Geld und Glauben (Teil 3) – Fragen und Antworten

Fragen und Antworten zu Teil 3

(Aktualisiert Stand 30. Juli 2018, 15:45 Uhr)

Geld und Glauben (Teil 1)
Fragen und Antworten (Teil 1)

Geld und Glauben (Teil 2)
Fragen und Antworten (Teil 2)


Zur einfacheren Handhabung dieser Seite finden sich im Folgenden zunächst alle im zweiten Teil neu gestellten Fragen aufgelistet. Diese sind mit einem Sprungverweis versehen, sodass ein Klick auf die Frage direkt zu den gegebenen Antworten führt.

89. Welche wirtschaftliche Veränderung wurde durch die Ausdehnung des Osmanischen Reiches verursacht?
90. Wie wirkt sich diese Veränderung bis in die heutige Zeit aus?
91. Welche Auswirkungen hatte diese Veränderung auf das seinerzeitige Geldsystem?
92. Welche machtpolitischen Folgen hatte die Veränderung auf Flotten und Marine?
93. Was ist Globalisierung?
94. Welche Bedeutung hat die päpstliche Bulle Inter Caetera von 1493?

95. Welchen Stellenwert hatte das Papsttum Anfang des 16. Jahrhunderts?
96. Welche wirtschaftlichen Folgen hatte die Reformation auf das Papsttum?
97. Wie wirkte sich die Erschließung der Neuen Welt auf das Papsttum aus?
98. Was bedeutete die Ausdehnung des Reiches auf Spanien für das Papsttum?
99. Welchen Umfang hatte der Hoheitsbereich des römisch-deutschen Kaisers?

100. Was bedeutet „Erwählter Römischer Kaiser“?
101. Welchen Machtanspruch hatten die römischen Caesaren?
102. Warum wurde dem Heiligen Römischen Reich ab Ende des 15. Jahrhunderts der Zusatz „Nationis Germanicæ“ gegeben?
103. Was bedeutet „Nation“?

104. Wer war Katharina von Aragón?
105. In welchem verwandtschaftlichen Verhältnis standen Maria I. und Karl V.?
106. Welche Folgen hatte die Abspaltung der Kirche von England vom Papsttum?
107. Welche Auswirkungen hatte dies auf die Grundbesitzverhältnisse in England?

108. Welche Folgen hatte das englische Eingreifen in den Spanisch-Französischen Krieg für England?
108. (neu) Welche Folgen hatte das englische Eingreifen in den Krieg zwischen Spanien und Frankreich für England?
109. Welche grundlegende Änderung erfuhr das englische Königtum mit Maria I.?

110. Welchen Stellenwert hatte die römisch-katholische Kirche im 16. Jahrhundert?
111. Welchen Einfluss besaß die Familie Medici zu dieser Zeit?
112. Wo war die Familie Medici aktiv?
113. Was ist Geld?

114. Welche Folgen hatte die Abtrennung der römisch-katholischen Kirche durch Elisabeth I.?
115. Was wurde durch die Abtrennung aufgehoben?

116. Was war der Grund für den Versuch Philipp II. England zu erobern?
117. Wie stand Elisabeth I. zu dem auf der päpstlichen Bulle „Inter Caetera“ beruhenden Vertrag von Tordesillas?
118. Was war der Status Portugals Ende des 16. Jahrhunderts?
119. Was ist eine Seemacht?
120. Welchen Zweck erfüllt die Kontrolle der Seewege?

121. Was hatte sich innerhalb des Reiches durch die Reformation nachhaltig geändert?
122. Was bedeuteten die Veränderungen für das Papsttum?



89. Welche wirtschaftliche Veränderung wurde durch die Ausdehnung des Osmanischen Reiches verursacht?

Eisenhut: Nun, die Herrscherclique bekam jetzt Kunkurrenz aus dem Osten und die uneingeschränkte Macht einen Knick. Die Welt wurde größer und man brauchte noch mehr Geld für Kriege.

Clara Schumann: Durch die Ausdehnung des osmanischen Reiches hatte Konstantinopel (heute Istanbul) seine Rolle als wichtigstes Handelszentrum des Mittelmeers verloren. Mit der Eroberung Konstantinopels endete auch das Oströmische Reich.

Konstantinopel [de.wikipedia.org]

Die Nachwirkungen („Europäisches Expansion“ [de.wikipedia.org]) von der Eroberung Konstantinopels durch die Osmanen 1453 werden als ein verbindendes Motiv beider Seiten [Papst und aufstrebende Welthandelsmacht Portugal] gesehen gegen die Expansion des islamischen Imperiums vorzugehen (und die Ausbreitung des Christentums zu befördern):

Die päpstliche Bulle Romanus Pontifex vom 8. Januar 1455 von Papst Nikolaus V. preist die Verdienste Heinrichs des Seefahrers im Kampf gegen die Sarazenen und bei der Ausbreitung des Christentums. In Ergänzung zur Bulle Dum diversas wurde dem portugiesischen König Alfons V., seinen Nachfolgern und dem Infanten Heinrich das Recht zugesprochen, die Sarazenen, Heiden und anderen Feinde des Christentums zu überfallen, sie auf ewig zu Sklaven zu machen und ihren Besitz zu nehmen. Hierbei erhielten die Portugiesen das alleinige Recht für die bisher erworbenen Gebiete und neue Eroberungen hinter Kap Bojador. Im Gegenzug sollten in den neuen Kolonien Kirchen und Klöster gebaut werden und Priester die Sakramente spenden dürfen.

Nachdem der Infant und Administrator des Christusordens Heinrich der Seefahrer mit dem Papst verhandelte und der Kirche neben Missionsversprechungen auch Sitze in portugiesischen Regierungsgremien anbot, wurde die Bulle erlassen, durch welche die Pläne der Portugiesen politisch gedeckt wurden. Durch die Bulle hatte man ein Handelsmonopol für den Seehandel in Asien und eine rechtliche Grundlage, um fremde Schiffe gegebenenfalls zu entern.

Nun erkannten die Holländer, welche Werte es in Asien zu holen gab. Im Auftrag der 1602 gegründeten Niederländischen Ostindien-Kompanie erstellte der Völkerrechtler Hugo Grotius 1604/05 das Rechtsgutachten De jure praedae („Über das Prisenrecht“). Ein Kapitel daraus wurde 1609 unter dem Titel Mare liberum („Das freie Meer“) veröffentlicht. Die katholische Kirche indizierte Mare liberum umgehend, da es die päpstliche Weltordnung und den Vertrag von Tordesillas untergrub.

Romanus Pontifex [de.wikipedia.org]
Vertrag von Tordesillas [de.wikipedia.org]

Grotius formulierte hier einen revolutionären neuen Grundsatz, indem er erklärte, die Meere seien internationale Gewässer und alle Nationen hätten das Recht, sie zur Handelsschifffahrt zu nutzen. England widersetzte sich dieser Idee und behauptete eine weiträumige Gewässerhoheit um die Britischen Inseln. Cornelis van Bynkershoek bejahte das Eigentum am Meer nur für die Reichweite der damaligen Geschütze. Mit dieser Einschränkung, der Dreimeilenzone, setzte sich die Freiheit der Meere schließlich als Grundlage des modernen Seerechts durch.

Freiheit der Meere [de.wikipedia.org]


90. Wie wirkt sich diese Veränderung bis in die heutige Zeit aus?

777quersumme3: Neue Handelswege – Seewege waren das Eldorado für Plünderer. Noch heute ranken sich viele Seefahrergeschichten um sagenhafte Goldschätze, die nach erbitterten Seeschlachten auf den Meeresboden sanken. Um dem „Raubrittertum“ vorzubeugen, war es notwendig, eine Schuldverschreibung auf Papier einzuführen.

Eisenhut: Die ewige Kriegswirtschaft … Drogenhandel, mafiöse Strukturen? Die Globalisierung wurde eingeleitet durch die „Wende“ und die Abschaffung der „Blöcke“ fast weltweit. Aber vorher wurde ja auch schon zusammengespielt. Vielleicht will man die Eine-Weltregierung installieren und es sollen überall gleiche Bedingungen bestehen.

Clara Schumann: Es entstand die „Dreimeilenzone“ und das „Prisenrecht“ [de.wikipedia.org] als Einschränkungen für die Freiheit der Meere. Die „Dreimeilenzone“ ist heute noch Grundlage des Seerechts und das Prisenrecht als Teil des Seekriegsrechts ist Teil des Kriegsvölkerrechts, dessen Fortgeltung nach „abweichenden Übungen in den beiden Weltkriegen“ heute offenbar angezweifelt werden (welche Übungen gemeint sind, habe ich noch nicht herausgefunden). Zentrale Besonderheit des Prisenrechts gegenüber dem Landkriegsrecht ist das Recht, privates Eigentum zu erbeuten. Es berechtigt allerdings nur kriegführende Staaten

89., 90. übergreifend betrachtet

777quersumme3: Durch die Störung der Handelswege nach Asien mussten neue Handelswege gefunden werden – Seewege. Bereits im 9. Jahrhundert begann das Zeitalter der seefahrenden europäischen Städte („Hanse“). Während ein Staat Staatsgrenzen hat, innerhalb derer Rechte geltend und Befugnisse ausgeübt werden können, ist dieser Grundsatz auf die Meere nicht einfach übertragbar.

Mit der zunehmenden Eroberung der Meere durch Handel mussten die Befugnisse auf Hoher See geklärt werden. Das Meer war ein rechtsfreier Raum, was häufig Plünderungen durch Piraten zur Folge hatte. Die Meeresfreiheit entwickelte sich zum Rechtsprinzip, gleichzeitig gab es Vereinbarungen über Sperr‐, bzw. Einflusszonen sowie detaillierte Regelungen zum Seehandel. Piraten galten bereits damals als „Feinde der Menschheit“. Einige seefahrende Nationen beanspruchten nationale Sonderrechte im gesamten Bereich des Meeres. (Spanien, Portugal, England)

Das See-Handelsrecht wirkt bis heute.


91. Welche Auswirkungen hatte diese Veränderung auf das seinerzeitige Geldsystem?

Clara Schumann: Die wirtschaftliche Kraft und Ausstrahlung von Byzanz war so groß, dass der goldene Solidus zwischen dem vierten und elften Jahrhundert die Leitwährung im Mittelmeerraum war. Der Kaiser wiederum herrschte de facto fast uneingeschränkt über Reich (das sich immer noch dem Gedanken der Universalmacht verpflichtet fühlte) und Kirche.

Byzantinisches Reich [de.wikipedia.org]

Der Aureus, der durch den Solidus abgelöst wurde, war seit Kaiser Augustus die römische Standardgoldmünze. Da der Aureus im 3. Jahrhundert massiv an Feingehalt und somit Wert verlor, war eine Reform notwendig, um das Vertrauen in die Leitwährung wiederherzustellen.

Konstantin ließ den Solidus zuerst um 309 in Augusta Treverorum (Trier) prägen, seiner damaligen Residenz. Unter seiner Herrschaft wurde der neue Aureus Solidus – also der „feste, zuverlässige Aureus“ – nicht nur 324 die allgemeine Reichsmünze, sondern erlangte schnell über die Reichsgrenzen hinaus an Bedeutung.

Nach der Inbesitznahme von gallischen, spanischen, italienischen, englischen und nordafrikanischen Gebieten durch Sueben, Vandalen, Ostgoten, Westgoten, Franken, Burgunder und Angelsachsen im Rahmen der Völkerwanderung [?] prägten die Herrscher der germanischen Nachfolgereiche weiterhin Solidi und Tremisses. Da jedoch das Ausprägen von Gold als kaiserliches Privileg galt, setzten sie bis zum Ende des Weströmischen Reichs (476) das Abbild des weströmischen und danach – teilweise bis ins 8. Jahrhundert hinein – das Abbild des oströmischen Kaisers auf die Vorderseite der Münzen. […]

In Ostrom jedoch, das ab dem Ende des weströmischen Kaisertums (476) später Byzanz genannt wurde (die Byzantiner sahen und bezeichneten sich weithin als Rhomaioi also Römer), hatte der Solidus jedoch bis zur Eroberung von Konstantinopel (1453) Bestand. Damit endet die römisch-byzantinische Goldwährung des Solidus, die seit der Einführung unter Konstantin des Großen länger als ein Jahrtausend Bestand hatte.

Die tausendjährige Geschichte des Solidus [de.wikipedia.org]

Die erste Ausgabe von Papiergeld fand 1483 in Spanien statt. Diese Belagerungsscheine waren damals jedoch (vorübergehender) Ersatz für fehlendes Münzgeld.

