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112 Kommentare

  1. 1

    N8Waechter

    Hinweise zum Kommentarbereich

    Kurzfassung: Seid höflich und respektvoll zueinander und achtet auf Rechtschreibung und Zeichensetzung! Und bringt bitte Eure Wortmeldungen zügig auf den Punkt, fasst Euch möglichst kurz! Das erhöht eindeutig die Qualität des Austausches im Forum.

    Danke!

    P.S.: Durchgehende Großschreibung ist in diesem Forum ebenso unerwünscht, wie durchgehende Kleinschreibung. Wenn jemand etwas betonen möchte, bediene er sich bitte der folgenden Möglichkeiten:

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  2. 2

    N8Waechter

    Wichtige Info:

    Durch die letzte automatische Aktualisierung der Betriebsweichware dieser Netzseite scheint es aktuell zu einem Fehler bei der Kommentierung zu kommen. Sollte ein Kommentar nach dem Absenden nicht als “… muss noch moderiert werden“ angezeigt werden, bitte ich um etwas Geduld. Die Erfahrung hat gezeigt, dass die Kommentare ganz normal in der Moderation ankommen. Sie werden zeitnah freigeschaltet, sofern ich gerade vor dem Rechner sitze, ansonsten nach einigen Stunden.

    N8w.

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  3. 3

    Thomas aus Leipzig

    145. Machtstruktur im HRR

    Mit dem Westfälischen Frieden verloren alle deutschen Fürsten die Reichsunmittelbarkeit, sie wurden souveräne Fürsten. Was bedeutet das? Starb bisher ein Vasall in männlicher Erbfolge aus, fiel das Lehen anheim. Der Kaiser konnte es neu vergeben.

    Beispielsweise starben 1422 die Wittenberger Askanier (Inhaber der Sächsischen Kurwürde) in männlicher Erbfolge aus. Das Lehen fiel anheim, das bedeutet es ging an den Kaiser zurück. Markgraf Friedrich IV. von Meißen bekam diese Lehen übertragen. Der kaiserliche Lehensbrief wurde 1423 ausgestellt.

    Mit der Kurwürde waren das Erzmarschallamt sowie das Reichsvikariat verbunden. Diese Kurwürde wurde am 1. August 1425 zu Ofen (heute ein Stadtteil von Buda-pest) an den Markgrafen von Meißen zusammen mit dem Herzogtum Sachsen, gemeint ist das Herzogtum Sachsen-Wittenberg, übertragen. Und der Kreis Wittenberg wurde der Kurkreis genannt.

    Und nun das komplizierte Gegenbeispiel: Der Bayerische Erbfolgekrieg. Am 30. Dezember 1777 starb der bayrische Kurfürst Maximilian III. Joseph und mit ihm erlosch die Wittelsbacher Linie. Wikipedia ist bei der Beschreibung sehr oberflächlich: „Es erlosch der Wittelsbacher Mannesstamm der so genannten Wilhelmischen Linie“ (das war Wilhelm V., der Vater von Maximilian I., der seit 1597 bayerischer Herzog war und 1623 die Pfälzer Kurwürde erhielt und 1648 die Oberpfalz bekam).

    Die verwitwete Kurfürstin Maria Antonia von Sachsen (also die Mutter unseres damaligen Landesvaters Friedrich August III. (I.)) war die einzige noch lebende Schwester des Verstorbenen. Sie hatte beim Erlöschen der bayerisch-wittelsbacher Linie rechtliche Ansprüche auf die Allodialerbschaft, heute würden wir es als „Pflichtteil“ bezeichnen. Diese Ansprüche wurden sächsischer Seitens auf 47 Millionen Thaler berechnet, weil man die Oberpfalz mit berechnete. Das Lehen Oberpfalz erhielt Kurfürst Maximilian von Bayern im dreißigjährigen Kriege nach der Achterklärung des Kurfürsten Friedrich V. von der Pfalz durch Kaiser Ferdinand II., noch vor dem Westfälischen Frieden. So einfach dieser Anspruch war, so kompliziert war die Erbschaftslage.

    Über verschiedene Hausverträge und andere Verträge trat Karl Theodor, Pfalzgraf und Kurfürst von der Pfalz (aus dem Haus Pfalz-Sulzbach) die Nachfolge an und wurde Kurfürst von Pfalz-Baiern.

    Habsburg machte Besitzansprüche auf Niederbayern und auf böhmische Lehen in der Oberpfalz geltend. Und so gab es zwischen Österreich und Bayern am 3. Januar 1778 eine Konvention, wonach der Kurfürst von der Pfalz die Oberpfalz und Teile der böhmischen Lehen an Habsburg übertrug. Im Gegenzug erkannte Österreich die Erb- und Lehnsfolge in Bayern an. Und Pfalz-Baiern erhielt Vorderösterreich. Und Österreich besetzte die böhmischen Lehen und die Oberpfalz militärisch.

    Diese Konvention rief König Friedrich II. von Preußen auf den Plan. Er erklärte, daß die Zerstückelung eines Deutschen Kurstaates nicht ohne die Mitwirkung des Reiches (also der Fürsten) geschehen kann. Als mutmaßlicher Erbe der pfälzischen Kur, erhob nun der Herzog von Zweibrücken Anspruch auf die Kurwürde. Auch die Herzöge von Mecklenburg machten Ansprüche auf die Landgrafschaft Leuchtenburg geltend.

    Und es kam zum Bayerischen Erbfolgekrieg …

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    1. 3.1

      pedrobergerac

      Zur Ergänzung und Erklärung:

      Vorderösterreich [de.wikipedia.org]

      Habe ich selbst als Ösi noch nie so gehört.

  4. 4

    Thomas aus Leipzig

    138. Stehendes Heer und 139. Ab wann gab es sie?

    Ein stehendes Heer ist eine Anzahl von Soldaten die dauerhaft angestellt sind. Sie teilen sich in Infanterie, Kavallerie und Artillerie ein. Die Kosten trägt das jeweilige Land. Dazu kann man sich verschiedene digitalisierte Hofkalender ansehen. Hier als Beispiel das Kurfürstentum Sachsen 1804:

    [hierhin ausgelagert]

    Und nun zu der Frage: Ab wann gab es stehende Heere? Das kann ich nur wieder für Sachsen angeben. In der „Stamm- und Rang-Liste der Königlich Sächsischen Armee, auf das Jahr 1812“, finden wir:

    „Kurze Anzeige der Hauptmomente in der Geschichte der Königl. Sächsischen Armee.

    Vor Einführung der stehenden Heere bestand das Sächsische Militär aus der Leibwache des Fürsten und aus einigen Besatzungs-Compagnien in den Festungen. Im Falle eines Krieges aber wurde der Adel und die Nation überhaupt, zur Vertheidigung des Landes aufgeboten. Erst unter Herzog Albrecht dem Beherzten (†. 1500) kommen Söldner, oder auf eine kurze Zeit gedungene Truppen vor. Selbst Kurfürst Moritz (†. 1553) behielt noch diese Einrichtung mit einigen Verbesserungen bei.

    Den Grund zu einer stehenden Armee des Kurfürstenthums legte Johann Georg I. (†. 1656) im J. 1613, durch das mit Bewilligung der Stände errichtete Defensionswerk. Der 30jährige Krieg aber trug zur Ausbildung der Sächsischen Militärverfassung wesentlich bei. So erhielt z.B. die regulirte Miliz im J. 1631 die ersten Kriegsartikel; auch wurde 1634 eine eigene Kriegscanzley errichtet, und im J. 1646 kommen die ersten Ordonnanzen vor; doch wurde nach dem Frieden (1648) das Heer bis über die Hälfte wieder entlassen.

    In diesem Zustande blieb die Armee, dem Wesentlichen nach, unter Johann George II. (†. 1680); jedoch vermehrte er die Zahl seiner Truppen, und ließ 1673 ff. ein Hülfscorps zu der Kaiserlichen Armee am Rheine stoßen. Wichtiger war die folgende Regierung Johann Georgs III. (†. 1691) unter welcher die Verwaltung des Militärwesens durch die Errichtung des Geheimen Kriegsraths-Collegiums (1684) eine bessere organische Form erhielt; allein noch mehr trug dieser tapfre Fürst, als Anführer seines Heeres, z. B. bei dem Entsatze Wiens 1683, zur practischen Ausbildung desselben bei.“

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  5. 5

    Jungfrau

    Zur Frage 132.: Welche Folgen hatte der große Brand 1666 in London?

    Dieser Brand wurde von den Jesuiten ausgelöst und auch vorhergesagt. Vom Papsttum stammt die Vorhersage, vom Papsttum stammt die Umsetzung durch Terror. Die monotheistische Elite sagt ihren eigenen Terror voraus und profitiert davon in vielerlei Hinsicht. Es zeigt das gigantische Ausmaß an krimineller Energie, die darin steckt. Dies wurde in unserer modernen Gesellschaft nie diskutiert.

    Prophetien:

    Der Vatikan plant nur seine Weltvernichtungsgeschichte und kommuniziert es in dieser Weise mit dem Volk, damit es weiß, was es zu tun hat.

    Am 2. September 1666 brannte fast ganz London ab. Laut der englischen Regierung von 1666 – 1830 wurde das Feuer von Jesuiten gelegt. Beweise, dass die Jesuiten den Brand gelegt haben:

    Die Inschrift am Monument of Great Fire endete seit dem Jahr 1681 mit den Worten (deutsche Übersetzung):

    „Aber der päpstliche Wahnsinn, der diesen Horror verursacht hat, ist noch nicht erloschen.“

    Katholiken blieben die favorisierten Verbrecher und die Anklagen gegen sie wurden dem Denkmal 1668 hinzugefügt … Der schreckliche Brand dieser Stadt wurde initiiert und ausgeführt durch den Verrat und die Böswilligkeit der päpstlichen Partei.

    Neben den vier Jahren von James‘ II. Herrschaft von 1685-89, blieb die Inschrift bestehen bis 1830. 150 Jahre war es für die englische Regierung Fakt, dass eine päpstliche Verschwörung den Brand gelegt hat: Sprich die Jesuiten und nicht der arme Bäcker, wie behauptet wird …

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  6. 6

    sherina

    Herzlichen Dank, werter Nachtwächter, dass es weitergeht trotz Hitze und Schulferien.

    2 Anmerkungen: Warum ist die Frage 149 doppelt? Der Netzverweis Fragen und Antworten (Teil 4) führt nicht zu den Fragen.

    Mein Internet geht auch wieder. Wie passend. 🙂 Es hat auch endlich mal geregnet.

    Heil und Segen,
    Sherina

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    1. 6.1

      N8Waechter

      „Warum ist die Frage 149 doppelt?“ » Wink mit dem Zaunpfahl …
      „Netzverweis Fragen und Antworten (Teil 4) führt nicht zu den Fragen“ » wurde eben ausgebessert.

      Vergebt mir bitte, ich habe mich die vergangenen Tage etwas rar gemacht, Thema: Schulferien. Nun stehe ich, wie gewohnt, die kommenden 2 Wochen Gewehr bei Fuß. Nur am kommenden Samstag wird es zu einigen Einschränkungen kommen.

      So, und jetzt bringe ich weiter das Forum auf Vordermann. 🙂

      Heil und Segen allen!
      N8w.

    2. 6.2

      sherina

      Der Zaunpfahl ist bei mir nicht angekommen. Nun hast du dieselbe Frage in 148 und ein Absatz weiter noch mal in 149 aufgegriffen.

    3. N8Waechter

      Meine müden Augen … Danke, sherina, der Zaunpfahl ist Nr. 149 (ich hatte den falschen Text übernommen). Es geht um die Auswirkungen der Börsengeschäfte, nicht nur in Übersee, sondern auch in Europa.

    4. 6.3

      sherina

      Wir haben dir nichts zu vergeben, werter Nachtwächter, sondern dir dankbar zu sein für all dein Wirken und Mühen. Jeder braucht mal Pause und die gönnst du dir kaum. Schließlich hast du Familie.

  7. 7

    sherina

    141. Wer ist der “Rex Germaniae“?

    Im Spätmittelalter wurde rex Romanorum zum üblichen Titel für die gewählten Könige, die noch nicht zum Kaiser gekrönt waren. In der Frühen Neuzeit war Maximilian I. der erste, der sich als König der Römer im Jahre 1508 mit päpstlicher Erlaubnis zum „erwählten Römischen Kaiser“ ernannte. Mit Zustimmung Julius’ II. durften ab 1508 der Kaiser und seine Nachfolger auch ohne Krönung in Rom den Titel „erwählter Kaiser“ und „in Germanien König“ führen. Seit Maximilian ist auch keine Kaiserkrönung mehr durch den Papst in Rom vollzogen worden.

    Mit Maximilian I. hatte Rex in Germania („König in Germanien“, also „König in deutschen Landen“ oder „König in Deutschland“) in die kaiserliche Titulatur Eingang gefunden. Sein Titel lautete:

    „Wir Maximilian von Gots genaden erwelter Romischer kayser, zu allen zeiten merer des Reichs, in Germanien zu Hungern, Dalmatien, Croatien etc. kunig.“

    Der Königstitel wurde zunehmend zu dem in den deutschen Landen, der Kaisertitel zu dem zu Rom, und die Titulatur lautete gegen Ende des Reiches nur mehr Romanorum Imperator, Germaniae Rex („Kaiser der Römer, König von Germanien“).

    Römisch-deutscher König [de.wikipedia.org]

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    1. 7.1

      Erenion

      Liebe Leser!

      Dieser Frage möchte ich noch etwas nachgehen. Hier Zitate aus dem Netzverweis von sherina:

      Wir Maximilian von Gots genaden erwelter Romischer kayser, zu allen zeiten merer des Reichs, in Germanien zu Hungern, Dalmatien, Croatien etc. kunig …

      Wir Joseph der Zweyte von Gottes Gnaden erwählter Römischer Keyser, zu allen Zeiten Mehrer des Reichs, König in Germanien, zu Jerusalem, Ungarn, Böheim …

      Wir, Franz der Zweyte, von Gottes Gnaden erwählter Römischer Kaiser, zu allen Zeiten Mehrer des Reichs, erblicher Kaiser von Österreich, König in Germanien, zu Jerusalem, zu Hungarn, zu Böheim …

      Was mir dabei auffällt ist, das es in den Urkunden ausdrücklich vom König in Germanien die Rede ist. Jedoch vom König zu Hungern/Hungarn/Ungarn, zu Jerusalem etc.

      Ich verweise hier auf unsere Ermittlungen zum „Preußen Königlichen Anteils“:

      Dort haben wir herausgefunden, dass sich Albrecht von Brandenburg nur zum Herzog in Preußen ernennen konnte. Denn das Preußen Königlichen Anteils hatte ja den polnischen König als Schutzherrn anerkannt. Da das ganze Preußen dennoch ein Land war, konnte es nur in Preußen heißen. Die Formulierung von Preußen wurde erst nach der Teilung Polens möglich. Erst ab diesem Zeitpunkt ist ein König von Preußen möglich.

      Noch ein Beispiel zum Thema von, zu und in:

      Wer sich im Großen Hof des Dresdener Residenzschlosses umsieht, findet dort die Titel von Kurfürst Moritz : „Mauricius dei gratia dux saxoniae …“. Übersetzt heißt das: „Moritz von Gottes Gnaden Herzog zu Sachsen …“.

      Warum zu Sachsen und nicht von?

      Das Herzogtum Sachsen wurde 1260 geteilt. In Sachsen-Lauenburg, auch Niedersachsen genannt, und Sachsen-Wittenberg, auch Obersachsen genannt (Saxony [en.wikipedia.org] Achtung: diese Information findet sich nur im englischen Wikipedia), hatten also mehrere Fürsten Anspruch auf die Titelkombination aus Herzog und Sachsen. Daher durften alle nur den Titel „zu Sachsen“ führen und nicht mehr, wie vor der Teilung, „von Sachsen“.

      Es ist ganz sicher kein Zufall, dass in den Urkunden der damaligen Zeit Rex Germaniae mit König in Germanien übersetzt wird.

      Ich komme nur zu einem Schluss:

      Der römische König herrschte nicht über das ganze Germanien. Ansonsten hätte man, ohne jeden Zweifel die, exklusivere, Formulierung von Germanien gewählt.

      Heil und Segen

      P.S.: Es kann nur ein Titel des römischen Königs sein. Denn der Kaiser ist der „Herrscher über den Erdkreis“ und das Oberhaupt der Kirche. Der Kaiser hätte also, ohne Probleme, „von Germanien“ verwenden können. Der römische König jedoch nicht.

  8. 8

    Jungfrau

    Ein Nachtrag zu 132!

    London, wie wir es heute kennen ist eigentlich dem grossen Brand zu verdanken. Sehenswürdigkeiten wie zum Beispiel die St. Pauls Cathedral, entstanden unmittelbar in den Jahren nach dem Brand.

    Mit den Plänen zum Wiederaufbau der Stadt wurde der Architekt und Astronom Sir Christopher Wren beauftragt. Er entwarf zwischen 1671-77 über 50 Kirchengebäude, u.a. auch Kensington Paracelsus. Man sagt ihm nach, dass er er zu den Großmeistern der Freimaurer gehörte, ist aber umstritten. Angeblich gab es vor 1717 keine Großlogen?! Er war aber einer der ersten Mitglieder der Ronald Société.

    Um diesen 2. September nie in Vergessenheit geraten zu lassen, ließ er ebenfalls „The Monument“ errichten. Die mit 61,50 Meter höchste freistehende Steinsäule der Welt, die heute noch vor Ort bewundert und besichtigt werden kann.

    Ob die Inschrift entfernt wurde, konnte ich nicht ermitteln, liegt aber Nahe, dass die Jesuiten im Laufe der Jahrhunderte ihre Spuren vernichteten.

    Antworten
  9. 9

    Siegfried Hermann

    Zu König Jakob sollte noch gesagt werden, dass er die J*den zeitweise aus England rauswarf, wegen ihrer Wucherzinsen und kriminellen Kreditvergaben.

    123: Die erste im großen und sehr erfolgreichen Maßstab war Königin Elisabeth I., die Kaperbriefe gegen Provisionzahlungen ausgab.

    124: Sklavenhandel, Wiki. Obwohl, und das sollte jeder bei Diskussionen wissen, die Musel haben mit Abstand die meisten Menschen entführt, versklavt, oder schlicht massakriert, was keinen wirtschaftlichen Wert darstellte.

    125: Magna Carta

    126: Absolutismus ade

    128: die übliche Gottesnummer

    129: Cromwell, Generalissius, gut die Torries sehen das anders

    Gottesgnadentum: Naja, das ist einerseits eine Erfindung der katholischen Kirche, andererseits spricht der Apostel Pauus von „unverdienter Gnade Gottes“, König David wiederum wurde von Gott ausgesucht, weil Saulus schlicht so einen Mist gebaut hat, das er untragbar wurde.

    Heil und Segen Euch allen!

    Antworten
  10. 10

    sherina

    150. Wer war John Law?

    [Anmerkung vorab: Diese Wortmeldung lasse ich bewusst in voller Länge stehen und lagere sie nicht aus, denn diese Angelegenheit ist wichtig für das Verständnis der damit verbundenen Vorgänge. N8w.]

