es macht Freude und ich hatte endlich ein paar Stunden Zeit und Muße. Die gilt es sinnvoll zu nutzen.

  85. 85

    Thomas aus Leipzig

    Zu den Kosten möchte ich folgende Hinweise geben:

    Im Buch von Michael Davis: “Für Thron und Altar. Der Aufstand in der Vendée” ((1793 – 1796). Sarto Verlag Bobin-gen, 1997), finde ich auf den Seiten 26ff, unter dem Kapitel: Staat gegen Kirche, folgende Hinweise:

    “Die Verstaatlichung des Kirchenbesitzes konnte den Staatsbankrott nicht abhelfen. Weil alle kirchlichen Besitzungen gleichzeitig auf den Markt kamen, verfiel der Wert drastisch. Die Großbourgeoisie, und ich schreibe bewußt nicht Großbürgertum, erwarb für wenig Geld riesige Ländereien.”

    Ob der Grundbesitz des Adels auch „verhökert“ wurde, kann ich nicht sagen. Und natürlich plünderten die Revolutionäre die von ihnen besetzten Länder aus. Die Kosten, die Sachsen auferlegt wurden, findet Ihr hier:

    7. Der Tragödie erster Teil [PDF | N8w.]

    Die Kosten für die brandenburgische Kurmark, sind hier abgedruckt: Die Kurmark Brandenburg im Zusammenhang mit den Schicksalen des Gesammtstaats Preußen während der Zeit vom 22. Oktober 1806 bis zum Ende des Jahres 1808 [books.google.de]

    Herzliche Grüße aus Leipzig
    Thomas

    Antworten
  86. 86

    Gänselieschen

    186. Wie gestaltete sich das finanzielle Kräfteverhältnis in Europa im ausgehenden 18. Jahrhundert?

    Eine sehr schwierige Frage und nicht leicht zu beantworten. Die Suche nach dem finanziellen Kräfteverhältnis, brachte kein Ergebnis. Deshalb habe ich mich auf die Großmächte dieser Zeit konzentriert.

    Zu den fünf Großmächten (Pentarchie – griechisch für Fünfherrschaft) im ausgehenden 18. Jahrhundert zählten Frankreich, Österreich-Ungarn, Großbritannien, Russland und Preußen. Für den Zustand des europäischen Festlandes habe ich mir zwei Sätze herausgepickt.

    Das Heilige Römische Reich ist in Einzelstaaten zersplittert, die von Napoléon gegeneinander ausgespielt werden. 19. Jahrhundert [de.wikipedia.org]

    Die Katastrophe der napoleonischen Besetzung 1807 brachte Preußen auch wirtschaftlich an den Rand des Zusammenbruchs. Königreich Preußen [de.wikipedia.org]

    Europas Bevölkerung, Militär und Ressourcen wurden durch die Koalitionskriege geschliffen. Napoléon hat die vier Großmächte des Festlandes ordentlich beschäftigt. Aber …: Im Schatten der Koalitionskriege in Europa besetzte Großbritannien fast alle Niederländischen Kolonien. Britisch-Französischer Kolonialkonflikt [de.wikipedia.org]

    Durch seine Insellage hat sich Großbritannien, so gut es geht, aus den Konflikten herausgehalten und ging keine Bündnisse ein. Unbehelligt von kriegerischen Auseinandersetzungen auf dem eigenen Territorium wurden das Empire ungestört ausgebaut und die Ziele der Pax Britannica verfolgt, die Industrialisierung vorangetrieben und neue Kolonien erobert. Pax Britannica [de.wikipedia.org]

    Die Pax Britannica war ein Prinzip der Welt- und Kolonialherrschaft im 19. Jahrhundert. Die Idee war, in Anlehnung an die Pax Romana des alten Rom, die Welt oder zumindest das Britische Empire mit Hilfe der Ideen und Konzepte des elisabethanischen Zeitalters, der christlichen Religion und einer Ethik des freien Handels in einer befriedeten Welt nach englischem Recht zu regieren.

    Die Führungsrolle sollte die entwickelte Gesellschaft Großbritanniens übernehmen. Kulturen und Nationen, die sich dieser Herrschaft nicht beugen mochten, mussten mit der Anwendung institutionalisierter, wirtschaftlicher und gegebenenfalls militärischer Gewalt rechnen.

    Erste Ansätze zur Pax Britannica entstammten aus der elisabethanischen Zeit, als im Vergleich zu Spanien, Portugal und auch den Niederlanden die Royal Navy und der britische Kolonialbesitz auf der Welt ständig wuchs. Voraussetzung ihrer Errichtung war der wirtschaftliche Vorsprung des Vereinigten Königreichs zu Beginn der Industriellen Revolution, der Machtverlust Frankreichs nach den napoleonischen Kriegen, die Kontrolle der wichtigsten Seerouten und Marinebasen und die uneingeschränkte Seeherrschaft.