Banknote – Erste Banknoten in Europa [de.wikipedia.org]


92. Welche machtpolitischen Folgen hatte die Veränderung auf Flotten und Marine?

sherina: Die Schiffe mussten den Gegebenheiten angepasst werden, d.h. größer gebaut werden, um so viel wie möglich transportieren zu können. Sie mussten entsprechend den neuen Meeresrouten tauglich sein, andere Windverhältnisse. Die Mannschaft, Kapitäne benötigten dafür eine Ausbildung. Außerdem benötigte man überhaupt Seeleute, die das Leben zur See wollten. Krankheiten, Überfälle dezimierten die Mannschaft.

Wer die beste Technik hatte, erhielt einen Vorsprung, um besser Handel zu betreiben. Auf dem Landweg war man von der Technik her bislang auf Augenhöhe. Geld war nötig, um den Schiffsbau, Hafenanlangen usw. zu finanzieren. Wer keinen Hafenzugang hatte, hatte natürlich ein Problem und konnte nur den Landweg nutzen. Außerdem mussten die Handelsschiffe militärischen Begleitschutz erhalten, da die Piraterie (oft von gegnerischen Ländern finanziert), florierte.

Eine Neuentwicklung des 15. Jahrhunderts ist die Karavelle. Sie entstand aus den Anforderungen, die sich den portugiesischen und spanischen Seefahrern unter den Bedingungen des Atlantiks stellten. Dort war die Karavelle den Galeeren durch ihre Fähigkeit, höher am Wind segeln zu können, deutlich überlegen.

Geschichte der Seefahrt [de.wikipedia.org]

Bis weit in das 15. Jahrhundert hinein schufteten auf den Kriegsgaleeren immer noch hauptsächlich Ruderer, die dafür Sold erhielten. Der Mangel an Freiwilligen für die harte Arbeit, das stetige Anwachsen der Flotten und der permanente Konflikt zwischen den christlichen Mächten und den expansiven Osmanen führten im 16. Jahrhundert dazu, dass immer mehr Männer zum Dienst gepresst wurden. In der mächtigen Seerepublik Venedig schickte man verurteilte Kriminelle, Schuldner und Bettler auf die Ruderbank. Auch Richter der anderen italienischen Stadtstaaten, in Frankreich und im Osmanischen Reich verurteilten zur Galeerenstrafe.

Im Sommer 1544 macht ein türkisches Geschwader in Italien Gefangene: Zeitgenössische Quellen berichten, dass 6.000 Menschen nach Istanbul verschleppt wurden. Aber auch der Gegner ist auf der Jagd. Spanische und italienische Flottenbeamte beklagen in ihren Memoranden immer wieder, dass die Ruderbänke nicht besetzt werden können. „Die Rudergaleere verbrauchte Männer wie Treibstoff. Jeder Tote oder Sterbende, den man über Bord warf, musste ersetzt werden – es gab nie genug Ruderer“, schreibt der englische Schriftsteller Roger Crowley.

Deswegen leeren Fürsten und Stadträte immer wieder ihre Gefängnisse, um die Galeeren mit Ruderern zu versorgen. 1556 schreibt Admiral Andrea Doria an Erzherzog Ferdinand von Österreich, den Bruder des Kaisers, und bittet um Verbrecher für seine Galeeren, weil er im Kampf gegen die Türken so viele Männer verloren habe. Ferdinand sendet ihm Sträflinge aus Österreich und Böhmen.

Geschichte der Galeeren: Hölle auf Wellen [zeit.de]


93. Was ist Globalisierung?

Frigga: Es ist der freie Austausch von Menschen und Waren über die Erde. Das hört sich nett an, hat aber viele Nachteile. Zur Völkervermischung wurde hier ja schon sehr viel eingestellt – hier nochmal:

texts Warum Völkervermischung? [archive.org]

Der freie Austausch von Waren benachteiligt arme Länder, weil sie die Preise niedrig halten müssen, um mit den reicheren, großen mithalten zu können, wodurch sie keinen Profit machen und unter erbärmlichen Bedingungen arbeiten müssen. Große Konzerne und Banken vernetzen und legen sich zusammen für immer mehr Macht und bestimmen die Entscheidungen.

Es zählt nur der Profit, Umwelt und Gesundheit sind unwichtig. Gleichschaltung von Religionen und Regierungen wird angestrebt, damit die Sklaven – wir – einfacher zu „halten“ sind. Der Unterschied arm zu reich wird noch größer werden. Am Ende steht die eine Weltregierung, die alles in der Hand hat.

Clara Schumann: Globalisierung ist somit der Anspruch des Papstes, die Ordnung der Welt festzulegen und Menschen versklaven zu dürfen (vgl. dazu 94. Welche Bedeutung hat die päpstliche Bulle Inter Caetera von 1493? und 7. Was bedeutet “katholisch“? und die päpstliche Bulle Romanus Pontifex in Frage 89).


94. Welche Bedeutung hat die päpstliche Bulle Inter Caetera von 1493?

sherina: Die päpstliche Bulle Inter caetera divinae wurde am 4. Mai 1493 von Papst Alexander VI. ausgegeben. Sie legte eine Trennungslinie zwischen dem spanischen und dem portugiesischen Machtbereich fest. Die Demarkationslinie verlief in Nord-Süd-Richtung von Pol zu Pol durch den Atlantischen Ozean und lag 100 Leguas (ca. 480 km) westlich der Azoren, was etwa 38° westlicher Länge entspricht. Alle Territorien, die westlich dieser Linie lagen, wurden den spanischen Königen und ihren Erben zugesprochen, alle Gebiete östlich davon fielen an die Portugiesen.

So bedeutete die neue Demarkationslinie eine erhebliche Ausweitung des spanischen Machtbereichs. Dies führte schon im nächsten Jahr zum Abschluss des Vertrags von Tordesillas.

Inter caetera [de.wikipedia.org]

Somit legte Papst Alexander VI. fest, dass das heutige Südamerika einschließlich künftiger Entdeckungen zwischen Portugal und Spanien aufgeteilt wurde. Eine Eroberung durch andere Herrscher wurde damit ausgeschlossen. Alexander war der letzte dem Territorium Spaniens Entstammende, der zum Papst gewählt wurde. Wie passend.

Portem: Die zweite Bulle trug den gleichen Namen wie die vorhergehende Schenkungsbulle und wird genauer als Inter caetera II bezeichnet. Sie wurde zwar am 28. Juni 1493 erlassen, aber auf den 4. Mai 1493 rückdatiert. Zu den inhaltlichen Wiederholungen der ersten Bulle führte der Papst nun eine zweihundert Meilen westlich der Azoren und Kapverden vom Nord- zum Südpol festgelegte Trennzone ein (siehe Bild). Diese Bulle erhielt nun einen päpstlichen Entdeckungsauftrag, der aber für andere Staaten durch den spanischen König genehmigt werden musste. Bei einer Missachtung kündigte der Papst einen automatischen Kirchenbann an.

Hierzu gehört auch:

Der Vertrag von Tordesillas (span.: Tratado de Tordesillas, port.: Tratado de Tordesilhas) wurde 1494 zwischen den damals vorherrschenden Seemächten Portugal einerseits und Spanien (genauer: dem Königreich Kastilien sowie der Krone von Aragonien) andererseits in Tordesillas geschlossen. Er sollte eine bewaffnete Konfrontation zwischen diesen beiden Mächten verhindern, indem er die Welt in eine portugiesische und eine spanische Hälfte aufteilte.

Bereits 1493 hatte Papst Alexander VI. in der päpstlichen Bulle Inter caetera eine Grenzlinie zur Einteilung der beiden Hoheitsgebiete gezogen, die vom Nordpol zum Südpol durch den Atlantischen Ozean verlief. Im Vertrag von Tordesillas wurde diese Grenzlinie weiter nach Westen verschoben.

Andere große Seemächte wie England und Frankreich erkannten den Vertrag nicht an. Der Vertrag von Tordesillas ist ein Beispiel für ein Rechtsgeschäft zu Lasten Dritter: Weder die Interessen der Menschen der aufgeteilten Länder (also der Ureinwohner) waren einbezogen noch die Interessen derjenigen Länder, die ebenso wie Spanien und Portugal zu Eroberungen befähigt waren.

1750 wurde die inzwischen durch die Realitäten ohnehin gegenstandslos gewordene Demarkationslinie durch den Vertrag von Madrid aufgehoben.

Dudum Siquidem (Alexander VI.) [de.wikipedia.org]


95. Welchen Stellenwert hatte das Papsttum Anfang des 16. Jahrhunderts?

Clara Schumann: Das Ansehen des Papstes war dem Nullpunkt nahe. Seit 1378 hatten zunächst zwei, später drei Kardinäle Anspruch auf den Stuhl des Apostels Petrus erhoben. Die Situation war ausweglos, als Gegenpapst Johannes XXIII. im Jahr 1414 das Konzil eröffnete. Um überhaupt die Möglichkeit einer Einigung zu eröffnen, diktierte der deutsche König Sigismund die Modalitäten, nach denen die Versammlung tagte. […] Entscheidend war: Das Konzil hatte der Kirche ein neues Fundament gegeben. Die Kardinäle hatten sich über den Papst erhoben und sich zum höchsten Organ erklärt.

Wieso ist der Papst immer noch so mächtig?

Im 15. und 16. Jahrhundert führte zudem die zunehmende Verweltlichung des Papsttums zu einer Krise, deren ultimative Konsequenz letztlich die Reformation war. Die Reformation stellte auch die Legitimität des Papstes radikal infrage.

Geschichte des Papsttums

(s.a. 110. Welchen Stellenwert hatte die römisch-katholische Kirche im 16. Jahrhundert?)


96. Welche wirtschaftlichen Folgen hatte die Reformation auf das Papsttum?

Clara Schumann: Der Ablasshandel, der im 15. Jh. seinen Höhepunkt erreichte und sich förmlich zu einer Besteuerung der Christenheit entwickelt hatte, wurde 1562 verboten. So wurde die Art, in der Leo X. 1514 und 1516 – angeblich zur Führung des Türkenkrieges – in Wahrheit aber um Bau der Peterskirche in Rom und zur Bestreitung der Kosten seines luxuriösen Hofhaltes den Ablaß handhabte, einer der Hauptanstöße zur Reformation.

Ablass [de.wikipedia.org]

Die Gegenreformation, die besonders von dem Jesuitenorden [sic.!] durchgeführt wurde, wurde angestoßen und mündete in den 30-jährigen Krieg.

„Hätten wir uns nicht verzehrt im Streit darum, ob man den lieben Gott in einerlei oder zweierlei Gestalt zu sich zu nehmen hat, so wäre England nie dazu gekommen, in der Frage der Verteilung der Macht auf dem Kontinent das Wort zu nehmen.“ (AH!) [sic.!]

Gegenreformation [de.wikipedia.org]
Jesuiten [de.wikipedia.org]


97. Wie wirkte sich die Erschließung der Neuen Welt auf das Papsttum aus?

Clara Schumann: Sie sorgte für die Ausbreitung des Christentums auch in der Neuen Welt:

In dem Jahrhundert nach der Entdeckung Amerikas durch Christoph Kolumbus betraten Abenteurer und Glücksritter die Neue Welt, die später von spanischen Chronisten als „Los Conquistadores“ bezeichnet wurden.

Im Prinzip konnte jeder Konquistador werden, dem es gelang, finanzielle Unterstützung zu finden. Zunächst schloss der Konquistador einen Vertrag (Capitulación, Asiento) mit der Casa de Contratación, der eigens zu diesem Zweck eingerichteten Behörde. Der Vertrag hatte den Charakter einer Lizenz. [sic.!]

Der Lizenznehmer verpflichtete sich zur Erschließung einer Provincia, eines begrenzten Gebietes, dessen Ausdehnung aufgrund der unklaren geographischen Verhältnisse oft unterschätzt wurde. Dazu gehörte insbesondere der Bau von Siedlungen und Städten sowie die Bekehrung der indianischen Bevölkerung zum christlichen Glauben.

Konquistador [de.wikipedia.org]

Die Casa de Contratación (spanisch vollständig Casa y Audiencia de Indias, dt. „Handelshaus“) wurde 1503 auf Betreiben des Erzbischofs von Burgos und einflussreichen Ratgebers Ferdinands II., Juan Rodríguez de Fonseca, als eine vollziehende königliche Behörde zur Leitung aller spanischen Entdeckungs- und Eroberungsexpeditionen in die Neue Welt gegründet, die in Spanien bis ins 19. Jahrhundert „Las Indias“ („die Indien“) genannt wurde.