    John Law of Lauriston oder französisch John Law de Lauriston (* 16. April 1671 in Edinburgh; † 21. März 1729 in Venedig) war ein schottischer Nationalökonom und Bankier. John Law war das fünfte von zwölf Kindern des Innungsmeisters der Goldschmiede von Edinburgh und Geldverleihers William Law (* ca. 1630–1688) und seiner Ehefrau Jeanne Campbell (* ca. 1645).

    In London betätigte er sich als professioneller Glücksspieler. Die Fähigkeit, Gewinnchancen mit verblüffender Geschwindigkeit zu kalkulieren, hatte er sich wohl mittels Lektüre (Antoine Arnauld, Jakob Bernoulli) und genauer Beobachtung antrainiert; seine Begabung als brillanter Kopfrechner half dabei. 1694 wurde er wegen eines Duells mit tödlichem Ausgang zum Tod verurteilt und flüchtete während der Berufungsverhandlung auf den Kontinent nach Holland.

    In den folgenden Jahren ’studierte‘ Law das Finanzsystem der Bank von Amsterdam und lernte den britischen Thronprätendenten James III. kennen. In Paris wurde Madame Katherine Seigneur, geb. Knowles, (1669–1747) seine Geliebte; mit ihr floh er nach Venedig. Nach einem Jahrzehnt im Exil war er zurück im noch unabhängigen Schottland, um es vergeblich vor der Finanzkatastrophe aus dem Darién-Projekt zu bewahren. Sein Plan zu einer Reform der Finanzverfassung wurde abgelehnt; als die Vereinigung der Parlamente Englands und Schottlands drohte, ging Law (der in England weiterhin als flüchtiger Verbrecher galt) wieder auf den Kontinent.

    Durch Glücksspiel erarbeitete er sich in Paris ein Vermögen und wurde 1707 ein Freund Philipps von Orléans, des Regenten Frankreichs (ab 1715). Im Jahre 1715 wurde er zum Chef der Banque Générale in Paris ernannt, 1717 war das Todesurteil durch eine Begnadigung des englischen Königs aufgehoben worden. Ende 1719 konvertierte er zum katholischen Glauben.

    Anfang 1720 berief ihn der König zum obersten Finanzkontrolleur (französisch Contrôleur général des finances), dem höchsten Amt im Staat nach dem König. Seitdem konnte er in Paris seine geldpolitischen Ideen in die Praxis umsetzen, was in der Mississippi-Spekulation resultierte. Als einer der Hauptaktionäre der von ihm kontrollierten Gesellschaften wurde er nicht nur schwerreich, sondern auch der Star von Paris. In finanzieller Hinsicht war er damit der Herrscher Frankreichs und gleichzeitig – als Direktor der Mississippi-Kompanie – eines Drittels des nordamerikanischen Kontinents.

    Als Direktor dieser Mississippi-Kompanie fusionierte John Law die Französische Ostindienkompanie mit der Französischen Westindienkompanie und bündelte so alle außereuropäischen Handelsmonopole Frankreichs in einem Konglomerat, Fondateur de la Compagnie des Indes (1719). Um seine gesellschaftliche Anerkennung zu stützen, gab er Unsummen für karitative Zwecke aus. Jedoch war das Ergebnis seiner Aktivitäten als Bankier und Finanzier des Staates eine geldpolitische Katastrophe.

    Zu behaupten, John Law habe das europäische Papiergeld erfunden, wäre unrichtig. Bereits von 1609 an hatte die Bank von Amsterdam Banknoten ausgegeben, wobei jahrzehntelang sorgfältig auf jederzeit ausreichende Deckung durch Münzen geachtet wurde. 1661 waren in Stockholm von einer privaten Notenbank Banknoten emittiert worden – hier jedoch mangels Vertrauens mit mäßigem Erfolg.

    Das entscheidend Neue an Laws Vorgehen war, nicht nur Edelmetalle, sondern auch Grundvermögen – mit dessen in der Zukunft liegenden Ertragsaussichten – zur Deckung des Notenumlaufs heranzuziehen. Law strebte an, mittels so geschaffenen Papiergelds Deflation zu verhindern und Handel und Gewerbe mit hinreichend Liquidität zu versorgen – ein erst im 20. Jahrhundert als geeignet anerkanntes Konzept. Nach dem Platzen der Spekulationsblase 1720 waren jedoch seine Ideen für die darauffolgenden Generationen seriöser Geldpolitiker zunächst tabu. Karl Marx bezeichnete Law später als „eine Mischung aus Schwindler und Prophet.“

    Bemerkenswert ist auch der sozialpolitisch revolutionär wirkende Versuch, zahllose Verbrauchsteuern durch eine einkommensabhängige Steuer zu ersetzen. Im feudal geprägten Frankreich seiner Zeit konnte diese Maßnahme keinen Bestand haben, denn sie hätte den Kleinverdiener entlastet und einflussreiche Großverdiener belastet. Ein weiterer Aspekt seiner wirtschaftspolitischen Maßnahmen war der Versuch, sämtliche gewerblichen Monopole, die Notenemission und die Steuereintreibung aus privater Hand in staatliche Regie zu überführen. Damit, so hoffte er, könne die öffentliche Hand ausreichend Gewinn machen und ihre Verbindlichkeiten ablösen.

    John Law war mit den führenden Wirtschaftspolitikern seiner Zeit einig, dass reichlicher und zügiger Geldumlauf für die Volkswirtschaft förderlich sei. Die inflationären Gefahren einer solchen Politik verlor man gerne aus den Augen. Law – als Sohn eines Geldverleihers – war sich dieser Gefahren wohl bewusst. Er konnte sich jedoch von 1719 an gegen einflussreiche Entscheidungsträger in Paris nicht mehr durchsetzen. Deren ungehemmte Ausweitung der Banknoten- und Aktienemission heizte die Spekulationsblase noch an, die in die Katastrophe führen sollte.

    Als er Millionär wurde, sagte er

    «L’économie c’est moi.»

    „Die Wirtschaft, das bin ich.“

    John Law [de.wikipedia.org]

    Der Schotte John Law (1671-1729) ist ein blitzschnell kalkulierendes, mathematisches Genie. Sein Spezialgebiet sind die Wahrscheinlichkeiten. In den Salons von London erspielt er sich mit seinen Fähigkeiten ein kleines Vermögen – und verprasst es gleich wieder mit den begehrtesten Mätressen der Stadt. 1694 tötet er im Duell einen Nebenbuhler und muss in die Niederlande fliehen. In Amsterdam studiert er das dortige Finanzsystem und kommt mit der Idee von „künstlichem Geld“ – durch Goldmünzen gesicherte Banknoten – in Kontakt. Eigene Gedanken zur Geldtheorie veröffentlicht John Law 1705 in einem viel beachteten Buch.

    Der Duc d’Orléans, der 1715 für seinen minderjährigen Neffen Regent von Frankreich wird, freundet sich mit ihm an. Law schlägt ihm vor, eine Bank zu gründen und Banknoten zu drucken, um die katastrophale Finanzsituation des Landes nach der Regierungszeit Ludwigs XIV. wieder in den Griff zu bekommen. Und tatsächlich erhält Law gleich nach dem Tod Ludwigs die Erlaubnis zur Gründung der ersten Bank Frankreichs, der „Banque Royale“, die erstmals Papiergeld ausgeben darf. Die Krone ist praktisch über Nacht schuldenfrei, und John Law wird zum obersten Finanzverwalter Frankreichs bestellt.

    Laws größter Coup ist freilich die Erfindung der Volksaktie. Die Aktiengesellschaft, die sie herausgibt, nennt er Compagnie d’Occident, im Volksmund „die Mississippi-Gesellschaft“. Ihr Geschäft ist die Ausbeutung der französischen Kolonien in Amerika. Law vermutet in Louisiana große Goldvorkommen. Konkrete Beweise dafür hat er allerdings nicht. Dennoch gelingt es ihm, eine unglaubliche Aktieneuphorie auszulösen, und das nicht nur in Frankreich. Plötzlich kann jeder schnell reich werden – unabhängig von seinem gesellschaftlichen Stand. Bewundernd werden diese Leute „Millionäre“ genannt.

    Die Aktienblase um die Mississippi-Gesellschaft nimmt gigantische Ausmaße an. Nur das versprochene Gold bleibt aus. Im November 1719 steht fest, in Louisiana gibt es kein Gold. Die Spekulationsblase platzt, der Wert der Aktien sinkt ebenso rasch wie das Vertrauen in das Papiergeld. Law fürchtet, vom Mob gelyncht zu werden, und flieht nach Italien. Die „Banque Royale“ wird aufgelöst, die alten Goldmünzen werden wieder das einzig vertrauenswürdige Zahlungsmittel. Law stirbt im Februar 1729 während des Karnevals in Venedig an einer Lungenentzündung.

    John Law [programm.ard.de]

    Hier muß Law seine Spielernatur eingeholt haben, denn niemand wußte, ob es wirklich Gold in Louisiana gibt. Dem Volk war das egal. Es prügelte sich um die Mississippi-Papiere, sie „stürzten sich auf die Aktien wie die Schweine“, heißt es in zeitgenössischen Berichten. Law war auf dem Höhepunkt seiner Macht. Ganz nebenbei hatte er die Konzession für Steuerpachten erworben. Die Mississippi-Gesellschaft besaß das Außenhandelsmonopol für den amerikanischen Kontinent und den malaiischen Archipel sowie das Monopol auf den Tabak- und Sklavenhandel.

    Anlagebetrüger John Law – Der reichste Mann der Welt [faz.net]

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    1. 10.1

      sherina

      Danke. Ich hatte ein wenig schlechtes Gewissen wegen der Länge und ich habe schon gekürzt. Aber es erschien mir alles so wichtig und auch, dass derart viele Filme und Berichte über diesen Mann erschienen. Der wurde richtig hochgejubelt, als wenn er ein Held wäre. Na, für jene ist er es wohl auch. Aber alles hoch interessant. Ich konnte gestern bzw. heute Morgen kaum aufhören. 🙂

  11. 11

    Siegfried Hermann

    139 stehendes Heer im Kaiserreich … ähmm, welches denn: KuK, oder HRR!?

    Da müsste man auch erstmal klären, was ein „stehendes Heer“ ist!?

    a.) Eine Armee in Friedenszeiten, mit dem Potential zum (geplanten) Angriff auf den Gegner.
    b.) Ansonsten waren die Österreicher wegen irgendwelcher Scharmützel mit den Franzosen und den „Jschihatt“ der Osmanen ständig im Krieg, mehr oder weniger.

    Im Gegensatz zu Frankreich, Spanien, England mit einer zentralen einheitlichen Kommandostruktur gab es im Deutschen Reich kein selbstständiges Heer unter zentralem Oberkommando. Dazu musste immer der Reichstag einberufen werden und zustimmen. Selbst im ersten 1 WK. marschierten die jeweiligen Truppenteile als Bayern-, Preußen-, Östereicher-Kompanien, usw., mit eigenen Feldkommandeuren unter „gemeinsamem“ Oberkommando.

    Aufgrund der Bundesstrukturen hat es einen Absolutismus, wie in Frankreich, etc. bei uns nie gegeben und sich immer nur auf die Landesfürsten beschränkt. Das ist ein ganz wichtiger Punkt, der bei der Gesamtbetrachtung des Deutschen Reiches für sich und in Europa allgemein beachtet werden muss!

    Macht wird kollektiv verteilt und verwaltet und nur im Konsens angewendet. Seit dem 8. Mai 45 sieht das natürlich anders aus, weil die Macht beim Besatzer liegt.

    Antworten
  12. 12

    sherina

    151. Was war die Südseeblase?

    Die Südseeblase (engl. South Sea Bubble; auch Südseeschwindel) von 1720 war eine bedeutende Spekulationsblase der frühen Neuzeit. Sie ereignete sich zur selben Zeit wie der Mississippischwindel in Frankreich. Bereits 1637 war die Tulpenblase in Holland geplatzt.

    In London hatte sich am Anfang des 18. Jahrhunderts eine florierende Wertpapierbörse entwickelt. Wie bei fast jedem Börsenboom lebte auch die South Sea Bubble von der Faszination eines neuen Geschäftsfelds, das märchenhafte Gewinne verhieß. Anfang des 18. Jahrhunderts versprach die Südsee mit dem Handel von exotischen Produkten, Rohstoffen und Sklaven hohe Profite.

    Die wichtigsten Initiatoren der 1711 gegründeten Handelsgesellschaft South Sea Company waren John Blunt und George Caswell, Mitinhaber der Sword Blade Company (Bankiers), sowie ein anonymer Baptist. Daneben hatte auch die britische Regierung ihren Anteil. Diese verlieh dem Unternehmen das Monopol im Handel mit Südamerika inklusive noch nicht entdeckter Gebiete. Man spekulierte dabei auf ein schnelles und für England günstiges Ende des Spanischen Erbfolgekrieges [sic.!], mit dem das spanische Privileg des Sklavenhandels (Asiento de Negros) beseitigt werden könnte.

    Den ersten großen Erfolg landete die South Sea Company nicht mit dem Warenhandel, sondern erneut bei der britischen Regierung: Sie übernahm im Januar die Staatsschulden (der Bank von England) [sic.!] in der Höhe von 9 Millionen Pfund bei einer Verzinsung von 6 % jährlich und erhielt dafür das Recht, zusätzliche Aktien auszugeben (Kapitalerhöhung). Nach und nach übernahm die Gesellschaft die zusätzlichen Staatsschulden und brachte im Gegenzug noch mehr Aktien heraus.

    Lord North and Grey fürchtete im Parlament am 5. April 1720 bei der Abstimmung über das Südseegesetz (South Sea Bill) schlimme Folgen und hoffte, dass „das Land nicht durch den Handel mit imaginären Reichtümern ruiniert würde“. Zwei Tage später 1720 bestätigte König Georg I. die Entscheidung des Parlaments.

    Der Kurs der Aktie des Unternehmens im Nennwert von 100 Pfund lag Anfang 1720 noch bei 120 Pfund. Danach schoss er aber raketenartig nach oben und erreichte im Juli fantastische 950 Pfund. Doch das Platzen der Mississippi-Blase im November 1719 in Frankreich befeuerte die Entwicklung weiter, da viele Investoren ihr Geld aus Frankreich abzogen und es stattdessen in England investierten.

    Bis dahin war keine einzige Dividende gezahlt worden, der erste Zahltermin war der 1. August. Erst jetzt wurde deutlich, dass die Mittel nicht vorhanden waren. Die ersten Anleger wollten schnell noch ihre Gewinne umsetzen, wie der König und einige seiner Vertrauten, und verkauften ihre Papiere. Währenddessen fielen die Aktien der Gesellschaft nach dem 18. August von über 800 Pfund auf 200 und innerhalb eines halben Monates noch tiefer. Im Dezember näherte sich der Wert den 100 Pfund.

    Es folgte eine Rezession. Handel und Produktion gingen zurück, nachdem mehrere Investoren hohe Summen (einige 10.000 ₤) verloren hatten. Die leitenden Mitarbeiter der South Sea Company wurden von der britischen Regierung verantwortlich gemacht und juristisch verfolgt. Einige landeten im Gefängnis, andere begingen Suizid oder flohen ins Ausland. Die South Sea Company wurde nicht aufgelöst und handelte in Friedenszeiten weiter, bis sie in den Reformen der 1850er Jahre aufgelöst wurde. Die Kosten wurden von der East India Company und der Bank of England getragen. Der Administrator dieser Lösung war der Schatzkanzler Robert Walpole (1676–1745), der dadurch seine große Macht in Großbritannien begründete.

    Südseeblase [de.wikipedia.org]

    Bitcoin – lässt die Südsee-Blase grüßen?

    Joachim Goldberg zieht eine andere Parallele zur derzeitigen Manie um die digitalen Währungen. Er vergleicht sie mit der Südsee-Blase. Anfang des 18. Jahrhunderts versprachen Südsee-Inseln mit ihren exotischen Waren und Rohstoffen märchenhafte Gewinne. Handelsgesellschaften gaben Aktien heraus, deren Wert explodierte. „Keiner wusste genau, was die machten, aber alle wollten mitmachen und profitieren – das ist bei den digitalen Währungen heute ähnlich“, meint Goldberg.

    Bitcoin – lässt die Südsee-Blase grüßen? [dw.com]

    Antworten
  13. 13

    sherina

    131. In welchem Familienverhältnis standen Karl II. und Ludwig XIV.?

    Sie waren Cousins.

    Erst am 14. August wurde Karl mit seiner Familie offiziell vom jungen französischen König Ludwig XIV. und dessen Mutter Anna von Österreich empfangen. Das Treffen war eher distanziert, der 18-jährige Karl konnte mit dem nur zehn Jahre alten König noch nichts anfangen, außerdem sprach Karl kaum Französisch, weshalb sich die beiden Cousins nur schweigend betrachteten. Weitere persönliche Begegnungen mit seinem Cousin Ludwig sind nicht bekannt. Erst als Karl 1660 den Thron bestieg, vertiefte sich die Beziehung. Bis zu Karls Tod sollten sich die beiden als politische Freunde betrachten und einen regen Briefwechsel pflegen.

    (Interessant: Karl II. hinterließ keine legitimen Nachkommen. Er hinterließ eine große Anzahl illegitimer Kinder, die er fast alle offiziell anerkannte und adelte. Seine bekanntesten Nachkommen unserer Zeit sind Diana, Princess of Wales, und Camilla, Duchess of Cornwall.)

    Karl II. (England) [de.wikipedia.org]

    Antworten
    1. 13.1

      N8Waechter

      Richtig, werte Sherina. Und man schaue sich dazu die Vorfahren von Ludwig XIV. an und stelle sich die Frage, zu welchem Anteil dieser eigentlich „Bourbone“ war und wie die sonstigen Anteile seines Stammbaums ausschauen … und was dies bedeutet! 😉

      Ludwig XIV. – Vorfahren [de.wikipedia.org]

    2. 13.2

      Ortrun

      Also hat es bei den Großeltern von Ludwig XIV. mit Maria de‘ Medici kräftig dazwischen gejodelt. Solche Gene wurden auch im Rest des Stammbaumes in anderen Linien verteilt.

      Wie sieht es damit eigentlich bei den Stammbäumen deutscher Fürstenhäuser aus – müsste man mal gründlich untersuchen.

    3. 13.3

      sherina

      Jawoll, das ist mir schon beim „edlen“ Karl II. aufgefallen. Eine so richtig nette Familie. Der gute Karl war ein sehr umtriebiger Gesell. Es wird jetzt auch klarer, warum die „oberen Zehntausend“ alle miteinander verwandt, verschwägert und sonstwie verbandelt sind.

      Die Nachkommen, ob legitim oder illegitim, sind irgendwo auf der Welt gut versorgt in hohen Positionen. Vetternwirtschaft passt hier sehr gut. Schon eigenartig, dass die Familien derart viele kriegerische Auseinandersetzungen miteinander hatten. Das kann nur einer Agenda geschuldet sein. So spinnefeind kann man in der Familie gar nicht miteinander sein, meine Auffassung.