    Für mich stellt sich Großbritannien im ausgehenden 18. Jahrhundert als finanzielles Schwergewicht dar. Einnahmen über Industrie, Kolonien. Die Finanzen konnten in den Ausbau der eigenen Interessen investiert werden. Der Konkurrent Frankreich war ausgeschaltet, das Reich zersplittert und Kriege zerrten am europäischen Festland. Die monetären Ressourcen wurden in den Auseinandersetzungen verbraucht. Großbritannien hatte die Nase vorn und der Rest teilte sich die hinteren Plätze, wobei ich davon ausgehe, daß alle vier Großmächte des Festlandes mit dem wirtschaftlichen Zusammenbruch kämpften.

    Antworten
    1. 86.1
  87. 87

    Torsten

    Werte Gemeinde,

    ich habe den Kölner Dom vor kurzem besucht. Es gibt wahrlich viele große, mit Anmut behaftete Gebäude in unserem schönen Land. Dennoch denke ich, er ist im Zusammenhang mit diesem Thema wichtig.

    Wenn man nicht nur die majestätische Größe – im oben – sucht, sondern einfach nur den Blick, im wahrsten Sinne, nach unten, vor seinen eigenen Füßen richtet, wird man erstaunt sein was man alles so sieht.

    Fußboden-Mosaiken im Kölner Dom [geschichte-der-fliese.de]

    Ergänzung:

    Besuch der 3 heiligen Könige in Köln – SSEK Einsatz [freigeist-forum-tuebingen.de]

    Heil und Segen

    Antworten
  88. 88

    Torsten

    Werter N8waechter,

    eine Frage, was ist davon zu halten?

    Heute ist der 148. Jahrestag eines der schlimmsten Ereignisse der deutschen Geschichte [astrologieklassisch.wordpresss.com]

    Nun, jeder nach seinen Möglichkeiten. Es scheint alles verwirrt, dennoch sollte die Lösung einfach sein.

    Heil und Segen!

    Antworten
    1. 88.1

      N8Waechter

      Werter Torsten,

      ich kann auf Deine Frage nur mit Vorbehalt antworten, da die angebotenen In-form-ationen mit Vorsicht zu genießen sind.

      Für mein Verständnis wusste Wilhelm I. sehr wohl, dass ihm der “Kaiser”-Titel keineswegs zustand. (GuG, Frage 22: Was ist ein Kaiser?)

      Warum? Weil es zu besagter Zeit keinen Kirchenstaat gab und er (Wilhelm) folglich nicht Schutzmacht (Kaiser) sein konnte (!). Die überlieferte Zurückhaltung Wilhelms ist insofern verständlich. Er hat sich zum “Deutschen Kaiser” ausrufen lassen, mehr nicht.

      Darüber hinaus bedenke bitte, dass es sich dabei um die “Kleindeutsche Lösung” handelte, weil die Habsburger nicht mitspielen wollten (konnten? … durften?).

      Folglich bin ich in Bezug auf die Beurteilung eines solchen Beitrags und dessen Kernaussage sehr zurückhaltend.

      Heil und Segen!
      N8w.

  89. 89

    K510817

    173. Auf wen geht die Idee “Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit“ zurück?
    174. Woher kam das Geld für die Errichtung der Französischen Republik?

    Einige Kommentatoren haben ja schon hier geschrieben, daß die Französische Revolution gesteuert wurde und dass der Vatikan an der Finanzierung beteiligt war. Ich habe einen kleinen Auszug aus der Geschichte, der zum Verständnis beitragen sollte:

    In dem Buch “Tafeln der Geschichte des römischen Rechts” von 1828 ist folgendes auf S.16 zu finden, im Kapitel zweites und drittes Jahrhundert Roms (also genau im Jahre 244 und 500 Jahre vor Christus, wir befinden uns hier in der Zeit von Babylon):


    “Schandthat des Sohnes SEXTUS TARQ. an der LUCRETA. Deren hochsinniger Selbstmord. Hierdurch erregte Verschwörung des Volks und endlich Vertreibung des Königs und seiner Familie aus Rom, durch L. JUNIUS BRUTUS.

    Neue Regierungsform: libera respublica.”


    Also schon vor gut 2.000 Jahren ist das Ausrufen einer Republik nach einer “Verschwörung” des Volkes durch einen Wechsel der Regierungform mittels “libera respublica” begegnet worden. In der Zeit gab es dann zwei Consules, die jährlich gewählt wurden und von nun an den Staat leiteten. Nach der Vertreibung der Könige wurden die Gesetzte nicht abgeschafft, sondern von der neuen Republik übernommen.

    Res publica [de.wikipedia.org]

    Und hier das Buch: Tafeln der Geschichte des römischen Rechts [books.google.md]

    Das Adjektiv liber/libera/liberum bedeutet frei! Das Substantiv Libertatem bedeutet Freiheit!

    Hat jetzt zwar nicht wirklich was mit dem Thema zu tun, aber auch damals gab es schon einen Census; wer nicht mitmachen wollte, musste Strafe zahlen. Kann man auch da lesen.

    Alles nichts Neues unter der Sonne.

    Alle Wege führen nach Rom!

    Antworten

Kommentar verfassen