Casa de Contratación [de.wikipedia.org]


98. Was bedeutete die Ausdehnung des Reiches auf Spanien für das Papsttum?

Clara Schumann: Die Ausdehnung des Reiches durch die Habsburger als Herrscher des Heiligen Römischen Reiches im auslaufenden 15. Jahrhundert schwächte das Papsttum ebenfalls, weil die Könige seit Maximilian I. (1508) den Titel eines „Erwählten Römischen Kaisers“ angenommen hatten und auf die Krönung durch den Papst fortan verzichteten. Im Reich hatte sich mehr und mehr die Ansicht durchgesetzt, dass der König (bzw. zukünftige Kaiser) von den Kurfürsten gewählt würde.

Römisch-deutscher Kaiser [de.wikipedia.org]

Die Bezeichnung Kurfürst geht auf das mittelhochdeutsche Wort kur oder kure für Wahl zurück, aus dem das neuhochdeutsche küren entstanden ist.

Kurfürst [de.wikipedia.org]


99. Welchen Umfang hatte der Hoheitsbereich des römisch-deutschen Kaisers?

kg200: „Die offizielle Bezeichnung als Heiliges Römisches Reich ist erstmals für 1254 belegt. Folgerichtig ließen dessen Herrscher sich selbst seit dem 11. Jahrhundert vor ihrer Kaiserkrönung Rex Romanorum (König der Römer) nennen. Mit diesem Titel verbanden sie den Anspruch auf die Kaiserkrone und auf eine supranationale Herrschaft, die deutsche, italienische (Reichsitalien), französische und slawische Sprachgebiete umfasste. Dieser Anspruch wurde vom Papsttum seit Beginn des Investiturstreits im 11. Jahrhundert zunehmend bestritten, insbesondere durch Gregor VII. in seiner Schrift Dictatus Papae, die dem Papst die Universalherrschaft über alle geistlichen und weltlichen Herrscher zusprach.“

Quelle: Römisch-deutscher Kaiser [de.wikipedia.org]

Hier eine Karte, die den Umfang deutlich werden lässt (~12. – 13. Jahrhundert): Bilddatei


100. Was bedeutet „Erwählter Römischer Kaiser“?

Claus: Seit der Annahme des Titels „Erwählter Römischer Kaiser“ durch Maximilian I. (1508) wurde dieser von allen nachfolgenden römisch-deutschen Königen beim Antritt der Alleinherrschaft und der offiziellen Krönung verwendet, etwa durch Karl V. 1520. Auf eine Krönung durch den Papst wurde fortan verzichtet, mit Ausnahme Karls V., der sich 1530 nachträglich durch den Papst in Bologna krönen ließ.

Römisch-deutscher Kaiser – Neuzeit [de.wikipedia.org]

Ich verstehe das so, dass man sich damit dem Einfluss des Papstes entledigt hat. Der Kaiser wurde also fortan von den Königen gewählt und nicht mehr vom Papst gekrönt.

weißer rhythmischer Weltenüberbrücker: [ausgelagerte PDF]


101. Welchen Machtanspruch hatten die römischen Caesaren?

sherina: Einfach ausgedrückt: Den Anspruch auf die ganze damalige Welt. Über alles, was es in der Welt gab, allein zu herrschen als Divus, einem Vergöttlichten.

Doch Caesars Alleinherrschaft gab ihm nicht nur die Möglichkeit Neuerungen durchzusetzen, sondern er hatte auch andere weitreichende Befugnisse, ferner wurden ihm immer mehr Ehrungen zuerkannt.

Er war in einer Person Konsul und Diktator, aber auch Volkstribun (Recht auf Unverletzlichkeit), Pontifex maximus (= Oberpriester, Oberaufsicht über die Sitten), wurde als Pater patriae (= Vater des Vaterlandes) und als Liberator (= Befreier) bezeichnet, als Eigenname wurde ihm der Titel Imperator (= Oberbefehlshaber über sämtliche Streitkräfte) zuerkannt.

Obwohl er den Königstitel – aus nicht bekannten Gründen – ablehnte, schmückte er sich mit den altrömischen Königsinsignien, dem Triumphalkleid und dem goldenen Kranz. Sein Geburtsmonat Quinctilis wurde nach seinem Gentilnamen Julius benannt – bis heute heißt dieser Monat Juli. Unzählige Statuen wurden aufgestellt und fanden teilweise ihren Platz neben Götter- und Königsbildern. Schließlich entstand eine Art religiöser Caesarkult; ein Tempelbau für ihn war schon beschlossen worden, weitere Ehrungen waren geplant. Anfang des Jahres 44 v. Chr. wurde Caesar schließlich zum Diktator auf Lebenszeit ernannt.

Gaius Julius Caesar [lernhelfer.de]

Gaius Iulius Caesar kam zu Lebzeiten besondere Ehre zu, da er, so sagte man, von den Göttern auserwählt und mit übernatürlichen Kräften ausgestattet gewesen sei. Er erfuhr aber noch keine kultische Verehrung als vergöttlichter Herrscher. Im Jahr 42 v. Chr. (nach seiner Ermordung am 15. März 44 v. Chr.) wurde er auf Druck seines Adoptivsohnes zum Gott erhoben und ging als Divus Iulius in die römische Göttergemeinschaft ein, wobei die Römer im Übrigen stets zwischen einem deus (einem Gott) und einem divus (einem „Vergöttlichten“) unterschieden.

Kaiserkult [de.wikipedia.org]

Der Divus Iulius (dt. auch: Divus Julius) galt in Rom seit der offiziellen consecratio im Jahr 42 v. Chr. als höchster Staatsgott neben Iupiter Optimus Maximus. Der Divus Iulius ist die Gottheit, zu der Gaius Iulius Caesar nach seiner Ermordung im Jahr 44 v. Chr. erhöht wurde (IMP·C·IVLIVS·CAESAR·DIVVS: Imperator Gaius Iulius Caesar Divus). Die julianische Religion war im gesamten römischen Reich verbreitet und gilt im Allgemeinen als der Vorläufer des römischen Kaiserkultes, bestand neben diesem jedoch bis zur Christianisierung des Reiches fort.

Divus Iulius [de.wikipedia.org]


102. Warum wurde dem Heiligen Römischen Reich ab Ende des 15. Jahrhunderts der Zusatz „Nationis Germanicæ“ gegeben?

kg200: „Der Zusatz Nationis Germanicæ erschien erst im Spätmittelalter, als sich das Reich im Wesentlichen auf das Gebiet des deutschen Sprachraumes erstreckte. 1486 wurde diese Titulatur im Landfriedensgesetz Kaiser Friedrichs III. verwendet. Erstmals offiziell verwendet wurde dieser Zusatz 1512 in der Präambel des Abschieds des Reichstages in Köln. Kaiser Maximilian I. hatte die Reichsstände unter anderem zwecks Erhaltung […] des Heiligen Römischen Reiches Teutscher Nation geladen. Die genaue ursprüngliche Bedeutung des Zusatzes ist nicht ganz klar. Es kann eine territoriale Einschränkung gemeint sein, nachdem der Einfluss des Kaisers in den Reichsteilen Italien und Burgund auf einen faktischen Nullpunkt gesunken war bzw. (in Burgund) weite Teile nun von Frankreich beansprucht wurden. Andererseits klingt auch eine Betonung der Trägerschaft des Reiches durch die deutschen Reichsstände an, die ihren Anspruch auf die Reichsidee verteidigen sollte. Gegen Ende des 16. Jahrhunderts verschwand die Formulierung wieder aus dem offiziellen Gebrauch, wurde aber bis zum Ende des Reiches noch gelegentlich in der Literatur verwendet. […]

Das lateinische Wort natio bedeutete bis ins 18. Jahrhundert nicht „Volk“, sondern bezeichnete den „Ort der Geburt“ (im Gegensatz zu gens = Sippe, Stamm, Volk). Die Formulierung nationis Germanicæ schließt also an die Vorstellung von der translatio imperii an.

Bis 1806 war Heiliges Römisches Reich die offizielle Bezeichnung des Reiches, die oft als SRI für Sacrum Romanum Imperium auf lateinisch oder H. Röm. Reich o. Ä. auf Deutsch abgekürzt wurde. Daneben sind in der Neuzeit auch Bezeichnungen wie Teutsches Reich umgangssprachlich und vereinzelt im Schrifttum gebräuchlich. Erst die beiden letzten großen Rechtsakte das Reich betreffend, der Reichsdeputationshauptschluss von 1803 und die Auflösungserklärung Kaiser Franz’ II., verwenden jedoch dann den Begriff deutsches Reich auch in offizieller Funktion für das Heilige Römische Reich.

Bereits kurz nach seiner Auflösung wurde in geschichtswissenschaftlichen Abhandlungen das Heilige Römische Reich wieder vermehrt mit dem Zusatz deutscher Nation versehen, und so bürgerte sich im 19. und 20. Jahrhundert diese ursprünglich nur zeitweilige Bezeichnung nicht ganz korrekt als allgemeiner Name des Reiches ein. Daneben wird es auch das Alte Reich genannt, um es vom späteren deutschen Kaiserreich ab 1871 zu unterscheiden.“

sherina: Der Zusatz Nationis Germanicæ erschien erst im Spätmittelalter um 1450, da sich das Reich im Wesentlichen auf das Gebiet des deutschen Sprachraumes erstreckte. 1486 wurde diese Titulatur im Landfriedensgesetz Kaiser Friedrichs III. verwendet. Erstmals offiziell verwendet wurde dieser Zusatz im Jahre 1512 in der Präambel des Abschieds des Reichstages in Köln. Kaiser Maximilian I. hatte die Reichsstände unter anderem zwecks Erhaltung […] des Heiligen Römischen Reiches Teutscher Nation geladen. Geprägt wurde der Zusatz in Frontstellung gegen französische Ansprüche, gegen Ende des 16. Jahrhunderts verschwand die Formulierung wieder aus dem öffentlichen Gebrauch.

Allerdings bedeutete das lateinische Wort natio bis ins 18. Jahrhundert nicht „Volk”, sondern bezeichnete den „Ort der Geburt” (im Gegensatz zu gens = Sippe, Stamm, Volk). Die Formulierung nationis Germanicæ schließt also an die Vorstellung von der translatio imperii an.

Bis 1806 war Heiliges Römisches Reich Deutscher Nation die offizielle Bezeichnung des Reiches, die oft als SRI für Sacrum Romanum Imperium auf lateinisch oder H. Röm. Reich o. Ä. auf Deutsch abgekürzt wurde.

Die beiden letzten großen Rechtsakte das Reich betreffend, der Reichsdeputationshauptschluss von 1803 und die Auflösungserklärung Kaiser Franz II., verwenden jedoch dann den Begriff deutsches Reich.

Das Heilige Römische Reich Deutscher Nation [lerntippsammlung.de]

Translatio imperii (lateinisch ‚Übertragung des Reichs‘) ist eine politische Theorie des Mittelalters und der frühen Neuzeit, der zufolge ein Weltreich das andere ablöst.

Translatio imperii


103. Was bedeutet „Nation“?

777quersumme3: … ist kulturell die durch die Einheit von Sprache und Kultur und politisch die durch die Gleichheit der politischen Entwicklung zusammengeschlossene Gesamtheit von Menschen. (aus dem Juristischen Wörterbuch von Köbler)

Kruxdie: Nation hat sich aus lat. natio, Geburt, Abstammung, Volksstamm, ergeben. Wurde sicherlich genutzt im Zuge der Durchsetzung des römischen Rechts. Im Deutschen haben wir das Wort Volk. Ich bevorzuge es, für mein Volk zu sein, also völkisch, und nicht „national“. Eine Nation gegen die andere, anstatt ein Volk unter den anderen Völkern der Erde zu sein. Der Begriff Nation wurde also zu schädlichen Zwecken eingeführt (von den üblichen Verdächtigen).

sherina: Allerdings bedeutete das lateinische Wort natio bis ins 18. Jahrhundert nicht „Volk”, sondern bezeichnete den „Ort der Geburt” (im Gegensatz zu gens = Sippe, Stamm, Volk).

Das Heilige Römische Reich Deutscher Nation [lerntippsammlung.de]

Nation (um 1400 ins Deutsche übernommen, von lat. natio, „Volk, Sippschaft, Menschenschlag, Gattung, Klasse, Schar“) bezeichnet größere Gruppen oder Kollektive von Menschen, denen gemeinsame Merkmale wie Sprache, Tradition, Sitten, Bräuche oder Abstammung zugeschrieben werden.