    4. 13.4

      Mohnhoff

      Dazu habe ich mal ein schönes Zitat gehört, weiß leider nicht mehr von wem:

      „Krieg ist, wenn arme Menschen, die einander nicht kennen, sich gegenseitig umbringen, für die Vorteile von reichen Menschen, die alle einander kennen (und untereinander verwandt sind), aber nicht gegenseitig umbringen.“

    5. 13.5

      Ortrun

      Zu diesen Zuständen der Adelsgeschlechter im Umgang miteinander gibt es eine Romanserie: „Die Unseligen Könige“. Band 3, „Die Wölfin von Frankreich“ [amazon.de], hat mich als Heranwachsende schier umgehauen – allein die Methoden, mit denen die sich ins Jenseits befördert haben – unglaublich pervers, diese Klientel.

  14. 14

    sherina

    134. Was war die “Cabal“ unter Karl II.?

    Cabal, eine private Organisation oder Partei mit geheimen Intrigen; auch die Intrigen selbst. In England wurde das Wort im 17. Jahrhundert verwendet, um jedes geheime oder außergesetzliche Konzil des Königs zu beschreiben, besonders das ausländische Komitee des Geheimen Rates. Der Begriff wurde von einer Gruppe von fünf Ministern übernommen, die 1667 von König Charles (Karl) II. (Clifford, Arlington, Buckingham, Ashley Cooper [später Graf von Shaftesbury] und Lauderdale) gewählt wurden, deren Anfangsbuchstaben zufällig Cabal waren. Diese Kabale, die nie in den Zielen und Sympathien ihrer Mitglieder vereinigt war, fiel 1672 auseinander; Shaftesbury wurde sogar einer der schärfsten Gegner Karls II.

    Cabal [britannica.com]

    Das Cabal-Ministerium oder die CABAL bezieht sich auf eine Gruppe von High-Räten von König Charles II. von England, Schottland und Irland von 1668 bis c. 1674.

    Der Begriff „Kabale“ hat in diesem Zusammenhang eine doppelte Bedeutung. Es bezieht sich auf die Tatsache, dass, vielleicht zum ersten Mal in der englischen Geschichte, die tatsächliche Macht in einem königlichen Rat von einer Gruppe von Männern geteilt wurde, einer Kabale, anstatt von einem einzigen „Favoriten“ dominiert zu werden. Der Begriff dient auch als Akronym „CABAL“ für die Namen der fünf Geheimräte (Clifford, Arlington, Buckingham, Ashley-Cooper, und Lauderdale), die der Rat des Ausschusses für auswärtige Angelegenheiten gebildet.

    Über den Ausschuss für auswärtige Angelegenheiten und ihre eigenen Büros konnten die fünf Mitglieder die Regierungspolitik im In- und Ausland steuern. Die Vorstellung einer organisierten Gruppe in der Regierung, im Gegensatz zu einem einzigen königlichen Liebling, der eine klare Macht besaß, wurde von vielen als eine Bedrohung für die Autorität des Thrones angesehen. Andere sahen darin die Macht des Rates oder des Parlaments untergraben, während Buckinghams enge Beziehung zum König die Kabale mit einigen Reformern unbeliebt machte.

    Der Titel „Cabal“ ergab sich aus der Wahrnehmung, dass sie sich in Clarendons Fall und Verfolgung zusammengeschlossen hatten, und in ihrer zunehmend geheimeren Regierungsführung, und wurde durch die Tatsache unterstützt, dass die Anfangsbuchstaben ihrer Namen zu CABAL arrangiert werden konnten als Akronym. Es gab jedoch scharfe ideologische Spaltungen zwischen den fünf, die vom parlamentarischen Idealismus von Ashley bis zum autokratischen Absolutismus von Lauderdale reichten.

    Cabal Ministry [en.wikipedia.org]

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  15. 15

    sherina

    138. Was ist ein stehendes Heer?

    Als stehendes Heer wird im Gegensatz zu erst bei Bedarf aufgestellten Truppen (etwa im Rahmen einer Milizorganisation) ein dauernd unter Waffen stehendes und damit jederzeit einsatzbereites Militär einschließlich der im Reservesystem beurlaubten Verstärkungskräfte bezeichnet.

    Von dem französischen König Karl VII. wurde ein stehendes Heer aufgestellt. Karl wollte damit vor allem verhindern, dass Söldner, die nach dem Ende des Hundertjährigen Kriegs keine Aufgabe mehr hatten, weiterhin plündernd durch das Land zogen und gab ihnen eine Möglichkeit, ihren Lebensunterhalt zu verdienen. In Italien hatte sich das Söldnerwesen im Spätmittelalter als besonders verheerend gezeigt; trotzdem kämpften bis zum Dreißigjährigen Krieg primär Söldnerheere. Die Landsknechte als Berufssoldaten bestritten ihren Lebensunterhalt durch Kriegsdienst, bei ausbleibenden Zahlungen des Kriegsherrn oder als Teil der Bezahlung kam es jedoch häufig zu Plünderungen. An der Spitze standen Obristen, die sich selten zur Gänze mit der politischen Begründung ihres Einsatzes identifizierten.

    Eine Armee, die nur bei Bedarf einberufen wird, ist wesentlich billiger als ein stehendes Heer. Ein stehendes Heer verursacht auch in Friedenszeiten laufende Kosten, da das Personal trainiert und bezahlt sowie die Ausrüstung ständig gewartet und modernisiert werden muss, um die Einsatzbereitschaft und Effektivität der Armee aufrechtzuerhalten. Jedoch ist die Verteidigungsbereitschaft eines stehenden Heeres höher, da eine Mobilisierung in der Regel schneller vonstattengeht als bei Bedarfsheeren. Auch ist der Trainingszustand meist besser.

    Stehendes Heer [de.wikipedia.org]

    Antworten
  16. 16

    Thomas aus Leipzig

    134. Was war die Cabal

    Wir finden dazu im „Conversations-Lexicon oder Hand-Wörterbuch für die gebildeten Stände über die in der gesellschaftlichen Unterhaltung und bei der Lectüre vorkommenden Gegenstände, namen und Begriffen in Beziehung“ … von 1812, Leipzig:

    Cabale: Der mit diesem ausländischen Worte verbundenen Begriff (Ränke, Ränkerei) ist bekannt genug, weniger aber, der Ursprung dieses Wortes. Das berüchtigte Englische Ministerium unter Carl II., welches aus den fünf schändlichen Männern Clifford, Ashley, Buckingham, Arlington und Lauderdale bestand, und deren Anfangsbuchstaben, wenn man sie zusammensetzt, diesen Namen geben, wurde nämlich so genannt.

    Antworten
  17. 17

    EvaMaria

    Gibt es Teil 3 und 4 auch als PDF?

    Herzliche Grüße
    EvaMaria

    Antworten
    1. 17.1

      N8Waechter

      Werte EvaMaria,

      die beiden Teile werde ich morgen als PDF erstellen und entsprechend einbinden. 🙂

      Heil und Segen!
      N8w.

    2. N8Waechter

      Werte EvaMaria,

      hier die vollständige Serie als (vorläufige) PDF-Datei:

      Geld und Glauben (Stand 30. Juli 2018) (1 MB)

      Heil und Segen!
      N8w.

  18. 18

    Eisenhut

    Der große Brand 1666 in London (zu Frage 132):

    Ein kleiner Funke mitten in der Nacht, als alles schläft, löste den Brand aus. Zu dieser Zeit im Spätsommer 1666 hatte es vorher kaum geregnet und in der Stadt war es bereits unerträglich heiß und stickig. Das Feuer wütete vier (!) Tage lang und brannte vor allem die Altstadt von London mit ihren Fachwerkhäusern völlig nieder. Dennoch kamen verhältnismäßig wenig Menschen zu Tode. Viele wurden obdachlos und verloren all ihre Habe. Die mittelalterliche St.Pauls Kathedrale, das Wahrzeichen der Stadt, war nur noch Schutt und Asche!

    Umgehend wurde die Stadt wiederaufgebaut … und bekam ein, dem „Zeitgeist“ entsprechendes, völlig neues Gesicht. Entstanden ist die „City of London“ .

    Abschluß des Wiederaufbaus war die 1711 fertiggestellte St. Pauls Kathedrale mit einer mächtigen, nun barocken Kuppel. Diese prägt bis heute die „Skyline“ der Londoner City.

    Ich wundere mich übrigens seit Jahren schon, daß man die Waldbrände überall in der westlichen Welt, bei der heutigen modernen Technik, nicht unter Kontrolle bekommt. Stattdessen wird stets der Eindruck vermittelt, weil irgendein Dummkopf seine Zigarette in die Landschaft wirft, sei man solchen Ereignissen hilflos ausgeliefert.

    Antworten
    1. 18.1

      sherina

      Im Wald kann man unter anderem Munitionslager verstecken und „irgendjemand“ findet die und lässt sie hochgehen. Aber alles Reiner zu Fall und dann muss der wohl auch ständig rauchen.

    2. 18.2

      Mohnhoff

      Letztes Jahr bei den „Wald“bränden in Kalifornien gab es interessante Bilder, wo man sehen konnte, wie Autos und Häuser in ganzen Straßenzügen kleiner Ortschaften total ausgebrannt waren, die 3 m daneben stehenden Bäume aber völlig intakt und noch grün waren. Ähnliche Bilder gibt es angeblich auch von den diesjährigen Bränden in Griechenland.

      Eine technische Kontrolle durch „jemanden“ scheint also durchaus gegeben zu sein, jedoch sind die Brände wohl erwünscht.

    3. N8Waechter

      Bleibt bitte beim Thema. Danke.

  19. 19

    K510817

    Hallo zusammen,

    zu den Fragen 136/137 habe ich folgendes Büchlein auf archive.org gefunden, welches die wichtigsten Königshäuser mit den Stammbäumen beschreibt!

    Historisch-Genealogische Tafeln der wichtigsten Regentenhäuser in dem Mittelalter und in der neueren Zeit“ Dr. Franz Fiedler 1834.

    Unter Pkt. XXIII. zur Geschichte des spanischen Erbfolgekrieges von 1700-1714, PDF Seite 33.

    Antworten
    1. 19.1

      N8Waechter

      Danke!

  20. 20

    N8Waechter

    So, ich bin jetzt dann mit den Kommentaren auf dem Laufenden und die Frage-/Antwort-Seite ist nun ebenfalls auf dem aktuellen Stand. Aufrichtigen Dank an alle Sucher und Finder! … und weiter geht es. 😉

    Antworten
  21. 21

    K510817

    Wie aus den geneologischen Tafeln ersichtlich, kommt Heinrich IV. – König von Frankreich – dem Hause Bourbon/Navarra! Auf ihn wurden 17 Anschläge verrichtet, 1610 klappte dann der 18. Versuch.

    Die Welt (Kultur) schreibt am 13.07.2007 dazu:

    „Frankreich war Anfang des 17. Jahrhunderts ein konsolidierter Staat. Nach jahrzehntelangem opferreichem Religionskrieg hatte König Heinrich IV. durch eine tolerante Innenpolitik das Land geeint und wirtschaftlich gestärkt. Jeder Bauer, so der König, solle sonntags „sein Huhn im Kochtopf“ haben. Nun begann ein Phänomen, das sich öfter in Frankreichs Geschichte zeigt: Immer wenn eine Revolution oder einen Bürgerkrieg überstanden waren, richtete sich die Aggressivität des Staates nach außen.

    Als Betätigungsfeld bot sich das Deutsche Reich an, wo die religiösen Gegensätze besonders hart aufeinanderprallten. Die evangelischen Fürsten hatten sich 1608 zur „Union“ zusammengeschlossen, um ihre Interessen durchzusetzen. Als Gegenbewegung gründeten 1609 die katholischen Fürsten um Kaiser Rudolf II. die „Liga“. In dieser brisanten Situation starb Ende März 1609 Herzog Johann Wilhelm von Jülich-Kleve in Düsseldorf. Sein etwa 7.000 Quadratkilometer großes Territorium am Niederrhein besaß große strategische Bedeutung, weshalb sofort ein Streit losbrach.

    Johann Wilhelm war kinderlos gestorben, hinterließ aber vier verheiratete Schwestern, deren Ehemänner und Anverwandten ihre Ansprüche geltend machten. An der Spitze standen Kurfürst Johann Sigismund von Brandenburg und Pfalzgraf Philipp von Neuburg. Beide gehörten zur evangelischen „Union“. Die Ausweitung der kaiserlichen Macht stieß auf Widerstand

    Kaiser Rudolf II. handelte entgegen seinem Naturell diesmal ohne Zögern. Er ließ Truppen aus den Spanischen Niederlanden (etwa das heutige Belgien) nach Jülich-Kleve einmarschieren und erklärte das Land zum kaiserlichen Eigentum. Formell war der Habsburger damit im Recht, denn ein Land, dessen Fürst ohne Erben gestorben war, fiel als „erledigtes Lehen“ an den Kaiser zurück.

    Der Brandenburger und der Pfalzgraf wollten sich damit natürlich nicht abfinden. König Heinrich IV., dem eine Ausweitung der kaiserlichen Macht am Rhein nicht ins Konzept passte, bot der „Union“ militärischen Beistand an. Dabei steuerte er zielbewusst auf einen gesamteuropäischen Konflikt hin, denn Frankreichs Diplomaten verhandelten nicht nur mit den evangelischen Fürsten Deutschlands, sondern auch mit England und den Niederlanden, die das Habsburgerreich von Norden angreifen sollten, während der Herzog von Savoyen die Rolle des Angreifers von Italien aus übernahm.

    Heinrichs Kanzler und Freund Maximilien de Sully begann im Winter 1609/10 mit großangelegten Rüstungen. 6.000 Söldner aus der Schweiz wurden angeworben, 2.000 Mann kamen aus Piemont; in Frankreich hob Sully weitere 20.000 Soldaten aus. Im Frühjahr 1610 sollte das Heer marschbereit sein. Anfang Mai 1610 rollte bereits der gesamte Artilleriepark aus den Pariser Arsenalen Richtung Rhein. Am 17. wollte König Heinrich IV. zur Hauptarmee nach Chalons an der Marne abreisen, um den Oberbefehl zu übernehmen. Ein Zufall verhinderte das …“

    Das 18. Attentat auf Heinrich IV. und die Folgen [welt.de]

    Reiner Zufall soll der katholische Fanatiker François Ravaillac gewesen sein!?

    Antworten
  22. 22

    sherina

    140. Warum lautete der Titel Friedrich I. “König in Preußen“?

    Die einschränkende Titulatur „in Preußen“ war notwendig, weil die Bezeichnung „König von Preußen“ als Herrschaftsanspruch auf das gesamte preußische Gebiet verstanden worden wäre. Da Ermland und westliches Preußen (Pommerellen) damals aber noch unter der Oberhoheit der polnischen Krone waren, hätte dies Konflikte mit dem Nachbarland heraufbeschworen, dessen Herrscher noch bis 1742 den Titel eines „Königs von Preußen“ beanspruchten. Seit 1701 bürgerte sich aber im allgemeinen deutschen Sprachgebrauch allmählich die Landesbezeichnung Königreich Preußen für alle von den Hohenzollern regierten Gebiete ein – ob innerhalb oder außerhalb des Heiligen Römischen Reiches gelegen. Zentren des Hohenzollernstaates blieben die Hauptstadt Berlin und die Sommerresidenz Potsdam. Alle Königskrönungen fanden jedoch traditionsgemäß in Königsberg statt.

    Preußen [de.wikipedia.org]

    Antworten
  23. 23

    Portem

    Zu 149:

    1701 wurde der „act of settlement“ erlassen. Da es sich abzeichnete, dass die prostestantische Queen Anne Stuart (1665-1714) keine Nachkommen mehr bekommen könnte, bestimmte das Parlament folgende Regelung: Die Krone fällt auf den letzten protestantischen Erben der Stuartseite. In diesem Fall auf Sophie von Hannover.

    Sie war das letzte Kind der Elisabeth Stuart, einer Tochter von Jakob Stuart, oder James I. Sollte einer aus dieser Linie katholisch werden, kann er die Krone nicht tragen. Auch der Ehepartner muss protestantisch sein, sonst wird er aus der Thronfolge ausgeschlossen. Sophie von Hannover (1630-1714) starb drei Monate vor Queen Anne und so trat Georg Ludwig (1660 – 1726) ihr Sohn die Thronfolge als Georg I. an.

    Der Herrscher in Großbritannien regierte nicht mehr absolutistischen, sondern durch Parlamentsbeschluss. Das Königtum oder die Thronfolge war nicht mehr von Gott gegeben, sondern vom Parlament bestimmt. Im Jahr 2015 wurde dieses Gesetz abgeändert, da nun auch nur noch die ersten sechs der Thronfolge protestantische Partner heiraten müssen. Dieser „act of settlement“ wurde vom Parlament erlassen, da es im 17. Jahrhundert aufgrund von katholischen Königen oder auch Ehepartnern zu Streit, Unruhen und Revolten kam. Das englische Volk wollte keinen Bürgerkrieg, sondern eine stabile Regierung.

    Siehe auch: Act of Settlement [de.wikipedia.org]

    Antworten
    1. 23.1

      kph

      Werte Portem,

      die Antwort unter #23 passt doch eigentlich zur Frage:

      „148. Wer übernahm im 18. Jahrhundert die Herrschaft in Großbritannien?“

      und nicht zu:

      „149. Welche Auswirkungen hatte dies auf die europäische Machtstruktur?“

      kph

    2. N8Waechter

      Werter kph,

      alles hängt mit allem zusammen. Insofern passt das schon. 😉

      Heil und Segen!
      N8w.

    3. 23.2

      kph

      Werter N8Waechter,

      ich hatte mich eigentlich mit der Frage: „152. Welche Auswirkungen hatten die Börsengeschäfte Anfang des 18. Jahrhunderts auf die Besitzverhältnisse in den Kolonien?“ beschäftigt. Leider bin ich da im Weltennetz nicht fündig geworden.

      Da die Frage 149 danach kommt, wie bei der 148, hatte ich versucht das Ding von „hinten“ anzugehen. Dann fand ich noch den Hinweis im Kommentar: „Es geht um die Auswirkungen der Börsengeschäfte, nicht nur in Übersee, sondern auch in Europa“. Jetzt stecke ich im Knäuel und habe den Faden verloren. Ich kann jetzt nur Vermutungen anstellen um hier weiter zu kommen. Nicht alles hat mit der Börse zu tun.

      Frage 152: Der Pariser Frieden von 1763 besiegelte das Ende der französischen Kolonialherrschaft in Nordamerika östlich des Mississippi. Der Krieg war daher von großer Bedeutung für die Geschichte Kanadas, aber auch für die Entstehung der USA.

      Durch die Börsen wurden große Mengen Gelder eingesammelt. Es ist dadurch viel Kapital für weitere Investitionen gebündelt worden. Dies führte zur weiteren Industrialisierung des Landes. Ein wichtiges Beispiel dafür ist der Kanalbau während der Zeit gewesen. Geld aus Frankreich wurde hier auch vor der französischen Revolution in Sicherheit gebracht. Es war der Beginn der Industriellen Revolution in England. Dazu sind später noch bahnbrechende Erfindungen, wie die Dampfmaschine gekommen und daraus die Revolutionierung des Verkehrswesen, mit der Eisenbahn.

      kph

  24. 24

    Siegfried Hermann

    Zu Wiki: Gerade die deutschsprachige Seite sollte man mit Vorsicht genießen.

    Deutsche Geschichte, insbesondere die des III. Reiches und WK-II trieft nur so von perfider Lüge und Verdrehungen. Schaltet einfach mal auf „amerikanisch“ um. Da steht dann oft sinngemäß ganz was anderes.