Natio bezeichnete im Lateinischen ursprünglich eine Gemeinschaft von Menschen gleicher Herkunft, daran anschließend eine durch gemeinsame Sprache, Sitten und Bräuche kenntliche Gemeinschaft, und zwar im römischen Sprachgebrauch zunächst als Fremdbezeichnung für fremdartiges eingewandertes Volk, das mit der einheimischen Bevölkerung lebt.

Nation wird dann eher ethnisch homogen (als Volk), aber auch als Stamm (Stammesvolk, früher Völkerstamm) verstanden.

Die Nation dient häufig als Religionsersatz. Die Nation ist etwas „Heiliges“, für die man „Opfer“ bis hin zum „Martyrium“ erbringt. Es gibt einen „Kult der Nation“. Dagegen scheint zu sprechen, dass sich viele Nationen über ihre Religion oder über ihre Konfession definieren.

Für das Deutsche Wörterbuch der Brüder Grimm ist die Nation „das (eingeborne) volk eines landes, einer groszen staatsgesamtheit“. Der Begriff ist demnach „seit dem 16. Jahrh. aus dem franz. nation, ital. nazione (vom lat. natio)“ in die deutsche Sprache aufgenommen worden.

Nation [de.wikipedia.org]


104. Wer war Katharina von Aragón?

Erenion: Sie war die jüngere Tochter von Ferdinand II. von Aragón und Isabella I. von Kastilien. Ihre Schwester Johanna die Wahnsinnige war die Mutter von Karl V.

Sailor: Katharina war eine spanische Prinzessin, die jüngste Tochter von Königin Isabella I. von Kastilien und König Ferdinand II. von Aragon. Ihre 2. Ehe, die Ehe mit Heinrich VIII. sollte das Bündnis zwischen England und Spanien festigen.

Katharina von Aragon [kaiserin.de]


105. In welchem verwandtschaftlichen Verhältnis standen Maria I. und Karl V.?

Erenion: Sie waren Base und Vetter (Cousin und Cousine).

Sailor: Maria I war die Cousine von Karl V. Ihre Mutter, Katharina von Aragon und seine Mutter, Königin Johanna, waren Schwestern. Karl und Maria waren Cousins ersten Grades.

Katharina von Aragon [kaiserin.de]


106. Welche Folgen hatte die Abspaltung der Kirche von England vom Papsttum?

Sailor: Die Entstehung und Festigung der anglikanischen Kirche. Da eine Ehescheidung weder vom Papst noch von der englischen Geistlichkeit zu erreichen war, bediente sich Heinrich VIII. der Hilfe des Unterhauses, in dem überwiegend der ihm geneigte Land besitzende mittlere englische Adel saß.

Um die Kirche ganz von Rom zu trennen, hob das Parlament weiter die Unabhängigkeit der kirchlichen Gerichte auf und verbot außerdem jegliche Zahlungen an Rom. Damit war die völlige Trennung von Rom vollzogen. Die „Kirche von England“, die bald als anglikanische Kirche bezeichnet wurde, war jetzt eine National-, bzw. Staatskirche, deren Oberhaupt naturgemäß der Monarch war.

Wiederaufrichtung der anglikanischen Kirche nach Marias Tod durch Elisabeth I.

Heinrich VIII. und die Entstehung der anglikanischen Kirche im 16. Jh. [lernhelfer.de]


107. Welche Auswirkungen hatte dies auf die Grundbesitzverhältnisse in England?

DerkleinePrinz: Die Verweigerung der Eheauflösung durch den Papst war auch der Hauptgrund, weshalb Heinrich VIII. ab 1527 die Loslösung der englischen Kirche von Rom betrieb. Und da eine Ehescheidung weder vom Papst noch von der englischen Geistlichkeit zu erreichen war, bediente sich Heinrich VIII. der Hilfe des Unterhauses, in dem überwiegend der ihm geneigte Land besitzende mittlere englische Adel saß:

Aufgrund eines von ihm herbeigeführten Parlamentsbeschlusses verlangte Heinrich VIII. 1532 von der Geistlichkeit des Landes, ihn als Oberhaupt der englischen Kirche, als „supreme head“, anzuerkennen. Um die Kirche ganz von Rom zu trennen, hob das Parlament weiter die Unabhängigkeit der kirchlichen Gerichte auf und verbot außerdem jegliche Zahlungen an Rom. Damit war die völlige Trennung von Rom vollzogen.

Die „Kirche von England“, die bald als anglikanische Kirche bezeichnet wurde, war jetzt eine National-, bzw. Staatskirche, deren Oberhaupt naturgemäß der Monarch war. In den darauffolgenden Jahren wurden in England die Klöster aufgelöst. Ihr Besitztum wurde von der Regierung eingezogen. Wie in anderen Ländern während der Reformationszeit, war die Auflösung der Klöster auch in England ein Akt der Herrschenden, um ihren Besitz zu vergrößern.

Heinrich VIII. verkaufte die enteigneten Kirchenländereien an das gehobene Bürgertum und den ihm ergebenen Adel. Teilweise schenkte er Adligen auch diesen Grund und Boden als Belohnung für deren Wohlverhalten im Parlament bei der Loslösung von Rom. Damit schuf er sich unter dem englischen Adel und dem Bürgertum viele neue Parteigänger.

Sailor: Klöster wurden aufgelöst. Ihr Besitztum wurde von der Regierung eingezogen. Heinrich VIII. verkaufte die enteigneten Kirchenländereien an das gehobene Bürgertum und den ihm ergebenen Adel. Teilweise schenkte er Adligen auch diesen Grund und Boden, als Belohnung für deren Wohlverhalten im Parlament bei der Loslösung von Rom. Damit schuf er sich unter dem englischen Adel und dem Bürgertum viele neue Parteigänger.

Heinrich VIII. und die Entstehung der anglikanischen Kirche im 16. Jh. [lernhelfer.de]


108. Welche Folgen hatte das englische Eingreifen in den Spanisch-Französischen Krieg für England?
(Diese Frage ist missverständlich formuliert und die Antwort greift ein Stück weit vor. Daher wurde die Frage neu gestellt (s.u.).)

sherina: 1655 tritt das Protektorat Englands aus wirtschaftlichen Gründen in den Krieg ein. Frankreich war bereits sehr geschwächt vom Krieg. Spanien hätte wohl gewonnen. Das konnte England nicht zulassen, da es um die Vormachtstellung in Europa ging und um die spanischen Kolonien. Diese gehörten zu Spanien und Portugal und somit den Habsburgern. Also griff England in den Krieg ein, stärkte Frankreich mit Geld. England und Frankreich siegen 1658 in Dünen, England besetzt Dünkirchen. (Das kommt mir alles aus jüngerer Geschichte so bekannt vor). Im Pyrenäenfrieden muß Spanien 1659 Gebiete an Frankreich abtreten und erhält die Vormachtstellung in Europa. England hat über Frankreich den Habsburgern die Vormachtstellung weggenommen.

Der Spanisch-Französische Krieg von 1635 bis 1659 [geschichte-in-5.de]

108. (neu) Welche Folgen hatte das englische Eingreifen in den Krieg zwischen Spanien und Frankreich für England?

sherina: Am 10. Dezember 1508 unterzeichneten in Cambrai die Vertreter des französischen Königs Ludwig XII. und Kaiser Maximilians I. einen Bündnisvertrag, dem sich Papst Julius II., der aragonesische König Ferdinand der Katholische, der ungarische König Vladislav II. und der englische König Heinrich VIII. anschlossen. Dieses Bündnis wird Liga von Cambrai genannt.

Das tatsächliche Ziel der Liga von Cambrai war aber ein Vernichtungsfeldzug gegen die Republik Venedig. Der Papst verkündete am 27. April 1509 gegen die Republik Venedig das kirchliche Interdikt.

Venedig als Welthandelsmacht (13. bis 15. Jahrhundert)

1463 führte Venedig eine direkte Steuer ein. Zum Abschluss brachte man diese Entwicklung 1482 mit der Schaffung des Monte Nuovo. Die Abgabe basierte nicht mehr auf den schwer zu überprüfenden Angaben des Pflichtigen, sondern bezog die in einem Kataster erfassten Immobilien und ihre Erträge mit ein. Das neue Erfassungssystem bewirkte, dass Venedig aus seinem inzwischen erheblich größeren Herrschaftsbereich rund eine Million Golddukaten einziehen konnte. Damit war die Stadt eine der vermögendsten Mächte der damaligen Welt.(!)

Die neuzeitlichen Kriege – vor allem, als die Großmächte Frankreich, Spanien und das Reich 1508 venezianisches Gebiet berührten – unterschieden sich in ihren Folgen für Venedig erheblich von den zuvor geführten Kriegen. Die Landkriege wurden schon länger von Condottieri geführt, von denen sich Venedig dank seiner Ressourcen die teuersten leisten konnte. Damit blieb die Wirtschaftsmetropole, von den Belastungen der Staatskasse einmal abgesehen, in erstaunlichem Maß von ökonomischen Schäden verschont.

Das sah jedoch bei den Seekriegen inzwischen anders aus. Hier kämpften die venezianischen Seeleute selbst, keine Söldner. Abgesehen von den hohen Kosten, die beispielsweise der Krieg gegen die Osmanen von 1499 bis 1503 verursachte, schädigten Tod, Verstümmelung und Gefangenschaft dieser Männer die wirtschaftlichen Grundlagen Venedigs. Arbeitskräftemangel war sowohl in den Kolonien als auch in Venedig selbst immer wieder ein fast unlösbares Problem.

Fazit: Englands Eingreifen half die Republik Venedig zu zerschlagen und somit Venedig als Welthandelsmacht auszuschalten. Somit legte England den Grundstein, mit geschickten Schachzügen Konkurrenten auszuschalten.

Krieg der Liga von Cambrai (1508–1510) [de.wikipedia.org]
Liga von Cambrai [de.wikipedia.org]
Republik Venedig [de.wikipedia.org]
Wirtschaftsgeschichte der Republik Venedig [de.wikipedia.org]

n8waechter: Was noch fehlt, ist diese seltsame Angelegenheit mit den englischen Besitzungen auf dem Festland. 😉

„Entgegen allen Erwartungen griffen die Franzosen zu Neujahr an, und die Stadt Calais, Englands letzte Bastion auf dem Festland, fiel im Januar 1558 an Frankreich …“ (Quelle [de.wikipedia.org])

Sailor: Maria Tudor heiratete Philipp u.a. um eine eine Allianz zwischen England und Spanien gegen Frankreich zu schmieden. Der gemeinsam angestrebte Krieg Englands gegen Frankreich endete jedoch u. a. in dem Desaster, Calais, den letzten Besitz auf dem Kontinent, zu verlieren.

Mit dem Verlust von Calais ging die Phase der englischen Handelspolitik, die bis dahin auf der Ausübung des Stapelrechts beruht hatte, zu Ende.

Stapelrecht, eine Form der merkantilistischen Handelspolitik [de.wikipedia.org]

sherina: Da auf den europäischen Märkten starke Konkurrenz herrschte, versuchte Maria, neue Märkte in Übersee zu erschließen. Trotz ihrer Heirat mit Philipp hatte England keinen Zugang zu den Schätzen der Neuen Welt bekommen, weshalb sich Marias Augenmerk auf den Osten richtete. Maria strebte eine Annäherung Englands an Spanien an, um so ein starkes Gegengewicht zu Frankreich aufzubauen.

Spanien und Frankreich waren regelmäßig in Kriege miteinander verwickelt. Da stets die Gefahr bestand, dass England in den Konflikt hineingezogen wurde, versuchte Maria zwischen den streitenden Parteien zu vermitteln. In ihrem Auftrag brachte Reginald Pole im Jahr 1555 die verfeindeten Parteien in Gravelines an den Verhandlungstisch und bemühte sich um eine Schlichtung. Allerdings weigerten sich Spanien und Frankreich, einen Kompromiss zu schließen, und die Verhandlungen scheiterten. Zur großen Demütigung von England unterzeichneten Frankreich und Spanien im Februar 1556 ohne englische Vermittlung einen Friedensvertrag, den beide allerdings nur so lange einhielten, bis ihre Streitkräfte sich wieder erholt hatten.

Im März des Jahres 1557 kehrte Philipp II., mittlerweile nach der Abdankung seines Vaters, zu Maria nach England zurück, um englische Unterstützung anzufordern. Er blieb bis Juli und überredete Maria, Spanien im Krieg gegen Frankreich beizustehen. Dabei sollte England die französische Küste attackieren, um den Truppen in Italien eine Atempause zu verschaffen.

Zum Jahreswechsel allerdings wurde es ihnen zum Verhängnis, dass im Winter üblicherweise auf Kriegshandlungen verzichtet wurde. Entgegen allen Erwartungen griffen die Franzosen zu Neujahr an, und die Stadt Calais, Englands letzte Bastion auf dem Festland, fiel im Januar 1558 an Frankreich. Es war ein schwerer Schlag für das nationale Selbstbewusstsein. Kardinal Pole nannte den Verlust „diese plötzliche, schmerzliche Katastrophe“, dennoch war sich der Kronrat einig, dass eine Rückeroberung nahezu unmöglich und unbezahlbar war, sehr zum Ärger Philipps, für den Calais von großer strategischer Bedeutung gegen Frankreich gewesen war.

Maria I. (England) [de.wikipedia.org]


109. Welche grundlegende Änderung erfuhr das englische Königtum mit Maria I.?

Sailor: Maria I., auch Bloody Mary genannt, bleibt ihrem katholischen Glauben treu, widersetzt sich der protestantischen Glaubensausrichtung ihrer Verwandten. Sie versuchte als Königin erfolglos die Spaltung der englischen Kirche von der römisch-katholischen wieder rückgängig zu machen. Rücksichtslose Härte gegenüber Protestanten – eine Rückkehr Englands zum Katholizismus brachte das Vorgehen nicht. Ihre harte Vorgehensweise gegen die Protestanten beschleunigte die Abkehr vom Katholizismus weiter.

Die katholische Kirche und die Klöster hatten durch die Abspaltung der englischen Kirche all ihre Kirchengüter verloren. [sic.!] Maria wollte dies rückgängig machen, scheiterte aber daran, dass der niedere englische Adel die Besitzansprüche nicht mehr aufgeben wollte.

Katharina von Aragon [kaiserin.de]


110. Welchen Stellenwert hatte die römisch-katholische Kirche im 16. Jahrhundert?

Clara Schumann: Die Prunksucht und insgesamt oft wenig gottgefällige Lebensweise der Päpste waren schon seit mehreren Jahrzehnten einer unablässigen Kritik vor allem durch den nichtitalienischen Klerus ausgesetzt. Diese Kritik regte sich lautstark schon in den 1460er Jahren, als Päpste wie Kalixt III. oder Sixtus IV. die bis dahin üblichen Regeln der Dezenz, das heißt Zurückhaltung, Schicklichkeit und Anständigkeit, missachteten. Die Missstände führten immer wieder zum Ruf nach Reformkonzilen – z.B. 1494 unter Papst Alexander VI. –, aber sie verhallten stets ungehört oder wurden von den Amtsträgern geschickt unterlaufen.

Seit dem Ende des 13. Jahrhunderts begann allmählich der Niedergang des Papsttums: Es erlebte die schweren Erschütterungen des Babylonischen Exils in Avignon (1309–76), des päpstlichen Schismas mit zwei und drei Päpsten zur gleichen Zeit (1378–1415), des Konziliarismus oder der Lehre von der Überordnung des Konzils (der Bischöfe) über den Papst, wie sie auf den Reformkonzilen Konstanz und Basel vertreten wurde; es erlebte ferner das ruhmlose Ende der Kreuzzüge, das Entstehen kirchenfeindlicher Gruppierungen, den die kirchlichen Dogmen unterhöhlenden Humanismus, und es fand sich darauf in der von Martin Luther ausgehenden Bedrohung durch die Reformation. Besonders dessen erstmalige Bibelübersetzung ins Deutsche und ihre Verfügbarmachung für Gläubige erzürnte Rom.

Leo X. [de.wikipedia.org]

Katholisch – Geschichtliche Entwicklung [de.metapedia.org]


111. Welchen Einfluss besaß die Familie Medici zu dieser Zeit?

Clara Schumann: Der Beginn der Reformation fiel in die Zeit Leo X. Er war der erste, der 1513 aus der Familie der Medici zum Papst gewählt wurde.

Als Papst griff er stark in die europäische Politik ein. Nach dem Tod des deutschen Kaisers Maximilian I. unterstützte er den französischen König Franz I., mit dem er das Konkordat von Bologna schloss, bei der Kandidatur um die Kaiserwürde. Jedoch unterstützte er später auch den Wahlsieger Karl V. und schloss mit ihm 1521 ein Bündnis gegen Frankreich. Auf dem Fünften Laterankonzil konnte er am 16. März 1517 vor dem Hintergrund der Türkengefahr das Ausrufen eines europäischen Waffenstillstands und eines Kreuzzugs gegen das Osmanische Reich durchsetzen.

Noch im Jahr seiner Wahl erhob er seinen Neffen, Pieros Sohn Lorenzo, in den päpstlichen Adelsstand (somit die erste Nobilitierung eines Medici) während Pieros jüngster Bruder Giuliano 1515 mit dem Herzogtum Nemours belehnt wurde (womit bereits der Aufstieg in den Hochadel vollzogen war). 1516 wurde dann Lorenzo mit dem Herzogtum Urbino belehnt, wenn auch nur vorübergehend. 1523 wurde der Vetter Giulio als Clemens VII. (1523–1534) zum zweiten Medici-Papst gewählt. (Der dritte, Alessandro Ottaviano de´ Medici, ein Neffe Leos X., regierte als Papst Leo XI. im April 1605 nur für einige Wochen.)

Piero di Lorenzo de’ Medici wurde 1494 bei der Errichtung von Girolamo Savonarolas „Gottesstaat“ vertrieben, und erst 1512 gelang dessen Sohn Lorenzo die Rückkehr, der 1527 aber die erneute Vertreibung folgte.

Nur mit Hilfe des Vetters Giulio (inzwischen Papst Clemens VII.) und des Kaisers war es im Anschluss an die Krönung Kaiser Karls V. 1530 in Bologna möglich, diese zweite Vertreibung aus der danach kurzzeitig erneuerten Republik Florenz (1527–1530) rückgängig zu machen.

Die Umwandlung der Republik in eine Monarchie war jedoch nicht aufzuhalten.

Leo X. [de.wikipedia.org]


112. Wo war die Familie Medici aktiv?

Clara Schumann: Sie haben die gesamte europäische Politik beeinflusst. So unterstützte Papst Leo X. zuerst die Franzosen, dann schloss er ein Bündnis gegen Frankreich. Die jüngste Linie der Medici mit Cosimo I. und II. regierten bis zu ihrem Aussterben [?] 1737 vor allem die Toskana, da die Toskana nicht dem Kirchenstaat unterstand. Nach dem Tod des letzten, kinderlosen Großherzogs Gian Gastone 1737 fiel das Großherzogtum aufgrund des Erlöschens der regierenden Medicis im Mannesstamm als erledigtes Fahnlehen an das Reich zurück und konnte von Kaiser Karl VI. neu vergeben werden.

Die Familie der Medici aus Florenz bildete vom 15. bis 18. Jahrhundert eine einflussreiche italienische Dynastie, aus der Großherzöge der Toskana, Päpste und zwei Königinnen von Frankreich hervorgingen (Caterina de’ Medici heiratet 1533 den späteren französischen König Heinrich II. und Maria de’ Medici, die Tochter Francescos und Ehefrau des französischen Königs Heinrich IV.)

Die Medici erwarben ihren Reichtum im Textilhandel, der von der Gilde Arte della Lana betrieben wurde. Auf dieser Basis begründeten sie ein modernes Bankwesen und dominierten – auch durch ihre Beziehungen zum Papsttum – die europäische Finanzwelt der frühen Neuzeit. Ihr Mäzenatentum ermöglichte und prägte die Renaissance in Florenz.

Medici [de.wikipedia.org]


113. Was ist Geld?

Tom: Geld ist ein Tauschmittel, welches durch Erzeugung von Konsens, durch die Macht bestimmter Interessensgruppen, manipulativ deren Interessen dient. Durch Manipulation des Konsens ist Geld zur Ware geworden. Durch Manipulation des Konsens sind Gold und Diamanten wertvoll.

Geld ist Glaube! Es gibt keine Deckung des Geldes mit Gold oder Leistung o.ä. Die einzige Deckung ist Konsens. Stell dir vor es ist Krieg und niemand geht hin. Stell dir vor es ist Crash und niemanden interessiert es. Dann können die an der Börse noch so plärren.

Die Frage sollte eigentlich lauten: „Was sollte Geld sein?“

gstauderwaugerl: Geld vereinfacht den Tauschhandel untereinander. Statt „Tausche Kuh gegen ein paar Kilo Getreide“, definiert man einen Wert der Waren und übergibt das symbolische Tauschmittel. Das Material des Tauschmittels legt den Wert fest, z.B. Gold oder Silber, die immer einen bestimmten Wert hatten. Im Grunde kann es aber auch etwas sein, daß immer (oder gerade zu dieser Zeit) benötigt wurde. So war auch Salz mal ein Tauschmittel.

Im Alltag haben sich aber Edelmetalle besser bewährt und eingebürgert. Um nicht immer Mengen an Münzen mit herumzutragen, wurden Banknoten erfunden. Auf denen wurde lange der Zusatz gedruckt, daß dem Überbringer dieser Note diejenige Menge an Gold auszubezahlen sei. Das wurde im Lauf der Zeit weggelassen, und seit damals hat Geld nur mehr einen Wert, wenn die Menschen das Vertrauen dazu nicht verlieren. Sobald das Vertrauen weg ist, sprich: niemand will es mehr nehmen (= eintauschen) ist der Geldschein nur noch ein Blatt Papier.

Dasselbe gilt auch für Münzen, der Silbergehalt wurde irgendwann weggelassen, übrig blieb nur billiges Blech und eben Vertrauen.

Skadi: Geld ist das, was als Geld gilt … das kommt mir immer wieder in den Sinn. Wenn früher beim Spielen einer gemogelt hat, haben alle übrigen geschrieen: „Das gildet net!“ Gegen die Regeln gespielt also.

Wer die Macht hat, legt die Re-geln/das Re-cht? fest, und wenn derjenige sagt, Gold ist Geld, oder Papier ist Geld, dann ist das die gelt-ende Re-gel/gült-iges Re-cht?

Sonne: Geld = Energie = Fülle = Potenzial = Entfaltung

Energie = Schöpfung
Fülle = Reichtum
Reichtum = Macht
Macht = Freiheit
Freiheit = Selbstbestimmung

Entfaltung/Macht/Potenzial
Potenzial/ Fülle
Freiheit/ Selbstbestimmung
Selbstbestimmung/Verantwortung
Verantwortung/Macht/Entfaltung

Geld und Glaube
Geld regiert die Welt?

Annegret Briesemeister: Geldscheine und Banknoten sind Schuldscheine. So erwerben wir mit Schuldscheinen die von uns benötigten oder erwünschten Waren, bezahlen, tauschen mit den Schuldscheinen und somit gehört uns die so erworbene Ware nicht. Schuldscheine werden von den Banken ausgegeben, somit würden die Waren den Banken gehören. Aber, so meine ich, da kommt unsere Enteignung über die Geburtsurkunde ins Spiel. Denn auch den Banken gehört das Geld nicht.

Geld = Gilt = Gold = Bewusstsein?

Der Sachse: [hierhin ausgelagert – Leseempfehlung!]

Bernd: Um unsere Ahnen zu entzweien, wurde von den Römern erlassen, das „Geld“ für Tauschobjekte gelten solle. Zu der Zeit war Tauschhandel nur sehr sehr selten verbreitet, weil die Menschen in Sippschaft wohnten.

Es gab also Gemeinschaften, wo alles zusammengetragen und in einem Lager gehortet wurde. Wer etwas brauchte, nahm es sich (ob nun getrocknetes Holz oder Nahrung). Wurde ein strenger Winter prognostiziert, wurde sich dementsprechend vorbereitet … gemeinsam! Tauschhandel gab es höchstens mit Fremden, also eher die Ausnahme. In der Sippe war Tauschhandel nicht nicht vorgesehen, bzw. nicht nötig.