    Beispiel: „Überfall auf …“, oder den Komplex um Werner v. Braun. In Swinemünde wird nur von ganz „pösen Nazis“ lamentiert, die haufenweise unschuldige Kriegsgefangene auf dem Gewissen haben und im Nu mutiert er beim US-Weltraumprogramm zum „everybody’s Liebling“. Dass quasi das komplette Entwicklerteam von Swindemünde übergelaufen ist, wird wohl weislich verschwiegen.

    Und ob nun die Gruppe um v. Braun am Apolloprogramm gearbeitet hat, deren „Abfallprodukt“ die ersten US-Interkontinetalraketen waren, sondern eher umgekehrt (!), sollte auch jeden normal denkenden Menschen klar sein.

    Fazit: Also, bitte nicht einfach „copy & paste und durch“.

    Und einfach so mal am Rande:

    Heute im Bundesherold:

    Polens Autoindustrie erlebt einen Riesen-Boom [bild.de]

    Was für uns interessant sein sollte, nicht das übliche Subventions-Geschacher, sondern, die eigentliche Meldung ist, dass deutsche und japanische Firmen in Ost-Deutschland investieren und nicht an der weißrussische Grenze und dass die deutschen Städte, wenn auch erst in Klammern, genannt (wieder) werden.

    Das ist schlicht neu und in linksfaschistischen Zensurzeiten geradezu sensationell. Wer hat da wohl im Hintergrund die Finger im Spiel und die Macht dazu, diesen erbärmlichen axxkxx-Merkelstan-Blatt solche Vorgaben zu machen!? Steve Bannon, oder doch die RD!?

    Antworten
    1. 24.1

      N8Waechter

      „deren „Abfallprodukt“ die ersten US-Interkontinetalraketen waren“

      Nur der Sicherheit halber, da möglicherweise missverständlich: Das Atlas-Programm der Amis war offiziell im Jahr 1959 soweit, Sprengköpfe interkontinental zu tragen. Die Technik basierte hauptsächlich auf der V2 und war entsprechend weiterentwickelt worden.

      Und was Wikipedia angeht: Ja, je näher wir in der Zeitgeschichte kommen, umso kritischer muss der angebotene Inhalt gesehen werden. Doch haben Magnus und ich explizit darauf hingewiesen, dass wir hier der „zeitgenössischen Geschichtsschreibung“ folgen und dort findet sich reichlich Material, welches sich sinnvoll miteinander verknüpfen lässt und die heutigen Zustände in einer Weise erklärt, wie sie bisher von kaum jemandem in Verbindung gebracht wurden. 😉

      Heil und Segen!
      N8w.

  25. 25

    Torsten

    Werte N8waechter-Gemeinde!

    Unsere Wurzeln sitzen sehr viel tiefer:

    Arkona und Swetowit [YT]

    Heil und Segen!

    Antworten
  26. 26

    sherina

    133. Was ist die City of London Corporation?

    Die City of London Corporation, früher Corporation of London, ist die Gebietskörperschaft der City of London in London.

    Im britischen Parlament ist die Corporation seit Elisabeth I. durch ihren Remembrancer vertreten, der dem vorsitzenden Speaker gegenübersitzt. Die Corporation verkörpert das Gemeinwesen einer freien Stadt, die nicht der Steuer des Vereinigten Königreichs unterliegt und als die größte Steueroase der Welt gilt.

    Formal gibt es die Kommune seit dem Jahr 1191. Ihre erste belegte und umfassende Freistellung ist älter und stammt von Henry I. Schon als Wilhelm der Eroberer allen steuerbaren Besitz im Domesday Book erfassen ließ, blieb die City of London ausgenommen.

    Die Corporation wird geleitet vom Lord Mayor of London, dem Court of Aldermen (Versammlung der Ratsherren) und dem Court of Common Council (Rat der Einwohner). Sie hat keine Kontrolle über Middle Temple und Inner Temple, zwei rechtlich eigenständige Enklaven in der City.

    City of London Corporation [de.wikipedia.org]

    Die City of London Corporation untersteht mit dem lokalen Lord Mayor of London direkt dem britischen Monarchen und verfügt in mittelalterlicher Tradition über einige seit Jahrhunderten bestehende Ämter sowie über weitreichendere Befugnisse als gewöhnliche Bezirke, wie z.B. Steuerfreiheit vom Vereinigten Königreich und die von Greater London unabhängige City of London Police.

    Die City of London hat einen besonderen politischen Status. Grund dafür sind die von der Krone über die Jahrhunderte verliehenen Privilegien, die bisher nicht aufgehoben oder grundlegend revidiert wurden. Die City wird durch die City of London Corporation verwaltet. Die Corporation betreibt den City Bridge Trust, der den Unterhalt von fünf wichtigen Brücken übernimmt.

    City of London [de.wikipedia.org]

    Kaum jemand weiß, dass die City of London — der größte Finanzhandelsplatz der Welt — exterritoriales Gebiet ist und nicht zu Großbritannien gehört. Wenn die Queen die City of London — im Volksmund „Square Mile” (Quadratmeile) genannt — betreten möchte, muss sie sich wie bei einem Staatsbesuch anmelden. An der Grenze der Quadratmeile, wird sie vom Lord Mayor, dem Oberhaupt der City, empfangen.

    Britische Gesetze greifen in der City nicht, die City of London Corporation hat eine eigene Staatlichkeit, eigene Gesetze und überwacht sich selbst. Ihre Manager handeln mit Wertpapieren und Devisen über alle Grenzen hinweg, aber kein Gericht kann sie belangen und keine Regierung ihre Geschäfte kontrollieren.

    Die Tempel der Macht – City of London Corporation [pravda-tv.com]

    Die City strich unvorstellbare Gewinne aus ihren Unternehmungen ein, die unter dem Schutz der englischen Streitkräfte ausgeführt wurden. Diese gehörten nicht zum englischen Handel und englischen Wohlstand. Sie waren der Handel der Krone und der Wohlstand der Krone. Die “International Bankers”, reiche Kaufleute und die englische Aristokratie, die zum Apparat der »City« gehörten, häuften Reichtümer auf Reichtümer, mit denen sie Prestige und Ansehen in der englischen Gesellschaft im großen Stil erwarben.

    Es war David Lloyd George, ein zukünftiger Premier Englands, der die Machtstellung der City und ihre totale Verachtung für die »Armseligen«, die nicht zu ihrem »Club« gehörten, hervorhob. In einer Rede aus dem Jahr 1910 sagte er:

    »Wir betreiben den Großteil der Geschäfte der Welt. Wir führen mehr internationalen Handel – wahrscheinlich zehnmal mehr – als Deutschland. Deutschland führt überwiegend seinen eigenen Handel. Der internationale Handel gehört uns. Nun, wir machen nichts umsonst. Tatsächlich bringt unsere Schifffahrt uns jährlich mehr als hundert Millionen Pfund ein, die zum größten Teil von diesen armseligen Ausländern bezahlt werden. Ich besteuere den Ausländer so gut ich nur kann. Sie haben hier vermutlich schon viel über die Ausfuhr von Kapital ins Ausland gehört. Es gibt keinen anderen Weg, auf dem der Ausländer noch mehr bezahlen müsste … dadurch stecken wir den Ausländer auf vierfache Weise in die Tasche. Die erste überlassen wir Baron Rothschild …« (Better Times, erschienen 1910).

    Die sichtbaren Führer der City of London sind Marionetten von Rothschild & Co. [pravda.tv.com]

    Antworten
    1. 26.1

      Der Forscher

      „Mir ist egal, welche Marionette auf dem Thron von England für die Verwaltung eines Imperiums sitzt, wo die Sonne nie untergeht. Der Mann, der die britische Geldmenge kontrolliert, steuert das Britische Imperium, und ich kontrolliere die Britische Geldmenge.” (Amschel Mayer von Rothschild, deutscher Adliger und Bankier, 1744 – 1812)

      „Gib mir die Kontrolle über das Geld einer Nation und es interessiert mich nicht, wer dessen Gesetze macht.” (Amschel Mayer von Rothschild, deutscher Adliger und Bankier, 1744 – 1812)

      Das Kommando über die Freimaurerlogen weltweit wurde von Adam Weishaupts/Mayer Amschel Rothschilds Illuminaten auf dem Wilhelmsbader Kongress im Jahre 1781 übernommen.

  27. 27

    Portem

    Zu 94:

    Die zweite Bulle trug den gleichen Namen wie die vorhergehende Schenkungsbulle und wird genauer als Inter caetera II bezeichnet. Sie wurde zwar am 28. Juni 1493 erlassen, aber auf den 4. Mai 1493 rückdatiert. Zu den inhaltlichen Wiederholungen der ersten Bulle führte der Papst nun eine zweihundert Meilen westlich der Azoren und Kapverden vom Nord- zum Südpol festgelegte Trennzone ein (siehe Bild). Diese Bulle erhielt nun einen päpstlichen Entdeckungsauftrag, der aber für andere Staaten durch den spanischen König genehmigt werden musste. Bei einer Missachtung kündigte der Papst einen automatischen Kirchenbann an.

    Hierzu gehört auch:

    Der Vertrag von Tordesillas (span.: Tratado de Tordesillas, port.: Tratado de Tordesilhas) wurde 1494 zwischen den damals vorherrschenden Seemächten Portugal einerseits und Spanien (genauer: dem Königreich Kastilien sowie der Krone von Aragonien) andererseits in Tordesillas geschlossen. Er sollte eine bewaffnete Konfrontation zwischen diesen beiden Mächten verhindern, indem er die Welt in eine portugiesische und eine spanische Hälfte aufteilte.

    Bereits 1493 hatte Papst Alexander VI. in der päpstlichen Bulle Inter caetera eine Grenzlinie zur Einteilung der beiden Hoheitsgebiete gezogen, die vom Nordpol zum Südpol durch den Atlantischen Ozean verlief. Im Vertrag von Tordesillas wurde diese Grenzlinie weiter nach Westen verschoben.

    Andere große Seemächte wie England und Frankreich erkannten den Vertrag nicht an. Der Vertrag von Tordesillas ist ein Beispiel für ein Rechtsgeschäft zu Lasten Dritter: Weder die Interessen der Menschen der aufgeteilten Länder (also der Ureinwohner) waren einbezogen noch die Interessen derjenigen Länder, die ebenso wie Spanien und Portugal zu Eroberungen befähigt waren.

    1750 wurde die inzwischen durch die Realitäten ohnehin gegenstandslos gewordene Demarkationslinie durch den Vertrag von Madrid aufgehoben.

    Dudum Siquidem (Alexander VI.) [de.wikipedia.org]

    Antworten
  28. 28

    Portem

    Zu 124:

    Die Brandenburgisch-Afrikanische Compagnie (BAC), ab 1692 „Brandenburgisch-Afrikanische-Amerikanische Compagnie“ (BAAC), war ein brandenburgisch-preußisches Unternehmen, dessen Zweck der Überseehandel mit Westafrika war. Sie nahm am damaligen Dreieckshandel zwischen Europa, Afrika und Amerika teil und handelte unter anderem mit Sklaven. Der Heimathafen war Emden, dazu besaß sie Stützpunkte in Westafrika (u.a. die Kolonie Groß Friedrichsburg) und in der Karibik.

    Die Gründung 1682 unter dem Kurfürsten Friedrich Wilhelm hing eng mit dem Wirken des in brandenburgischen Diensten stehenden Holländers Raule und der forcierten Entwicklung der kurbrandenburgischen Marine zusammen. Die Handelskompanie gilt außerdem als erste deutsche Aktiengesellschaft. Der Kurfürst stellte nur die Besatzung und seine Flagge zur Verfügung. Alles andere stellte der Holländer Raule zur Verfügung. Das Risiko trug also ein privates Unternehmen.

    Die Kompanie wurde 1711 durch den preußischen König Friedrich I. aufgelöst.

    Der Plan einer Kompanie scheiterte, da es an Geld fehlte, es gab in Brandenburg eine schlechte Infrastruktur, der Absatzmarkt für die teuren Waren war nicht vorhanden (wenige wohlhabende Mittelschicht) und die Kompanie siedelte in Amerika keine Plantagenbesitzer an, die wiederum Waren produzierten für Brandenburg. Aus Geldmangel kam es dann zur Auflösung der Kompanie.

    Das Königreich Preußen war hoch verschuldet. Erst durch den Nachfolger König Friedrich Wilhelm I., Regierungszeit 1713-1740, erholte sich Preußen und wurde durch zahlreiche Reformen und einem straffen Sparprogramm zu dem Preußen, dass wir aus den Schulbüchern kennen. Typisch deutsche Tugenden Pünktlichkeit, Fleiß, Sparsamkeit, Gehorsam usw.

    Dieser Soldatenkönig schaffte es, Preußen nochmals neu zu erfinden. Er war ein Workoholik, besessen von einem starken Preußen und er hielt die zahlreichen Gebiete unter preußischen Flagge unter strenger Verwaltung. Der König hatte keine Ambitionen eine neue Kompanie zu gründen. Er erhob hohe Einfuhrsteuern und belebte und förderte den eigenen Handel und Produktion von Handelsgütern. Da passte eine neue Kompanie nicht mehr ins Konzept.

    Brandenburgisch-Afrikanische Compagnie [de.wikipedia.org]

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  29. 29

    Sailor

    124. Welche Rolle spielte die Brandenburgisch-Afrikanische Compagnie?

    Die von dem Kurfürsten Friedrich Wilhelm gegründete Handelskompanie gilt als erste deutsche Aktiengesellschaft.

    Friedrich Wilhelm, Kurfürst von Brandenburg-Preußen verbrachte einen Teil seiner frühen Jahre, auch Lehrzeit genannt, während des 30-jährigen Krieges am Hof des Statthalters Friedrich Heinrich von Oranien, einem Onkel seiner Mutter, in den Niederlanden.

    Die während dieses insgesamt vier Jahre währenden Aufenthaltes gewonnenen Erfahrungen übten einen großen Einfluss auf den jungen Prinzen und auf die Handlungen des späteren Kurfürsten von Brandenburg aus, da er in den Niederlanden ein hochentwickeltes Staatswesen und eine Handelsmacht vorfand, was für das verarmte Brandenburg in vielem als Vorbild dienen sollte.

    Friedrich Wilhelm (Brandenburg) – Lehrjahre in Holland_(1634%E2%80%931638) [de.wikipedia.org]

    Die Gründung der Brandenburgisch-Afrikanische Compagnie 1682 unter Friedrich Wilhelm hing eng mit dem Wirken des in brandenburgischen Diensten stehenden Holländers Raule und der forcierten Entwicklung der kurbrandenburgischen Marine zusammen.

    Zur Finanzierung des Aufbaus eines stehenden Heeres als Fundament für eine eigenständige Außenpolitik erreichte der Kurfürst nach langen Verhandlungen während der Landtage (Ständeversammlungen) 1653 die Zusage der Stände, vom Landadel und von den Städten.

    Brandenburgisch-Afrikanische Compagnie – Gründung der Gesellschaft 1682 [de.wikipedia.org]

    P.S.: Danke werte Portem (28), wir waren fast zeitgleich in Brandenburg unterwegs. 😉
    Werter N8w, bitte entscheide Du, ob dieser Kommentar nun noch sinnvoll ist.

    Antworten
  30. 30

    Sailor

    125. Wo liegen die Ursprünge des Englischen Parlaments?

    Die Ursprünge des englischen Parlaments sind auf das angelsächsische Witenagemot zurückzuführen, einer Ratsversammlung von führenden Männern.

    Englisches Parlament – Geschichte [de.wikipedia.org]

    Der Begriff Witenagemot bezeichnet Ratsversammlungen geistlicher und weltlicher Würdenträger, die etwa vom 7. bis zum 11. Jahrhundert in den angelsächsischen Kleinkönigreichen und nach der Einigung Englands auch auf Reichsebene existierten. Dieses Treffen hatte sich aus der germanischen Volks- und Gerichtsversammlung Thing entwickelt und vereinte die mächtigsten geistlichen und weltlichen Würdenträger.

    Witenagemot [de.wikipedia.org]

    Antworten
  31. 31

    Thorson

    Herzlichen Dank an die vielen Kommentatoren, auch an Magnus und den N8wächter für ihre unermüdliche Arbeit.

    Sobald ich wieder etwas Zeit habe, beteilige ich mich wieder mehr.

    Heil und Segen
    auf all unseren Wegen

    Antworten
  32. 32

    Sailor

    126. Was änderte sich durch die englischen Bürgerkriege in der Innenpolitik Englands?

    Zeitweilige Abschaffung der Monarchie und die Errichtung einer Republik in England.

    Der Englische Bürgerkrieg (English Civil War) wurde von 1642 bis 1649 zwischen den Anhängern König Karls I. von England und jenen des englischen Parlaments ausgetragen. In ihm entluden sich nicht nur die Spannungen zwischen dem absolutistisch gesinnten König und dem Unterhaus, sondern auch die Gegensätze zwischen Anglikanern, Puritanern, Presbyterianern und Katholiken.

    Englischer Bürgerkrieg [de.wikipedia.org]

    Wenige Wochen nach der Hinrichtung von Karl I., erklärte das Unterhaus England zur Republik, auch Commonwealth of England genannt. Die Republik oder Commonwealth of England, wurde von Oliver Cromwell unter dem Titel eines Lordprotektors bis zu dessen Tod 1658 regiert.

    Karl I. (England) – Zweiter Bürgerkrieg und Hinrichtung [de.wikipedia.org]

    Antworten
    1. 32.1

      N8Waechter

      Danke, werter Sailor. Darüber hinaus änderte sich auch die Monarchieform zu was?

    2. 32.2

      Sailor

      32.1: Zitat N8w: „Darüber hinaus änderte sich auch die Monarchieform zu was?“

      Nach der Monarchie von Karl I. wurde die Republik oder Commonwealth of England ausgerufen. Die Monarchie wurde erst 1660, 2 Jahre nach Cromwells Tod wieder hergestellt. Das englische Parlament verlieh Karl II. die Königswürde. sic.!

      Die Wiederherstellung der Monarchie (Restauration) wurde zu einer der bedeutenden Epochen Englands und Karl II. gilt als letzter englischer König, der eine absolute Monarchie ins Leben rief und charismatisch über sein Land herrschte.

      Karl II. (England) – Wiederherstellung der Monarchie und Herrschaft [de.wikipedia.org]

    3. N8Waechter

      Sehr gut. Schlussfolgerung?

    4. 32.3

      kph

      Das englische Parlament verlieh Karl II. im Mai 1660 die Königswürde. An seinem dreißigsten Geburtstag, dem 29. Mai 1660, zog er in einer umjubelten Prozession in London ein. Die Wiederherstellung der Monarchie (Restauration) wurde zu einer der bedeutenden Epochen Englands und Karl II.

      Karl II. (England) – Wiederherstellung der Monarchie und Herrschaft [de.wikipedia.org]

      Die Staatsform der Republik, hatte sich wohl nicht bewährt, so dass wieder zur Monarchie übergegangen worden ist.

      kph

    5. N8Waechter

      Glorious Revolution [de.wikipedia.org]
      Bill of Rights (England) [de.wikipedia.org]

    6. 32.4

      kph

      Danke! Alles recht komplex, da soll es nur einen Faden geben?