Die Einführung des Geldes war also die Spaltung der Sippe, des Kollektivs, der Gemeinschaft.

andreas(2): Geld ist heutzutage Oberbegriff für Bargeld/Buchgeld. Wortschöpfungen:

Notengeld, Münzgeld, Geldbörse etc. Geldschein – Scheingeld (der Schein trügt)

lateinisch: pecunia;
– Herkunft: pecu bzw pecus: ursprünglich Viehbestand (was der Reichtum in der Antike war)
– Gesamtheit des Eigentums, Reichtum, Vermögen, Geld, Geldsumme
– vor allem in der Kaiserzeit auch ein Geldstück, (Kupfermünze)

italienisch: soldi (Mehrzahl)
– Herkunft: soldo ist die Bezeichnung für ein italienische Münze, die erstmals Ende des 12. Jahrhunderts in Mailand durch Kaiser Heinrich VI in Silber geprägt wurde.
– Ein Soldo hatte 12 Denari, 20 Soldi bildeten eine Lira (ein Pfund Silber)
– Von Soldo leitet sich der deutsche Begriff Sold ab

französisch: argent (monnaie bezeichnet die Währung)
– Herkunft: –?
– bezeichnet sowohl Silber als auch Geld
– im Wikipedia franz. wird unter argent nur Silber abgehandelt, Geld wird unter dem Stichwort monnaie beschrieben
– combien d’argent avez-vous besoin = wieviel Geld benötigen Sie
– porte-monnaie = Geldbörse, Brieftasche

deutsch: Geld:
– Herkunft: mittel- / althochdeutsch: gelt = Vergeltung, Vergütung, Einkommen, Wert
– germanisch: geld-a = Vergeltung, Entgelt, belegt seit dem 8. Jahrhundert, in der Bedeutung «geprägtes Zahlungsmittel», belegt seit dem 14. Jahrhundert

heutige Definition: Unter Geld versteht man eine Sache, die die Funktion eines Tauschmittels (Zahlungsmittels), einer Recheneinheit und eines Wertaufbewahrungsmittels erfüllt.

Der Wert des Geldes ist heute wie auch früher manipuliert!

Antonsen: In der dänischen und norwegischen Sprache bedeutet „gæld“, bzw. „gjeld“ Schulden. Wenn jemand etwas produziert und das jemand anderem weitergibt (verkauft), glaubt man, dass der Nehmer in des Gebers Schuld steht. Um dies zu vergelten, gibt man dem Geber etwas zurück. Der Glaube an eine „Schuld“ erzeugt das Bedürfnis, diese „Schuld“ wieder zu begleichen.

Die Natur stellt uns alles zur Verfügung, das wir zum Überleben brauchen. Durch die Begriffe „Eigentum“ und „Besitz“ erzeugt die Nutzung und Benutzung der naturgegebenen Ressourcen ein Schuldgefühl gegenüber dem, der seine Rechte für diese Ressourcen geltend macht. Solange wir zulassen, dass andere etwas, das allen gehören sollte, für sich beanspruchen, solange geben wir unsere Rechte an andere ab. Dieses Zulassen/der Glaube an die Rechte/Macht anderer, führt letztlich immer dazu, dass wir glauben, unsere „Schuld“ abarbeiten zu müssen.

Geld ist somit ein Mittel für die Vergeltung einer Schuld, die uns glauben gemacht wird.

In einer Gesellschaft, in der alle zum Wohlergehen der Gesellschaft arbeiten, gibt es keine Schuld gegenüber anderen. Es besteht kein Bedarf etwas zu verdienen, kein Bedarf arbeiten zu müssen, um sich etwas leisten zu können, und kein Bedarf, mehr oder weniger zu haben, als andere. Der Beitrag jedes Einzelnen führt zu einem Wachsen und Gedeihen der Gesellschaft und der Einsatz fließt durch die Gemeinschaft wieder auf jeden Einzelnen zurück.

Arno Myn: Hinter der vordergründigen Funktion des Geldes als Zahlungsmittel steht die meist nicht bewusst wahrgenommene Eigenschaft, Geld hätte einen Wert. Natürlich haben die Dinge, die wir im Tausch gegen das Geld erhalten, einen Gebrauchs- oder manchmal ideellen Wert, doch wie kommt es, dass ein „Geldgeschenk“ ein Glücksgefühl auslöst? Der Verlust eines Geldscheins führt mindestens zu einem unangenehmen Bauchgefühl?

Dass Geld selbst wertvoll wäre, ist reine Fiktion. Wir bemessen nicht nur den Wert von Gütern mit einem entsprechenden Geldbetrag, sondern auch den von Leistungen. Sogar uns zugefügtes Leid wird so bewertet (Schmerzensgeld). Und es muss nicht mal mehr mit harten Münzen bezahlt werden, es genügen Klicks und Unterschriften. Der nahezu vollständige Übergang unseres Umgangs mit Werten in die Illusion, es gäbe einen passenden Geldbetrag, um einen entsprechenden Gegenwert darzustellen, ist bereits in unserem (Einzel- und Kollektiv-)Bewusstsein verankert.

Wundert sich denn keiner, dass wir für (eigentlich) Selbstverständliches bezahlen? Grundsteuer? Trinkwasser? Kann Leben mit Geld bewertet werden?

Letztlich ist Geld unsere ins Abstrakte übersetzte Lebensenergie, die wir freiwillig abpacken und weggeben, ständig … oder es uns nehmen lassen. Die (falsche) Annahme Geld = Werte hat dies ermöglicht.

111., 112., 113. übergreifend betrachtet

Andere Welt: 111. Hier möchte ich zeitlich noch etwas vorgreifen:

Verbindungen zwischen Venedig (u.a. Medici) zu Konstantinopel. Um das Jahr 1000 gehörte Venedig noch zu den byzantinischen Ländereien, neben Kleinasien und Kalabrien sowie weiteren Küstenstädten an der Adria. Es ist möglich, dass die „Dynastie“ sich in zwei Interessenlager teilte. Und zwar einen Teil, der Byzanz regierte und einen anderen, der den Kirchenstaat lenkte. Es bildete sich in Venedig eine scheinbar(e) dritte Fraktion, die sich die Herrschaft über über byzantinische Hafenstädte im heutigen Kroatien sicherte und in den folgenden 200 Jahren ihren Herrschaftsbereich auf Kosten von Byzanz erweiterte. Der Kirchenstaat und Venedig wurden so zu Nachbarn.

Der byzantinische Part der Dynastie gewährte Venedig 1082 für seine Unterstützung im Kampf gegen die Normannen Handelsfreiheit in seinem Herrschaftsraum. Venedig profitierte weiterhin von seiner Unterstützung der Kreuzzüge und eröffnete Handelsniederlassungen in den durch die Kreuzzügler eroberten Küstenstädte Palästinas und Syriens.

1200 war es somit möglich auf Schifffahrten von Venedig nach Konstantinopel (zuvor Byzanz und kurzfristig auch Nova Roma genannt) ca. alle 200 km einen Hafen anzulaufen, der sich in venezianischer Hand befand. Byzanz wurde schließlich von den Kreuzzüglern erobert und der venezianischen Dynastie einverleibt. Dieser Machtzuwachs ermöglichte „Venedig“ den Sieg über Genua (1251-1381 mit Unterbrechungen). Gleichzeitig veränderte sich das Herrschaftsgefüge in Venedig, zum Dogen als Regierungsoberhaupt und dem großen Rat (Erbrecht) kam ein „kleiner Rat“ hinzu, der sich zur regierenden Körperschaft entwickelte. 1355 wurde der „Rat der 10“ zur geheimen Staatspolizei.

Nachdem trotz Kirchensteuer und Einnahmen aus den Ablassbriefen die Menschen mittels vermehrtem technischen Wissen älter, wohlhabender und gebildeter wurden, als dies von der Obrigkeit erwünscht war und vor allem in Deutschland wohlhabende Familien die Reformationsbewegung förderten, um die katholische Kirche zu entmachten, da ihnen deutlich wurde, dass die Probleme von dort stammten, musste die Dynastie zu neuen Tricks greifen.

So gründete Venedig eine Handelsorganisation an seinem nördlichsten Hafen, um den Handel aus dem Norden zu schwächen. Einnahmen aus Kirchensteuer könnten durch den kirchenstaatlichen Teil der Dynastie zur Unterstützung dieses Planes gedient haben. Die Hanse als Schutzgemeinschaft könnte als Gegenreaktion verstanden werden. Der 30-jährige Krieg mit der Ausrottung wohl eines Großteils der deutschen Bevölkerung reiht sich in die Geschehnisse ein.

Würde man weiterhin annehmen, dass die Dynastie nach dem Entstehen des lateinischen Kaiserreiches das Kaiserreich Nikaia lenkte, aus dem später das osmanische Reich entstand, das ja bekanntlich 1526 und 1683 bis vor die Tore Wiens gelangte, könnte dies zu der Annahme führen, dass das osmanische Reich von Beginn an von der Dynastie für das Erreichen ihrer Ziele eingesetzt wurde. Allerdings scheinen sie die Kontrolle über das osmanische Reich verloren zu haben, als die Türken Ende des 16. Jahrhunderts versuchten, in den venezianischen Herrschaftsbereich vorzudringen.

112. Wo waren die Medicis u.a. noch aktiv?

Die Türken strebten über die Adria kommend nach Venedig. Es bildenden sich in Venedig daraufhin 2 Fraktionen: Traditionalisten (Vecchi), die den Standort Venedig halten wollten und die Giovani – neue Fraktion, die sich einen neuen Standort in London aufbauen wollten. Die Giovani siegten über die Vecchio 1582. 1600 wurde in London die „englische“ Ostindien Kompanie gegründet, als staatliches Handelsmonopol nach venezianischem Muster.

Nachdem Oliver Cromwell 1658 starb, kam es zu Machtkämpfen um seine Nachfolge. Es bildeten sich die Partei der Anglikaner, die Torys, und die venezianische Partei, auch Whigs-Partei genannt. Perücken kamen seinerzeit in Mode, warum wohl? „Wig“ = Perücke, sagt der Pons.

113. Was ist Geld?

Es heißt nicht „ein Geldpapier“ oder „ein Geldblatt“, sondern „ein Geldschein“ – es scheint nur Geld zu sein? Geld – guilt – Gyll – Gold – Nicht alles was glänzt ist Gold … Was ist dann wirklich Geld, was Gold?


114. Welche Folgen hatte die Abtrennung der römisch-katholischen Kirche durch Elisabeth I.?

sherina: Ihre Regierungszeit als Königin von England und Irland von 1558 bis 1603 wird als Elisabethanisches Zeitalter bekannt. In jener Zeit erhielt die Anglikanische Kirche ihre endgültige Ausprägung. Die Anglikanische Kirche wurde zur Staatskirche. Die Herrscher Englands zum Oberhaupt der Staatskirche.

Elisabeth I. [de.wikipedia.org]

Regnans in Excelsis (lat.: Herrschend in der Höhe) ist eine Päpstliche Bulle von Papst Pius V. mit der er am 25. Februar 1570 (andere Quellen verweisen auf den 25. April 1570) die englische Königin Elisabeth I. exkommunizierte. In den Eingangsworten ging der Papst auf die Pflicht zum Gehorsam ein, er forderte, dass die Regierenden, die von Gottes Güte berufen sind, diesem Gehorsam leisten müssten. Er warf Elisabeth I. vor, sich gegen die Glaubenslehre gewandt zu haben. Damit habe sie disziplinlos und gottlos gehandelt.

Im weiteren Text wirft er ihr vor, dass sie die wahre Religion verbiete und mit dem Tode des früheren Königs Heinrich VIII. Schuld auf sich geladen habe. Des Weiteren benannte er Maria von Schottland als die rechtmäßige Königin von England.

Gegen Königin Elisabeth erhob er schwere Vorwürfe, so habe sie mit obskuren Männern den Tatbestand der Ketzerei erfüllt, indem sie die Doktrin des katholischen Glaubens geleugnet und gegen Fastenregeln und den Zölibat aufgerufen habe. Stattdessen habe sie die Riten und Regeln von Calvin eingeführt und die Geistlichen und Prediger in diesen Institutionen eingeschworen. Sie habe es gewagt, Bischöfe auszustoßen, Rektoren und katholische Priester abzusetzen und sich somit der Ketzerei schuldig gemacht.

Der Papst, so erklärt er, sehe sich nun als oberster Hirte gezwungen, gegen Elisabeth die schärfsten Sanktionen einzuleiten. Somit wurde sie exkommuniziert und aus der römisch-katholischen Kirche ausgestoßen. Darüber hinaus erklärte Pius V., dass er ihr die Königswürde entziehe, damit verbunden seien auch alle Privilegien und adligen Würden.

Alle Adligen, Untertanen und Bediensteten, die einen Eid auf die Königin abgelegt hätten, entband der Papst von ihrem Treueschwur. Er befahl allen Menschen, zurück in den „Schoß“ der katholischen Kirche zu kehren und drohte denen, die dieser Aufforderung nicht folgen würden, ebenfalls die Exkommunikation an.

Regnans in Excelsis [de.wikipedia.org]

England und das spätere Commonwealth wurde somit dem päpstlichen Einfluss und der katholischen Kirche entzogen.
– – –
Philip und Kaiser Maximilian wurden durch die Bulle implizit zu Feinden Elisabeths erklärt, wozu sie selbst (noch) nicht bereit waren. Sie und Karl IX. weigerten sich denn auch, die Bulle in ihren Ländern zu veröffentlichen.

Der Papst solle deshalb, um den Frieden zu sichern, die Exkommunikation zurücknehmen und zumindest weitere Drucke verhindern. Pius V. antwortete Maximilian am 5.1.1571, dass er nicht zurücknehmen könne, was von so vielen guten Katholiken gefordert worden sei. Außerdem verstehe er nicht, warum Elisabeth sich so aufrege über ihre Exkommunikation;

Vor allem aber tat die Bulle eins: sie zerstörte auf einen Schlag den Kompromiss der elisabethanischen Kirche, der für die meisten Katholiken die
Kirchenregelung Elisabeths hatte erträglich erscheinen lassen. Fest steht, dass die Exkommunikation, sowohl auf nationaler Ebene in England als auch auf
internationaler Ebene mehr für Spannungen und Probleme sorgte, als dass sie solche lösen konnte.

Die Exkommunikation Elisabeths vollzog also nicht nur endgültig den Bruch zwischen der Römischen und der Anglikanischen Kirche, sondern stürzte die Katholiken in England in das Dilemma, das sie nun entweder dem Papst oder Elisabeth gehorchen konnten, aber nicht mehr beiden. Durch die Exkommunikation Elisabeths zwang Pius V. also die englischen Katholiken, sich zwischen ihrer Königin und der römisch-katholischen Kirche zu entscheiden.

Pollard verweist daher richtig darauf, dass aus der nationalen Krise des Aufstands von 1569 nun eine internationale Verschwörung wurde. Die Bulle verursachte den Katholiken in England also nur Schwierigkeiten, statt ihnen zu helfen. Es brauchte jedoch im Vatikan lange Zeit, bis die Offiziellen begriffen, dass die Exkommunikation auf politischem Gebiet wenig Effekt zeigte.

https://repositorium.ub.uni-osnabrueck.de/bitstream/urn:nbn:de:gbv:700-2005092915/2/E-Diss439_thesis.pdf [repositorium.ub.uni-osnabrueck.de] (ab Seite 247)


115. Was wurde durch die Abtrennung aufgehoben?

sherina: Aufgehoben wurde der vatikanische Einfluss. Der Adel durfte die Besitztümer der Katholiken behalten. Der Papst war nun nicht mehr der Pontifex Maximus, der alleinige Stellvertreter. Er hatte einen Konkurrenten in England.

Aufgehoben wurde auch der komplette Einfluss der katholischen Kirche auf ganz Europa. Die Möglichkeit, dass das Beispiel Englands auf Europa übergriff, war gegeben.

Die Königswahl konnte frei vom Papst erfolgen sowie die Heirat der Thronfolger. Aufgehoben war auch, dass nur der Tod eine Ehe trennen konnte. Also war auch die Erbfolgeregelung eine andere als im übrigen Europa. Und es konnten durch Neuverheiratung Kinder gezeugt werden. Die Sorge, dass es keinen Nachfolger gab oder dass das Königreich an andere Königshäuser fiel und England somit unter fremde Herrschaft gelangt, wurde somit ausgeschlossen.

Hier noch eine Textstelle:

Um die Kirche ganz von Rom zu trennen, hob das Parlament weiter die Unabhängigkeit der kirchlichen Gerichte auf und verbot außerdem jegliche Zahlungen an Rom. Damit war die völlige Trennung von Rom vollzogen. Die „Kirche von England“, die bald als anglikanische Kirche bezeichnet wurde, war jetzt eine National-, bzw. Staatskirche, deren Oberhaupt naturgemäß der Monarch war.

Heinrich VIII. und die Entstehung der anglikanischen Kirche im 16. Jh. [lernhelfer.de]

Jetzt kann ich mir auch die Massen von immer wieder denselben Kriegen oder leicht abgewandelten Kriegen erklären, die noch folgen. Der Bischof von Rom war nicht mehr der Weltenherrscher und war wohl „leicht“ rachsüchtig oder ein sehr schlechter Verlierer.

Die Habsburger, die Deutschen und das Heilige Römische Reich deutscher Nation waren wohl deshalb ein derartiger Dorn im Auge des Heiligen Vatikans, weil sie Europa dominierten und dazu die Kolonien. Na ja, und das konnte ja nicht durchgelassen werden, wie wir aus unserer Vergangenheit schmerzhaft erfahren haben.


116. Was war der Grund für den Versuch Philipp II. England zu erobern?

sherina: Der englisch-spanische Krieg von 1585 bis 1604 wurde insbesondere als Seekrieg geführt. Es gab in England neben der normalen Piraterie seit längerem staatlich sanktionierte und teilweise von der Krone mitfinanzierte Kaperunternehmen. Francis Drake überfiel 1572/1573 Nombre de Dios und einen Schatztransport bei Panama. Besonders spektakulär war etwa die Weltumsegelung des Francis Drake zwischen 1577 und 1580, bei der er unter anderem an der Küste des Pazifik reiche Beute machte.

Elisabeth I. bestritt den spanisch-portugiesischen Entdeckeranspruch und die päpstliche Aufteilung der neuen Länder zwischen Spanien und Portugal. Die Kaperunternehmen ließen eine Gefahr für die spanische Vorherrschaft auf dem Meer am Horizont erscheinen. Dies wurde nach der Annexion Portugals durch Spanien 1580 noch verschärft. Die früheren portugiesischen Besitzungen wurden zu einem bevorzugten Angriffsziel von Freibeutern aus verschiedenen Ländern. Die Freibeuteraktionen haben erheblich zur Ausbildung der Feindschaft zwischen England und Spanien beigetragen. 1577 begann auf Betreiben von John Hawkins der Bau hochseetüchtiger Kriegsschiffe in England.

Drake unternahm 1585 einen groß angelegten Überfall auf die spanischen Besitzungen in Westindien. Dieser Angriff war kein privates Kaperunternehmen mehr, sondern ein offiziell von Elisabeth I. befohlener Flotteneinsatz. Daran beteiligt waren mindestens 25 Schiffe. An Bord waren neben den Seeleuten auch 2.300 Soldaten.

Philipp II. plante ein breit angelegtes militärisches Vorgehen gegen England. Dieses Vorhaben wurde vom Papst sanktioniert. Philipp wollte zum einen England wieder rekatholisieren und zum anderen seine Ansprüche auf den englischen Thron durchsetzen. Die Hinrichtung von Maria Stuart 1587 verschärfte den Gegensatz noch.

Die englischen Schiffe brachen in Richtung der Azoren auf, um ein mit wertvoller Fracht beladenes spanisches Schiff zu kapern. Die Beute, es handelte sich um persönliches Eigentum Philipp II., war so hoch, dass sich das Unternehmen finanziell rentiert hatte.

Die Spanier flohen nach Norden. Dabei gingen zahlreiche Schiffe im Sturm unter oder liefen auf Riffe. Insgesamt ging etwa ein Viertel der Flotte verloren. Andere sprechen davon, dass nur etwa die Hälfte der Schiffe Spanien wieder erreichte. Damit war die Absicht einer Invasion gescheitert. Der Sieg wurde auf englischer Seite als Gottes Werk interpretiert. Auf spanischer Seite wurde der Plan zu einer radikalen Niederwerfung England nunmehr aufgegeben.

Englisch-Spanischer Krieg (1585–1604) [de.wikipedia.org]


117. Wie stand Elisabeth I. zu dem auf der päpstlichen Bulle „Inter Caetera“ beruhenden Vertrag von Tordesillas?

Frigga: Elisabeth hat den Vertrag abgelehnt. Er schob einen Riegel vor den Zugriff Englands auf die (Mittel-/Süd-) Amerikas.


118. Was war der Status Portugals Ende des 16. Jahrhunderts?

sherina: Unter dem Nachfolger von Johann III., König Sebastian, kam es dann schließlich zur Katastrophe, in deren Folge Portugal selbst vorübergehend mit Spanien in Personalunion vereinigt wurde. Der Thron fiel, als König Johann III. 1557 starb, an seinen Enkel Sebastian, Sohn des bereits gestorbenen Erbprinzen Johann.

Beim Tod seines Großvaters, des Königs, war Sebastian drei Jahre alt; der Vater und Erbprinz Johann war kurz zuvor gestorben. Die Regentschaft übernahm zunächst an seine Großmutter Katharina, die Witwe von Johann III. und Schwester von Karl V. Die Regentschaft wurde danach von Kardinal Heinrich I., Erzbischof von Lissabon, ein Bruder von Johann III. und somit Großonkel des Königs Sebastian, ausgeübt. 1568 übernahm Sebastian als 15-Jähriger persönlich die Regierung.

Sebastian versammelte eine Armee von 18.000 Mann und marschierte 1578 in Marokko ein. Die Schlacht von Alcácer-Quibir (al-Qasr al-Kabir) in Marokko wurde zur Katastrophe für die Portugiesen. König Sebastian fiel in der Schlacht, sein Leichnam blieb auf dem Schlachtfeld verschollen. Sebastian fiel kinderlos. Deshalb übernahm der vormalige Regent, Kardinal Heinrich, als letztes männliches Mitglied des Hauses Avís, selbst den Thron. Als Kardinal Heinrich nach zwei Jahren kinderlos verschied, starb mit ihm die Dynastie der Avís aus.

Auch Heinrich I. beschäftigte sich intensiv mit der Frage der Thronnachfolge. Nach langem Zögern entschloss er sich, den spanischen König Philipp II. zum Thronerben einzusetzen. So begann 1580 die Personalunion Portugals mit Spanien, die bis 1640 andauerte. In der allgemeinen Staatslehre wird als Personalunion die Verbindung von selbstständigen Staaten durch ein gemeinsames Staatsoberhaupt bezeichnet.

Portugal unter dem Hause Avís [de.wikipedia.org]


119. Was ist eine Seemacht?

sherina: Seemacht ist ein Staat, der über eine ausgewogene Flotte und seestrategische Positionen verfügt. Dabei ist Seemacht ein Produkt aus Flotte und seestrategischer Position. Ist in dieser Kalkulation ein Faktor Null, dann ist auch das Produkt Seemacht Null. Seemacht ist die Voraussetzung für jegliche Machtprojektion über See. Die Rangordnung der Seemächte untereinander wird bestimmt durch Qualität, Quantität und Einsatzbereitschaft der Seestreitkräfte. Die stärkste Seemacht ist stets auch Weltmacht.

Weltmacht, im Unterschied zum umfassenderen Begriff Großmacht, bezeichnet einen Staat, der auf weltpolitischer Ebene wesentlichen Einfluss ausübt. Im Unterschied zum Weltreich setzt der Begriff daher das Vorhandensein einer globalen politischen Ebene voraus und ist somit für die Zeit vor dem Zeitalter der Entdeckungen nicht angemessen.

Seemacht setzt ausgewogene Seestreitkräfte voraus.

Seemacht [de.wikipedia.org]

117., 118., 119. übergreifend betrachtet

sherina: 1. Der Vertrag von Tordesillas wurde 1494 zwischen den damals vorherrschenden Seemächten Portugal einerseits und Spanien (genauer: dem Königreich Kastilien sowie der Krone von Aragonien) andererseits in Tordesillas geschlossen. Er sollte eine bewaffnete Konfrontation zwischen diesen beiden Mächten verhindern, indem er, Papst Alexander VI., die „Welt“ in eine portugiesische und eine spanische Hälfte aufteilte. Alexander VI. (ursprünglich valencianisch Roderic Llançol i de Borja, italienisch Rodrigo Borgia;) war von 1492 bis 1503 Papst. Er war eine der politisch einflussreichsten Persönlichkeiten Italiens der Renaissance. Die Borgiafamilie stammte aus dem Dorf Borja in Aragón. Sie pflegten ihre Wurzeln und sprachen auch in Rom innerhalb der Familie die spanische oder valencianische Sprache, bzw. die katalanische Sprache.