    7. N8Waechter

      😉

    8. 32.5

      kph

      Hier möchte ich die Antwort von Sailor #32 noch um die Hinweise ergänzen:

      126. Was änderte sich durch die englischen Bürgerkriege in der Innenpolitik Englands?

      In der Glorious Revolution – der Glorreichen Revolution – von 1688/1689 entschieden die Gegner des königlichen Absolutismus in England den seit Beginn des 17. Jahrhunderts geführten Machtkampf mit dem Stuartkönigtum endgültig zu ihren Gunsten. Sie schufen mit der Durchsetzung der Bill of Rights die Grundlage für das heutige parlamentarische Regierungssystem im Vereinigten Königreich. Seit der Revolution ist dort der König nicht mehr allein, sondern nur in Verbindung mit dem Parlament (King-in-parliament) Träger der Staatssouveränität.

      Mit der Revolution endete die Politik religiöser Toleranz, die König Jakob II. von England, der selbst zum Katholizismus konvertiert war, gegenüber Katholiken betrieben hatte. Während die protestantischen Dissenters mit der Toleranzakte Glaubensfreiheit zugesichert bekamen, galten für die Katholiken nach der Revolution für über ein Jahrhundert diskriminierende Regelungen.

      Nach dem Sturz des katholischen Monarchen bestieg Wilhelm III. von Oranien, Jakobs Neffe und Schwiegersohn, gemeinsam mit Jakobs protestantischer Tochter Maria II. den Thron. Bereits die Zeitgenossen verwendeten die Bezeichnung Glorreiche Revolution in bewusstem Gegensatz zu den Wirren des Englischen Bürgerkriegs, der mit der Hinrichtung König Karls I. und der Errichtung einer Republik unter Oliver Cromwell geendet hatte.

      Man war der Auffassung, dass der vergleichsweise unblutige Umsturz von 1688/1689 auch deshalb von Erfolg gekrönt war, weil ihn die „Gloriole“ eines neuen Königtums umstrahlt habe.

      Glorious Revolution [de.wikipedia.org]

      Die Bill of Rights aus dem Jahr 1689 regelt die Rechte des britischen Parlaments gegenüber dem Königtum und gilt als eines der grundlegenden Dokumente des Parlamentarismus. Das Gesetz wurde am 16. Dezember 1689 vom Parlament verabschiedet. Durch den hohen Rang der Bill of Rights hat in diesem Falle der juristische Terminus „bill“ nicht mehr die geringere Bedeutung von „Gesetzentwurf“; er wurde vielmehr auch in den USA für ein grundlegendes Gesetzgebungswerk verwendet.

      Die Bestätigung als Bill of Rights durch Wilhelm III. und Maria II., die erst im Frühjahr durch die Glorious Revolution auf den englischen Thron gelangt waren, bildete den Schlusspunkt einer jahrzehntelangen Auseinandersetzung zwischen Monarchie und Parlament, in der letzteres seine Interessen weitgehend durchsetzte. Nach der Bill of Rights musste der König das Parlament in regelmäßigen Abständen einberufen und benötigte dessen Zustimmung zur Erhebung von Steuern und Abgaben, zur Anwendung der Folter sowie zum Unterhalt eines stehenden Heeres in Friedenszeiten. Darüber hinaus begründete das Gesetz die Immunität der Parlamentsabgeordneten: Sie genossen völlige Redefreiheit im Unterhaus und mussten sich für Vergehen künftig nur noch vor diesem selbst, aber nicht mehr vor dem König oder seinen Gerichten verantworten.

      Bill of Rights (England) [de.wikipedia.org]

      kph

  33. 33

    Sailor

    127. Inwiefern hatten diese Veränderungen Einfluss auf die Ausgestaltung der Anglikanischen Kirche?

    1549 erschien erstmalig das Buch des gemeinsamen Gebetes, Book of Common Prayer, das sich an der „Uniformitätsakte“ orientierte.

    Uniformitätsakte ist ein vom englischen Parlament erlassenes Gesetz. In ihm wurde eine allgemein verbindliche Form des Gottesdienstes innerhalb der Church of England festgelegt. Das Gesetz galt für alle Engländer, Abweichungen wurden bestraft. In der Gründungsphase der anglikanischen Kirche wurden vier Uniformitätsakten beschlossen.

    Zum Teil erheblich überarbeitete Ausgaben erschienen 1552, 1559, 1604 und 1662. Das Buch wurde in den Uniformitätsakten mehrmals als verbindlich festgelegt. Erst 1980 wurde das „Alternative Service Book“ für den Gebrauch neben der 1662er Ausgabe in der Church of England autorisiert.

    Book of Common Prayer [de.wikipedia.org]

    – – –

    Das war es für heute. 🙂

    Mein Dank geht an den werten Magnus und den werten Nachtwächter für einen weiteren exzellenten Beitrag, ebenso an die werten Kommentatoren. 🙂

    Antworten
  34. 34

    Erenion

    143. Welche Folgen hatte der Große Nordische Krieg?

    Die Geschichte des Großen Nordischen Krieges ist zu lang um sie hier nochmals niederzuschreiben. Wer will kann sich z.B. hier über die Ereignisse informieren:

    Großer Nordischer Krieg [de.wikipedia.org]

    Die wesentlichen Folgen sind meiner bescheidenen Meinung nach:

    – der Niedergang Schwedens als Großmacht im Norden
    – der Niedergang Polens und die Schaffung der Voraussetzungen für die spätere Teilung
    – der Aufstieg Russlands zur Großmacht und damit die Voraussetzung für die spätere Weltmacht
    – der Aufstieg Preußens und damit eine wesentliche Voraussetzung für die spätere „kleindeutsche Lösung“ der deutschen Einheit von 1871
    – und letztlich, eine entscheidende Schwächung des Einflusses des Papstes auf den Osten Europas

    Es liegt die Vermutung nahe das es zu den Zielen der aktuellen Politik der EU gehört, die Ergebnisse des Großen Nordischen Krieges zu Nichte zu machen und den Vorzustand wieder zu restaurieren.

    Antworten
  35. 35

    Kleiner Eisbär

    Einige Anmerkungen zum historischen Hintergrund des zweiten Weltkrieges:

    „Unsere einzige Absicht ist es zu zeigen, wie Englands historische Entwicklung zu dem schicksalhaften und fatalen Schritt beitrug, den seine Regierung am 3. September 1939 unternahm [Britanniens Kriegserklärung gegen Deutschland].

    Es liegt eine gewisse dramatische Ironie in Mr. Chamberlains Wahl des Datums. Denn der 3. September war das Datum von Oliver Cromwells Geburt und auch seines Todes. Und wieviel das England von heute Cromwell verdankt, wird von sehr wenigen gewürdigt. Diese grobe, harte, hässliche, selbstgerechte Gestalt hat immer noch ihre Bewunderer. …“

    Historischer Hintergrund zum Zweiten Weltkrieg [morgenwacht.wordpress.com]

    Antworten
    1. 35.1

      sherina

      Oliver Cromwell (* 25. April 1599 in Huntingdon; † 3. September 1658 in Westminster)

      Oliver Cromwell [de.wikipedia.org]

    2. 35.2

      Texmex

      Das ist so nicht richtig. Folgen wir dem Geld, dann ist der WK auf das unbedingte Verhindern der Brechung der Zinsknechtschaft zurückzuführen. Natürlich mit allerlei Hokus Pokus verschleiert. Gottfried Feder lesen! Nicht nur das Parteiprogramm der NSdAP, sondern auch seine anderen Schriften. Schweift aber hier vom Thema ab.

      @Erenion 34.:

      Auch das ist man nicht richtig. Schweden ist gefährdeter als andere von der Invasion betroffene Länder, Polen führt im Augenblick eine Politik, die deren Auflösung, ohne 3-Teilung zur Folge haben kann (wird). Russland als Juniorpartner der SCO ist nicht wirklich angreifbar.

      Bleibt das Wirtschaftsgebiet der BRvD-GmbH. Nochmals, folge dem Geld!

      @Sherina 10:

      Wer war John Law?

      Kleine Ergänzung: Janet Gleeson hat ein Buch geschrieben, „Der Mann, der das Geld erfand“. (2001 deutschsprachige Ausgabe\Goldmann)

      Stimmt so zwar nicht, aber John Laws Leben und Finanzakrobatien werden gut dokumentiert. Allein die Bibliographie umfasst 4 Seiten. Die Zusammenstellung der Quellen 12 Seiten.

      Der Mississippi-Schwindel als Nachfolger der Tulpenzwiebel-Hysterie legte den Grundstein für alle weiteren Großbetrügereien danach. Bis heute.
      Außerdem geht auf John Law die Spekulation in Kunstobjekten zurück.

  36. 36

    sherina

    135. Welche Folgen hatte die “Glorious Revolution“?

    In der Glorious Revolution – der Glorreichen Revolution – von 1688/1689 entschieden die Gegner des königlichen Absolutismus in England den seit Beginn des 17. Jahrhunderts geführten Machtkampf mit dem Stuartkönigtum endgültig zu ihren Gunsten. Sie schufen mit der Durchsetzung der Bill of Rights die Grundlage für das heutige parlamentarische Regierungssystem im Vereinigten Königreich. Seit der Revolution ist dort der König nicht mehr allein, sondern nur in Verbindung mit dem Parlament (King-in-parliament) Träger der Staatssouveränität.

    Mit der Revolution endete die Politik religiöser Toleranz, die König Jakob II. von England, der selbst zum Katholizismus konvertiert war, gegenüber Katholiken betrieben hatte. Während die protestantischen Dissenters mit der Toleranzakte Glaubensfreiheit zugesichert bekamen, galten für die Katholiken nach der Revolution für über ein Jahrhundert diskriminierende Regelungen. Nach dem Sturz des katholischen Monarchen bestieg Wilhelm III. von Oranien, Jakobs Neffe und Schwiegersohn, gemeinsam mit Jakobs protestantischer Tochter Maria II. den Thron.

    Bereits die Zeitgenossen verwendeten die Bezeichnung Glorreiche Revolution in bewusstem Gegensatz zu den Wirren des Englischen Bürgerkriegs, der mit der Hinrichtung König Karls I. und der Errichtung einer Republik unter Oliver Cromwell geendet hatte. Man war der Auffassung, dass der vergleichsweise unblutige Umsturz von 1688/1689 auch deshalb von Erfolg gekrönt war, weil ihn die „Gloriole“ eines neuen Königtums umstrahlt habe.

    Langfristig erwies sich der Umsturz als bedeutend nicht nur für die Geschichte Englands, sondern für die Entwicklung des Parlamentarismus weltweit. Da sich seit dem 18. Jahrhundert immer mehr Staaten das englische Regierungssystem zum Vorbild nahmen, prägten die in der Glorious Revolution wie die zuvor schon im Englischen Bürgerkrieg aufgeworfenen Verfassungsfragen die politische Theorie weit über Großbritannien hinaus.

    Ähnlich langfristig waren die Auswirkungen der Glorious Revolution auf das britische Finanzsystem. Die britische Krone hatte im Vergleich zu anderen europäischen Monarchien deutlich weniger Landbesitz. Mit der Glorious Revolution verstärkte sich die unmittelbare Kontrolle des Parlaments über die Ausgaben des britischen Königshauses. Sie führte letztlich 1717 zur Einführung des Goldstandards, was dem Lord Treasurer die Möglichkeit nahm, durch einen verringerten Edelmetallgehalt der Münzen eine versteckte Abwertung der britischen Währung vorzunehmen.

    Eine verstärkte Professionalisierung erfolgte auch bei der Besetzung öffentlicher Ämter. Ämter wie etwa die des Steuereintreibers wurden auf Gehaltsbasis vergeben und nicht wie in Frankreich versteigert, was zu einer größeren Steuergerechtigkeit führte.

    In der Mitte des 18. Jahrhunderts verfügte London aufgrund dieser soliden Form der Staatswirtschaft über eine funktionierende Börse, auf der vor allem Anleihen der britischen Regierung gehandelt wurden. Der Wertpapierhandel zog auch ausländische Investoren an. So investierten vor allem Niederländer in britische Staatspapiere. Großbritannien unterschied sich damit auch in seinem Wirtschaftssystem von europäischen Monarchien und legte so die Basis für eine wirtschaftliche und politische Entwicklung, die sehr viel ruhiger als auf dem europäischen Festland verlief.

    Der Krönungseid wurde so verändert, dass er die Monarchen an das Parlament band. Mit der neuen Eidformel versprachen sie … „to govern the people of this kingdom of England … according to the statutes in parliament agreed on, and the laws and customs of the same.“ Schließlich wurde die Krönung nicht vom Erzbischof von Canterbury vollzogen – dieser weigerte sich, da er immer noch Jakob II. als legitimen König betrachtete –, sondern vom Bischof von London.

    Einige der diskriminierenden Regelungen gegen britische Katholiken endeten mit der Katholikenemanzipation. Bis heute machen sich die Folgen der „Glorious Revolution“ aber auch im Nordirlandkonflikt zwischen Katholiken und Protestanten bemerkbar.

    Glorious Revolution [de.wikipedia.org]

    Nach der Glorious Revolution rebellierten viele schottische Hochlandclans gegen die neue Regierung von König William III. (in Schottland William II.) und Königin Mary II., wurden aber mehrfach militärisch besiegt. Im August 1691 bot der König schließlich den Clanchefs eine Amnestie an, wenn sie ihm bis Ende des Jahres die Treue schworen.

    Alastair MacDonald of Glencoe versäumte diese Frist, worauf die Regierung beschloss, an ihm ein Exempel zu statuieren. Captain Campbell, der seit Ende Januar 1692 mit etwa 120 Soldaten seines Regiments bei den MacDonalds in Glencoe einquartiert war, erhielt am 12. Februar den Befehl überbracht, alle MacDonalds zu töten. Er führte diesen Befehl im Massaker von Glencoe aus. 38 Männer, darunter auch Alastair Mac Donald, wurden von den Soldaten umgebracht, etwa die gleiche Anzahl an MacDonalds kam auf der Flucht im Schneesturm ums Leben.

    Robert Campbell of Glenlyon [de.wikipedia.org]
    Massaker von Glencoe [de.wikipedia.org]

    Die Monarchie war dem Parlament und seinen Regeln unterworfen. Das Parlament war demnach mit Zustimmung des englischen Volkes Regent des Landes, nicht mehr der König. Allerdings brauchte das Parlament einen König, der beim Volk beliebt war, um ungestört regieren zu können. Dies war deutlich günstiger für eine Unterwanderung sprich Übernahme von Menschen, die nun nicht mehr nur durch Einheiratung in den Adel die Macht ausüben konnten. Die Geldmacht hatte England friedlich übernommen.

    Antworten
  37. 37

    Sailor

    zu (32), Zitat N8wächter: „Sehr gut.“ Danke 🙂
    „Schlussfolgerung?“

    Die eigentliche Schlussfolgerung bedeutet für den Sailor zunächst einmal, sich mit der Glorious Revolution und Bill of Rights zu beschäftigen!

    Danke, werter Nachtwächter, für die Tipps. 🙂

    Antworten
  38. 38

    sherina

    137. Warum verweigerten die deutschen Kurfürsten Ludwig XIV. die Kaiserwürde?

    Leopold war beim Tod seines Vaters am 9. Juli 1654 erst 14 Jahre alt. Er konnte erst mit 18 Jahren zum Kaiser gewählt werden.

    Johann Philipp von Schönborn, Kurfürst und Erzbischof von Mainz, wollte, dass weder ein Habsburger noch ein Bourbone Kaiser wurde, doch aus patriotischer Gesinnung und um seinen Einfluss als Reichserzkanzlers zu festigen, stimmte er notgedrungen für Leopold.

    Nachdem in Spanien ein Thronfolger geboren wurde, entkrampfte sich die Situation, da die Franzosen nun nicht länger die Ansprüche der österreichischen Habsburger auf den spanischen Thron fürchten mussten. Nun begann ein Handeln und Feilschen um die Kurfürstenstimmen, die regelrecht erkauft wurden.

    Bis März 1658 verfügte Leopold über die Stimmen von fünf Kurfürsten: u.a. die Schönborns und die des Kurfürsten von Brandenburg, der ein Verteidigungsbündnis mit Wien gegen den schwedischen König anstrebte. Leopolds Wahl wurde allerdings von der Unterzeichnung einer Wahlkapitulation abhängig gemacht, in der er den Kurfürsten versprechen musste, dass er die Politik seiner Vorgänger nicht fortsetzen werde.

    Die Kapitulation schränkte seine Rechte in bedeutendem Maße ein und zwang ihn auf einen pro-reichsständischen Kurs zugunsten der Fürsten. In der clausula reciproca der kaiserlichen Wahlkapitulation muss der Kaiser auf die Option verzichten, Spanien gegen Frankreich zu helfen, solange es Frankreich unterlässt, Angriffe gegen das Reich und seine Stände zu unterstützen.

    Im Grunde sollte diese Vereinbarung verhindern, dass sich Kaiser und spanische Krone gegen Frankreich verbünden. Am 18. Juli 1658 wurde Leopold endlich in Frankfurt am Main zum Kaiser gewählt.

    Die Kaiserwahl von 1658 und die Bildung des Rheinbundes [historicum.net]

    Antworten
  39. 39

    sherina

    128. Welches Selbstverständnis hatte das englische Königtum (bis 1649) zu seiner Legitimation?

    Es legitimierte sich als absolutistisches Königtum von Gottes Gnaden. Der jeweilige Herrscher war nur Gott zur Rechenschaft verpflichtet, nicht dem Volk. Er war von Gott eingesetzt. Sein erster Sohn übernahm die Regentschaft mit dem Tod des Vaters als Erben. War kein legitimer Sohn vorhanden, konnte die erste Tochter sein Erbe antreten.

    Antworten
  40. 40

    kph

    123. Warum wurde die koloniale Expansion privatisiert?

    Das britische Kolonialreich entwickelte sich aus mehreren Ansätzen: An den afrikanischen und indischen Küsten waren Handelsstützpunkte von geringer Flächenausdehnung entstanden, viele karibische Inseln waren großflächig erschlossen worden, in Nordamerika hatten sich Auswanderer, oft von ihrer abweichenden religiösen oder politischen Meinung zu diesem Schritt bewogen, niedergelassen und Gemeinwesen gebildet.

    Die Kolonien wurden im 17. und frühen 18. Jahrhundert politisch kaum wahrgenommen. Darüber hinaus spielten die nordamerikanischen Siedlungskolonien zunächst auch wirtschaftlich eine geringe Rolle, was sich aber mit dem starken Bevölkerungswachstum dort bald änderte. Das politische Interesse an den Kolonien begann mit dem zunehmenden Engagement auch der anderen europäischen Mächte in diesen Gebieten zu wachsen. So spielten sich die Auseinandersetzungen des Siebenjährigen Krieges zwischen Großbritannien und Frankreich nicht zuletzt auch um die Kolonialreiche beider Nationen ab. Der Friede von Paris 1763 zog ein Wachstum der britischen Besitzungen in Nordamerika und Indien auf Kosten Frankreichs nach sich.

    Mit der Thronbesteigung Georgs III. 1760 formierte sich auch die politische Führungsschicht um. Mit dieser Führungsgruppe ging er zunächst vor allem die Beendigung des Siebenjährigen Krieges und die Konsolidierung des durch den Krieg schwer geschädigten Staatshaushaltes an. Im Rahmen dieser Bemühungen wurden auch Steuern über die nordamerikanischen Kolonien verhängt, was dort zu entschiedenem Widerstand, Angriffen auf königliche Beamte und einem Boykott britischer Waren führte.