2. 1580 begann die Personalunion Portugals mit Spanien, die bis 1640 andauerte. Der spanischen König Philipp II. war somit auch der König von Portugal und da der Vertrag von Tordesillas noch bestand, gehörte Philipp II. somit die gesamte „Welt“ , diese war in spanische, portugiesische und holländische Kolonien aufgeteilt. Philipp II. war Erbe des Spanischen Imperiums, das sich über das iberische Kernland (Kastilien, Aragón, Katalonien, ab 1580 auch Portugal), die Niederlande und Burgund erstreckte. In Italien standen das Herzogtum Mailand, die Königreiche Neapel, Sizilien und Sardinien unter seiner Herrschaft, durch die enorme Expansion der Kolonialgebiete in Amerika (Vizekönigreich Neuspanien, Vizekönigreich Peru) und Asien (Philippinen).

3. Auf dem Reichstag versuchte Karl V. die deutschen Reichsfürsten für die Wahl seines Sohnes zum römisch-deutschen König zu gewinnen und Philipp damit zu seinem designierten Nachfolger im Reich zu machen. Karls jüngerer Bruder Ferdinand, seit 1521 Herrscher über die habsburgischen Erblande, beharrte hingegen auf seinen eigenen Ansprüchen. Er war nicht bereit, Philipp zu akzeptieren und setzte durch, dass auch sein Sohn Erzherzog Maximilian an den Verhandlungen teilnahm. Nach langen Verhandlungen einigte man sich schließlich auf einen Kompromiss, der kaum Aussicht auf Realisierung hatte. Er sah vor, dass Philipp zum römischen König und damit zum Nachfolger Ferdinands gewählt werden sollte, auf Philipp sollte Maximilian folgen. Das Vorhaben scheiterte bereits in ersten Gesprächen mit den Kurfürsten, die eine Kandidatur des „Spaniers“ Philipp ablehnten und im Hintergrund die Gefahr einer Erbmonarchie sahen. Letztlich war Karl gezwungen, auf die Nachfolge seines Sohnes im Reich verzichten.

4. Auch wenn Philipp nicht die Nachfolge Karl V. angetreten hat, so waren doch die Habsburger Herrscher über das Heilige Römische Reich Deutscher Nation, über sämtliche Gebiete Philipp II. und somit die unter 2. genannten: Spanien, Portugal, die „Welt“, (heute Südamerika), Niederlande, Burgund, Teile Italiens und Asiens.

5. Wäre die Heirat Philipp II. mit Elisabeth I. geglückt, dann hätten die Habsburger die Welt beherrscht. (Als Maria am 17. November 1558 kinderlos gestorben war, zog Philipp kurzzeitig eine Vermählung mit deren Halbschwester Königin Elisabeth I. von England in Erwägung. Diese fürchtete einen zu starken spanischen Einfluss und lehnte das Heiratsangebot ab). Also blieb Philipp II. nur die Eroberung übrig. Der englisch-spanische Krieg von 1585 bis 1604 wurde insbesondere als Seekrieg geführt.

6. Jetzt ergibt es einen Sinn, warum Elisabeth I. nicht „einverstanden“ war mit der Personalunion des Vertrages von Tordesillas. Spannend ist, dass der Papst, Alexander VI, in der päpstlichen Bulle Inter caetera eine Grenzlinie zur Einteilung der beiden Hoheitsgebiete gezogen hat, die vom Nordpol zum Südpol durch den Atlantischen Ozean verlief. Somit verhalf er den Habsburgern so ziemlich die ganze Welt zu erlangen.

7. Die Wurzeln der Habsburgermonarchie datieren in die Jahre 1276–1278, als Rudolf IV. Graf von Habsburg, der 1273 als Rudolf I. römisch-deutscher König geworden war, sein Haus mit den Herzogtümern Kärnten und Krain und dann auch mit den Herzogtümern Österreich und Steiermark belehnte und damit nach dem Intermezzo mit Ottokar II. Přemysl von Böhmen das Erbe der Babenberger antrat. Seit diesem Datum regierten die Habsburger mit nur kurzen kriegerischen Unterbrechungen ihre Hausmacht in Zentraleuropa.

8. Dann gehörte mal den Deutschen so gut wie die ganze Welt, denn Habsburger = Österreicher = Deutsche.

Quellen [de.wikipedia.org]:

Vertrag von Tordesillas
Alexander VI.
Inter caetera
Philipp II. (Spanien)
Habsburgermonarchie
Englisch-Spanischer Krieg (1585 – 1604)


120. Welchen Zweck erfüllt die Kontrolle der Seewege?

Sailor: 1. Zur Sicherstellung des Machtanspruchs innerhalb der sich nun entwickelnden globalen Schifffahrt.

Netzverweis: Die Bedeutung der Seeherrschaft in der Geschichte [de.wikipedia.org]

2. Die Entwicklung des Zollrechts.

Das Zollrecht (auch Zollregal) war im Mittelalter das Recht, von vorbeikommenden Reisenden und Händlern einen Zoll oder eine Maut zu erheben. Das Zollrecht war jahrhundertelang die Haupteinnahmequelle vieler Adliger und Monarchen, die dadurch unter anderem Kriege und den Hofstaat finanzierten.

Netzverweis: Zollrecht [de.wikipedia.org]


121. Was hatte sich innerhalb des Reiches durch die Reformation nachhaltig geändert?

Erenion: Die Einheit im Glauben gab es nicht mehr und die letzten Reste der alten Reichskirche wurden beseitigt.

Durch die Reformation sagten sich die Protestanten nicht nur vom Papst los, sondern auch von ihrem tatsächlichen geistlichen Oberhaupt. Nämlich dem Kaiser. Denn dieser, und nicht der Bischof von Rom, war das Haupt der römisch-katholischen Kirche. [sic.!]

Durch die Reformation wurden die katholischen Bistümer und Klöster aufgelöst und unter dem Adel verteilt. Außerdem wurde jeder Landesherr zum Bischof seiner Landeskirche. Dadurch wurde die Macht des Kaisers entscheidend geschwächt und die Grundlage für den 30-jährigen Krieg sowie die spätere Kleinstaaterei gelegt.

Den Päpsten hat die Reformation zwar kurz- und mittelfristig geschadet, jedoch langfristig genützt, denn sie verbesserte die Position des Papstes innerhalb der Kirche.


122. Was bedeuteten die Veränderungen für das Papsttum?

Sonstiges

Ortrun: War die Einführung von Konkordaten (Verträgen zwischen deutschem Kaiserreich und der Rom-Kirche) ein Versuch, die Macht der Kirche unter Kontrolle zu bringen, so dass nie mehr ein Kaiser einen Gang nach Canossa machen musste (Heinrich IV., der ja anscheinend zunächst ein Rebell war)?

Waren diese Konkordate (ab 1122 unter Heinrich V. – eines gab es sogar unter Hitler und noch immer hängen die am Steuersack) die einzige Chance, der Kirche die riesige Menge deutschen Landes abzunehmen und dies dem Kaiserreich zurückzugeben (dauerte Jahrhunderte), letztlich dem deutschen Volk? Es ist ja bestürzend, wenn man auf alten Karten sieht, was die Kirche in Deutschland als Landbesitz hatte. Die kämpften um ihre Macht wie Fürsten mit Soldaten – weiß das aus meiner Heimat: Äbte von Fulda gegen die Grafen von Schlitz.

Im Gegenzug für das Land und die „weltliche Fürstenherrschaft“ der Bischöfe bekamen die geistlichen Herren Schutz, Oberherrschaft im geistlichen Bereich und jede Menge Geld aus dem Staatsschatz – damals schon Steuergelder?

Vielleicht haben die Kirchenfürsten letztendlich aus Rache – natürlich auch zum Zwecke der Gegenreformation – die Jesuitenarmee errichtet, denn die Idee ihrer Weltherrschaft haben sie nie begraben. Diese Romkirche ist nach meiner Überzeugung im Kern nie christlich gewesen (für die nur Tünche), sondern hat in Wahrheit einem anderen Gott gedient. Die christlichen Figuren wurden ihrem wahren System nur übergestülpt, das jedoch an vielen Stellen immer wieder kräftig durchscheint. So konnte man einfache Gläubige gut täuschen über die Jahrhunderte und obendrein durch Dogmen fesseln. Wie blöd für dieses Machtgeschwader, dass die Leute ab dem 16. Jhd. die Bibel selber lesen und schlimmstenfalls ihre Lügen entlarven konnten.

Aus diesem Grunde hat man wohl auch die Übersetzer der englischen King James Bibel (der authentischsten – Original von 1611) umgebracht. Dieser Inhalt sollte unter keinen Umständen unter das Volk. Dies soll übrigens auch ein Motiv für den spanisch-englischen Krieg gewesen sein (Armada 1588). Es ging immer um die Oberherrschaft dieses Kirchenmoloches im christlichen Gewand – darunter jedoch „alien“! Jetzt sieht sich der verkleidete „Alien“ in der Endphase seiner Machtübernahme (NWO), geht aber tatsächlich seiner Auslöschung entgegen. Im neuen Zeitalter hat er keine Bleibe auf unserer Erde!

Morlock: Der Schlüssel und das Kreuz!

Schlüssel = Zutrittskontrolle

Zentralschlüssel oder Passepartout (von franz. passer ‚durchgehen‘ und partout ‚überall‘). Überall würde ich als „Frei“ übersetzen. Also auch ins sogenannte Paradies.

Nur was heißt das? Adam und Eva waren doch im Paradies, wenn man frei ist kommt man dann ins Paradies und muss (darf) alles nochmal und eventuell besser machen?

Päpstlicher Schlüssel, überreicht durch Christus an den ersten Papst Simon Petrus zum Lösen und Binden. (Petri Schlüssel)

„Die Bärte weisen häufig ein Kreuz in Negativdarstellung auf. Daneben sind auch andere Bartformen üblich; in seltenen Fällen sind die Bärte als die Buchstaben S und R ausgebildet, was als Sacerdotium und Regnum (Priestertum und Herrschaft), aber auch als solve et retine (löse und binde) gedeutet wird.“

Kreuz im Schlüssel beim Wappen des Papstes, des Heiligen Stuhls, der Vatikanstadt und auf deren Flagge:

Bilddatei

Das Andreaskreuz ist ein X, welches römisch 10 darstellt. Die ersten Betrügereien begannen die Schuldtitelinhaber, indem sie dieselben weiterveräußerten/tauschten, aber auf dem Papier aus dem V (5) einfach ein X machten.

Gründe waren zum Beispiel, der Tod des Schuldners, da konnte er schlecht widersprechen oder den Betrug aufdecken, aber auch durch die dauernden Machtkämpfe, war es kaum möglich Gebiete zu betreten und der Betrüger habhaft zu werden.

Herakleios: Hier wurden, gerade was die Finanzen betrifft, ganz wichtige und bedeutende Ereignisse schlicht übersehen:

Der Hundertjährige Krieg war so kostspielig, daß der Englische König Eduard IIII. zum ersten Mal in der Europäischen Geschichte zum Mittel des Staatsbankrotts griff. 1342 stellte er die Zahlungen an die Oberitalienischen Bankhäuser Peruzzi und Bardi ein. Das wiederum führte dazu, daß beiden hoch bedeutende und mächtige Bankhäuser Insolvenz anmelden mußten (Peruzzi 1343; Bardi 1345).

Nun, diese Geldhäuser hatten mit ihrer Geldmacht bestimmt, was angebaut werden muß, ohne die wachsende Bevölkerung zu berücksichtigen. Deswegen wurde Europa von der um 1300 AD begonnenen kleinen Eiszeit auf dem kalten Fuß erwischt. Denn diese auf Mehrung des Wohlstandes der Bankhäuser ausgerichtete Wirtschaft vermochte nicht mehr die zum Überleben notwendigen Nahrungsmittel zu produzieren. Die Folge davon war der siebenjährige große Hunger (1315-1322) – und diese in den Hungerjahren groß gewordene Generation ist, wie man heutzutage weiß, gegen Krankheiten schlecht gefeit.

Deswegen konnte der schwarze Tod (1348-1352) zirka ein Drittel der Bevölkerung dahin raffen. Wie nun selbst die FAZ zugeben mußte, besteht eine ziemlich große Ähnlichkeit zwischen damals und heute. Oder anders gesagt: Schon immer ging die Geldgier über Leichen.

Und was die Kulturgeschichte betrifft, sollten Peruzzi und Bardi auch nicht übersehen werden. Denn diese führten die doppelte Buchführung ein. Diese italienische Innovation schlägt sich noch heute in Begriffen wie „Aktiva“, „Passiva“, „Bilanz“ nieder.