    Die Steuerauseinandersetzungen der frühen 1760er Jahre hatten die öffentliche Meinung in den 13 nordamerikanischen Kolonien gegen das Mutterland beeinflusst. Als 1773 die East India Company das Monopol auf den Teeimport in die Kolonien erhielt und damit der Schmuggel sowie die Steuerhinterziehung unterbunden wurden, kam es zum Widerstand in Form der Boston Tea Party am 16. Dezember 1773.

    Im April des Folgejahres trat der Erste Kontinentalkongress der Kolonien zusammen, womit sie sich erstmals eine feste Organisation gaben und ein gemeinsames Heer aufstellten. Darauf reagierte Großbritannien mit dem Ausschluss der Kolonien vom Außenhandel. Kurz darauf brachen die ersten Kämpfe des Unabhängigkeitskrieges aus.

    Geschichte des Königreichs Großbritannien – Koloniale Expansion und imperiale Krise [de.wikipedia.org]

    Vor allem die Ostindien-Kompanien trugen maßgeblich zum wirtschaftlichen und auch militärischen Aufstieg Westeuropas bei. Da der Asienhandel nach der Erschließung des direkten Seewegs nach Indien und Ostasien einen Zwischenhandel über moslemische Staaten wie das Osmanische Reich nutzlos machte, folglich über die westeuropäischen Küstenstädte abgewickelt werden konnte, verfiel die Macht der italienischen Stadtstaaten.

    Der wirtschaftliche Schwerpunkt verlagerte sich somit vom Mittelmeerraum an die Atlantikküste, wo die Hafenstädte nun die frühkapitalistischen Wirtschaftsstrukturen des 15. und 16. Jahrhunderts übernahmen und weiterentwickelten. Vor allem in Großbritannien, Frankreich und den Niederlanden entstanden folglich mit der Einführung eines fortschrittlicheren Finanzwesens die Grundlagen des modernen Kapitalismus mit all seinen Ausprägungen. Diese Staaten waren es neben Spanien und Portugal auch, die durch den Aufbau großer Handelsflotten die Verflechtung aller Wirtschaftsräume der Welt weiter vorantrieben.

    Europäische Expansion [de.wikipedia.org]

    Die Ostindischen Kompanien waren in mehreren Nationen Europas bestehende Gesellschaften, die für den Handel mit Indien und Ostasien privilegiert waren. Sie entstanden im 17. Jahrhundert, manche auch erst im 18. Jahrhundert, als die Blütezeit der Kolonialreiche Spaniens und Portugals bereits vorüber war.

    Im Gegensatz zu deren Kolonialpolitik, die hauptsächlich nach Gold und Grundbesitz strebte, suchten die Ostindien-Kompanien möglichst großen Handelsgewinn zu erwirtschaften. Sie setzten zur Durchsetzung ihrer Handelspolitik sowohl diplomatische als auch kriegerische Mittel ein.

    Die Kompanien hatten in allen größeren Häfen und Hauptstädten so genannte Geschäftsstellen, die von Gouverneuren und Generalgouverneuren geleitet wurden. Deren Aufgabe lag darin, die Beziehungen zu den Herrschern und den lokalen Händlern zu pflegen und auf die Durchsetzung der vereinbarten Privilegien und Handelsspannen zu achten.

    Ostindien-Kompanie [de.wikipedia.org]

    kph

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  41. 41

    kph

    136. Auf welche Akteure des damaligen Weltgeschehens geht der Stammbaum von Ludwig XIV. zurück?

    Ludwig XIV. war ein französischer Monarch aus dem Geschlecht der Bourbonen und von 1643 bis zu seinem Tod König von Frankreich und Navarra, sowie Kofürst von Andorra.

    Bereits im Alter von vier Jahren wurde Ludwig XIV. offiziell König, stand jedoch zunächst unter der Vormundschaft seiner Mutter Anna von Österreich. Durch eine expansive Außenpolitik und mehrere Kriege löste Ludwig sein Land aus der habsburgischen Umklammerung und festigte Frankreichs Stellung als dominierende Großmacht in Europa. Das Wirken Ludwigs XIV. war prägend für die Epoche des Barock und er gilt als wichtigster Vertreter des höfischen Absolutismus sowie des Gottesgnadentums.

    Ludwig XIV. erhielt die Beinamen „der Sonnenkönig“ oder „der Große“.

    Eltern:
    König Ludwig XIII. / Anna von Österreich

    Großeltern:
    König Heinrich IV. (Frankreich) / Maria de’ Medici
    König Philipp III. (Spanien) / Margarete von Österreich

    Urgroßeltern:
    Antoine de Bourbon, duc de Vendôme / Königin Johanna III. (Navarra)
    Francesco I. de’ Medici /Johanna von Österreich
    Erzherzog Karl II. (Innerösterreich) / Maria Anna von Bayern
    König Philipp II. (Spanien) / Anna von Österreich

    Ururgroßeltern:
    Charles de Bourbon, duc de Vendôme / Françoise d’Alençon
    König Heinrich II. (Navarra) / Margarete von Navarra
    Cosimo I. de’ Medici / Eleonora von Toledo
    Kaiser Ferdinand I. / Anna von Böhmen und Ungarn
    Herzog Albrecht V. (Bayern) / Anna von Österreich
    Kaiser Karl V. / Isabella von Portugal
    Kaiser Maximilian II. / Maria von Spanien

    Ludwig XIV. [de.wikipedia.org]

    kph

    Antworten
    1. 41.1

      kph

      Ergänzung der Frage: 136. Auf welche Akteure des damaligen Weltgeschehens geht der Stammbaum von Ludwig XIV. zurück?

      Zur besseren Übersicht nach Familie, bzw. Region eingeordnet:

      Familie / Haus:

      Habsburg 7
      de’ Medici 3
      Bourbon 2

      Region:

      Österreich 8
      Frankreich / Navarra 6
      Spanien 4
      Heilige Römische Reich 3
      Florenz 3
      Bayern 2
      Portugal 1
      Ungarn 1

      kph

  42. 42

    Sailor

    Zu Frage 130: Welche maßgeblichen Veränderungen traf das Königtum auf der Insel Anfang des 18. Jahrhunderts?

    Das Königreich Schottland und das Königreich England wurden ab 1603 in Personalunion regiert. 1707 wurden die beiden Staaten zum Königreich Großbritannien
    vereinigt. Der Act of Union 1707 schuf die gesetzliche Grundlage für die Vereinigung beider Königreiche.

    Mit dem Gesetz wurde auch der Unionsvertrag (Treaty of Union) umgesetzt. Er sah die Schaffung des Königreichs Großbritannien und den Ersatz des englischen und schottischen Parlaments durch das britische Parlament vor. Darüber hinaus traten eine Zollunion und eine Währungsunion in Kraft und es wurden Maße und Gewichte sowie die Verwaltungs- und Besteuerungssysteme angeglichen.

    Act of Union 1707 – Hintergrund [de.wikipedia.org]

    Antworten
  43. 43
  44. 44

    kph

    129. Was war die Republik England und wie wurde sie regiert?

    Nach der Hinrichtung des Königs gab das Rumpfparlament England eine neue Staatsordnung. Das Commonwealth and Free State, wie das Land nun hieß, besaß das Parlament als Legislative und den Staatsrat mit seinem Vorsitzenden Oliver Cromwell als Exekutive. Die versprochenen Wahlen schob das Parlament immer weiter hinaus, um den Royalisten keine Gelegenheit zum Erstarken zu geben.

    Cromwell wurde nach Irland geschickt, um den dortigen Aufstand niederzuschlagen, was er bis 1650 in einem blutigen, religiös begründeten Feldzug tat. Unterdessen hatten die Schotten Karl II., Sohn von Karl I., zum König gewählt, der mit dem Sammeln von Truppen zur Rückeroberung des englischen Throns begann. Nachdem Cromwell das Heer Karls bei Dunbar besiegt, Edinburgh besetzt und den nach Nordengland einfallenden König bei Worcester endgültig geschlagen hatte, brach der Widerstand in Schottland schnell zusammen. Karl II. floh nach Frankreich. Unterdessen waren einige der 1648 ausgeschlossenen Parlamentarier wieder in das Rumpfparlament zurückgekehrt. Eine Regelung der religiösen Fragen blieb aber aus.

    1653 brachen die Konflikte zwischen dem Rumpfparlament und der aus Irland zurückgekehrten Armee wieder aus. Am 20. April löste Oliver Cromwell schließlich das Parlament auf. Darauf bildete er das Parliament of Saints, das vor allem aus Kirchenvertretern mit puritanischer Ausrichtung und Vertretern der radikalen Levellers-Bewegung bestand. Über Fragen des Kirchenzehnten spaltete sich das Parlament und es kam zu Auseinandersetzungen, in deren Verlauf Cromwell im Dezember 1653 das Parlamentsgebäude gewaltsam räumen ließ.

    Nach diesem Misserfolg entwarf Oliver Cromwell eine Verfassung, die das unruhige Land stabilisieren sollte. Neben einem Parlament mit verbrieften Rechten und erstmals mit Abgeordneten aus England, Irland und Schottland, war das neu geschaffene Amt des Lordprotektors, das Cromwell selbst übernahm, das Machtzentrum dieser Verfassung.

    Die fortgesetzten religiösen Auseinandersetzungen versuchte Cromwell durch das weitgehende Abschaffen einer weisungsbefugten staatlichen Kirche zu beenden, was de facto sogar eine Art Religionsfreiheit für Katholiken und J*den zur Folge hatte. Doch auch das neue Parlament geriet rasch in Konflikt mit der Armee und wurde bald wieder aufgelöst.

    Als 1655 ein erneuter Krieg mit Spanien ausbrach, musste Cromwell zur Steuerbewilligung wieder ein Parlament einberufen, das eine Einschränkung der religiösen Toleranz forderte, zugleich Cromwell aber die Königskrone anbot. Dieser lehnte zwar ab, in der folgenden Zeit entstanden durch die bessere Zusammenarbeit zwischen Oliver Cromwell und dem Parlament aber eine Reihe von Gesetzen, die dem Land wieder feste politische Strukturen gaben.

    Geschichte Englands [de.wikipedia.org]

    kph

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  45. 45

    kph

    144. Was war das “Preußen Königlichen Anteils“?

    Preußen Königlichen Anteils wurde ab 1454 der westliche Teil Preußens genannt, der umfangreiche Gebiete des historischen Territoriums Pommerellen umfasste.

    Das Königliche Preußen war ein autonomer, vom Deutschordensstaat abgefallener Ständestaat mit eigenem Landtag, der aus dem Preußischen Bund hervorgegangen war und der sich freiwillig der Person des polnischen Monarchen als höchster staatlichen Instanz unterstellt hatte.

    Es war ab 1454 zuerst in einer völkerrechtlich nicht klar definierten Union – in der Geschichtsschreibung häufig als „Personalunion“ bezeichnet –, dann ab 1569 in einer Realunion mit der polnischen Krone verbunden. Durch die Teilungen Polens in den Jahren 1772 und 1793 kam das westliche Preußen als Provinz Westpreußen durch Annexion zum hohenzollernschen Königreich Preußen.

    Nachdem sich der Preußische Bund als Preußen Königlichen Anteils der Schutzherrschaft des polnischen Königs unterstellt hatte, wurde das Land mit Ausnahme des Bistums Ermland, das dem Bischof überlassen blieb, in drei Woiwodschaften eingeteilt, so dass insgesamt vier Verwaltungsbezirke bestanden.

    Das vom Bund dem König zum Schutz angebotene preußische Gebiet wurde zwar pro forma vom polnischen König in sein Reich inkorporiert, wie der auf den 6. März 1454 rückdatierte Krakauer Freibrief es beschreibt, aber der Beitritt wurde erst durch die Gegenurkunde der preußischen Stände vom 14. April 1454 wirksam, unter Feststellung der vereinbarten Autonomierechte. Das Urkundenpaar ist wesentlicher Bestandteil der Verfassung des preußischen Ständestaates unter der polnischen Krone.

    Preußen Königlichen Anteils wurde also keineswegs eine polnische Provinz, sondern blieb ein eigenständiges Land mit einer eigenen Landesverfassung.

    Preußen Königlichen Anteils [de.wikipedia.org]

    kph

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    1. 45.1

      N8Waechter

      Danke, werter kph.

      Dabei bietet es sich an, einmal einen genaueren Blick auf die Landkarte zu werfen und dann die Punkte miteinander zu verbinden … 😉

      Heil und Segen!
      N8w.

    2. 45.2

      kph

      Der Dreizehnjährige Krieg dauerte von 1454 bis 1466. Er führte zur Teilung des Deutschordensstaates in Preußen und hatte dadurch noch politische Folgen bis ins 20. Jahrhundert.

      Das Königliche Preußen ging im Zuge der Ersten Teilung Polens 1772 im hohenzollernschen Königreich Preußen auf. Der Königlich-Polnisch-Preußische-Ständestaat verlor durch die Annexion des Hauses Brandenburg-Preußen seine landesrechtliche Sonderstellung und ständische Privilegien.

      Dreizehnjähriger Krieg [de.wikipedia.org]

      Bilddatei Karte

      Ich habe leider nicht den Faden gefunden, um die Punkte miteinander zu verbinden! Einfach einmal eine Vermutung, sieht ähnlich aus wie nach dem 1. WK, aus dem Versailler Vertrag?

      kph

    3. N8Waechter

      🙂

    4. 45.3

      Erenion

      Ich finde folgendes bemerkenswert:

      Zitat aus Preußen Königlichen Anteils [de.wikipedia.org]:

      „Aus Unzufriedenheit mit der Innen- und Steuerpolitik des Deutschen Ordens gründete sich 1440 der Preußische Bund. 1452 ließen sich die preußischen Städte von Kaiser Friedrich III. ihre Privilegien und Handfesten bestätigen, damit der Deutsche Orden abgehalten würde, diese zu schmälern.“

      „Preußen ist von altersher ein freier und unabhängiger der Krone Polen niemals unterworfener Staat gewesen […] Nach der freiwilligen Übergabe der Lande Preußen an den König von Polen ist […] es […] eine besondere einzig und allein dem Könige, nicht aber der Republik unterworfene Provintz geblieben.“

      – der Kaiser bestätigt den Preußen Rechte, damit der Deutsche Orden diese nicht schmälern kann (Achtung: Der Kaiser bestätigt Rechte die bereits bestehen! Er erteilt keine neuen!)
      – die Preußen sagen über sich und ihr Land selbst: „… Preußen ist … ein freier und unabhängiger … niemals unterworfener Staat.“ (Daher konnte sich in diesem Gebiet auch ein Herzog selbst zum König in Preußen krönen. Ohne jemanden um Erlaubnis zu bitten.)

      Mich erinnert es ein wenig an:

      -Asterix … „Ganz Gallien ist eine römische Provinz … ganz Gallien? Nein! Ein kleines Dorf leistet tapfer Widerstand …“
      – das in der US-Verfassung garantierte Recht der Amerikaner auf Waffen. Die US-Amerikaner haben das Recht Waffen zu besitzen und niemand darf dieses Recht einschränken.

      Ist es möglich, dass Preußen der einzige Staat war, der niemals zum Herrschaftsbereich des Kaisers und seines, ihm zur Treue verpflichteten, Bischofs von Rom gehörte? Der einzige Staat mit älterem Recht, als des römischen Rechts? Die Konsequenzen daraus sind kaum abzuschätzen …

    5. N8Waechter

      Werter Erenion,

      Du bist hier auf etwas gestoßen, das in seiner Wichtigkeit kaum stärker zu betonen ist.

      Was die rechtlichen Aspekte angeht, begründet sich Preußen historisch auf den Deutschen Orden [de.wikipedia.org] (katholisch). Insofern ist es schwierig, die rechtlichen Konsequenzen daraus sauber abzuleiten. Wir sehen hier allerdings Spuren, welche gewisse mögliche Rückschlüsse zulassen.

      So hat der deutsche Kaiser Friedrich II. (nicht der Papst!) den Deutschrittern das Kulmer Land zugesprochen (Goldbulle von Rimini [de.wikipedia.org]) und diese haben ihr Herrschaftsgebiet dann über die Zeit maßgeblich erweitert. Dennoch lag das Gebiet außerhalb des Reiches und blieb auch praktisch autonom, bis es von Kurfürst Friedrich III. an Brandenburg angeschlossen (Königreich Preußen [de.wikipedia.org]) wurde.

      Da ist noch einiges mehr und es lohnt sich für jeden, der die Sonderrolle Preußens verstehen möchte, hier tiefer einzusteigen. 😉

      Heil und Segen!
      N8w.

    6. 45.4

      kph

      „Mit der Goldbulle von Rimini von 1226 oder 1235 verlieh der römisch-deutsche Kaiser Friedrich II. dem Deutschen Orden die Herrschaft über das Kulmer Land östlich der unteren Weichsel, zwischen dem Gebiet des Herzogs von Masovien und dem Gebiet der Prußen. Der Kaiser beauftragt darin den Orden mit dem Kampf gegen diesen heidnischen Volksstamm und sicherte ihm die absolute Landeshoheit über dessen noch zu eroberndes Gebiet zu. Dies zeigt sich in der peniblen Regelung der Regalien, der königlichen Herrschaftsrechte. Die Bulle erklärt, das gesamte Land sei Teil des römisch-deutschen Reiches.“

      Goldbulle von Rimini [de.wikipedia.org]

      „Mit der Bulle von Rieti bestätigte 1234 der Papst Gregor IX. dem Deutschen Orden die Herrschaft über das Kulmer Land östlich der unteren Weichsel, sowie über alle weiteren, vom Deutschen Orden in Preußen eroberte Ländereien („zu ewigem und freiem Besitz“). Der Deutsche Orden sollte dabei ausschließlich der Hoheit des Papstes, aber keiner weiteren Lehnsabhängigkeit unterworfen sein. Die Bulle von Rieti korrespondiert mit der Goldbulle von Rimini 1226 des deutschen Kaisers.“

      Bulle von Rieti [de.wikipedia.org]

      Hier sehe ich einen Widerspruch in den genannten Bullen. Die von Rimini: Kaiser und absolute Landhoheit und Teil des römisch-deutschen Reiches. Die von Rieti: Papstunterwerfung und Land „zu ewigem und freiem Besitz“, ohne weitere Lehnsabhängigkeit.

      Was gilt denn da nun?

      kph

    7. 45.5

      kph

      „Da ist noch einiges mehr und es lohnt sich für jeden, der die Sonderrolle Preußens verstehen möchte, hier tiefer einzusteigen.“

      Ich gehe einmal etwas in der Zeit zurück:

      „Die Danziger Willkür, über viele Jahrhunderte geltende Stadtrecht.

      Das Wort Willkür bedeutet „das mit Willen erkorene“. Bis in das 18. Jahrhundert bezeichnete es in der deutschen Sprache eine Rechtsvorschrift oder eine Sammlung von Rechtsvorschriften.

      Um 1224 verlieh der ostpommersche Herzog Swantopolk II. das Lübische Recht an die deutsche Kaufmannssiedlung in Danzig. Nach der Übernahme von Danzig durch den Deutschen Orden 1308 entstand die sogenannte Rechtstadt. Eine kleine Handwerkersiedlung wurde um 1370 mit eingeschränkten Rechten ausgestattet, die Danziger Altstadt.

      Die Rechtstadt war 1440 Gründungsmitglied des gegen die Herrschaft des Deutschen Ordens gerichteten Preußischen Bundes, die Altstadt trat einige Wochen später bei. 1452 ließen sich die Preußischen Städte ihre Privilegien und Handfesten von Kaiser Friedrich III. bestätigen, damit der Deutsche Orden, welcher ebenfalls den Kaiser als Oberherrn hatte, abgehalten wurde, ihre Privilegien und Handfesten zu kränken.

      Der Bund erhob sich 1454 gegen den Orden, welches den Dreizehnjährigen Krieg unter den Städten Preußens auslöste. Das unabhängige, aber nun mit dem polnischen König verbündete Danzig hatte eine nach eigenem Willen erschaffene, und somit im Sinne des Begriffes willkürliche, Gesetzesordnung, vermutlich basierend auf älteren Entwürfen. Als Gegenleistung für die Treue zum jeweiligen polnischen König als Schutzherr musste dieser die Danziger Sonderrechte im „Danziger Privileg“ anerkennen.

      Auch nachdem Danzig 1793 Teil des Königreich Preußen wurde, blieb die Willkür von 1761 zunächst weiterhin in Geltung. Sie wurde erst am 1. Oktober 1857 durch die Einführung des Westpreußischen Provinzialrechts in Danzig abgelöst.“

      Danziger Willkür [de.wikipedia.org]

      kph

    8. 45.6

      Erenion

      Liebe Leser, werter kph,

      ich deute die Goldbulle von Rimini und die Bulle von Rieti so:

      Der Deutsche Orden versuchte damit den Kaiser gegen den Papst und den Papst gegen den Kaiser auszuspielen. Dazu ein Zitat zur Bulle von Rieti [de.wikipedia.org]:

      „Mit der Bulle von Rieti Pietati proximum bestätigte 1234 der Papst Gregor IX. dem Deutschen Orden die Herrschaft über das Kulmer Land östlich der unteren Weichsel, sowie über alle weiteren, vom Deutschen Orden in Preußen eroberte Ländereien („zu ewigem und freiem Besitz“). Der Deutsche Orden sollte dabei ausschließlich der Hoheit des Papstes, aber keiner weiteren Lehnsabhängigkeit unterworfen sein. Die Bulle von Rieti stellte die schriftliche Niederlegung einer bereits vorher im August und September 1230 dem Deutschen Orden gemachten, mündlichen Zusage dar. Der Hochmeister des Deutschen Ordens, Hermann von Salza hatte hartnäckig auf einer schriftlichen Niederlegung bestanden.“

      Achtung: Der Papst sichert dem Orden die Ländereien „zu ewigen und freiem Besitz“ zu. Der Orden ist dem Papst, der Hoheit des Papstes unterworfen, nicht jedoch Land und Leute! Ich bin mir sehr sicher das Hermann von Salza genau wusste, warum er so hartnäckig auf einer schriftlichen Niederlegung bestand.

      Auch zur Goldbulle von Rimini [de.wikipedia.org] findet sich interessantes:

      „Der Kaiser beauftragt darin den Orden mit dem Kampf gegen diesen heidnischen Volksstamm und sicherte ihm die absolute Landeshoheit über dessen noch zu eroberndes Gebiet zu. Dies zeigt sich in der peniblen Regelung der Regalien, der königlichen Herrschaftsrechte. Die Bulle erklärt, das gesamte Land sei Teil des römisch-deutschen Reiches. …

      Die Auslegung der Bulle zugunsten des Deutschen Ordens wird vor allem von polnischen Historikern bestritten. Hauptargument der Kritik ist die juristische Problematik der Frage, ob der römisch-deutsche Kaiser nach damals geltendem Staatsrecht befugt war, den Orden mit Gebieten zu belehnen, die nicht seiner unmittelbaren Herrschaft unterstanden.“

      Dieses deute ich so:

      Das Gebiet des Heiligen Römischen Reiches ist das Herrschaftsgebiet des römischen (deutschen) Königs. Dieser wiederum hat ein originäres Recht auf die Kaiserkrone, welche Kurie und Papst nicht streitig machen dürfen. Der Kaiser ist „Herrscher über den Erdkreis“.

      Der Kaiser kann also etwas, was der römische König nicht kann. Nämlich jemanden die Herrschaft über ein Gebiet zusichern welches nicht der Herrschaft des römischen Königs untersteht. Preußen untersteht damit dem Kaiser und ist dennoch kein Teil des Heiligen Römischen Reiches.

      Daher konnte Albrecht von Brandenburg sich, unter der Oberhoheit des polnischen Königs und gleichzeitig aus eigener Machtvollkommenheit, zum Herzog in Preußen ernennen. Er hat damit, ähnlich wie Hermann von Salza, den polnischen König gegen den Kaiser und den Kaiser gegen den polnischen König ausgespielt und zwischen diesen beiden die Sonderstellung Preußens gewahrt.

      An dieser Stelle vielen Dank an den N8waechter und an Magnus. Das Thema ist weitaus spannender, als ich anfangs dachte.

      Heil und Segen

    9. N8Waechter

      👍

    10. 45.7

      kph

      Werter Erenion,

      danke für Deine Schlussfolgerung. Da sind wir wohl ein kleines Stück weitergekommen.

      Bei der Menge an Fäden, finde ich weder Anfang noch Ende, das heißt, ich kann kaum noch den Überblick behalten. Mir fehlt da leider viel Hintergrund und dies ist es wohl, was der N8Waechter erreichen will, sich tiefer mit dem Thema zu beschäftigen.

      kph

  46. 46

    kph

    146. In welche Rolle wurde Preußen gedrängt?

    Unter König Friedrich I. (1701–1713)

    Rang, Reputation und Prestige eines Fürsten waren in der Zeit des Absolutismus wichtige politische Faktoren. Kurfürst Friedrich III. nutzte daher seine Souveränität im Herzogtum Preußen, um dort für sich den Königstitel anzustreben. Damit versuchte er vor allem, die Ranggleichheit mit dem Kurfürsten von Sachsen, der zugleich König von Polen war, und mit dem Kurfürsten von Hannover, der Anwärter auf den englischen Thron war, zu wahren.

    Kaiser Leopold I. sicherte Friedrich schließlich zu, ihn inner- und außerhalb des Reichs als König anerkennen zu wollen. So krönte sich der Kurfürst am 18. Januar 1701 als Friedrich I. in Königsberg eigenhändig zum „König in Preußen“. Der Preis der Königswürde war die Teilnahme der nun Königlich-Preußischen Armee am Spanischen Erbfolgekrieg auf Seiten des Kaisers gegen Frankreich.

    Friedrich I. konzentrierte sich auf eine aufwändige Hofhaltung nach französischem Vorbild und brachte, unterstützt durch das Drei-Grafen-Kabinett, seinen Staat an den Rand des finanziellen Ruins. Nur durch Vermietung weiterer preußischer Soldaten an die Allianz im Spanischen Erbfolgekrieg konnte der König die kostspieligen Aufwendungen für den Prunk am Hof bestreiten.

    So erhielt Preußen während seiner Amtszeit 14 Millionen Taler an Subsidienzahlungen von den Alliierten. Der Staatshaushalt betrug 1712 rund vier Millionen Taler, von denen allein 561.000 ausschließlich der Hofhaltung zugeführt wurden. Die Einnahmen bestanden nur zum Teil aus Steuern. Die Subsidienzahlungen der Alliierten hingen vom Kriegsverlauf ab, bildeten also keine verlässliche Größe. Ein bedeutender Anstieg der reinen Steuereinnahmen in der Amtszeit Friedrichs I. fand nicht statt.

    Unter König Friedrich Wilhelm I. (1713–1740)

    Der Sohn Friedrichs I., Friedrich Wilhelm I., war nicht prunkliebend wie sein Vater, sondern vielmehr sparsam und praktisch veranlagt. Alle Sparmaßnahmen des Königs zielten auf den Ausbau eines starken stehenden Heeres, in dem der König die Grundlage seiner Macht nach innen und außen sah.

    Von den jährlichen Staatseinnahmen verwendete er 73 % für die laufenden Militärkosten, während Hof und Verwaltung mit 14 % auskommen mussten. In seiner Amtszeit baute er die preußische Armee zu einer der schlagkräftigsten Armeen in ganz Europa aus, was ihm den Beinamen „der Soldatenkönig“ verschaffte. Angesichts der Größe der preußischen Armee im Verhältnis zur Gesamtbevölkerung, 83.000 Soldaten zu 2,5 Millionen Einwohnern im Jahre 1740, schrieb Georg Heinrich von Berenhorst später:

    „Die preußische Monarchie bleibt immer – nicht ein Land, das eine Armee, sondern eine Armee, die ein Land hat, in welchem sie gleichsam nur einquarti[e]rt steht.“

    Friedrich Wilhelm I. gilt als der eigentliche Schöpfer des preußischen Beamtentums. Er revolutionierte die Verwaltung, unter anderem mit der Gründung des Generaldirektoriums. Damit zentralisierte er das Land, das bisher noch immer territorial zersplittert war, und gab ihm eine einheitliche staatliche Organisation

    Unter König Friedrich II. (1740–1786)

    Als Kronprinz der Philosophie und den schönen Künsten zugeneigt, ließ er noch in seinem ersten Regierungsjahr die preußische Armee in Schlesien einmarschieren, auf das die Hohenzollern umstrittene Ansprüche erhoben. In den drei Schlesischen Kriegen (1740–1763) gelang es ihm, die Eroberung gegen Österreich zu behaupten, im letzten, dem Siebenjährigen Krieg (1756–1763), sogar gegen eine Koalition aus Österreich, Frankreich und Russland. Dies war der Beginn der preußischen Großmachtstellung in Europa und des preußisch-österreichischen Dualismus im Reich. Gemeinsam mit Österreich und Russland betrieb Friedrich die Teilung Polens.

    Königreich Preußen [de.wikipedia.org]

    kph

    Antworten
  47. 47

    Solarplexus

    Eine Frage an den Nachtwächter,

    kann es sein, dass es auch für uns erkenntlich sein wird, wenn die geschichtlichen Spuren hier weiterlaufen, aktuell auch im Stande sein werden, zu sehen, welche Monarchen hier rechtlich legitimiert wären, sich die Krone jetzt zurückzuholen?

    Antworten
    1. 47.1

      N8Waechter

      Da kommen wir noch hin, werter Solarplexus. Habe Geduld, denn es ist auch wichtig zu verstehen, warum diese alten Strukturen überhaupt irgendwelche Rechte haben. Deshalb gilt es, die GuG-Serie zu verfolgen und bestmöglich zu verstehen. 😉

      Heil und Segen!
      N8w.

  48. 48

    Erenion

    148. Wer übernahm im 18. Jahrhundert die Herrschaft in Großbritannien?

    Das Haus d`Este. [House of Este [en.wikipedia.org]]

    Mit seiner älteren Linie der Welfen (andere Schreibweise: Guelph), welche Herzöge von Braunschweig-Lüneburg und Kurfürsten von Hannover waren. [House of Hanover [en.wikipedia.org]]

    Lieber Leser, bitte beachte auch das Motto des Hauses d`Este:

    Ab insomni non custodita dracone … Nicht mehr von den Unermüdlichen Drachen bewacht!

    Außerdem kann man im englischen Wikipedia nachlesen, daß das Haus d`Este auf die römische Attii Familie zurückgeführt wird. Diese wanderte von Rom nach Este aus, um Rom gegen die Ostgoten zu verteidigen!

    Da durch den Act of Settlment [de.wikipedia.org] alle Katholiken von der britischen Thronfolge ausgeschlossen waren, wurde Georg Ludwig, Kurfürst von Braunschweig-Lüneburg/Hannover, König von Großbritannien. Damit wurde das sogenannte „House of Hanover“ gegründet, welches bis zum Tod von Königin Viktoria in Großbritannien regierte.

    Aus meiner Sicht ist „Haus Hannover“ damit genau so ein Etikettenschwindel wie „Haus Windsor“.

    Antworten
  49. 49

    Erenion

    142. Welche Folgen hatte der Nordische Krieg?

    Bis zum Nordischen Krieg [de.wikipedia.org] galt Schweden als unbesiegbar und war die wesentliche Großmacht im Norden. In diesem Krieg jedoch wurde Schweden jedoch erstmals geschlagen. Von Brandenburg/Preußen.

    Dennoch musste Brandenburg/Preußen einen großen Teil seiner Eroberungen wieder zurückgeben und erreichte seine wesentlichen Ziele, wie die Eroberung Pommerns mit der wichtigen Mündung der Oder, nicht.

    Aus folgenden Gründen:

    – Dänemark erreichte seine Kriegsziele gegen Schweden nicht und musste Frieden schließen
    – der Habsburger Kaiser wollte unbedingt das Entstehen eines mächtigen protestantischen Fürstentums verhindern, lies Brandenburg/Preußen im Stich
    – die Niederlande wollten ihre Handelsinteressen, nach dem Rückzug ihres Verbündeten England, schützen
    – Frankreich, welches Schweden zum Krieg angestiftet hatte [sic.!], wollte die Ergebnisse des Westfälischen Friedens unbedingt erhalten, um seine Eroberungen im Elsass und in Lothringen nicht zu gefährden.

    Das Ergebnis war, dass Schweden fast unbeschadet aus dem Krieg hervorging, obwohl es besiegt war (irgendwie erinnert mich das an Frankreich nach dem Wiener Kongress …).

    In der Folge wandte sich Brandenburg/Preußen von Österreich ab und vereinbarte mehrere Geheimabkommen mit Frankreich

    Antworten
    1. 49.1

      kph

      Hier noch einige interessante Hintergründe zur Frage:

      142. Welche Folgen hatte der Nordische Krieg?

      In Berlin fühlte man sich ungerecht behandelt und vom habsburgischen Kaiser Leopold I., seinem Verbündeten, im Stich gelassen. Der Kurfürst argumentierte, dass der Kaiser zwar seine Vasallentreue im Reichskrieg gegen Frankreich in Anspruch genommen und ihn dadurch in den Krieg mit Schweden verwickelt hatte, ihn dann aber im Stich ließ, als er ohne Kenntnis des Kurfürsten und ohne jede Rücksicht auf die Interessen Brandenburgs mit Frankreich Frieden schloss. Der Kaiser wiederum wollte verhindern, dass im Norden des Reiches ein starkes protestantisches Fürstentum entstünde, und nahm dafür Nachteile für das Reich in Kauf.

      Dies führte zu einer Änderung der brandenburgischen Bündnispolitik, weg von Habsburg, hin zu Frankreich. Bereits im Friedensvertrag von Saint-Germain vereinbarten Frankreich und Brandenburg in einem geheimen Abschnitt Zusammenarbeit. Im Oktober 1679 schloss der Kurfürst mit Frankreich ein Geheimabkommen, das ihn verpflichtete, bei der nächsten Kaiserwahl für Ludwig XIV. zu stimmen. Im Januar 1681 folgte ein Defensivbündnis Brandenburgs mit Frankreich.

      Nordischer Krieg (1674–1679) [de.wikipedia.org]

      kph

  50. 50

    Lena

    Preußen – lat. Borussia

    Preußen (lateinisch Borussia) war ein seit dem Spätmittelalter bestehendes Land an der Ostsee, zwischen Pommern, Polen und Litauen, dessen Name nach 1701 auf ein weit größeres, aus Brandenburg-Preußen hervorgegangenes Staatswesen angewandt wurde, das schließlich fast ganz Deutschland nördlich der Mainlinie einschloss und bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges bestand.

    Ursprünglich bezeichnete der Name „Preußen“ nur den Kern des Deutschordensstaats im einstigen Stammesgebiet der Prußen und die aus ihm hervorgegangenen Herrschaftsgebiete außerhalb des Heiligen Römischen Reiches. Nachdem der hohenzollernsche Kurfürst von Brandenburg als „Herzog in Preußen“ 1701 den Titel „König in Preußen“ angenommen hatte, bürgerte sich für alle Besitzungen seines Hauses inner- und außerhalb des Reichs die Gesamtbezeichnung Königreich Preußen ein.

    Preußen, seit 1815 ein Gliedstaat des Deutschen Bundes, wurde 1866 zunächst zur Vormacht des Norddeutschen Bundes und 1871 zu der des Deutschen Reiches. Im Jahr 1918 entstand aus ihm der republikanische Freistaat Preußen, der infolge des Preußenschlags von 1932 und der Gleichschaltung der Länder in der Zeit des Nationalsozialismus seine Autonomie verlor. Im Jahr 1947 erklärte der Alliierte Kontrollrat Preußen auch formell für aufgelöst.

    Die Hauptstadt des Herzogtums und späteren Königreichs Preußen war Königsberg, die des Gesamtstaates dagegen Berlin. Im Jahr 1947 erklärte der Alliierte Kontrollrat Preußen auch formell für aufgelöst. Die Hauptstadt des Herzogtums und späteren Königreichs Preußen war Königsberg, die des Gesamtstaates dagegen Berlin.

    Preußen [de.wikipedia.org]

    Was mir mächtig zu knabbern gibt ist folgendes:

    „Im Jahr 1947 erklärte der Alliierte Kontrollrat Preußen auch formell für aufgelöst. Die Hauptstadt des Herzogtums und späteren Königreichs Preußen war Königsberg, die des Gesamtstaates dagegen Berlin.“ Warum wurde gerade Preußen von den Alliierten formell aufgelöst? Da benötige ich Eure Hilfe.

    Heil und Segen uns allen!
    Lena

    Antworten
    1. 50.1

      N8Waechter

      Werte Lena,

      ich greife hier jetzt mal ein klein wenig vor:

      Durch den Preußenschlag, also die Vereinnahmung Preußens in das Reich (ob das „sauber“ war, sei einmal dahingestellt), gingen unveräußerliche, historische Rechte auf das Reich über. Um zu verhindern, dass diese Rechte über den Freistaat Preußen nach dem Zweiten Weltkrieg wieder geltend gemacht werden, musste der Freistaat von den Alliierten für „aufgelöst“ erklärt werden.

      Dies ist ein wichtiges Mosaiksteinchen im Gesamtgefüge und die damit in Zusammenhang stehenden Fäden sind mannigfaltig, wie auch die damit verbundenen Auswirkungen.

      Lasst dies bitte für den Moment einfach mal so stehen, denn es wird später noch ausführlicher zum Thema werden. Danke.

      Heil und Segen!
      N8w.

    2. 50.2

      kph

      Werte Lena, werter N8Waechter,

      und ich ergänze mal ein wenig:

      „Preußenschlag“: Mit diesem Staatsstreich setzte die Reichsregierung am 20. Juli 1932 per Verordnung die preußische Landesregierung unter dem Vorwand ab, sie habe die Kontrolle über die öffentliche Ordnung verloren. Seit 1933 schuf die Reichsregierung durch Gleichschaltungsgesetze den nationalsozialistischen Einheitsstaat. Das Reichsstatthaltergesetz vom 7. April 1933 und das Gesetz über den Neuaufbau des Reichs vom 30. Januar 1934 lösten die Länder zwar nicht formell auf, beraubten sie aber ihrer Eigenständigkeit. Alle Landesregierungen wurden der Kontrolle durch Reichsstatthalter unterstellt. Eine Ausnahme davon bildete Preußen, wo laut Gesetz der Reichskanzler selbst die „Rechte des Reichsstatthalters“ wahrnehmen sollte.

      „Rechtsnachfolger Preußens“: Die Länder auf dem früheren Staatsgebiet des Freistaats Preußen sind in rechtlicher, insbesondere staats- und völkerrechtlicher Hinsicht Nachfolgestaaten Preußens. So ist zum Beispiel das Land Nordrhein-Westfalen an das Konkordat gebunden, das der Freistaat Preußen mit dem Heiligen Stuhl abgeschlossen hat.

      „Spuren Preußens in der Gegenwart“: Bund

      Die Bundesrepublik Deutschland ist nach herrschender Auffassung als Völkerrechtssubjekt identisch mit den von Preußen initiierten und dominierten ersten deutschen Bundesstaaten, dem Norddeutschen Bund von 1867 und dem Deutschen Reich von 1871. Preußens Hauptstadt Berlin wurde 1871 zugleich Hauptstadt des neu gegründeten Kaiserreiches. In dieser Tradition steht der Hauptstadtbeschluss von 1991, der Berlin zur Bundeshauptstadt des wiedervereinigten Deutschland, der „Berliner Republik“, bestimmte.

      Mehrere Bundesinstitutionen nutzen Gebäude früherer preußischer Einrichtungen, der Bundesrat zum Beispiel das des Preußischen Herrenhauses. Der Bundespräsident hat seinen ersten Amtssitz im Schloss Bellevue, dem ersten klassizistischen Bau Preußens. Das im Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland verankerte konstruktive Misstrauensvotum, das die Abwahl des Regierungschefs nur bei gleichzeitiger Neuwahl eines Nachfolgers zulässt, geht direkt auf eine Verfassungsregelung des Freistaats Preußen zurück.

      Im Rahmen von Staatsbesuchen wird bei dem Empfang mit militärischen Ehren und dem Abschreiten der Front der Ehrenformation des Wachbataillons als regelmäßiger Teil des diplomatischen Protokolls des Bundes der Präsentiermarsch Friedrich Wilhelms III. gespielt.

      Länder

      Das Landeswappen Sachsen-Anhalts zeigt u. a. den Preußischen Adler. Das große Wappen Baden-Württembergs enthält das Hauswappen der Hohenzollern. Das preußische Regierungs- und Verwaltungsmodell war maßgeblich für eine Vielzahl politischer Institutionen auf Länderebene und drückt sich noch heute in Bezeichnungen wie Ministerpräsident, Regierungsbezirk, Landrat und Kreis aus. Die heutigen nordrhein-westfälischen Landschaftsverbände gehen auf die preußischen Provinzialverbände zurück.

      Preußen [de.wikipedia.org]

      kph

  51. 51

    Solarplexus

    Werter N8w,

    wird es am Ende auch eine Zusammenfassung von allen Teilen der Geld und Glauben-Reihe geben, in der alle Antworten, die ihr aus eurem gestellten Fragenkatalog für richtig ausgearbeitet haltet, in den Haupttexten mit eingearbeitet werden? Ich komme immer wieder durcheinander, wenn ich im Kommentatorenstrang Ergänzungen finde.

    Antworten
    1. 51.1

      N8Waechter

      Werter Solarplexus,

      es wird eine abschließende Schlussbetrachtung basierend auf den Erkenntnissen geben. Dazu werden die Teile als Gesamt-PDF eingestellt, wie auch die Frage/Antwort-Seiten. Die Antworten in den Text mit einzubauen, würde zwar das Verständnis nachhaltig fördern, jedoch den Lesefluss maßgeblich verschlechtern. Daher ist es sinnvoll, mit zwei separaten PDFs zu arbeiten, so dass man zwischen den beiden Dateien hin- und herspringen kann.

      Heil und Segen!
      N8w.

  52. 52

    Erenion

    147. Wie veränderte sich das Verhältnis zwischen Preußen und Frankreich?

    Seit dem Ende des Nordischen Krieges waren Brandenburg-Preußen und Frankreich Verbündete. Denn Brandenburg-Preußen war, als aufstrebendes deutsches Fürstentum, ein natürlicher Konkurrent zu Österreich im Heiligen Römischen Reich. Damals war Österreich noch einer der wichtigsten Gegner Frankreichs. Der Feind meines Feindes ist mein Freund.

    Das änderte sich ab dem Jahre 1714. Damals erbte der Kurfürst von Braunschweig-Lüneburg/Hannover die Krone von Großbritannien und Irland.


    An dieser Stelle eine kurze Erinnerung:

    Im Jahre 1701 wird der Act of Settlement [de.wikipedia.org] erlassen. Georg Ludwig von Braunschweig-Lüneburg war jedoch als Kurfürst im Reich noch nicht völlig anerkannt. Unter anderem da die ältere Linie des Hauses der Welfen (d´Este), die Herzöge von Braunschweig-Wolfenbüttel, diese Erhebung der jüngeren Linie als unerträgliche Zurücksetzung sahen. Die Zustimmung dieser kam erst 1706 unter Waffengewalt und der Reichstag stimmte erst 1708 zu. Damals wusste Georg Ludwig von Braunschweig-Lüneburg bereits, dass er der Erbe von Großbritannien war. Verfolgte er die Durchsetzung der Kurwürde deshalb mit solcher Energie?

    Doch zurück zu Frankreich und seiner Politik.


    Im 18. Jahrhundert wurden die Kolonien immer wichtiger und damit löste Großbritannien Österreich als Frankreichs Hauptfeind ab. Nun war ein Verbündeter Großbritanniens automatisch ein Feind Frankreichs.

    Da die Personalunion Großbritannien-Hannover Preußen unterstützte, wurde auf einmal etwas möglich was vorher undenkbar war. Im Siebenjährigen Krieg [de.wikipedia.org] stand Frankreich auf der Seite Österreichs gegen Preußen.

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  53. 53

    Morlock

    Wo waren die Polen vor 1801-1807?

    Einfach einverleibt von Preußen, Österreich und Russland? 120 Jahre ohne eigenes Staatsgebilde?

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    1791- Erste moderne Verfassung ihrer Art in Europa.

    „Die polnische Verfassung vom 3. Mai 1791 nahm zentrale Aspekte der französischen Aufklärung, aber auch ältere innerpolnische Reformdiskussionen auf. Auf Jean-Jacques Rousseau, der 1772 seine Betrachtungen über die Regierung Polens und über deren vorgeschlagene Reform erst nach der Ersten Teilung beendete, geht das Prinzip der Volkssouveränität zurück. Der Sejm wurde zur Verkörperung der „Allgewalt der Nation“ erklärt.“

    Folge:

    „Die Verfassung vom 3. Mai wurde von den Nachbarländern Polens, nicht zuletzt wegen der gleichzeitigen Vorgänge in Frankreich, als eine Bedrohung für deren absolutistische Herrschaftsform gesehen und nach der Konföderation von Targowica und der Intervention Russlands, die im Russisch-Polnischen Krieg von 1792 gipfelten, von Preußen unter Friedrich Wilhelm II. und dem Russischen Reich unter Katharina II. im Rahmen der Zweiten Teilung Polens 1793 außer Kraft gesetzt.“

    Wo war Trump als erstes in Europa?

    Nach der Verfassung der Vereinigten Staaten, ist es die zweitälteste der „Welt“.

    Frieden von Tilsit [de.wikipedia.org]
    Teilungen Polens [de.wikipedia.org]

    Laut Weltnetz haben England und Frankreich dem deutschen Reich am 03.09.1939 den zweiten Weltkrieg erklärt. Angeblich, weil es einen Beistandspakt mit Polen gab und das geforderte Ultimatum zum Abzug deutscher Truppen aus Polen verstrichen war.

    Was ist der wirkliche Grund für das sogenannte Beistandsabkommen? Welche Verbindung besteht zwischen Schweden, Litauen, Österreich und Polen? Läuft das alles auf „Sigismund III. Wasa“ hinaus?

    Er war Titularkönig, Erbkönig, Großfürst und gewähltes Staatsoberhaupt, sein Vorgänger Stephan Báthory war Fürst aus Siebenbürgen (Transsylvanien).

    Siebenbürgen [de.wikipedia.org]

    Dort wurde der Deutsche Ritterorden nach 1225 vertrieben. Zu dieser Zeit war Honorius III. Papst, welcher das „liber censium“ verfasste und folgendes tat:

    „Am 18. Juli 1216 wurde er zum Papst erhoben. Als solcher versuchte er die Lehnshoheit über England und die Rechte des minderjährigen Königs Heinrich III. zu wahren. 1217 genehmigte er Christian von Preußen einen Kreuzzug gegen die heidnischen Prußen und erteilte ihm die Vollmacht, Bistümer zu gründen und Kathedralen erbauen zu lassen.“

    Prußen [de.wikipedia.org]

    Zitat zu Polen aus Wikipedia:

    „Durch die drei Teilungen Polens Ende des 18. Jahrhunderts von den Nachbarstaaten seiner Souveränität beraubt, erlangte Polen mit dem Vertrag von Versailles seine Unabhängigkeit 1918 zurück. Der Einmarsch des Deutschen Reiches und der Sowjetunion am Beginn des Zweiten Weltkrieges und deren Besatzungsherrschaft kostete Millionen polnischer Bürger, insbesondere polnische J*den, das Leben.“

    „Nach der Eroberung der preußischen Teilungsgebiete durch Kaiser Napoleon I. und dem Frieden von Tilsit 1807 entstand das Herzogtum Warschau als französischer Satellitenstaat.“

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  54. 54

    Sailor

    (45.3) und (45.5): Werter Erenion, werter kph,

    Eure Beiträge, danke :-), haben mich nun zum Lübischen Recht geführt …

    Das Lübische Recht war das von der Reichsstadt Lübeck übernommene Recht, das in über 100 Städten im Ostseeraum Geltung erlangte. Das Lübische Recht vereinte die Rechtsvorstellungen aus dem Westfälischen mit dem Holsteiner Landrecht und nahm im Bereich des Seerechts die im Ostseeraum vorgefundenen Grundregeln aus der Zeit der Wikinger und von der Gotländischen Genossenschaft in Visby auf.

    Es war das einzige deutsche Stadtrecht, das sich später der Romanisierung widersetzte und bis zum Ende des 19. Jahrhunderts seinen deutschrechtlichen Ursprung bewahrte. Es galt in großen Teilen seines Verbreitungsgebiets bis 1900, als es vom Bürgerlichen Gesetzbuch abgelöst wurde.

    Netzverweis: Lübisches Recht [de.wikipedia.org]

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    1. 54.1

      kph

      Danke Sailor,

      vielleicht ein weiterer Hinweis zum Faden!

      kph

  55. 55

    Morlock

    Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte. Warum muss der Adel sich mit Wappen brüsten? Über der Krone ist das Kreuz.

    Österreichs Wappen mit Hammer und Sichel?

    Hammer und Sichel [de.wikipedia.org]

    Wappen I : Bilddatei [de.wikipedia.org]
    Wappen II: Bilddatei [de.wikipedia.org]

    Östereich 1866 : https://de.wikipedia.org/wiki/Habsburgermonarchie#/media/File:Imperial_Coat_of_Arms_of_the_Empire_of_Austria.svg

    Heiliges römisches Reich Wappen (1510):

    Bilddatei [de.wikipedia.org]

    Russland Wappen:

    Bilddatei [de.wikipedia.org]
    Inklusive Drachentöter Georg!

    Wieso hat Österreich Hammer und Sichel im Wappen und dann hat der Adler noch gesprengte Ketten an den Greifen (Befreiung vom National-sozalismus). Völlig verwirrend, und in Schweden werden die Kronjuwelen stibitzt?

    Schwedens Reichsregalien [de.wikipedia.org]

    „Im Prinzip haben Herrscher in allen Zeiten äußere Zeichen ihrer Würde getragen. Die Nutzung von Prachtstücken hatte ihren Ursprung unter anderem im Orient, wo die persischen Herrscher eine Tiara trugen. Ähnliche Symbole wurden auch von den ägyptischen Pharaonen (helmartige Pschent), den römischen Kaisern (Lorbeerkranz) und den Päpsten (Tiara) benutzt. … Als Beispiel kann hier der Reichsapfel genannt werden, der seinen Ursprung in den Globen der römischen Kaiser hatte, …“

    Reichsapfel (Reichskleinodien) [de.wikipedia.org]

    Ein Schritt weiter, der Reichsapfel liegt in der Wiener Schatzkammer seit 1800:

    Schatzkammer (Wien) [de.wikipedia.org]

    HuS

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  56. 56

    Morlock

    Werte Mitreisende, keine Kommentare mehr hier?

    Sitzt ihr schon alle dort und wartet auf Magnus und den N8wächter?

    Die „Halle der Erwartung“ [de.wikipedia.org]

    Was ist mit Polen?
    HuS

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  57. 57

    Morlock

    Geld ist ein Schwert, Glauben das andere!

    Die Zwei-Schwerter-Theorie (oder: Zweischwerterlehre) beschreibt das Verhältnis zwischen kaiserlicher und päpstlicher Macht und Gewalt im frühen Mittelalter. Wieder das Schisma. Auszug:

    Um seine Nichtanerkennung kaiserlicher Maßnahmen in Bezug auf die Beschlüsse des Konzils von Chalkedon zu betonen, schickte Papst Gelasius einen Brief an Kaiser Anastasios, in dem er lehrte, Gott habe zur Leitung der Welt die kaiserliche Gewalt (regalis potestas) und die geistliche Autorität der Bischöfe (auctoritas sacrata pontificum) eingesetzt. Von diesen beiden sei das Gewicht letzterer umso schwerer, da die Bischöfe vor Gottes Gericht auch für die Könige Rechenschaft abzulegen hätten. „Denn du weißt“, fuhr Gelasius in seinem Brief an den Kaiser fort, „allergnädigster Sohn, dass du, obgleich an Würde über das Menschengeschlecht gesetzt, dennoch den Vorstehern der göttlichen Dinge fromm den Nacken beugst und von ihnen die Mittel deines Heils erwartest.“ Dabei kam für Gelasius der päpstlichen auctoritas besondere Bedeutung zu, da Gott den Bischof von Rom „als den höchsten über alle Bischöfe einsetzte.“ Das Neue an der Aussage des Gelasius war, dass er die staatliche potestas und die bischöfliche auctoritas auf eine Ebene stellte. Die bischöfliche auctoritas wurde dabei über die geistliche Macht, die Menschen hinsichtlich ihrer Sünden binden und lösen zu können, definiert.

    Zuspitzung erfuhr dies durch Papst Bonifatius VIII., der 1302 in der Bulle Unam Sanctam nicht die tatsächliche weltliche Macht für sich forderte, wohl aber die Unterordnung der Monarchen, was in diesem Fall gegen den französischen König gerichtet war. Das weltliche Schwert unterstehe dem geistlichen, es werde vom Papst eingesetzt und geduldet, oder anders ausgedrückt: Das geistliche Schwert werde von der Kirche geführt und das weltliche für die Kirche.

    HuS

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  58. 58

    Morlock

    Hallo Ihr Lieben!

    Gestern mußte ich feststellen, der Betrug geht noch tiefer. Zwei Videos habe ich mir angeschaut, weil bei GuG keiner mehr was schreibt und die Esoterik-Ansichten mir zu viel Spekulatius enthielten, welche Magenverstimmung verursachen können.

    Also „Die Zuversicht“ geschaut mit: Versteckte Hyperraum-Königreiche der Eliten [YT]

    Das geht schon weiter, was Atlantis anbelangt. Klingt plausibel und wie immer von Flo schmackhaft vorgetragen. Es erklärt auch, warum der eine an die Matrix glaubt, der nächste an die flache Erde und warum wir den Schlußstein nicht sehen können. Soviel zur Macht, Geld hatten wir ja bereits festgestellt ist nur das Mittel.

    In den Kommentaren fand ich folgenden Beitrag: „Über die Schweizer Verbindungen weltweit von Dr. Sean Hross (Historiker)“

    Das Schweizer Biest Basislager des Teufels

    Die gesprochene Stimme ist wirklich gewöhnungsbedürftig, aber was er erzählt, hat es in sich. Wer eine gefestigte Meinung zu den 12 Jahren deutscher Geschichte hat, sollte das nicht schauen, da bleibt kein Auge trocken. Das Schweizer Netzwerk umfasst die ganze bekannte Welt, die Verbindungen zum Roten Kreuz, zum Hakenkreuz, alles dabei. Der Mann weiß wovon er spricht.

    01.08.1291 Gründung der Schweiz durch den Templerorden! „Le system Octogon“. Die haben heute noch „alles“ unter Kontrolle.

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  59. 59

    Morlock

    Werter Magnus und N8wächter!

    Ich habe wirklich keine Ahnung was hier alle bewegt? Geld und Glauben wird es jedenfalls nicht sein! Eher Kühlschrank und Freundin (Freund), das verschafft Zeit!

    Orgasmus – Ablauf [de.wikipedia.org]

    Klar, hatte ich auch schon und es war schön, aber es wurde nie getoppt. Das hier ist jedenfalls nicht meine Gurke:

    Samenerguss [de.wikipedia.org]

    HuS erspart sich da wohl.

    lg, Der Stürmer!

    Antworten
    1. 59.1

      N8Waechter

      Nix verstanden …!?

      :kopfschüttel:

  60. 60

    Morlock

    Werter N8waechter,

    ich bitte um Entschuldigung! Es ist einfach schade, dass hier niemand mehr schreibt. Wir verzetteln uns alle im „klein-klein“, beschäftigen uns damit, was die Bild oder der Spiegel sagt, wo wer gerade in Afrika ist, ob Chemnitzer alle „Nazis“ sind. Der gesamte sogenannte Rechtsstaat bricht hier offiziell fast auseinander, weil 1 Beamter (wohlgemerkt einer) ein Stück Papier durchsticht. (Was sagt eigentlich der Flurfunk dazu?)

    Alle warten auf Teil 5 und schreiben sich dann die Finger wund, wenn er da ist.

    Das war gestern ein Frustbeitrag von mir nach Einnahme von geistigem Getränk:

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    Mit dem Sex ist es doch ähnlich wie mit dem Geld. „Ein Gentleman genießt und schweigt“ und „über Geld spricht man nicht“.

    Ich denke, egal wie gut wir alles meinen, wir belügen uns selbst. Schon immer kam das Fressen vor der Moral.

    Auszug aus Orgasmus:

    „Den Orgasmus kann man im physiologischen Sinn als einen zentralnervösen Vorgang beschreiben und somit von anderen Sexualfunktionen – etwa der Ejakulation, der Befruchtung oder dem Eisprung – deutlich abgrenzen. Gut vergleichen lassen sich die Vorgänge im Gehirn während des sexuellen Höhepunktes mit einem „neuronalen Feuerwerk““

    Da ist die „Rote Pille“:

    Bilddatei

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  61. 61

    Morlock

    Werte Mitreisende, ich mußte immer sehen, wie bei diesem Artikel 111 Kommentare stand. Das wird jetzt geändert.

    Artikel aus der Welt vom 13.02.2013! „Alles hängt eben mit allem zusammen“:

    Papst Benedikt XVI. und die mystische Zahl 111 [welt.de]

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